Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2481 (19.1.1926)
- Date
- 1926-01-19
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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I Polen; 25 tfioszy | Wien /.um Aohoicn in der Expedition, IL laboistt. 1-3, odei in einet Veischleissteiic (Trafik) monatl. o Schilling Strassenverkaui in Wien dutch die Kolporteure der Firma Gol dschmied, Wollzeile 11 Mit Pos'vorsand lüt Wien und Oe te eich monatlich l> Schilling Tschecho-Slowakei: Mon. K22. Jugoslawien: Mon. Din.60. Polen:Mon. 5Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4, Frankreich. Belgien: Mon. Frcs. 18 AacbMliiBBgai oe» t r e i •> erhOhon en Vorbehalten Wiener ♦ I Preis ao a England. Mon.4Schilling. Italien: Monatl. 18 Lire. Runänien Mon. 170 Lei. Bulgarien Mon. 100Lewe. Schweiz und das übrige Ausland monatHcn Frcs. 5 Redaktion, Administration* Wien, U. Taborstr. I Telephone. 44-0-38, 43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX. Universitätsstrasse 6-8 (D uckerei ig. Steinmann) Oestcrieichisches Postsparkaisen-Konto Nr. 150.693 91t. 2481 Wen. Siensing, 19. giinner 1926 8. iialm iq Sie jüdische Nationalversammlung. Mich in» Reue. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Das Bmftrltlene gnnenministrrlum. Luthers schwierige Kabinettsbildung. (Eigendienst Ser „Wiener Morgenzeitung".) Berlin, 18. Jänner. Nachdem Luther nach tagelangen Konferenzen mi: den für die Koalition in Betracht kommerden Parteien den Boden für b'.c Personenwahl rorbe: eilet hatte, ist heute insoferne eine schwierige Situation eirgetret-'n, als die bayrische Bo kspartei heute erklärt hat, den. von den Demokraten kandidierten Dr. Koch a's Innenminister nmn"glich akzeptieren zu können. Dadurch sind alle bi.h.'rigen D'sposit onen gestört worden und man spricht bereits von einer bedenklichen Lage Luthers. Zer „Znngde". Eine nationalistische Hochvcrratsa'färe. Deutschland hat'wieder einmal einen politischen Skandal, Ol dessen Mittelpunkt einer der bekanntesten vaterländi chen Verbände, der I u n g d e n t s ch e Order: („Jungdo") steht. Wie aus Kassel berichtet wird, hat der dortige Staatsanwalt beim Obersten Reichsstaatsanwalt Strafantrag gegen den Hcchmeister des Jungdemschen Ordens Artur Mahraun und gegen den Ordenskanzler Otto Bornemann wegen Hochverrats gestellt, den diese beiden durch Verhandlungen mir französischen Politikern begangen haben sollen. Die Verhaftung der beiden steht unmittelbar bevor. Genaues über diesen Skandal ist noch nicht bekannt, da Polizei und Gericht in Kassel über ihre Feststellungen Stillschweigen bewahren. Es. verlautet jedoch, daß Mahraun und Bornemann mit Po in rare oder mit lbm nahestehenden Persönlichkeiten in Verbindung traten. "Die beiden schwer belasteten Führer des Jungdeutschen liMens haben im Verbandsorgan zugegeben, daß sie miE einflußreichen französischen Staatsmännern verhandelt haben und teilen mit, daß sie über diese Verhandlungen den Reichspräsidenten .Hindenburg unterrichtet haben. Der „Vorwärts" ersucht um Auskunft über folgende Frage: Wann hat der Reichspräsident den ihm in den Mund gelegten Ausspruch getan (von dem dasselbe Organ des Jungdeutschen Ordens Mitteilung macht), daß er den festen Willen habe,- im Notfall, einem entschlossenen Kanzler die ihm durch die Verfassung in die Hand gegebene Peitsche zu überreichen? Die Fememorde. Berlin, 18. Jänner. Nach einer Meldung des „Vorwärts" aus Greifswalde wurde dort Samstag ein junger Mann verhaftet, der im dringenden Verdacht steht, an den Fememorden beteiligt zu sein. Der Hästlirg nennt sich Ober-entnant Langer. Die Polizei verweigert über die näheren Umstände jede Auskunft. Radir übet die MirnnMten. Belgrad, 18. Jänner. (Tel.-Komp.) Unterrichts- Minister R a d i c hielt Sonntag in Subotica eine Rede über das Minderheitenproble m. Radic erklärte. so lauge er dem Kabinette angehört, werde die jugoslawische Negierung die Minderheitsklauseln des Friedensvertrages stets durchführen. Wenn die innerpolitischen Verhältnisse es gestattet: werden, so werden die nationalen Minderheiten Jugoslawiens sogar noch weit mehr Rechte genieße n, als ihnen nach den Buchstaben der Friedens- Verträge znkommen. Dle Svvofltion neuen •fl’nffoliui. Rom, 18. Jänner. (Tel.-Komp.) Die Popolari haben ihren bereits Samstag, nach ihrer Vertreibung aus der Kammer, gefaßten Beschluß bestätigt, in k e i n e r Weise an den parlainentarischen Arbeiten teilzuuehmen. In: allgemeinen scheint die Mehr heit-der Opposition u n v ersöhnl i ch zu bleiben. Die Demokraten haben zur Lage noch keine Stellung genommen, da der Großteil der demokratischen Deputierten von Rom noch abwesend ist. Jerusalem, 18. Jänner. In der Eröffnungssitzung der Asscfarh Haniwcharim hielt, wie schon kurz berichtet, Ussischkin eine großangelegte politische Rede, in der er unter anderem erklärte, daß die Juden der Galuthländer den Standpunkt vertreten, daß es im politischen Interesse der Judenheit liege, ein jüdisches P a last i n a z u besitzen, in dem d i e N i ch t j u d e n nur Minvritätenrechte besitzen sollen. Wenn man der Judenheit bereits zugesagt habe, ihr eine eigene Heimstätte in Palästina zu schaffen, wäre es vor allem notwendig, der Judenschaft hierzulande d:e Rechte der Majoritätsnation zu erteilen. Sollte diese berechtigte Forderung der Judenschaft der ganzen Welt nicht erfüllt werden, so ist es unmöglich, von der Judenschast zu verlangen, die großen Opfer zu tragen, die der Aufbau Palästinas benötigt. Diese politische Rede des Herrn Ussischkin hat in ganz Palästina große Sensation hervorgerufen. Das Präsidium des Assefath Haniwcharim hat sich, um Mißverständnissen vorzubcuaen, veranlaßt gegeben, eine Erklärung zu veröffentlichen, daß Herr Ussischkin nichts anderes als seine persönliche Ansicht geäußert habe und von keiner Seite autorisiert wurde, die von ihm gemachten Erklärungen abzugeben. Die Fewifh Ageiiky. London, 18. Jänner. Angesichts der bevorstehenden Wahl des Präsidenten der Board of Deputies hat der politische Sekretär der Zionistischen Weltorganisation, Mr. Leonhard Stein, der auch der Board als Mitglied angehört, die in Betracht kommenden vier Präsidentschaftskandidaten, T'Avigdor G o l d s h m i d t, Kolonel Cohen, Mr. Felix R a o n und Josef Prag, um ihre Ansicht befragt, ob sich die Board of Deputies a n der Jewish Agency beteiligen wird. Mr. G o l d s h m i d t erklärte in einem Schreiben, daß der Präsident der Board of Deputies die Aufgabe habe, die Interessen der gesaniten englischen I u d e n s ch a f t zu vertreten, und schon aus diesem Grunde müsse die Beteiligung an der Jewish Agency von der gesamten englischen Judenschast unterstützt werden. Er werde im Falle seiner Mahl seinen ganzen Einfluß in dieser Hinsicht geltend machen. Kvlonel Cohen sowie Felix Raon erklärten sich ebenfalls bereit, für die Teilnahme der Board of Deputies an der Jewish Agency einzutreten, dies um so mehr, als ja die Board of Deputies seit Jahren es als ihre vornehmste Pflicht erachte, für die Interessen der Gesamtjudenheit einzutreten. Mr. Cohen erklärt noch, daß er die Erweiterung der Jewish Agency für besonders wichtig erachte, da auf diese Weise ein größerer Teil der Judenheit für den Palästinaaufbau und den Zionismus interessiert wird. Mr. Prag konnte die Anfrage des Herrn Stein infolge seiner Abwesenheit von London nicht beantworten. Da er aber mehrmals seine Stellungnahme zum Zionismus festgelegt hat, ist anzunehmen, daß auch er im Falle seiner Wahl für die Teilnahme des Board of Te-- puties eintreten wird. „Die rionlftische 8dee unh Setneanun.“ Ein Vortrag des Oberrabbiners Tr. Chajes. Der erste Vortrag innerhalb des vom Zionistischen Landeskomitee veranstalteten Vortragszyklus findet Donnerstag den 21. b;, präzise 7 Uhr abends im Klubheim der Ha ko ah, 1. Bez., Wipp« lingerstraße 24-26, statt. Herr Oberrabbiner Dr. Chase s leitet den Zyklus mit einem Vortrag über „Die zionistische Idee und Bewegung" ein. England« kyiwaogenvetband für PaMtna. London, 18. Jänner. Tie Federation of Synagogues hat in ihrer letzten Sitzung beschlossen, von ihrem Budget einen Teilbetrag dem K e r e n H a j e s s o d und Rat: onalfonds zu widmen. Bisher hat diese Federatiotr es stets abgelehnt, am Palästinaaufbau mitzuwirken, mit der Begründung, daß sie als eine religiöse Institution die zionistische Bewegung nicht unterstützen könne. Dank dem Umstande, daß zurzeit in der Leitung der Federation nationale Elemente vertreten sind, ist es gelungen, den erwähnten Beschluß durchzuführen, der von der gesamten jüdidischcn Presse und Oessentlichkeit Englands mit bewnderer Genugtuung zur Kenntnis genommen wurde. Die Resolution wurde nach einer langen Debatte mit 34 gegen 5 Stimmen Majorität angenommen. Die HUfsaMon für die Juden in Polen. Watschau, 18. Jänner. -Im.Zu'ammenhang mit der gegenwärtigen wirtschaftlichen Krise in der polnischen Judenheit wird hier der europäische Direktor des Joint, Dr. Bernhard Kahm, eintrefsen, um die finanzielle und w i r t s ch a.f.t l i ch e L a g e v d e r I n den zu studieren. Dr. Kahn begibt sich dann nach Amerika. Er wird der Leitung des amerikanischen Joint ausführliche Vorschläge unlrbreiten, aus den Eingängen-des jetz'ge» Drives größere Summen für die polnische -Judenheit zu bewilligen. Kein Wischet SeimvirevtSstdent. Warschau, 18. Jänner. Me vor einigen Tagen gemeldet, sollte infolge der Spaltung des Whzwolenie-Klubs \:\u Vertreter im Sejmpräsidium, Abg. P o n i a t o w s k i, die Stelle des Vizepräsidenten niederlegen. An seine Stelle, wäre eli- Vertreter des jüdischen Klubs g.'kommen. Infolge verschiedener Quertreibereien seitens einzelner Sejmgruppen, bit im Präsidium des Sejms einen jüdischen Vertreter ungerv sehen würden, wurde von der Neuwahl eines Vizepräsidenten Abstand genommen und der Vertreter der Wyzwolenic- Klubs. obwohl ihm zahlenmäßig keine Stelle im Präsidium zukommt, als Vizepräsident belassen. Lberftaatsanwalt Malina. Warschau, 18. Jänner. Im Zusammenhang mit der letzthin gemeldeten Interpellation in Angelegenheit bei A m ts m iß b rä n che im Ste'ger-Prozeß ist hier der Oberstaatsanwalt Malina emgetrosfen, um dem Justizministei eingehenden Bericht zu erstatten. Es verlautet, daß dic Dienstenthebung des Oberstaatsanwaltes Malina nur noch eine Frage weniger Tage ist. AnIMonIsten. Eine sowjet'stische Kmderkonserenz. , Riga, 18. Jänner. Nach her eingelaufenen Mitteilungen fand in der Ukraine/me Konferenz jüdischer Kindei unter dem Alter von 12 Jahren statt. An der Konferenz nahmen 160 Kinder teil, die über die Schädlichkeit des Zionismus und der jüdischen Religion informiert wurden. lieber Veranlassung der Jew-Sektion wurdet: die Chaluzim einer jüdischen Kolonie in Türke st an verhaftet, da über Anzeige der jüdischen Kommunisten dort z i o n i st i« sche Propaganda betrieben wurde. Erst über Intervention des Präsidenten des jüdischen Kolonisationskomitees wurden die Verhafteten freigclassen. Die Agudah. Kaschau, 18. Jänner. Heute beginnt hier eine Landeskonferenz der Agudah, die sich ausschließlich mit der Frage der Bekämpfung der Zionisten beschäftigen wird. Zu dieser Konferenz hat die Preßburger Landeskanzlei 500 Einladungen an ibre Helfershelfer verschickt. Qkkasionsverkauf „Weissen Woche“ i„ a'Un «1« wahrend das Wriwswaim! dar MT Warenhaus BMr Schiffmann 11., Taborstrasse 48 Telephon 47*1-7! En gros En detail