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Wiener Morgenzeitung · 1926-01-15 · Heft 2477 (15.1.1926) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2477 (15.1.1926)
Date
1926-01-15
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 2477 _ Wien,- Freitag_ Laderäume Dokumente der spanischen Inquisition. Die DSbl'iothok des Netv-Aorker iMch-cheoloMchm Seminars, da3 bisher schon im Besitz äußerst wertvoller BüchersammluMn uuo seltener Handschriften und EinzeLrucke war, ist, wie ans New-Aork berichtet wir), jetzt abermals in den Besitz einer Sammlung von Dokumenten, Büchern und Handschristen gelangt, die bisher völlig unbekanntes neues Material zur. G eschichte der Iuden i nqu isit ion in Spanien, Portugal und Sizilien enthalten. Der Bibliothekar Professor Alexander Marx hatte diese Schätze auf einer Studienreise in Italien entdeckt und aus den Mitteln einer von Mortimer L. Schiff gemachten Stiftung für die N-ow-?)orker Deminarbibki'othek erworben. Eines dieser Bücher enthält das Jom-Kipur-Riiua!e der Juden von Sizilien und wurde von diesen im 16. Jahrhundert anläßlich ihrer Vertreibung aus, Sizilien in die Verbannung gerettet. Es ist ein großes Buch von -106 Blättern in hebräischen Buchstaben und wurde 1585 in Konstantinopel gedruckt. Was dieses Buch zu einem Schatz macht, ist, wie Professor Marx erklärt, die Tatsache, daß es 827 religiöse Lieder und Gedichte enthält, von denen bisher nicht ganz 100 zum Teil bekannt waren. Unter diesen neu entdeckten Dichtungen brfinden sich auch Gesänge des unsterblichen jüdischen Dichters Salomon I b n G a b i r o l. Ein anderes, viel älteres Buch ist eine in Spanien vor der Vertreibung der Juden im Jahre 1192 gedruckte Inkunabel mit einem Einband und Druckstil, der bisher in keinem zweiten Exemplar vorhanden sein dürfte. Pros. Marx glaubt auch, daß über die Entstehungsgeschichte dieses Buches und seiner eigenartigen Druckform vorläufig nur Vermutungen angestellt werden könnten. Das Buch enthält gleichfalls Ritualvorschriften und ist auf länglichen, schmalen Bogen in einer bisher unbekannten Druckerei gedruckt. Prof. Marx ist der Meiuuitg, daß es sich um ein Gebetbuch für M »rannen handle, die zur Zeit der Inquisition offiziell das Christentum annahmen, im Geheimen aber ihre alle indische Religion beobachteten. Dir längliche Form des Buches habe es nun ermöglicht, daß es unbemerkt in den Taschen der Mavannen getragen werden konnte. Zwei andere Bände der nenevworbetten Sammlung enthalten Äe Personaldaten von 598 portugiesischen Inden, welche während der Inquisition in Lissabon, O p o r i o und anderen Städten in diesem Lande hingemordet oder gefoltert worden sind. Es sind das ausführliche Berichte über die Geschichte der betroffenen Familien und grauenhafte Einzelheiten ihrer qualvollen Leiden. Es ist in Gelehrtenkreisen der Wunsch laut geworden, das; Prof. Marx in absehbarer Zeit eine genauere Beschrei- * u. n a dieser erworbenen Schätze veröffentlichte. Sitte Doumerguc-Anetdole. Seit Sabi C a r n o t, der einem anarchistischen Attentat Zmn Opfer fiel, hatte die französische Republik keinen so populären Präsidenten wie den gegenwärtigen Präsidenten Gaston Doumergue. Jeder überflüssigen Etikette MM, zeigt sich, i? versichern die Franzosen, ihr Präsident als einfacher Bürger, der gerne seine Spaziergänge durch die Straßen macht und zu den bekanntesten Figuren der Pariser Straße gehört, die chm den Liebttngsnamen „Tonton" verlieh. In Frankreich macht eine Menge wahrer und erfundener Anekdoten von Tonton die Runde. Eine der jüngsten sei hier wiedergegeben:' Den -letzten 'Grand Prix hat bekanntlich die „Reine Lumiere" des Rothschildstalles heimgetragen. Als Präsident Dournergne nach diesem großen sportlichen Ereignis ins Palais zurückkehrte, konnte sich sein Chauffeur .nicht enthalten, seinem Herrn zutraulich zu melden: „Monsieur le President, ich habe ans „Rein« Turniere" gewettet und gÄvorüren. . . dreitausend Franken!" „Bravo, ich gratuliere. Wie kamen. Sie darauf, gerade ans dieses Pferd zu setzen?" ,V\ : v ■ Der Chauffeur bedauerte schön, Wprochen tzn haben, denn er erinnerte sich, daß Doumergue der Nachfolger des zum Rücktritt gezwungenen Millerand ist, und sagte daher verlegen: „Der Chauffeur des Herrn Millerand hatte eS mir empsohlen..." Worauf Doumergue mit der ernstesten Miene der Welt meinte:. „Wahrlich, Millemu) würde mir niemals einen so guten *-ip geben. , ." Len Prozeß gegen gaatmatius Freund. Berlin, 11. Jänner. (Tel.-Komp.) In der heutigen Berhandkung des Grans-Prozesses in Hannover stellte sich heraus, daß der Hauptzeuge gegen Grans, der Friseur Seidel geflüchtet ist. Seidel war bereits im Haarmann-Prozeß wegen seiner Unglaubwürdigkeit nicht vereidigt worden, hätte aber diesmal einen Eid ablegen sollen. Seidel, der eine ganz erhebliche Zahl von Borstrafen hinter sich hat, mußte mit seiner Berlö« f t u n g rechnen. Sie Knlirker-Affsire. Ein Korrupiionöprozed in Deutschland. Berlin, 11. Jänner. (Wolfs.) Vor dem Amtsgericht Berlin- Mitte begann heute der Prozeß gegeil den Kaufmann H o l z m a u n, den Regierungsrat Bartel und den Krimimlassistenten Rothe. Die-Anklage lautet gegen Holzmanu auf Betrug gegenüber Kutisker und der Züricher Firma Gebrüder Liucke, ferner auf Erpressung an Kutisker und aktive Bestechung der beiden Mitangeklagten. Barle! werden Bestechung und Urkundenfälschung zur Last gelegt. Röthe soll im Interesse Holzmanns tätig gewesen sein. Da Holzmann nicht vor Gericht erschien, beschloß das Gericht, den Prozeß bis morgen zu vertage»! und Holzmann durch die Polizei vorführen zu lassen. Holzmonn soll durch einen Gericltzs arzt untersucht we^en. Mene? Morgenzertun- Me österreichische Keren-Hajeffod-Attion. Die Kanipagne im Prater. Die Leitung des Keren-Hajesjod-Drives im Prater hat den Beschluß gefaßt, auch den nächstfolgenden Sonntag (17. Jänner) für die Driocarbeiten zu verwenden. Es wurden Vorbereitungen getroffen, um eine größere Anzahl von bisher noch nicht gewonnenen Inden im Prater zu besuchen, um sie zu Leistungeri für den Keren Hajessod zu veranlassen. * Ferner veranstaltet die Driveleitung im Prater eine Reihe van Versammlungen in den Bethäusern, und zwar: Freitag abends sprechen zwischen dem Mincha- und Maariw-Gebet: Im Bei hause „Beth Jizchak", 2. Be;., Wvlmntstraße 17, Dr. CH. T a r t a k o lo e r; im Bethause Ennsgasse 17 Löbl Taubes. S a m s t a g v o r m i t t a g s: Im Bethause „Tefillath Jefchurnn", Sebastian-Kneipp- Gasse 14, der Vizepräsident des Direktoriums des Zionistischen Landeskomitees, Kultusvorstand Kommerzialrat Max Markus; im Bethatise des stiabbiners Twerski, Obermüllnerstraße 17, der Obmann der Zionistischen Sektion Prater, Jehuda S ch m i d t. Der Sieren-Hajessod-Drive in der Leopoldstadt. Die äußerst rührige Driveleitung dieses Bezirkes, die in Len Händen der Herren Oberbaurat Stricker, Markus Bartfeld, S. R o k e a ch und M. Schächter ruht, trifft die letzten Vorarbeiten für den am Sonntag den 17. d. beginnenden Drive in der Leopold st ad t. Wie bereits gemeldet, wurden den Mitarbeitern die Besucherlisten sowie das Propagandamaterial ausgefolgt. Die Leitung hegt die zuversichtliche Hofftmng, daß alle Mitarbeiter, . die sich freiwillig gemeldet haben, ihre Pflicht erfüllen werden, tun die Keren-Hajessod-Aktion in diesem judenreichsten Bezirke Wiens mit vollem Erfolg durchzuführen. Samstag den 16. d. findet im Sektionsheim, 2. Bez., Zirkusgasse 33, um halb 8 Uhr abends ein Tee-Abend statt, der sämtliche Mitarbeiter zur letzten Aussprache am Vorabend des Keren-Hajessod-Drives vereinigen wird. Sämtliche Mitarbeiter witrden von der -Drive-Leitung schriftlich eingeladen.. Auch die vor kurzem gebildete ZionistischeFranengruppe in der L e o p o l d st a d t hat sich bereit erklärt, ihre sämtlichen Mitglieder der Driveleitung als Mitarbeiter zur Verfügung zu stellen. Gerade die jüdischen Frauen sind berufen, dem Keren Hajessod bei der Durchführung des Drives beizustehen und sich in den Dienst der großen Idee des Palästinaaufbaucs zu stellen. Ein. Appell des zionistischen Direktoriums. Das Direktorium des Zionistischen Landeskomitees fordert auf diesem Wege sämtliche Mitglieder der Zionistischen Sektion Leopoldstadt auf, sich für die Zeit des Keren-Hajessod-Drives ln ihrem Bezirke vom 17. vis 31. I 8 » ner iu .deu Dienst des Keren Hajeffod zu stellen. - In diesem Momente gilt es, alle Kräfte anzuspannen, um nennenswerte, der Anzahl der jüdischen Bevölkerung der Leopoldstadt entsprechende materielle Erfolge für den Palästinaausbausonds zu erzielen.; Das Direktorium des Zionistischen Landeskomitees hofft, daß sich sämtliche Mitglieder der Zionistischen Bezirksfettion 2 ihrer Pflicht bewußt zeigen und den Weisungen der Driveleitnng Folge leisten werden. ©tßf Emmerich Andrafftz wegen Brandlegung verhaltet. Aus Prag wird gemeldet: Auf seinem Schloß in Homona in Karpathenrußland wurde gestern Gras Emmerich Andrassy unter dem Verdacht der. Brandlegung verhafte t. Sein entlassener Stallmeister hatte den Behörden mitgeteilt, daß im Jahre 1924, als aus dem Schlosse ein Teideiner tschechischen Garnison einquartiert war, Grch Andrassy seinen Dienern befahl, das Guts haus anzuzünden, um die unbequemen Soldaten loszuwerden. Der Brand wurde auch gelegt und nur mit Mühe gelöscht Die Versicherungsanstalt ersetzte dem Grafen beit' Schaden. Nach der „Nawoni Politika" hat der Graf lebhafte Verbindung mit den ungaris ch e n Frankcnfälschern unterhalten. Andrqsst) wurde in die Kasch au er Strafanstalt überfjchrt. Die Morde im Münchner Hofbrsinhnus. , Aus München wird berichtet: Der erste Berhandtruigstag hat keine Klarheit gebracht. Die beiden Angeklagten Polzing und Prüfert schieben einander die Schuld an dein Blntve.rgießen zu. Pötzing »vill leinen Befehl erteilt haben, Prüfort hingegen beruft sich darauf, lediglich befehlsgemäß und nur mit größtem Widerstreben gehandelt zu haben. In der Voruntersuchung ha: Pölzing seine Ans sagen fünfmal geändert. Der Vorsitzende hält ih»i dies vor, Pölzing schweigt e,azu. Prüfert gibt weiter an, zahlreiche Mitglieder des Freikorps Lützow halten sich st n r >n i s ch erböte n, die E x e t a t i o u vorznnchmen. Er wäre bedroht n»td ein Verräter genannt worden, wenn er die Hinrichtung ilicht ditrchgesührt hätte. Die Angehörigett der Erschossenen sagen alle in gleicher Weife aus. Keiner wußte anzugeben, weshalb die Verhaftungen erfolgten Und auf westen Befehl die Witterung.dmchgesnhrr wari>e _15. Jänner 1988 Geil« Lar Blut der Here. Finstere Heilkunde. , t^anj dicht vor den Toren von Warschau, dort, wo die MaH itatenfamrlic der Potock! seit uralten Zeiten ihr entzückendr-l Sommerschloß besitzt, haben einige Bauern eine Heilmethode aw gewandt, die mit einem Schlage die unveränderte Geistesverfassung früherer Zeitalter enthüllt. In dem Dörfchen Wietiszow wm die Bäuerin Apollonia Stasnik erkrankt. Selbst der ange< scheuste Kurpfuscher der ganzen Gegend, ein gewisser OrzanowskL konnte sie nicht heilen. Er hatte einige bewährte Arzneimittel verordnet, vor allen Dingen eine Bouillon, gekocht aus den rosti-gea Nägeln alter Schuhe, des Großvaters der Patientin, dann gebratenes Kahenhirnz aber, auch dieses schmackhafte Diner konnte Apollonia nicht retten. Nun blieb wirklich nichts anderes übrig als ein Trank aus dem Blut einer nahen Verwanvten, die nach der Ansicht des Orzanowski die-leidende Apollonia verhext habe Also zogen zwölf befreundete Bauern, mit der Mutter der Kranken an der Spitze, zu der Hütte der „Hexe", einer übrigens sehr vermögenden Bäuerin namens Soltys, schlugen die Türen ein, als nicht geöffnet wurde, fesselten der Greisin die Füße und schleppten sie nun in die Hütte der Kranken. Hier würben die unerläßlichen „Zeremonien" vorgenommen, 'das heißt, die Soltys wnwe zunächst einmal entsetzlich verprügelt, es wurden ihr die Knie auf die Brüste gedrückt, dann stach man ihr eine Wunde in den Rücken und die eifrige Mutter, fing das Blut i n eine Schüssel ans, von dem sie dann rasch ihrer' Tochter ein Glas zu t r i n k e u gab. Die Soltys aber, weniger einverstandetr mit dieser Ae-chernna gläubigen Geistes, hat die Bauern zur Anzeige gebracht^ die amt auch sämtlich nach Warschau ins Gefängnis wanderten. Mer: Würdigerweise hat sich das gefolterte Weib ziemlich rasch von an chr vorgenommenen „Zeremonien" erholt. Sie konnte bereits nach wenigen Tagen bas Krankenhaus verlassen. Amundsen» Nordvo'sing. Der Flug beginnt anfangs April. Wie aus Kopenhagen gemeldet wird, befinder sich der Erbauer des neuen Expe-ditiönsschisfes Amnndsetts, der italienischc- Oberst Nobile, gegenwärtig in dieser Stadt. Oberst Nobile, der Amundsen aus seinem nächsten Nordpoüflug begleiten wird, teilte Pressevertretern mit, daß der Flug a n s a n g s April b eginnen und über Spitzbergen nach dem Nordpol geführt werden soll. Die Besatzung wird -10' Mann betragen, und zwar 10 Norweger und 6 Italiener. Der'Oberst drückte die Hoffnung ans, daß es gelingen werdein zwei Tagen von Spitzbergen über den Nordpol, wo keine Land»n.g: vorgesehen sei, Maska zu exreichert, m Kälte Vox einem Temperatummschwung? Nach einer Mitteilungdes Berliner Wetterdienstes soll der Gipfelpunkt der gegenwärtigen Kälte erreicht sein, Aus Rom wird bereits ein Tempe raturumschlag gemeldet. Während vorgestern dort eine Temperatur von 1 Grad Kälte verzeichnet wurde, wurden gestern bereits 14 <8rad Wärme gemessen. In der letzten Nacht ist in ganz O b e r i t a l i e n wieder starker Schneefall eingetreten. In Mailand war gestern früh infolge der großin Schneemassen der Verkehr' sehr erschwert. Im ganzen Lande herrscht eine außergewöhnlich stnrke Kälte. In verschiedenen Landesteilen sind M e n s ch e u erfroren. Starke Kälte wird auch von der i t a l i nt Uschen Riviera gemeldet. In Piemont werden über 20 Grad Kälte gemessen. Im Laufe des gestrigen Tages hat sich in ganz Frankte i ch ein bedeutender T e m p e r a t u r st u r z eingestellt. In Paris herrscht eine Kälte von minus 8 Grad. Aus vielen feilen des Landes werden starke Schneefälle gemeldet. In manchen Orten ist eine Temperatur bis zu minus 22 Grad zu verzeichnen. In Wien begann die Kälte gestern abzuflauen. Mittags bewegte sich die Temperatur nahe zum Nullpunkt. Abends setzte stärkerer Schneesall ein. Die Voraussage meldet weiteren Temperaturanstieg. Blutiger FamNiendrnma in Fünfhau». Durch Schüsse gegen dm Bruder die eigene Gattin schlver , verletzt. Im 15. Bezirk hat sich gestern abends eine blutige Familientragödie abgespielt. Der 29jährige Werkmeister Heinrich Zaunscherb hatte seine Wohnung durch seine Ersparnisie entsprechend zu möblieren gewußt. Nach dem Tode seiner Frau zog sein Bruder Franz mit seiner.Gattin zu ihm. Sie lebten lange einträchtig miteinander, wobei Heinrich zur gemeinsamen Wirtschaft wöchentlich 40 Schilling öeitntg. In letzter Zeit stellten sich zwischen den Brüdern Zwistigkeiten ein, die möglicherweise auf allerdings unbegründete E ife rsucht des Jüngeren zurückzusühren tvaren. Das Zusammenleben wurde schließlich unhaltbar und bei dem Versuch, irgendwie auseinander zu gehen, tauchte die Möbelfrage auf. Das Ehepaar machte gegen Heinrich geltend, daß der Wochenbeitrag nicht.alle Leistungen gedeckt habe, so daß die Möbel eigentlich schon in den Besitz der beiden über-- gegangen seien. Heinrich räumte schließlich das Feld, blieb aber dabei, daß die Möbel sein Eigentum seien. Gestern faßte Heinrich Zaunscherb den Entschluß, durch eine gründliche Aussprache mit dem Bruder die Situation endgültig zu klären und ging abends zu seinem Bruder. Int Verlaufe der gegenseitigen Darlegungen hielt Franz dem Brnder vor, daß er Anlaß zur Eifersucht zu haben glative. Als Heinrich erregt erwiderte, zog Franz plötzlich einen Revolver hervor und gab gegen den Bruder d r e i S ch ü s s e ab. Der erste traf die eigene Gattin am Kopfe und sie sank schwerverletzt zu Boden. Der zweite Schuß traf den Bruder und die dritte Kugel ging fehl. Ter Zustand der Frau ist leben 8* 2 e! äh * lich. WuM hetz Nrudertz ist leickztersr MW.

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