Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2479 (17.1.1926)
- Date
- 1926-01-17
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Gerte 10 Men, Sonntag Mkener Mornemelkiiim 17. Jänner IM Nr. 2479 «srirassztzttv, überSefAltteOeiäioniinmt tmD gbeo.ogie »er j oniftf ch-n Vetocannn. Das Direktorium des Zionistischen Landeskomitees veranstaltet eine Reihe von Borträgen zur Geschichte sowie Theorie der zionistischen Bewegung. Dieser Vortragszyklus bezweckt, die zionistische O e f f e n t l i ch k e i t mit den Problemen und theoretischen Grundlagen der zionistischen Bewegung b^anntzumachen. In einer systematischen Reihenfolge wird der Vortragszyklus Gelegenheit geben, nicht nur die Probleme des Palästinaaufbaues, sondern auch das Wesen und die Theorie der zion istischen Weltanschauung zu erörtern. Der Vortragszyklus wird mit einem Vortrag des Herrn Oberrabbiners Prof. Dr. Chajes über „Tie zionistische Idee und Bewegung" am 21. d. um halb 8 Uhr abends rm Klubheim der Hakoah. 1. Bez.» Wipplingerstraße 24—26» eingeleitet. Tie nächsten Vortröge werden an.den nachfolqenden Donnerstagen, ebendaselbst zu gleicher Stunde, stattfinden: Oberbaurat Ing. Robert Stricker: „Zionismus in der Weltvolitil". Dr Z. F Diesendruckr „Wandlungen in der jüdischen Kultu-voiittk" A^olf Böbm: »Kolonisator sch? Aufgaben des Z onisrnus". Direktor Dr. Viktor Kellner: „Kulturprobleme des Palast naaufbaues". Dr. Leo Goldhammer: „Die riaui'tischen Kolon!« § ttonsmeidoden und die sozialen Gliederungen der Alijah" Prof. Tr. W'Ibelm Stein: „Weltanschauliche Grundlagen d s Zi niSmus". Dr N. M. G e l b e r: „Aus der Geschichte des Zi-ntSmus in den Jahren 1740 tig 1830*. Frau Tr. Martha H o f m a n n : „Theodor HerzlS geistige Persönlichkeit". Tr. Oskar K a r b a ch: „Die Probleme d-r Teiln-hme deS bewußten Jud ntumS im intern t onolen Leven". Dr. Hejnnch Glan z: „Ta? jüdische ErziehungSwe'en der Gegenwart". Das Thema des Vortragenden, Herrn Univ.-Prof. Dr. Bernhard Geige r, hat eine Aenderung erfahren und wird noch bekanntgegeben werden. Ta die Anzahl der Teilnehmer für diese Vorträge beschränkt ist, werden die Jnteresienten gebeten, ihre Te.lnahme bis späiestens Dienstag den 19. d. dem Zionistischen Landeskomitee, 1. Bez., Kärntnerstraße 28, Tel. 77-4-öö und 77-4-86, bekanntzugeben. Möbelfabrik J. Spira HIN. finiNNSHnilsn t—2 (Ecke Karl-Sch weiehoter-üasse) Feine 6 Wohnungseinrichtungen Ein Denkmal für Voltaire Soeben erschien in neuer künstlerischer Ausstattung: Voltaire von Josef Popper-Lynkeus Broschiert 12 Sc1'. Gebunden 15 S h. // 101 Popper-Lynkeus, Voltaires kongenialer Nachfolger im Kampfe für die Hechte der ünterdrückti n, ist wie kein anderer geeignet, m.t intuitivem Verständnis das Leben und Wirken Voltaireszu erfassen und zu einem Kunstwerk zu gestalten. Der leuchtendste und bedeutendste Cr ist seiner Epoche — Der Mensch, der Künstler, der Kaltu f kämpf er Voltaire ersteht lebendig vor uns. — Endlich ein Werk über Voltaire, das diesen meistumstr'ttenen, velgellebten und vielgehassten Kulturhelden In seiner ganzen Bedeutung für die menschliche Geistesentwicklung würdigt. — Endlich ein Werk über Voltaire, das turmhoch über Ile, rein biographischen und literarhistorischen Büchern mit tiefstem Kulturhistorischen Versiändnisdas Zeitalter Voltaires schildert. R. liull Verlos. Wien, I. Fielschmorkt 1 JÜDISCHES KUNSTLERKABaREIT t'., •’tiinitriue «0 / Letter t Max Streng Heute l(t9 Wir abends 11 DIE CROSSE SCHLAGEROPERETTE!! » Die rumänische Chasyne auflerdtm Tanztruppe - Maxlmoff SoloMtozerln Klein-„O ga* 109 Mittwoch, dm 20.Ehrenabend des Komikers (tolig Nachbar „14 TAGE ARREST" „Thermia" Heilanstalt " Wien, I. Bezirk, Franz-Josef-Kai Nr. 1 Leitung: Dr. Wolf Sommer Telephon 79-1-37 Telephon 79-1-37 lta len sehe SchneHkuien (eigenes V* rfahren > ggen Ischias. Hexenschuss, Arm- und Kopfneuran len Behandlung aller rheumatischen, g’chHschen Hers- und sonstigen Zirkulaiionserkran*ungen rach den neuesten M.tho lende physikalischen The anie Sch'amm-, Moo -, Sol- und KohlensXure-Blder Heiss utt-, Diaiheimie, Höhen sonn und Elektrotherapie / £n feltungsknren Behand1ungszeit von 8 Uhr fiüh bis 6 Uhr abends „ Ordination von 10 bis 12 und von 3 bis 5 Uhr , 67S WIM Hervorragend bewährt znr BekSmpfnaa rhenwatischer, I gichtischer, «ervdser Schmerle» sowie gegen Kopfschmerze». Die »trk,,G rein «»«tuet»» et,, «eine schttttchan ttetoavirfaagea.! «ernfta trtma .»egataditt. - An KvetSrfe«. KUNSTMÖBELFABR1X 52t JOH. GRÜNWALD'S WS L, Fleischmarkt 17 L, Weihburggasse ft Wohnungen, Geschlfolokale, Cifä, Kinos, Theater, nach eftfenea cnMHeii« Stets Grosses, assortiertes Later Providern' Tel. 42-301, gegr. 18 9. N.. Praieretrawe 26 In«, Ausland und (Jebersee. »» Auskünfte und SpezialinfoVmaiionen. jfMTORM OIE WELTMARKE ~ cM-osc(few TPE TOCN EGlSTß rwßic Oeskays Bubikopf Haarschnitt ist Kunst, sein Hinne - Haarfärben das Beste, seine Dauerwellen einzig IX., Währingerstrasse Nr. 15 Set Vater des gnlervtewi. Vor kurz«« jkhrie sich Zum hlmdnllli» Male der Geburtstag eines aus Böhmen gebürtigen Journalisten namens Heinrich Georg Opper, der spater, als sein Name in der Journalistik de« reits einen guten Klang hatte und er, wie so mancher Ehrgeizige seines Metiers, auch die Staatsbürgerschaft seiner zweiten französischen Heimat annahm, seinen alten Familiennamen Opper nach seinem böhmischen Geburtscrte auf Blowitz abanderre. Diesen Jahrestag hat die Londoner „Times" zum Anlaß genommen, um dem im Jahre IPOö in Paris ve^imbe, en Altmeister deS Inter- Views, der seit dem Jahre 1871 m ihrem Dienste stand, einen Nekrolog und eine Schilderung, .einer für die Kunst der Journalistik epochri, achcnden Wirksamkeit zu widmen. Blowitz war brld 45 Jahre alt, als er eS während eines Urlaubes des ständigen Pariser Beuch lerslattrrs der „Times" unternahm, der Redaktion dieses hcchkonservativcn, und von Außenstehenden fast unnahbaren Blattes in Frage und Antwort, nach dem Muster der klassischen . Athener Philosophen, eine Folge von Zwiegesprächen bchufs Deröfsentlichnng zu übermitteln, die ihm die Begründung seines journalistischen Nenownres eintrug. Tama.'s, unmittelbar nach dem drutfch-sranzc fischen Krieg, an der Schwebe einer Hochkonjunktur der internationalen Polin!, war es Blowitz, der es, wie kein anderer, verstand, die politische Mein ungsäußerung überragender Persönlichkeiten, wie es zum Beispiel ent Bismarck war, in der Form der Befragung der breiten Oeffentlichkeit zu vermitteln, welche Methode durch geschickte Formulierung der Fragen dir Möglichkeit schuf, das Hauptthema dxn. Lesern von den verschiedensten Seiten darzustellen und auch scheinbar unwesentliche Details in darichtige Licht zur riicker. Tie Berichterstattung über den Berliner Kcnseß im Jahre 1828 hat dann dem in seiner äußeren Erscheinung üterhaupt nicht imposanten Blowitz mit dem überdimensto- »irrten Kops und den zum Rumpfe in diikmetralem Bechältnisse stehenden kurzen Beinen zu Weltruf verholen. Selbst bei Bismarck, der bekanntlich den Journalisten durchaus nicht sympachisch gegen- Überstond, war Blowitz zur Zeit des Kongresses in hoher Gunst. Di« verblüffet de Ernauigkeit, mit der Blotvitz die Berichterstattung über die Begebenheiten des Berliner Kongresses iür die „Times" versah, witt durch eine List erklärt, sie er mit einem jungen von ihm protegierten Beamten des Äongreßsekretariats ausklügelte. Dieser junge Mann mußte natürlich über die Begebenheiten des Kongresses immer am besten unterrichtet sein, deshalb verabredete er sich mit chm, die Mahlzeigten im selten Restaurant einzunehmen — aber an gesonderten Tischen, damit ihre Bekanntschaft nicht ema aufollig werde. Sie taten, als ob sie einander überhaupt nicht kennen würden; a.s ater Blowitz nach beendeter Mahlzeit das Gasthaus verließ, nahm er nicht den eigenen, sondern den H u t seines Vertrauensmannes, in dessen Futter die wichtigsten Neuigkeiten der Kongreßverhandlungen verborgen waren. Eifersüchtig uchrie Blowitz seine journalistische Ehre und verriet niemals, was hochgestellte Persönlichkeiten ihm unter dem Siegel der Ber'chwieger(e:t leutselig aurortrauten; sagegen kannte er keinen Pawon bei der Beröfsentlichung von politischen Sensationen, deren Ker nmis er sich erst auf den verschlungenen Wegen der Erkundigung verschaffen konnte. Wein es galt, wußte er das journalistische Eche'mnis volleidet zu bewahren und errang sich dadurch die Achtung aller Welt. Sie Te'lnng. Bon I. Mejuchcs. Ein alter Araber sah, baß seine Tage gezählt waren und wollte sein Testanem machen. Ta rief er seine drei Dohne an sein Lager und übergab chnen sein ganzes Vermögen in Gestalt von 17 Kamelen, die auf folgende Weise unter die Brüder verteilt werden sollten: Ter älteste, Hassan, sollte die Hälfte, der jüngere, Mohammed, ein Tritte! und der jüngste, Mustafa, ein Neuntel bekommen. Kaum hatte der Alte die Seele ausgehaucht, als sich , die Brüder schon an die Teilung des Erbes machten. Aber, o wch! Die Zahl 17 war weder durch zwei, noch durch drei oder neun teilbar. Und so entbrannte ein Streit zwischen den drei Erben der beinahe blutig geendet hätte. Ta brachte ein glücklicher Zufall zur selben Zeit einen . Terwisch in leren Ort. Ter Terwisch kchrte damals zufällig, auf se nem Kamele reitend, aus Mekka zurück, aus der Stadt, die dem Muselmann so heilig ist Als ihm der Streit zwischen den Brüdern zu Lhren kam, stieg er von seinem Kamel und begab sich zu den Brüdern. Nachdem er sich über alle Einzelheiten der Sweitsache genau informiert hatte» sagte er zu ihnen: „Ich kehre soeben aus Mekka auf diesem Kamel zurück, welch:s mein ganzes Vermögen ausmacht, da mich Al>lah mit an- ' deren Glücksgülorn n cht gesegnet hat. Aber Allah befichlt mir, dies Kamel euch zu schenken, damit ihr den letzten Willen eures Vaters ausführen könnt. Und was mich anbetrifft, bin ich sicher, daß m.ch Allah nicht verlassen und mir „ein anderes Kamel schicken wird, um meine weite Reise fortsetzen zu-können". AiS die Brüder die Worte des Terwischs hörten, ließen sie sofort Yen Streit ruhen, nahmen bas großmütig geschenkte Kamel in Empfang und taten es-zu den ihrigen. Und da sie jetzt bereils 18 Kamele hatten, konnten sie ihr Erbe in zwei, drei und neun Teile gliedem. Es echielten also: Hassan die Hälfte (neun Kamele), Mchammed ein Drittel (sechs Kau.eie) und Musiasa ein Neuntel (zwei Kamele). Ein Kamel aber blieb herrenlos zurück. - Da bestieg der gottesfürchtige Terwisch das zurückgebliebene Kamel, dankte Allah, daß ihm vergönnt war, eine gute Tat zu verrichten und setzte seinen Weg fort. Die Brüder aber erkannten, daß der Terwisch ein kluger und heiliger Mann war und sielen aus chre Knie. (Aus dem Hebräischen von Alexander Vcckad, Leipzig.) Reue Heiratimive« in der Landoner Selrlllchatt. Im Wandel der Zeit und des Mcdegeschmacks haben sich in der Lor.dcner Crselljchast neuerdings allerlei neue Hochzeitsgebräuche herausgebikdet. Allem Anschein nach dürfte besonders daS Jahr 1926 im Zeichen der Hochzeitsüberraschungen stehen. Tie Dräute lieben es, über den Hochzeitstermin den Schleier des Coheimnisses zu breiten und Freunde und Bekannte erst in zwölfter Stunde über die sür die Trauung angcsetzte Zeit zu unterrichten. Ez gesch'cht bas ein oder zwei Tage vor der Zeremonie durch telephonische Benachrichtigung. Ja, kürzlich ist es sogar vorgekommen, daß sich das Brautpaar in aller Heimlichkeit, chne dar einer der Freunde eine Ahnung hatte, verheiratete und erst einige Zeit nach der vollzogenen Trauung die Bekannten zum Empfang im eigenen Heim einlud. Bei Schau spieH er innen ist der Fall allgemein, daß sie schon ein Jahr verheiratet sind, che sie Freunde und Bekannte von der Tatsache unterrichten. Auch Witwen, die eine neu« Ehe eingehen, haben eine Scheu vor der Oefsentl i ch k e i i und lieben eS. m den Frühstunden die Ehe zu schließen, so daß nur ein paar eingewe'chte Freunde Gelegenheit haben, bei der Zeremonie gegenwärtig zu sein. Wie ein Londoner Blatt hervorhobt, geschicht die Becheiml'chung deS HcchHeitsterminS bis zur letzten Stunde vor allem aus dem Grunde, weil man der Gefahr entgchen will, mit Hochzeitsgeschenken bedacht zu werden, die unerwünscht kommen. Deshalb hat sich auch in letzter Zeit die prosaische Gepflogenheit herausgebildet, anstatt eines HrchzeitSgeschenkes der Braut . . einen Scheck ins HauS zu schicken. Eine nicht gerade poetische, aber gewiß um so praktischere Aufmerksamkeit! Es kommt nicht feilten vor. daß ein Brautpaar an die fünfzig Schecks erhält, die dann über den Hoüizeitskuchen gelegt werden und in ihrer Bunt'arbigkeit einen danwar begrüßten Regenbogen bilden. Tie jungen Tawen von heute unterscheiden sich eben nicht nur durch die betonte Männlichkeit von ihren Schwestern aus der früheren Zeit, sondern sie haben sich mit dem kurzen Haar auch den praktischen Sinn des stärkeren Geschlechtzu eigen genmcht. _ Smchtberee SVenbe-immM in Man. Aus Tokio wird gemeldet: In Miyanoshit«, fünf Meilen vor Tokio, entgleiste einWaggonderVergbahn und stürzte 200 Meter tief den Berg hinab, wobei 18 Personen getötet und Aschwer verletzt wurden. *