Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2478 (16.1.1926)
- Date
- 1926-01-16
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 Dien, Samstag Wiener MorgenzeltUNft 16. Jänner 1926 Nr. 2478 * Eine Geiströstönmg noch spiritistischen Sitzungen beschreibt Tr. Ipccbi in 0er „Teinscken Zeitschrift für gerichtliche D.edizin": Lin fünfunöztranzigichriger Privcitförstcr, erblich nicht belastet, bis tahin anscheincrd ganz gesund, aicr doch psychisch labil, der niemals mit dem Spiritismus in Berührung gekommen war. eikrankie nach der Teilnahme au mehreren spiri'istisch-'n Sitzungen, zu denen er unter alenteuerlichen Umständen veranlaßt -worden mar, en eine: Geistcskreuchcit, die in der psnchiatrischen Klinik festaestellt und als hvsteri'che gedeutet wurde. Ter Kranke stellte § trafcrtrag Negen Körperker'e'runa. Nach dem Gutach'er: des ärztlichen Sachverständen nahm des Gericht au. daß nur 'ayr-- lässige Körperverletzung in Frage komme, und kam zur Freisprechung der Angeklagten. Nadioproqrarrni,. heute Samstag den 16. Jauner: 16 Uhr 15 Min.: Rachun: lagstonzerr. r< Unr bei M,n.r Tw Novelle i»otlfitco Kellers. G sprochen von Ottmar Btegler. Einle'tende Worte: Dr. Hans Nüch e'n — 19 U:r: Beetroven-Abend Aussübrende: Tas Rose-Quartett. M'twirk nd: Konzertsänaerin Lilly UtanowSky. — 19 Ubr 3i> Min.: Großsender „Ro'enhügel" (H). Pros. Doktor Gustav Schwach r. — 20 Ubr 15 Min. Operenenauffüb ung „2Iuf Beseht der Herzogin", Operette von Bruno Granichstaedten. — Heitere Abendmufik. Vereine, Vorträge und Bersammlungen. Z i o n i st r s ch e Kulturgruppe XX, 20. Bez., Üarl-Me ßl-Straße 5. Heute. 6 Uhr abends, Vo't ag des H^rrn W. M e n k e s über „Nachmanu Krochmat". Morgen 9 Uar früh. Büchsenleerung. 6 Uhr Heimabend — Zionistische Sektion Z w i s ch e n b r ü ck e n, 20. Bez., Lenstraße 81. Heute, V,8 Uhr oben s. Äonrag von Herrn Dr. Z. P Finke lst e i n über „J-.d Süß" r-on Oppenheimer Gäste w llkommen! — ZugenovereinErerJsrael. Morgen. 1/a7 Uhr abends. Heimabenv Vorder um 5 Uhr Ausschußsitzung. — Wiener Letb-Hamidrasch. 2. Bez, Ferdnandstraße 2b. Heute. 3 Uhr, Lektor Dr. S. Rubin: „Der Segen Jakobs". - Matmonides--Institut, Hetzgasse 40. Heue, y3l bis */,5 Uhr abends, Dr. A. Kaminka: ^Willensfreiheit und Veiantwortltchke.t, nach Saadia und irach Matmonides". Leopold st ädterVolksbeim, 2 Bez., Zirku'- gaffe -18. Heu'e, 7 Uhr abends: Dr. Josts D e -r t' ch: „Die Beziehung von Mutter und Kind vor der Gebmt". (I. Teck.) Mit ckdern. Eintritt frei. Klub radikaler Zionisten in Oesterreich. Momig um 8 Uhr abends Gimeralocriamurlung im -Cafe Bürger. 2. Bez.. Prarerstraße 11. Referenten Tr. I. Waldmann und Oberbanru Stricker. Beth Vaad l'Fwrim (2. Bez., Zirknsqasse 33). D'enstag um halb 8 Uhr abends Bortrag über „Bys de H'chynuch". Referenten: Frau und Herr Dr. Ephraim Harenweni (Rubinowicz). Wiener Juristische Gesell'chaft. Mittwoch um halb 7 Uhr abends im Hörsaale der Wiener Un versität Bollversemmlung. Fortsetzung der Debatte über die Verwaltungsreform in Oesterreich. Briefkasten. Alter Abonnent. Nicht koscher. Kunst, Bühne, Buch. giidisches Künftlerkadarett. Es besteht ein unerklärliches Mißverhältnis des jüdischen Schauspielers zum jüdischen Publikum in Wien. Jener, ein wahrhafter Mischer Pionier, kaum bemerkt, geschweige denn anerkannt, müht sich unter Entbehrungen um die Seßhastmachung jüdischer Kunst in Wien; dieses beantwortet den nichterlahmenden, die eigene Persönlichkeit opfernden Mut mit der Saturiertheit eines von Sensationslust diktierten Bestaunens, das einige volle Häuser bringt, um in einer fast gesetzmäßigen Absenz sein Ende zu finden. Seit Jahrzehnten ringt die jüdische Schauspiekkunst um die Seele des jüdischen Theaterbesuchers (man weiß, daß ohne ihn kein einziges Wiener Theater leben könnte), gerade in einer Stadi, die ein gutes Stück jüdischer Theatergeschichte hinter sich hat. Die Juden Wiens hatten gerade in den letzten Jahren Gelegenheit, Zeugen vollblütiger jüdischer Schauspielkunst zu sein. Trotzdem scheitert ein Versuch nach dem anderen, in Wien ein jüdisches Theater mit künstlerischen Intentionen 'heimisch zu machen. Die Schauspieler, bald die einen, bald die anderen, lassen es sich nicht verdießen und versuchen es immer neu. Nach dem letzten mißlungenen Versuch mit einer jüdischen Kleinkunstbühne („Tie gildene pawe") versucht es eine andere: Tas jüdische Künstlevkabarett. Es spielt in ernem für Theaterzwecke nicht gerade güystigen Kaffeehaussaal in der Praterstraße und versucht, im Rahmen eines Kabaretts jüdische Kunst zu bieten, so daß verwöhnte und minderoerwöhnte Theaterbesucher aus ihre Rechnung kommen. Ganz erstaunlich, wie es gelingt. Ter letzte Abend brachte eilt Singspiel, eingerahmt vom Vortrag jüdischer Volkslieder, populären Chansons und Tanz, von einem kleinen Mädchen wundervoll durchgeführt. Tas Singspiel heißt „Di rumenische chassene" (Die rumänische Hcchzeit, gemeint ist eine (jüdische) Hochzeit in Rumänien). Das Stück, primitiv gezimmert, aber voll der buntesten, springlebendigsten Figuren aus dem Bereich der rumänischen „fargrebten jischinites" (Landsiedler, vom jüdischen Letzen des Städtchens iveit, in jüdischen Dingen ungebildet, „verbauert"), gibt Gelegenheit, einige prachtvolle Typen^schauspielerisch (;u umreißen. ötanj bösonoers tut das Herr Z e fl a I I, von der Freien jüdischen Volksbühne gut in Erinnerung, der einen kraftmeierischen Darsjuden spielt, den Tyrannen aller im Torf; vier Ehefrauen har er zu Grabe getragen, bei der fünften besorgt ex es soeben und geht daran, um ein, selbstverständlich einem anderen verlobtes Mädchen zu freien, wobei ihm übel mitgespielt wird. Segall stellt eine Figur aus Fleisch uud Blut auf die Beine, mit Margen Strichen gezeichnet, ein Gemisch von Dorfdraufgängertum und Feigheit, das in seiner jüdischen Spielart echt ist dis in die Fingerspitzen. Herr R a b n e r stellt den Kontrast bei. In einem in Ton und Gebärde meisterlichen Typus; jenen Freier, dessen Mnuszeichen er ist, fürchtend, geduckt, keinen Augenblick übertreibend. Auch die übrigen Darsteller, vor allem der sehr talentierte Herr Mittler, der ausgezeichnete, fei» pointierende Herr Streu g, die Damen Dreiblatt, M e i s c l s, I a b l o n s k i und Dulitzkaja, letztere besonders als Liedersängerin vor dern Spiel uns im Spiel, erfüllten ihre Aufgabe ganz hervorragend. Ter übervolle Saal — hoffentlich nicht nur diesntal — nahm das Spiel enthusiastisch ans, ganz besonders den bumen, wirbelnden zweiten Akt, ausgefülbt mit ortsüblichen, prachtvoll durchgeführtcn Tänzen und innigen, volkstümlichen Hochzeitsliedern. P. Haller. ZofelU geäorbeu. Aus Mailand tvird uns gemeldet: Der Komponist B. Tosclli ist nach langer schwerer Krankheit in einem Krankcnhauisc in Florenz g e st o r b e n, wo ex sich vor kurzem einer Operation unterzogen hatte. Toselli war im Jahre 1883 in Florenz geboren. Eine seiner bekanntesten Kompositionen ist die Serenata. Toselli machte seinerzeil durch seine Heirat mit der KronPrinzessin Luise von Sachsen viel von sich reden. Dieser Ehe entstammte ein Kino, daß nach der Scheidung Toselli zugesprochen wurde. Nus de« Theatern. Burqtbeater. Morgen. 3 Ubr nachmittags, *8 u mvactvagabundus". '/,8 Uhr abends „Das Leben, das ich dir gab". Aradem'erveater Morgen, 3 Uhr nachmittags, „B u n b u r y". Vz8 Ubr avends „Die Welt, in der man s r ch langweilt". Opernrheater. Morgen, 7*7 Uhr abends, „Tannhäuser". Redouten kaal. Morgen, V*8 Uhr abends,. „Der Barbier von Sevilla". Ä o l k s o v e r. Dienstag wi d d'Alberts Oper „D i e t o t e n A u g e n" aufre üait. D e u i, ch etz Volkstheater. Als nächste Novitäten werden vorbereitet: Karl SchönherrS Schauwiel „DerArmen-Dokto r", Hans Müllers „Veronika" mit Leovoldine K o n tt a n t i n u> d Dr. Rudolf T y r o l t. und das Wiener Volksdrama „Die Ueoer- 3 ä *.i l i g c n" von Richaro R o r d m a n n (Margarete Langkammer). Raimund-Tb eater. Heute nachniitagS. 7,4Ubr, „T i s ch l e i n d e ck' d i ch". Tänze, etnftubiert von Prof. Kail God ewskt. Morgen, 3 l'br nachmittags, EinakterzntluS unter der D vife Partsiana-Nachmrttaar „Der Hund im Hirn", „S ch a f e r n u n d e" und „D t e B r a u ln a ch t". # Exl-Bübne Lrn Neuen Wiener Stadtt b e a t e r. Der Vorbellung von „Der Musikant GotteS" am Montag den l8 d. wird der BnudeSpräsident Dr. H a i n i s ch samt Familie beiwo nen. Bürger: uearer AlS nach'te Novität gelangt die Operettenrevue „I o u r » a l d e r L i e b e" von Fritz Grünbaum und Karl Farkas, Musik von Dr. Egon Neumann zur Aufführung. Fohann-Srrauß-Theater. Morgen nachmittags „D e r O b e r st e i g e r". ModernesTnearer. Inf > ge Erkrankung der Frau Maria K a r st e u muß die für Montag angeietzte Premiere von „D i e l e tz t e N a ch t" verschoben werden. Die Erstaufführung vun Jodn Galswortdys neuestem Schau viel „S e ns a t i o n", deutsch von Leon Schallt, wild vor der Premiere von „Die letz.e Nacht" erfolgen. Eerichtssaal. Betrug «tt SuhNfenahme der Rattoualdank. Vor einem Schöffensenat hatte sich gestern der Börsenagent Bryöl wegen Veruntreuung zu verantworten. Brydl hatte dem Vorstände der Effektenbörse der Natwnalbank, Walde, seit dem Jchre 1921 Effekten zum Verkauf, übergeben und wußte ihn zu veranlassen, diese Effekten nicht sofort zu verkaufen, jonöern sie zu bevorschussen und erst bei steigenden Kursen zu verkaufen. Mit den Vorschüssen machte Brydl Taggeldgeschäfte und ließ die ihm in Kost gegebenen Effekten sich wieder bevorschussen. Dabei machte er Milliardengewinne. Die Situation änderte sich aber, als die K u r sd e r o u i e eintrat und die Nationalbank die Effekten verkaufte. Brydl mußte dann seinen Klienten die Effekten oft unter beträchtlichen Verlusten zurückkmfen. Er verlor sein Vermögen und blieb viele Tausende Effekten, darunter Nordbahn, Brünner Maschinen, Fanto ustv. schuldig. Im Verhör bestritt Brydl seine Schuld und erklärte, daß der Leiter der Esfektenkasse der Nationalbank, Melde, von den Transaktionen keinen Nutzen gehabt habe. Die Verhandlung wurde schließlich vertagt. „Gi lebe der Krieg." Aus L e i p z i g wird berichtet: Bor idem Schöffengericht hatten sich wegen Gotteslästerung und Verbreitung unzüchtiger Schristen der Schriftsteller Bruno Vogel und neun andere Angeklagte, darunter der Inhaber des Berlages „Die Wölfe", Artur Wolf, und der Maler und Graphiker Werlit aus Leipzig wegen emer im Jahre 1924 herausgegebenen Antikriegs-schriift, „ES lebe der Krieg!", zu verantworten, die teilweise sexuellen Inhalt hatte. Der Angeklagte Vogel legte eine große Anzahl von G u tachten vor, darunter von Fritz v. Unruh, Thomas M a n n, Werfel, Grete Kollwitz und vom Sexualwisienschaftlichen Institut in Berlin, wonach die Broschüre r c i n p a z i f i st i k ch e n Inhalt habe und nicht unsittlich sei. Tas Urteil gegen Bogel lautete wegen Verbreitung unzüchtiger Schriften aus 500 Mark Geldstrafe, gegen Wolf auf 1000 Mark, gegen Werlit auf 160 Mark und gegen de» Verleger Bauerndorf aus 100 Mark. Die Anklage wegen Gotteslästerung wurde fallen gelassen. Die übrigen Angeklagten wurden freigesprochen. Tie Verhandlung fand unter Ausschluß b.e r Oefsentlichkeit statt. Bollswirt. I'e »eraiange« Über die Herabsetzung der BMeakond.Iioneu. Zuerst mutz das Ausmatz der Ermäßigung der tzg'fctteuumjahsteucr bekanntgegeben werden. — Die Friedensreiation ist noch lange nicht hergcstellt. Gestern fand eine Sitzung des Bankenvervandes statt, welche sich mit der Frage der Herabsetzung der Bankenkonditionen befaßte. Bekanntlich hat der Börsenkommissär Dr. R e i ß e n b e r g e r iit einer der leisten Sitzungen der Börsenkammer die Erklärurrg abgegeben, daß die Regierung eine Herabsetzung der Effektenumsatzsteuer vornehmen würde, wenn auch die Banken sich zu einer entsprechenden Ermäßigung ihrer Korlditionen entschließen würden. Ueber das Ausmaß der Herabsetzung wurde eifrig diskutiert, doch ist ein endgültiger Beschluß vorläufig noch nicht gefaßt worden. Die Banken erklärten, erst dann eine entscheidende Antwort über das Ausmaß einer Ermäßigung geben zu können, wenn ihnen vorher bekanntgegeberr werden würde, wie weit das Finanzministerium in seiner Nachgiebigkrit zu Konzessionen bereit sei. Die Banken sind der Ansicht, daß die Relation zwischen Esfektenumsatzsteuer und Bankenprovision jetzt noch immer so ungünstig für die Banken sei, das; hier das Finanzministerium sich zu viel weitergehenden Zugeständnissen bequemen müßte. Tas jetzige Verhältnis sei ungerecht. Bei jedem Börsenschluß betrage die Bankenprovision 6 Promille und 6 weitere P r o m i l l e Steuer, Courtage und M a n i p u l a t i o n s g e b ü h r. Bon letzterer Summe falle PU Promille für Courtage und V- Promille für die Manipulationsgebühr weg, so daß eigentlich d i e^ Effektensteuer von 4 Promille zwei Dritte! der Bankenprovision darstelle. Im Frieden betrug die Provision V- Promille, das ist den zwölften Teil der heutigen Provision. Die Steuer betrug im Frieden 1.50 K. pro Schluß, wobei als Minimalbetrag der Wert eines Papieres mit 280 K. und der Schluß mit 7000 K. berechnet wurde. Tie Steuer von 1.50 K. war also nur 0,2 Promille für den niedrigsten Schluß. Im Durchschnitt war die Steuer damals etwas höher und kam auf zirka 0,1 Promillc- Die Steuer betrug im Frieden nur den fünften Teil der Provision, wahrend, sie heute zwei Drittel der Provision ausmache. In dieser Hinsicht müsie die Friedensrelation wieder hergesteM oder wenigstens ein den Friedensverhältnissen halbwegs entsprechender Zustand geschaffen werden. Dies könne nur dadurch geschehen, daß die Finanzbehörde in i h r e r E f f e k t e numsatzsteuer prozentuell weit größere Konzessionen mache als die Banken bei ihrer Provision. Für einen Abbau der Gebühren und Provisionen scheint noch genügend Raum vorhanden zu sein. Bekanntlich betrug die Abgabe für Courtage, Provision, fiir Kauf und Verkauf bei einem Schluß inr Frieden 2V- Promille. Heute aber bettagen die Kosten 2i/s Prozent. Wenn auch auf beiden Seiten ein Einverständnis erzielt werden dürste, dürfte noch ziemlich viel Zeit vergehen, bis die Friedensverhältnisse ev reicht sind. Seipel anerkennt die Verdienste der Wiener .. Banken. In einer Rede, die Dr. Seipel gestern im alten Rathaussaal über die politische Lage hielt, besprach er auch die Verdienste der Wiener Banken um die Gesundung der österreichischen Wirtschaft. Er sagte: „Es ist nicht richtig, daß das ganze Werk der Wiedererhebung Oesterreichs in Genf den Anfang genommen hat; er hat in Wien den Anfang gehabt. Ich spiele auf die Gründung unserer Nationalbank an, an die wir vor Genf herangetreten sind. Damals hateineGruPpe der Bevölkerung mitgetan, mit der gerade die Christlichsozialen sonst nicht auf dem besten Fuß gestanden sind, das ist das Großkapital. Unsere Großbanken haben sich dem Appell, den wir an sie richteten, nicht verschlossen, und dadurch, daß sie die notwendigen Verpflichtungen, ohne die eine unabhängige Nationalbank nicht zu schassen war, auf sich nehmen, dem Vaterland den größten Dienst geleistet." Ler gsoiy mutz die voldvarttüt erknseu. erklären die Delegierten des Bankers Trust in Warschau lElÄendiensy der „Wiener Movgenzeitung".) Warschau, 15. Jänner. Wie bereits gemeldet, sind die Delegierten des Bankers Trust hier eingetroffen. Sie haben sofort mit den für die Verhandlungen in Betracht kommenden Faktoren Fühlung genonrmen. In einem Gespräch mit Journalisten erklärte der Führer der Delegation, Mr. Fisher, daß die Delegation vor allem die technischen Voraussetzungen der Anleihe auf der Grundlage der Vergebung des Tabakmonopols studieren werde. Die der Delegation angehörenden Fachleute werden sich über den gegenwärtigen Stand und die Entwicklungsmöglichkeiten des Tabakmonopols sowie die technische Organisation der Tabakindustrie informieren. Ueber die Erteilung einer Anleihe im Betrage von 100 Millionen Dollar im Zusammenhang mit der Bergebnng des Tabak- Monopols kann erst auf Grund eines fachmännischen Gutachtens der Delegation eine Entscheidung gefällt werden. Die Delegation wird für jeden Fall so lange in Warschau verbleiben, bis sie ein klares Bild über die gegenwärtige wirtschaftliche Sitnation sowie über den Stand der polnischen Tabakindustrie gewinnen wird. Auf die Frage, ob die Delegation mit dem amerikanischen Finanzsachverständigen Prof. Kemmerer in Berlin zusammengekommen sei, verweigerten die Delegierten die Antwort, TiiifflWW?* wr ..gwi .r* iwrn •iafTffiVT-rtfn fc niitm rt-im