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Wiener Morgenzeitung · 1926-01-16 · Heft 2478 (16.1.1926) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2478 (16.1.1926)
Date
1926-01-16
Page
– (sequence 1)
Language
German
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lanrrvn [potent 21 ttrouy l Wien. *um Abholen in der Expedition, II* Taborstr. 1-3, odet ln einei Veischleisstelle Statik) monatl. 5 Schilling Kassenverkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Gold schmied, l„ Wollzeile 11 Mit Pos'versand ffir Wien und Oer te eich monatlich ö Schilling Tschecho-Slowakcl: Mon. K22. Jugoslawien: Mon. Din.60. Polen:Mon. 5Zloty. Deutschland: Mon. Om. 4, Frankreich. Belgien: Mon. Frei 18 iN acbzabl tragen bet Pr«**- erbObaniteo Vorbehaltes Wiener England: Mon. 4 Schilling, Italien: Monatl. 18 Lire: Ru nlnlen Mon. 170 Lei. Bulgarien Mon.IOOLewa. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Fres. £ Redaktion, Administration: Wien, U. Taborstr. 1 Telephone: 44-0-3#, 43-3-13 Ab 6 Ohr : 21-102. 25-2-82 IX. Unlversltötsstrasse 6-8 (D uckerei lg. Steinmann) Oesteneichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 Rk. 2478 Wien. Sambias, 18. Sfrmcr 1828 8 SatNWnn STOCK MEINBRAHD < ECHT aus naturechten, besten Weinen ln amtlich plombierten Flaschen (Erlaß des Ackctbaumlnistcrlums ZI. lt>199/474 ex 1904) nach wie vor die führende Marke! ÜBERALL ZU HABEN! Boliodtiraue 14 Amerika und der Bölkrrbuud. Uebergabe aller amerikanischen Vertrage zur Registrierung. Genf, 15. Jänner. Die Regierung der Bereinigten Staaten brachte dem Generalsekretär des Völkerbundes zur Kenntnis, sie sei bereit, dem Sekretär sämtliche von ihr abgeschlossenen internationalen Verträge oder Abkommen mit'zuteilen und sei damit einverstanden, daß diese Verträge in der Sa mm ln « f des BölI e tb.u ndeZ ve:rofit* fentlicht werben, wobei vorausgesetzt wird, daß.sie-nur formell vom Völkerbund auf Grund des Artikels 18 des Paktes registriert werden, da die V e r e i n i g t e n S t a aten nicht Mitglied des Völkerbundes sind. In Bestätigung dieser Mitteilung an den Konsul der Bereinigten Staaten in Gens erklärt das Generalsekretariat, daß alle Mitglieder des Völkerbundes den Beschluß der Regierung der .Vereinigten Staaten hochschätzen werden. Folge» der Slriger-Proreffer. Veränderungen bei der Lemberger Polizei. Lemberg, 14. Jänner. (I. T. A.) In den leitenden Stellen der Lemberger Polizei werden jetzt durchgreifende Aenderungen vorgenommen, die auf die Ergebnisse des Prozesses Steiger zurückzuführen sind. Der bisherige Polizetdirektor Dr. Rheinländer verläßt seinen Posten und soll, wie es heißt, in der Diplomatie Verwendung finden. An seine Stelle tritt als Polizeidirektor der Chef des Sicherheitsdepartements der Woiwodschaft Lemberg, P i s s a r s k y. Die Entfernung des berüchtigten Inspektors L u k o m s k i ist bereits vollzogen. Das Entlassungsdekret wurde ihm zugestellt. Seinen Posten übernimmt der Beamte der Kreispolizei Nowodwordkh. Auch der Konimissär Kajda u, dessen Brutalität in dem Prozeß mehrfach zur Sprache kam, soll ans dem Polizeidienst entfernt werden. In nächster Zukunft sind auch im Zusammenhang mit der Interpellation des jüdischen S e j m k l u b s weiters Aenderungen in der Lemberger Polizei zu erwarten. Es ist nicht ausgeschlossen, daß auch der Oberstaatsanwalt Malina, der die Ausfertigung der Anklageschrift gegen Steiger leitete, iu den Ruhestand versetzt werden wird. Eine Interpellation im Senat. Warschau, 16. Jänner. In der heutigen Senatssitzung richteten die Senatoren Dobrucki, Ringel und Genossen an den Justizminister eine Interpellation in Angelegenheit des Mißbrauches der Amtsgewalt durch Inspektor Lnkomski. und den Generalstaatsanwalt Malina sowie Untersuchungsrichter Rutka und Protokollant Piotrowski während des Steiger-Prozesses. In der Anfrage wird eine eingehende Schilderung der Untersnchungsmelhoden gegeben, die nach Ansicht der Interpellanten das Ansehen des Staates schwer geschädigt haben. Das PalSftinabudget. ein llebnschub von einer Million Pfand. Jerusalem, 14. Jänner. (I. T. A.) Die Palästina- Regierung veröffentlichte soeben einen Bericht über die Einnahmen und Ausgaben im verflossenen Budgetjahr, aus welchem zu ersehen ist, daß ein Neberschuß von einer Million Pfund Sterling erzielt worden, ist. Unter allen Mandatsländern, deren Verwaltung vom Völkerbund kontrolliert wird, ist Palästina, das unter britischem Mandat steht, daseiuzige L a n d, das einen Ueberschuß in seinem Budget ausweisen kann. Die größten Einnahmen erbringt das „Tabu"-Departement, die Abteilung für Landregistrierung, die allein in Jerusalem monatlich etwa 10.000 Pfund einnimmt. Die z«sa«Masetznag der Ralionalvekfamm. Ina«. Jerusalem, 16. Jänner. Die Eröffnung der jüdischen Nationalversammlung ist, wie schon gestern berichtet, programmgemäß am 11. Jänner erfolgt. Die Wahlen in die Affefath Hanichwarim ergaben 201 Mandate. Abgegeben wurden 33.845 Stimmen, das sind 52,3 Prozent der in die Listen eingetragenen Wähler. Zieht man die in dieser Zahl nicht berücksichtigten I e m e ni Leu-Wähler mit ein, so ergibt sich, daß 58 Prozent aller Wahlberechtigten ihre Stimmen abgegeben haben. ' Die 201 Mandate verteilen sich auf die einzelnen Parteien und Gruppen wie folgt: Achduth Haowodah (Poale Zion) 8834 Stimmen, 54 Sitze. Hapoel Hazair (Hitachduth) 6337 Stimmen, 30 Sitze. Die beiden führenden Arbeiterparteien verfügen also insgesamt über 84 Sitze. Arbeiterklasse (Kommunisten) 1028 Stimmen, 6 Sitze. Torah w'Awodah (Misrachi-Arbeiter) 955 Stimmen, 6 Sitze. Achduth Habonim (Vereinigte Misrachi-Arbeiter) 696 Stimmen, 4 Sitze. Sephardim und Orientgemeinden 2598 Stimnien, 19 Sitze. Zionisten-Revisionisteu 2489 Stimmen, 15 Sitze. Verein für Frauenrecht 2000 Stimmen, 13 Sitze. Block der Landwirte 1988 Stimmen, 9 Sitze. Demokratische Union 1262 Stimmen, 9 Sitze. Misrachi und Jungmisrachi 1005 Stimmen, 7 Sitze. Zentrum 923 Stimmen,, 6 Sitze. Union nationaler Bürger 883 Stimmen, 6 Sitze. Vierte Alijah (polnische Einwanderer) 630 Stimmen, 4 Sitze. Unabhängige 550 Stimmen, 2 Sitze. Safed-Stadtliste 332 Stimmen, 2 Sitze. Verein der Landwirte Nntergaliläas 222 Stimmen, 1 Sitz. Jungmisrachi von Tel-Awiw 200 Stimmen, 1 Sitz. Landwirtschaftszentrum von Rischon-l«-Zion 184 Grimmen, 1 Sitz. Handwerker-Union 177 Stimmen, 1 Sitz. Rambairr-Hill-GruPPe 162 Stimmen, 1 Sitz. Union der Misrachi-Bauern 159 Stimmen, 1 Sitz. Bolksverein der Frauen 159 Stimmen, 1 Sitz. Einwohner von B'noi B'rak 145 Stimmen, 1 Sitz. Georgische Juden 134 Stimmen- 1 Sitz. Mt. 8. H. Aoma» und die StaatrlSndrreien. London» 14. Jänner. (I. T. A.) Wie schon nütgeteilt» hat das Mitglied des Unterhauses I. H. Thomas gelegentlich einer Anfrage von Oberstleutnant I. M. K e n w ö r t h y bezüglich der Staats- und Brachländereien in Palästina, die laut Artikel 6 des Mandates jüdischen Einwanderern zur Besiedlung gegeben werden sollten, seinerzeit die folgende Frage gestellt: „Wollen die Herren daran denken, daß bei Verteilung des in Palästina verfügbaren Landes die Juden vor den Arabern nicht zu bevorzugen seien, sondern daß allen die gleiche Behandlung zuteil werden müsse?" „Zionist Review" teilt hierzu mit: In Anbetracht dessen, daß Mr. I. H. Thomas Äolonienminister der Arbeiterrcgierung getvesen ist, hat der Vorsitzende des politischen Komitees der englischen Zionistenföderation an Mr. Thomas einen Brief gerichtet, in welchem seine Aufmerksamkeit zunächst auf die Tatsache gelenkt wurde, daß die jüdischen Ansprüche auf Zuteilung von Staats¬ und Brachland auf Artikcl 6 des Paläst i naMandats basiert und daß aus der Forderung der Juden keinswegs geschlossen werden kann, daß jemand die Entrechtung der arabischen Bevölkerung wünscht. Ferner wurde auf die Mitteilung des Unterstaatssekretärs für die Kolonien hingewiesen, wonach bis jetzt einzig und alle i n die Araber Staaisland (im Beisan-Distvikt) erhalten haben, wogegen dieAnsprücheder Juden seitens der Palästinaverwaltung niemals befriedigt würden sind. Darauf erwiderte Mr. I. H. Thomas mit folgenden Zeilen: ' . „Es tut mir leid, daß meine Erklärung im Unter- Hause falschen Deutungen ausgesetzt war. Sie missen, daß ich im' Kolonialamt und außerhalb desselben stets m i ch auf d e u S t a n d p u n k t d e r B a l so u r- D eklaration gestellt'hatte. Mit meiner Anfrage im Unterhaus wollte ich bloß klarmachen, daß eine Balance erholten werden muß, weil niemand, wie ich und wie Sie, weiß, daß in jeder «Annahme, als. ob den Juden irgendwie eine ungebührliche Bevorzugung zuteil wird, eine Gefahr liegt." ___ Der zeUnngMe». Jerusalem, 14. Jänner. (I. T. A.) Als Protest gegen die Erhöhung des Posttarifs der Zeitungen haben, wie schon berichtet, die arabischen Zeitungen den Streik erklärt und sind e i n i g e T a g e n: ch t e r s ch i e n e n. Nach dem Wredererscheinen erklärten die Herausgeber, keine Kundgebungen der Regierungsämter zu bringen, bis nicht der Posttarif wieder ermäßigt wird. Nunmehr teilten die Verlage der zwei hebräischen Tageszeitungen Tcl-Awiws, ,Haarez" und „Dawar", dem Verein arabischer Zeitungsherausgever mir, daß sie sich dem P r o t e st gegen die Erhöhung des- Posttarifs für Zeitungen anschließen und ebenfalls keine Reglern ngs Mitteilungen bringen werden. Dar Zrak-Mandat. Bagdad, 14. Jänner. (Reuter.) England und der Irak haben einen neuen Bertrag unterzeichne! dessen Maximaldauer aus 25 Jahre festgesetzt ist. Bo» der jüdischen Wanderung. 12.100 jüdische Einwanderer in Amerika. Gens, 14. Jänner. (I. T. A.) Das Jmernatlonale Arbeit!« zint des Völkerbundes teilt mit: Im Qüotenjahr 1924/W sind nach den Bereinigten Staaten aus allen Teilen der Welt 294.314 Einwanderer gekommen. 92.728 wurden deportiert; somit betrifft die reine Einwa nderungsZiffer 201.586 Einwanderer. Die Einwanderung hat sich sogar gegenüber dem Vorjahre verringert. Unter den Einwanderern im Qüotenjahr 1. IM 1924 bis 30. Juni 1925 zählte man 13.100 Juden. 10.000 jüdische Flüchtlinge in Bulgarien. Der: Mitteilungen ist ferner zu entnehmen, daß die Zahl der Menschen, die seit der Befreiung Bulgariens bis anfangs 1925 in diesem Lande Zuflucht suchten, 710.000 beträgt. Unter diesen sind 60.000 nichtbulgarischer Nationalität, nämlich nng. - fahr 30.000 Russen, 20.000 Armenier und 10.000 Juden. Qkkasionsverkauf In allen Welnswarent Ue»uctieu Sie während der „Weissen Woche" das _ BAT Warenhaus WM* Brtldsr Schiffmann 11, Tatiorstrass8 48 Telephon 47-'!-tf! En gras En detail

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