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Wiener Morgenzeitung · 1926-01-14 · Heft 2476 (14.1.1926) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2476 (14.1.1926)
Date
1926-01-14
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Ijpoig^aijgo^J Wi en: Zum Abholen in der Expedition, II., Taboistr. 1-H oder In elnei Veischleiastelle (Tratik) monatl. t> Schilling strassenverkaul in Wien durch die Kolporteure der Firma Gold schmied. l„ WollzeHc 11 JViii Pos'versand für Wien und Ocite.eich monatlich ü ächiIHng f schecho-Slowakei; Mon. K22. Jugoslawien; Mon. Din. 60. Polen:Mon. 5Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 .'tachzahimieen 0« 1‘ * «? ** erhöh an «teil rorbehaue* Wiener iJULUJtiijn England: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl. 18 Lift: Runflnietf Mon. 170 Lei, Bulgarien Mon. 100Lew«, Schweiz und das übrige Ausland monatlich Pres. 5 Redaktion, Administration Wien, II. Taboratr.I Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr. 21-102. 25-2^2 IX.. Universitatsstrasse S-8 (D uckerei lg. Steinmann) Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.6% Rr. 2478 Bien, Lonnerslag. 14. Mauer 1828 8. gabrgaua Zadraverz im »erhör. Ter FeWWol wußte von der gauM WlchaassaMo«. versprach aber za schweige«. — Sie IrmMschen Pottzrideamte» bleibe« in Ludaprst. (Eigendienst der „Diener Morgenzeitung".) wisse, als daß dieser angab, Johann Schulze zu heißen, Budapest, 13. Jänner. Der Ministerpräsident Graf Bethlen hat heute den Oberkommandanten der Honved, General Janky, und den General Algya-Papp in einer längeren Audienz empfangen. General Alhga-Papp ist erster Sekkionschef im ungarischen Honvedministerium, wo er jetzt in Abwesenheit des Honvedmimsters Grasen Ezaky die administrativen Angelegenheiten leitet. Die Besprechung Bechlens mit den beiden Generalen bezog sich auf die Angelegenheit des Feldbifchofs Zadrabccz. den die Militärbehörden gestern fallen gelassen haben. Dos Geständnis Zndenvecz'. Wie „8 Orai Wag" meldet, hat Feldbischof Zadraveez bei stimm Polizeilichen Verhör, welches in seiner Wohnung stattfand, auf die . erste Frage bcS Polizcibeamten cinge fta udc n, daß, noch bevor die Frankenfälschung begonnen hat, Prinz W i n d i s ch g r ä tz und Polizeichef N a d o s s Y chm von der Dache Erwähnung machten und auch ihn als Mitarbeiter gewinnen wollten. Er habe a limine seine Mitwirkung in der Frmkenfälschung abgelehnt; da ihn aber Prinz Mndischgrätz unter Berufung auf die patriotischen Ziele der Aktion wiederhort bat; die Dache geheim zn h a lten. habe er schließlich dies auch versprochen und sein Versprechen gehalten. Wie das Blatt hinzufügt, sei gegen den Bischof Zadravecz bei der Polizei keinerlei Verfahren im Zuge. Die auf ihn bezüglichen Akten liegen _ bereits der Staatsanwaltschaft v or. , , Die französischen Polizerbeamlen verbleiben, wie die Blätter melden, bis auf weiteres noch in Budapest. Gegenüber der Behauptung einiger Blätter, daß durch die Teilnahme französischer. Polizeiorgane an den Recherchen der Budapester Polizei die nationale Souveränität Ungarns verletzt worden wäre, erfahren die Blätter von zuständiger Seite, daß die Tätigkeit der französischen Polizeiorgane.sich ausschließlich im Rahmen einer ungarischen Regierungsverordnung vom Jahre 1899 bewegte, wonach Organe ausländischer Behörden auch in Ungarn gewisse Recherchen vornehmen können. Bon einer Verletzung der HoheiLsrechte Ungarns sei daher n i ch t d i e R e d e. Der nach dem H a a g entsandte ungarische Polizeibearnte lsat festgestellt, daß die im Besitze der im Ausland verhafteten Frankenfälschex befindlichen rumänischen Pässe echt sind. Sie sind wahrscheinlich ursprünglich auf die Namen rumänischer Staatsangehöriger ausgestellt worden, und erst später sind dann andere L i ch t b i l d e r auf die entsprechende Seite des Passes geklebt worden. Auffallend ist, daß die Taufnamen und die Anfangsbuchstaben der Vornamen stimmen. Das siebente Verhör mit WnMschgvätz. Der Präsident der StaatsaMvaltschast Dr. Sztrache unterzog heute den Prinzen Windischgrätz einem einstündigen Verhör. Sodann folgte ein Verhör mit Nadossy. Windischgrätz wurde zum s'.ebenten- >nal, Nadossy zum zweitenmal verhört. Der angebliche Schulze, der die Frankensälschungsaktion der Pariser Polizei verraten haben soll, ist, wie die Mütter heute melden, noch bevor er nach Budapest fallt, mit Windischgrätz in Verbindung getreten, Windischgrätz habe bei seinem Bechör erklärt, daß er über die Person Schutzes nichts anderes m Lemberg geboren zu sein und in einem ziemlich abenteuerlichen Leben ganz Europa bereist zu h»ben. Verhaft«»« der Dlnarsölschrr in Luir'urg. 1 Belgrad, 13. Jänner. Wie aus A g r a m gemeldet wird, wurden in Duisburg der Hauptfälscher der Dinarnoten Peter T s a r und sein Komplice I a w o r verhaftet. Der Chef des Sicherheitsdienstes La sic hat in Bielefeld die Klischees zu den falschen Banknoten sowie eine große Anzahl von Quittungsstempeln samt den zugehörigen Druckplatten ausfindig geinacht. Verhaftungen in Lissabon. Lissabvn,-13. Jänner. Tie Polizei hat den Abgeordneten und gewesenen Minister Nuno Simoeno verhaftet, der in die Angelegenheit der Notenfälschungen verwickelt ist. Falsche holländische Sulde«. Rotterdam, 13. Jänne-r, Die Polizei verhaftete 'bei der, Verausgabung von salschen Ze h n g u l d e n n o t e n (altes ALchell) .den 34jährigen Fabriksacheiter Hurkens <anMH:dHo«..det..deuischM Polier MMGMvbvecher) .und Den 26jährigen Kunstmaled Ärsr^'aus Nynrwegen. i Insgesamt sind nach Len bisherigen-Feststellungen 200 FaV> s sifikate hergestellt worden, von denen 45 in Verkehr gebracht wurden. Die Verhafteten haben ein volles Geständnis abgelegt. «8. Peyer Wege« Veieidigung Horthho der- «rt?i!t. Sechs Monate Gefängnis und zehn Millionen Geldstrafe. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Budapest, 13. Jänner. Vor einem Senat des Budapester Strafgerichtchofes hatte sich heute der sozialdemokratische Abgeordnete Karl Peyer wegen Beleidigung desi Reichsverwesers zu verantworten. Abg. Peyer wurde beschuldigt, am 30. Tezernber 1923, zwei Tage nach 'dem Esongra d e r Bo m be»a t te n t at, im demokratischen Klub folgende Aeußerung getan zu haben: „In Ungarn gibt es zwei Kategorien von Menschen. In die erste Kategorie gehören die ehrlichen Bürger, in die zweite Kategorie jene Leute, die die Mörder amnestieren." Der angeklagte Abgeordnete stellte es bei seinem Verhör in der heutigen Verhandlung entschieden in Abrede, die fragliche Aeußerung getan zu haben. Mehrere Zeugen sagten aus, daß Peyer sich in seiner Rede m i t k e i n e m W o r t m i t d e r Person des' Reichsverwesers beschäftigt habe. Der Vorsitzende hielt jedoch dem Mg. Peyer die Nummer Der sozialdemokratischen „Nepszava" vom 81. Dezember 1923 vor, in der seine im demokratischen Klub gehaltene Rede im Wortlaut, einschließlich der mkriminierten Stelle, enthalten war. Auf Grund dieses Beweises verurteilte das Strafgericht nach kurzer Verhandlung Karl Peyer wegen Beleidigung des Reichsverwesers zu einer Gefängnisstrafe von s e ch s M o n <i t c n, 10 Millionen Geldstrafe, Amts- Verlust und Verlust der bürgerlichen Rechte auf die Tauer von drei Jahren. Peyer legte gegen das Urteil Berufung ein. Lord Vlmarr in Aegppte». «er«». 13. Jänner. Wie der „BosMen Zeitung» aus Jerusalem gemeldet tvird, ist der britische Oberkommissär für Palästina, P l u m e r, nach Aegypten abgereist. Sein dortiger Aufenthalt ist auf die Dauer von drei Wochen berechnet. Abgeordneter Sr. Rosmarin —Sije» pröfident des volnischen Sejm. (Eigendienst der „Wiener Morgenzritung") Warschau, 13. Jänner. Nachdem die radikale Bauernpartei infolge verschiedener Spaltungen von ihren 7V Adgeordnetenmandaten 43 an verschiedene andere Gruppen verloren hat und mit dem ihr verbleibenden Stand von 27 Mandaten keinen wetteren Anspruch auf den bisher bekleideten Posten des Vizepräsidenten des Sejms mehr erheben kann, rückt nunmehr der;üdische Klub vor. Dieser kandidiert den Abgeordneten Tr. Rosmarin für die den Juden nun gebührende Stelle eines Vizepräsidenten des Sejms. Das vo'uisch-jüdische Abkomme«. Warschau, 11. Jänner. (I. T. A.) Das Parreigericht der Zionistischen Organisation hat in der Klage des Deputierten Dr. Thon gegen das Warschauer Zionistische Komitee, welches in einer Resolution ausgesprochen hat, das polnisch-jüdische Abkommen schädige die jüdische nationale Ehre, das folgende Urteil gesprochen: Das Gericht erklärt, daß sowohl der Akt des Abkommens als auch die betreffende Deklaration k e i n e s w e g s die nationale Ehre schädigen. Tie Bemerkungen des Warschauer Zionistischen Komitees hiezu sind unzulässig. Diejenigen Komiteemitglieder, die für die Resolution gestimmt haben, werden, für schuldig erklärt,. den' Mitschöpfer des Abkommens, Dr.' Thon, wenn auch indirekt,. belei bigt zu haben. Eine Strafe wird nicht festgesetzt. ' Die Verhandlungen des Gerichtes ‘ nähmen mehrere Tage in^AnsPruch; Urteil und Begründung stellen ein uyrfangreiches Dokninent dar. ' Kemmerer bei Skrzynski. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Warschau, 13. Jänner. Wie Ihr Korrespondent erfährt, hatte Prof. Kemmerer vor seiner Abreise eine längere Unterredung mit dem Ministerpräsidenten Skrzynski, in deren Verlauf er ihm über seine Beobachtungen berichtete. Bezüglich der Möglichkeiten einer amerikanischen Anleihe für Polen erörterte Prof. Kemmerer eingehend eine ganze Reihe von. Fragen der polnischen Wirtschaftspolitik. Er vertrat den Standpunkt, daß es notwendig sei, bestimmte Reformen auf diesem Gebiets durchzuführen. Prof. Kemmerer berührte auch einzelne jüdische Wirtschastsf ragen. Ministerpräsident Skrzynski anerkannte, daß die Forderungen der Juden ein Resultat der allgemeinen Wirtschaftspolitik der bisherigen Negierungen seien. Die polnische Regierung betrachte die jüdischen Forderungen ernst und ist bereit, sie inden Grenzen de rMöglichkeiten zu erfüllen. Die Verwirklichung dieser Forderungen hänge in vielen Punkten von der Durchführung der allgemeinen Wirtschaftssanierung ab. In der nächsten Sitzung des politischen Komitees beim Ministerrat wird bereits eine ganze Reihe jüdischer Fragen behandelt werden. Unter anderem tvird eine Vorlage des Innenministeriums zur Erleichterung der Erlangung der polnischen Staatsbürgerschaft in den Ostgebieten, die Regelung der Benützung der jüdischen Sprache im Post- und Telegraphenverkehr sowie in öffentlichen Brrsannnlungen und die Vollzugsbestimmungen des Dekrets des Unterrichtsministers wegen der Vereinheitlichung der jüdischen Gemeindeorganisation in Polen berate» werden, Amerikanische Vankdelegiettein Warschau. (Eigendienst der „Wiener. Modenzeitung".) Warschau, 13. Jänner. Heute sind hier die beiden Delegierten des amerikanischen Bankers-Trust eingetrossen. Bcid- Delegierte sind Juden. 188 Mit 850 Uoi». Warschau, 13. Jänner. Im Finanzministeriutn wurde bereits der Staatsvoranschlag für das. Jahr 1926 fertiggestellt.; Sämtliche Berechnungen sind auf der Grundlage 100 Dollar i gleich 650 Zloty erfolgt. Qkkasionsverkauf Besuebeu' „Weissen Woche" nrl'U ai* OAhiffmnnn 0.,T&borsträsss 48 in allen Sie wahrend a«. 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