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Wiener Morgenzeitung · 1926-01-17 · Heft 2479 (17.1.1926) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2479 (17.1.1926)
Date
1926-01-17
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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iJPoten; aS aioiayl Wien, ^umADholen indef Expedition, II., Taborstt. 1-3, odei in einet Verschleisstelle rTratik) monatl. o Schilling Strassenvetkaut in Wien durch die Kolporteure der Firma Qo i d sch mied, l„ Wollzeile II MH Pos'versand IQr Wien und Oe. te eich monatlich ö acullüng t schccho-Slowaket Mon. K 22. Jugoslawien: Mon.Din.60. Polen:Mon. 5Zloty. Deutschland: Morn Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 »achMhimtes bei rrein er bSboniten Vorbehalten Wiener Morgenfetlung England: Mon. 4 Schilling« Italien: Monatl. 18 Lira: Ru nänlen- Mon. 170 Lei. Bulgarien Mon.IOoLews« Schweiz und das übrige Ausland monatllen Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, IL Taborstr. I Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX. Universitatsstrasse 6-8 (D uckerei lg. Steinmann) OesterrelChtsches Postsparka sen- Konto Nr. 150.693 Rr. 2479 Me», eornnno, 17. Mnn» l»2B 8. SaAraon* Sie iööfftöc ülationalbetfommlnnfi. Die ersten Sitzungen. Jerusalem, 12. Jauner. (I. T. A.) Wie schau kurz mitgeteilt. wurde die neugewählte jüdische Nationalversammlung (Assefath Hantchwarim) am 11. Jänner abends im Zion-Theater feierlich eröffnet. Ter ersten Sitzung wohnten im Saale und auf den Tribünen zahlreiche Vertreter der jüdischen Bevölkerung als Gäste bei. Im Namen der Palästinaregierung begrüßten der Assistent des Obersekretärs Mr. Mac N ur o k, im Namen des Gouverneurs des Süddistrikts Mr. K r i s ch e w s k i, im Namen der Zionistischen Exekutive Äolonel F. H. Kisch die Versammlung. Es wurde ein Präsidium gewählt, welches fich aus Vertretern aller größeren Fraktionen zusammensetzt. "Es besteht aus den Herren D i z e n g o f f, M e y u ch a S, R öfoff, Kaplansky, Rabbi Fisch mann, Eisenberg, S p r i n z a k und 8 w o w i t s ch. U s s i s ch k i n, der als Präsident vorgeschlageu wurde, bat, von feiner Wahl abzufehen. Herr R.o s o f f lehnte ebenfalls die Wohl ins Präsidium ab, wo dann an seine Stelle für die Fraktion der Zionisteu-Revisionisten Advokat Weinschal trat. Ferner wurde ein Vertreter der Aemeniten in das Präsidium gewählt. In der Eröffnungssitzung erstattete Herr David Yellin Bericht über die von der ersten Nationalversammlung in den fünf Jahren ihres Bestehens geleistete Arbeit. Hierauf hielt Ussischkin eine Ansprache und schilderte die.Lage in Palästina und in der Diaspora. Zn Beginn der zweiten Sitzung, die am 12. JSnnet stattfand, wurden Begrüßungsschreiben vom Präsidenten der Zionistischen Organisation Tr. Chaiüt Weizmann, vom Bürgermeister Jerusalems Nashashibi und vom Leiter des U n t e r r i ch t s d e p a r t e m e «t s' der Regierung verlesen. Hierauf erstattete Herr G l i k s o u, Herausgeber der Tageszeitung „Haarez", Bericht über die Beziehungen zwischen den landwirtschaftlichen jüdischen S-edlnugeu in Palästina und der Zionistischen Exekutive. Er forderte, daß zwei Vertreter des-Jischuw in die Zionistische Exekutive eintreten. Ihm folgte als Redner der Führer der Achduth Haawodah, Ben Gurion, der ein mit großer Aufmerksamkeit angchörtes Referat über die autonome Organisation des Jischuw hielt. An sein Referat schloß sich eine eingehende DiSfufjictt. Im Verlaus dieser Diskussion kam es z u st K r m ischen Auseinandersetzungen, als der Redner der kommunistischen SechsmLnnersraktion gegen die britische Regierung, das Mandat und die Palastinaverwaltung scharf loszog und die Versammlung aufforderte, gegen das kapitalistische und imperialistische Regime im Lande einen Kamps zu beginnen. Einzig und allein in Sowjetrußland — so führte der kommunistische Redner aus — wurde das Problem der Nationalitäten richtig gelöst. Eine wahre Autonomie sei unter einem kapitalistischen Regime unmöglich. Wir Arbeiter, sagte er, haben mit der übrigen Judenheit nichts Gemeinsames, wir haben in Gemeinschaft mit der internationalen Arbeiterschaft den Kampf gegen Kapitalismus und Imperialismus zu führen. Die Deputierten der Rechten und des Zentrums unterbrachen den Redner fortwährend durch Protestrnfe und hinderten ihn schließlich am Weiterreden; er mutzte die Tribüne verlassen. Aus dem Saale wurde ihm zugerufen: „Geh' nach Moskau, Tschekist!" Darnach gingen die Beratungen ruhig Wetter. Mit einem Referat Tr. A r l o s o r o f s s (Hitachduth) über „Immigration nud Arbeit" wurde der zweite Sitzungstag beendet. Sousettel über die arabische Propaganda. Anklagen gegen die gffenvir. — Bevorstehender Besuch in geeukakem. Jerusalent, 15. Jänner. (I. T. A.) Der französische Oberkommissär für Syrien, Henri de Jouvenel, äußerte sich Pressevertretern gegenüber ziemlich pessimistisch über die Lage in Syrien. „Ich kam nach Syrien", sagte er, „um Frieden zu machen, und war bereit, den Arabern im Sinne der Autonomie und gemäß dem «Mandat, das wir vom Völkerbund haben, entgegenzukommen. Die Araber haben mein Entgegenkommen nicht verstanden und wiederholen die Fehler, die sie zur Zeit F e i s u l s (jetzigen Königs des Iraks) begangen haben. Tie syrische nationalist'sche Bewegung wird von den E f s e n d i s, die die Massen ausbeuten, geleitet. Sollten die Efsend'.s weiter die Friedensavbeit hindern, so werde ich strenge Maßnahmen ergreifen. Ich werde ihre Macht"beugen und den breiten Massen eine demokratische Regierung geben." Herr de Jouvenel fügte hinzu, er begebe sich demnächst nach Angora, um mit K e m a l P a s ch a eme Besprechung abzuhalten; nachher werde er die Gelegenheit benützen, Palästina zu besuchen und mit dem britischen Oberkommissär die schiebenden Angelegenheiten zu besprechen. Herr de Jouvenel sprach ißne. Freude darüber aus, daß die Jydenschasl PatästmaS' Frankreich'Freundschaft entgegenbringü Er werde während« seines Palästinabesuches es'als, seine Pflicht erachten, die Fortschritte im Aufbau des jüdischen Rationalheims, dessen Freund er vst, zu beobachten. Schwere Wahlausschreitvngen in Aleppo. Acht Tote. Jerusalem, 14. Jänner. (I. T. A.) In Aleppo kam es» wie bereits kurz berichtet, bei den Mahlen infolge der Boykottpropaganda der Rationalisten zu schweren Zusammenstößen mit der Polizei. A ch t syrische Nationalisten wurden getötet. Größere Temonstranten'charen zogen durch die Straßen und forderten zum Boykott der Mahlen zur syrischen gesetzgebenden Versammlung auf. Es würden Rufe gegen das französische Mandat in Syrien ausgchoßen. Angesichts der mächtigen Kundgebung sahen sich die Behörden gezwungen, die Mahlhandlung zu unterbrechen. Die Demon- Mranten versuchten, die Gefängnisse zu stürmen und die 1300 Häftlinge zu befreien. Tie Tore waren bereits g esprengt, als Polizei herankam und die Demonstranten vertrieb. Hierbei fielen auf der Seite der Demonstranten SIBOM. KORNHEHL, drossf leite Miau «re! Zentrale: |X„ ß e r gg as ._e Ni. 19, Tel. 17«3*99 u. 16-9-34 Lieferant für Heilanstalten Abteilung Mir Fleisch igo unter Aufsicht des Ehrw. Rabb nats der tsr. Kultusgeme tute Wien IX., Berttaiie 15 und XV IL. Wahringeritrassc 97 Sie nächsten Siele der zionistischen Polilik. Die Diskussion in der ..Wiener Morgenzeitung". In der morgigen (Moniags-)Ausgabe der „Wiener Morgenzeitung" wird die Diskuflion über das von Oberbaurat Robert Stricker am 3. Jänner besprochene Thema der Anleihe zum Zwecke der Finanzierung des jüdischen Aufbauwerkes in Palästina festgesetzt. Es wird Adolf Böhms zweiter Artikel zu dieser Frage veröffentlicht. acht Personen, .während auf der Seite der Polizei e i n Po. lizist getötet' und ein Offizier verwundet wurde. Dir Ordnung ist hergestellt. Lord Reading kommt nach PaMina. Jerusalem, 14. Jänner. (I. T. A.) Hier wirr» aus zu» verlässiger Quelle mitgeteilt, daß Lord R e a d i n g (Sir Rufus I sa a e s),.der eben seinen Posten als V: z e k ö n ig v o n I n d i e n, den er seit 1921 bekleidete, verlaßt, auf der Rückreise von Indien nach England Palästina besuchen wird. Lord Reading, der bekanntlich Jude ist und bis zum Jahre 1921 oberster Richter Englands war, hegt den Wunsch, in Palästina das jüdische Ausbauwerk im Zusammenhang mit der Errichtung des jüdischen Ralionalheims einem Studium zu unterziehen. , Im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Palästina- 'be'uch Lovo Readings ist die folgende Reminiszenz interessant: Während des 12. Zionistenkongrefses wurde von der Brandeis-Gruppe.mitgeteilt, Lord Reading, der damals der oberste Richter Englands war. sei an Herrn Louis Brand eis, dem Mtglich des Obersten Gerichtshofes der Vereinigten Staaten.? aus eigener Initiative. herangetreten, habe mit ihm über den.ijüdi^chen Aufbau in Palästina gesprochen und sich dabeisdahin.'geäußert, daß die Verantwortung für ddn Erfolg dltzsetz Mfbaües und des strebens nach Schaffung emer Mschen Heimstälte . auf alle JuLon ohne . Unterschied der WeltanschÄiWgfälle. Tabei erklärte Lord. Reading, er könne mit Rücksicht, auf fein hohes Richteramt die ihm angebotene Würde eines Mitgliedes des Komitees nicht annehmen, sich auch an der Arbeit nicht djrekt beteiligen, aber, er wolle sich bemühen, eine Zusammenarbeit zwischen Sir Alfred Mond.-mit dem er darüber bereits gesprochen hatte. Baron v. R o t h s ch i l d und Dir Robert Waley C o h e n zu sichern. Sie Abtüstungslonferenz findet erst IM statt. Im Februar Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund. Paris, 16. Jänner. Wie „Jntransigeant" erfährt, werde die vom Völkerbundrat für Februar attgesetzte Entwaffnung s ko n f e r e n z nur den , Charakter einer vorbereitenden Tagung besitzen, ' Es. sei wenig wahrscheinlich, daß Minister der alliierten Staaten an ihr teilnehmen werden. Rach diäer. ersten Fühlungnahme werde das Projekt der Entwafsnungskonferenz den verschiedenen Regierungen zum Studium vorgelegt werden, und wenn die Konferenz zustande kommen sollte/ werde, sie erst im Jahre 1927 abgehalten werden. ' Es sei ferner anzunehmen, daß der Völkerbundrat Mitte Februar über die Aufnahme Deutsch-' l a n d s Beschluß zu fassen haben werde, denn es sei nicht ausgeschlossen, daß das Ansuchen Deutschlands bis Ende Jänner vorgelegt werde. ■ Ae tschechoslowakische Antwort an Srfteneich Prag, 16. Jänner. (Tel.-Komp.) Ter Ministerrat hat beschlossen, d:ß die Einreise von Ausländern zum Zwecke des Stellenantrittes in Hinkunft nur solchen Ausländern bewilligt werde, die sich mit einer entsprechenden Bewilligung des Landeszeniralarbeitsamtes ausweisen können. Das Landeszentralarbeitsamt erhielt bereits strenge Wei'ung, die Bewilligung zur Beschäftigung von Ausländern nur besond.'rs qualifizierten und im Inland nicht aufzutveöbenden Kräften zu erteilen. (Diese Maßnahme der tschechoslowakr'chen Regierung richtet sich offensichtlich gegen Oesterreich. Die Red.) Wiener Rathaus« keil er Keller Größtes und schönstes Fa& der,Welt HA H S 5U2.rimiruPm.HHi8

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