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Wiener Morgenzeitung · 1926-01-22 · Heft 2484 (22.1.1926) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2484 (22.1.1926)
Date
1926-01-22
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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-rr*oTen: JS Woszyl Wien /.umADhoieu moer Expedition, ü. laboisti. 1-3, odei ln einei Veischleisstelle fTratik' monatl. o Schilling Strassenverkaui in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied, i„ WoUzelle il Mit Pos>versand lür Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling 11 checho-Slowakei: Mon. K22. Jugoslawien: Mon. Din. 60. Polen: Mon. 5Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 ^actaMtiinngcn oe< t* r e t •* erb6hoo ocn forbeHiHcs Wiener tloracnjeiüuu* »preis a>0 q England: Mon. t Schi llinq. Italien Monat» 18 Lire. Ru nänlen Mon. 170 Lei. Bulgarien Mon.IOOLewi. Schweiz und das übrige Ausland monatlic * Frcs. h Redaktion, Administratior: Wien, II. Taborstr. f i'elephone 44-0-38, 43-3-19 Ab 6 Uhr 21-102, 25-2-82 IX. Univeisitätsstrasse 6-8 (D uckerei g. Steinmann) Oesterieichtsches Postspatkargen-Konto Nr. 150.69h 9tr. 248t wie». Srtilag, 22. ÖSnner 1026 8. nabreana Kffi. Sensationelle Aufnahmen in Lemberg NUR 4 TAGE Zum ersten Male In Wien ab beute Freitag den 22. Jänner, vorgetührt nur im , IFA “ PALAST-KINO II., Taborstrasse 1 Tagt ch 4 Vorstellungen ab Uhr SRinotttafenlotifeiem in Riga. (Eigendienst der >,Wiener Morgenzeitung".) Riga, 21. Jänner. Gestern trat Hier die erste Konferenz der nationalen Minoritäten der baltischen Staaten zusammen. Zum Vorsitzenden, wurde der polnische Abgeordnete in Lettland Herr WielPiszewski gewählt. Tie zur Tagung geladenen Litauer erklärten in einem der Konferenz übermittelten Schreiben, der Beratung'sernzuble'ben, weil auf die Tagesordnungein Bericht über die Unterdrückung der polnischen und jüdischen Minderheit, in Litauen gestellt worden sei. In der ersten Sitzung'wurde über die Minderheitspolitik Litauens berichtet und nach längerer Debatte eine scharfe Protestresolution gegen die Verfolgung der polnischen und jüdischen Minderheiten in Litauen gefaßt. In der Konferenz sprach' der jüdische Abgeordnete im lettischen Parlament Dr. Nurok eingehend über die Frage der Erteilung der Staatsbürgerschaft an die Juden in den einzelnen baltischen Staaten. In einer Resolution verlangte er, daß die nationalen Minderheiten sämtliche Fragen, die sie berühren, in den parlamentarischen Körperschaften gemeinsam vertreten. In der Schlußsitzung wurde eine Resolution gefaßt, in der festgestellt wird, daß die baltischen Minderheiten hinsichtlich der Entfernung der nationalen Reibungsflächen in der Wirtschaftspolitik sowie der Durchführung der nationallulturellen Autonomie und Regelung der Staarsbürgerschaftsfragen einen einheitlichen Standpunkt vertreten. Die Konferenz erachtet es als notwendig, den Ausbau der gegenseitigen Beziehungen zw'schen den einzelnen Minderheilsvö kern fortzusetzen, um eine gemeinschaftliche Grundlage für die zukünftige Tätigkeit der parlamentarischen Vertreter zu schaffen. Die an dieser Konferenz teilnehmenden jüdischen Abgeordneten hielten eine Beratung ab, in der beschlossen wurde, in der allernächsten Zeit eine Konferenz der Vertreter der jüdischen Organisationen Litauens, Lettlands und Estlands einzuberufen, um sämtliche Fragen, die die jüdische Minderheit dieser Länder betreffen, zu behandeln. Es wurde ein Komitee mit den Vorarbeilen betraut. Sem’ff’on der Minister« Moramwsli. (Eigenvienst der „Wiener Morgenzeitung") Warschau, 21. Jänner. Das Kabinett Skrzynski ist gegenwärtig von einer partiellen Krise bedroht, da Minister M o r a c z e w s k i im Aufträge der sozialdemokratischen Jtortet seine Demission gegeben hat. M Franzosen bleiben in Budapest. Sie Recherchen noch nicht at geschlossen. — Sin Fragebogen an Windtschgriitz. — Eckhard! «nd «an Wolf in der Unteruchungskommiffoo. (Eigendienst der «Wiener Morgenzeitung".) Budapest, 21. Jänner. Ein Mitarbeiter des „Esti Kurier" hatte heute eine Unterredung mit dem französischen Polizeibeamten Doulcet, der ihm erk.ärte, daß die französischen Polizetbeamten ihre Erhebungen noch weiter fortsetzen und sie den Behörden mitteilen werden, wenn sie sich davon überzeugt haben werden, daß sie richtig sind. In ihrer Arbeit lassen sie sich in keiner Weise beeinflussen. Die Recherchen seien noch lange nicht abgeschlossen und es müsse noch vieles geschehen, bis eine volle Klärung erreicht sei. Mittags erschienen die in Budapest weilenden vier fvanzösischen Polizetbeamten beim Oberstaatsanwalt Drktor Sztrache, mit dem sie eine längere Unterredung hatten. In den Nachmittagsstunden verbreitete sich in Budapest die Nachricht, wonach die Untersuchung gegen die Frankenfälscher auf Grund neuer Daten, die die französischen Polizeibeamten dem Oberstaatsanwalt in der Besprechung zur Verfügung stellten, neuen Impuls erhalten werde. Der Anttagesenat des Strafgerichtes hat die Akten der Frankenfälschungsaffäre vor einigen Tagen der königlichen Tafel übermittelt, die heute nachmittags die Entscheidung fällte, daß die zwölf in Haft genommenen-Personen, darunter W i n d i s chgrätz, Nadossy, Raoa, Kaspar Kovacs, Ssöresey usw., auch weiterhin in Untersuchungshaft bleiben. Die Untersuchung im Patzamt der Oberstadthauptmannschaft tvurde zu Ende geführt. Es würde festgestellt, daß das Paßamt nicht die geringste Unregelmäßigkeit bei der Ausstellung von Reisepässen begangen hat. Alle Blankette, die sich auf die GewährungvonReisepässenan die Frankenfälsche rund deren Spießgesellen bezogen, trugen die eigenhändige Empfehlung des Landespolizeichefs Nadossy. Die hier anwesenden Delegierten der Bank von Frankreich haben gestern mit den Verteidigern des Prinzen Windischgrätz neue Verhandlungen geführt und erklärt, daß die. Bank auf jeden materiellen Schadenersatz verzichte, wenn Windischgrätz alle Fragen, die sie ihm vorlegen,: aufrichtig und ehrlich beantworte. Die Verteidiger erklärten, daß sie hievon dem Prinzen Mitteilung machen werden. Die französischen Delegierten werden heute ihren Fragebogen dem Verteidiger Tr. Uiain übergeben. Rr die Ab'chaffuna der Reisevisa. E ne tschechoslowakische Anregung. Prag, 21. Jänner. (Tel.-Komp.) Wie eine halbamtliche Korrespondenz mittetlt, wird in nächster Zeit auf tschechoslowakische Anregung eine Konferenz oinberufen werden, auf der sich die wirtschaftlichen Korporationen der Nachfolgestaaten mit oer Frage der Abschaffung d e r R e i so v i sa befassen und die beteiligten Staaten um eine definitive Erledigung dtosex Angelegenheit ersuchen werden. kxplosion in einer Warschauer Pulverfabrik. Brennende Arbeiterinnen springen aus dem Fenster. — 44 Verletzte. Aus Warschau wird gemeldet: Im Laboratormm der Pulverfabrik „Granat" entzündete sich heute mittags angeblich infolge Kurzschlusses in einem Arbeitsraum, in dem Handgranaten zugcrichtet wurden, das auf den Tischen ausgestreute Pulver und viele Zündschnüre. Der im Saale befindlichen z a h l r e i ch e n Arbeiterinnen, die fast ohne Ausnahme gräßliche Brandwunden erlitten, bemächtigte sich eine furchtbare Panik. Einige sprangen brennend ans d i nt ersten Stock durchs Fenster in den hohen Schnee. Die sofort herbeigeeilte Feuerwehr konnte ein Uebergreifen des Brandes aus andere Räume verhindern Nach vorläufigen Feststellungen wurden insgesamt 44 Arbeiterinnen verletzt, davon neun schwer. Die parlamentarische Untersuchungs- Kommission ist heute in geheimer Abstimmung der Nationalversammlung gewählt worden und umsaßt unter anderen den Präsidenten der Einheitspartei A l m a s s y, den Präsidenten des Vereins der Erwachenden Ungarn Tibor Eckhardt, den Ehristiichsozialen Stephan Haller, den ehewa igen Justizminister und demokratischen Führer Tr. Vazsonyi, den Herausgeber des radikalen „Esti Kurier" Rassay, den Abgeordneten der Kossuth-Partei R u p p e r t, den städtischen Rassenschütz er Karl Wolfs und die Sozialdemokraten Peyer und Gyö rki. Die Kommission hält morgen mittags ihre konstituierende Versammlung ab. in der die Wahl des Vorsitzenden der Untersuchungskommission erfolgen wird. Die heutige Sitzung der Nationalversammlung beschäftigte sich ausschließlich mit der Beratung des Honvedbudgets, wobei der Vertreter-der Regierungspartei Din ich die Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht forderte. Ing. Stitz freigelassen. Ing. Stitz wurde im Lause des Nachmittags von der Staatsamva.'tschast einem längeren Verhör unterzegen und nach dessen Beendigung aus freien Fuß gesetzt. Die Kohlengeschafte Windischgrätz'. Ein Senat des Budäpester.Zivilgerichtes verhandelte heute die Klage, die der Private E.'emer Hamerszky gegen den Prinzen Ludwig Windischgrätz, den Abgeordneten Georg S z m r e e s a n y i und den Ingenieur F a r a g o auf Zahlung von d r e i Milliarden angestrengt hat. Hamerszky hatte sich an einem von den Bellagten gebildeten Konsortium beteiligt, welches zwei Jahre lang Koh'e an die städtischen Gaswerke lieferte. Windischgrätz und Szmreesanyi verdienten an diesem Geschäft acht Milliarden, als jedoch Hamerszky seinen Anteil forderte, konnte Prinz Windischgrätz nicht zahlen. In der K'ageschrift führt Hamerszky des weiteren aus, daß er dreißig Stück Aktien der Schweizerischen Kohlengesellschast, in deren Namen Windischgrätz den Kohlenhandel mit , den Budapest er Gaswerken betrieb, dem Windischgrätz zur Aufbewahrung übergeben habe. Wind'schgrätz hat diese Aktien, die einen Nominalwert von 2 0.000 Schweizer Franken repräsentierten, versetzt, als er bei einer Gelegenheit im Wiener Jockeiklub, drei Milliarden Kronen verspielt hatte. Die Verhandlung wurde vertagt. RachMngerumAelgi''«^rorrh. Zweieinhalb Jahre Gefängnis für Panezyszyn. Warschau, 21. Jänner. (I. T. A.) Vor dem Warschaus Kreisgericht wurde gegen den 22jährigen Ukrainer Stephan Panezyszyn verhandelt, der angek'agt war, einer terroristlscheu Organisation angehört und sich an der Befreiung von Gefangenen beteiligt zu haben. Wie erinnerlich, wurde Panezyszyn von dem Konfidenten M i k i e t i n seinerzeit beschuldigt, das Attentat gegen den Präsidenten der polnischen Republik, Wojeiechewski, vorbereitet zu haben. Panezyszyn gelang es damals, ein Alibi nachzuweisen. Nunmehr wurde er wegen anderer politischer Delikte zu zwei Jahren und sechs Monaten Festungshaft verurteilt. Randltenangriff aut Laniastu». Damaskus, 21. Jänner. (Reu!er.) Ettva 60 Banditen unternahmen gestern einen Angriff aus die zum Schutze der Stadt errichteten Barrikaden. Sie wurden jedoch durch Truppen, die mit Panzerwagen vovgingen, zurückgoschlagen. Stfrottttinj Wilhelm besucht feinen Bater. E'nrelfeerlaubnis durch die holländische Regierung. London, 21. Jänner. (Tol.-Komp.) Die holländische Re» gierung hat dem deutschen Exkronprinzen die Bewilligung zu etnem Besuch in Doorn gelegentlich des Geburtstages des Exkaisers am 27. d. erteilt. Die Zusammenkunft zwischen dem Exkaiser und dem Exkronprinzen ist die erste seit zwei Jahren. 5323234823234848234823532323234823235353235323234848485348235353

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