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Wiener Morgenzeitung · 1926-01-13 · Heft 2475 (13.1.1926) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2475 (13.1.1926)
Date
1926-01-13
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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! ■ »‘men; 2$ tfoiiyl Wien. Lvm Aonoien in oer Expedition, II., laboistr. 1*3, oder in einet Verschlelsatelle (Trafik' monatl. o Schilling Straasenverkaui In Wien durdi die Kolporteure der Firma 0 o i d sch mied, I., Wotlzeile II Mit Pos'versand iflr Wien und Oe.te eich monatlich o ochiiiing Tacbecho-Slowakei: Mon. K 22. Jugoslawien Mon. Din. 60. Polen:Mon. 5Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Fr«. 13 ftMbMhiaaica M hr«ln erbflbaa<>ei) Vorbehalten Wiener orgtmeiümg Ipreis 2071 England: Mon. 4 Schilling. Italien Monatl. 18 Lire Runänien Mon. 170 Lei. Bulgarien Mon.IOOLews. Schweiz und das übrige Ausland monatiien Frcs. 5 Redaktion, Administrator: Wien, 11. Taborstr. f Telephone. 44*0-38, 43-3-19 Ab 6 Uhr 21-102, 25-2-82 IX. Universitatsstrasse 6-8 (D uckerei g. Steinmann) Oesterreichlsches Postsparkassen-Konto Nt. (50.698 ————— Nr. 2475 _ Wien. Muwoch. 18.8ttnnet iaz6 8. Stahmann Mch Mar wurden gesMt! eine Suschrift der Federak-Neferve Bank au hie Ungarische Ratioualbaiit. Budapest, 12. Jänner. (Tel.-Koutp.) Die Ungari- Schadenersatzansprüche. der französische« Notenbank. rrusenlömpse an der valMnenstschen Grenze. Flucht der Christen nach Palästina. Jerusalem. 12. Jänner. (I. T. A.) In Südsyrie«, au der Nordgrenze Palästinas, haben die Trusen ihre Ueberfalle auf die von Christen bewohnten Dörfer erueuert. Die Nachrichten, die aus diesem Gebiet inIerufalem «Intreffen, geben furchtbare Details Wieder. Am letzte» Mittwoch -rangen Drusen in die Stadt RaShaye, unweit der Palästinagrenze, ein und richteten unter der christlichen Einwohnerschaft des Ortes ein Blutbad an. Mehr als hundert christliche (Anwohner, unter ihnen zwei katholische Priester, sowie mehrere Frauen und Kinder wurden ermordet. Zwei Kirchen wurden i n B r a n d gesteckt, so datz sie bis auf den Grund abbrannten. Sämtliche Häuser des Ortes wurden geplündert. Unter der christlichen Einwohnerschaft der benachbarten Dörfer herrscht ungeheuere Panik, da ein Einbruch der Trusen jeden Augenblick erwartet wird. Tie Flucht der Christen Südsyriens über die palästinensische Grenze hat wieder eingesetzt. Me JMfe im englischen Bergbau. Bor einem Generalstreik? London, 12. Jänner. Die Kohlengrnbenuntevsüchungskoanmission hat heute die Forderungen der Grubenbesitzer entgegengenommen, die unter anderem eine unbezahlte Ueberstunde und Herabsetzung der Löhne in bestimmten Bezirken beinhalten. In den A r b e i 1 e r k r e i s e n herrscht ük^r diese Vorschläge große Erbitterung, Ein Teil' der Kohlenarbeiterfordert den sofortigen General st r e i k. Es gilt als wahrscheinlich, daß die Regierung, um einer Krisedorz u b e u g e n, die Zahlung der H i I f s g e l.d e r an die Kohlenindustrie über den April hinaus fortsetzen «wird. . sch« Rationalbank erhielt heute eine Zuschrift der, Federal-Reserve Bank in New'Aork, in der mitgeteilt wird, daß in der letzten Zeit größere Mengen falscher Dollarnoten zirkulieren. Die Zuschrift gibt eine genaue Darstellung der Falsifikate und erllärt es a'ä höchst wahrscheinlich, datz auch in Europa diese Fassifikate in Berkehr gesetzt wurden. Die Nationalbank hat sämtliche Filialen benachrichtigt und ihnen größte Vorsicht bei der Einlösung von Dollarnoten empfohlen. Roch keine Stellungnahme Franlreichr. Eine Erklärung Briands im Ministerrat. (Eigenvienst oer „Wiener Morgen;? itung".) Paris, 12. Jänner. In einem heute abgehallenen Kabinettsrat, der sich vorwiegend mit i n n e r p o l i t i s ch e n Fragen befaßte, gaben der M i n i st e r p r 8 s i d e n t und der Kriegsminister einen Ueberblick über die äußere Lage und die militärischen Ereignisse.in Marokko. Zur Ungar i scheu Man knote na fsL re erklärte Briand, die sranHsche^Nepierung könne erst Maßnahmen geeendieseVMWdnisse ergreife», wenn , ihr die Berichte Aber die von der. französischen. Polizei und der Bank von Frankreich geführte« Untersuchungen vorliegen. Daraus ergibt sich, daß alle Nachrichten des christlichnationalen Kurses über stansösi'che Shmpathieerllärungen für die Energie Budapests erschwindelt sind. Budapest, 12. Jänner. Der Präsident der Staats« anwaltschast, Dr. Strache, erklärte Zeitungsbericht« erstattern gegenüber, datz der Funktionär der Bank von Frankreich, E m m e r y, als er ihn besuchte, zur Sprache brachte, datz die Bank von Frankreich gegen den Prinzen Windischgratz mit privat rechtlichen Forderungen auftreten werde. Aus der Teilnahme an der Untersuchung seien der Bank horrende Kosten erwachsen. Die Bank werde aus diesem Grunde Schadenersatzansprüche geltend machen. Die Bank müsse ihre Vertreter solange in Budapest belassen, bis sämtliche Taten, die für die Bank, von Frankreich von Interesse sind, inihre Hand gelangen. Sie Hanvtverhandlnan schon in lech» Wochen? Budapest, 12, Jänner. Der Vizepräsident der Staatsanwaltschaft wird das Studium der Akten der Franken« sälscherasfäre noch heute abends, beenden und in der Lage sein, dem. Untersuchungsrichter den staatsanwaltschaftlichen Antrag zu übermitteln. Wie verlautet, wird die Staatsanwaltschaft keine Fortsetzung der Untersuchung beantragen. .. In - diesem. Falle würde die Hau p t v e r h a n dlung in der Fälschungsangelegenheit in sechs Woche n st a t t f i n d e n. Tic^ Beschuldigten werden wegen folgender Verbrechen.unter.Anklage gestellt werden: Geldfälsckmng, Anstiftung zur Geldfäls wring, Verbreitung falschen Geldes, Urkundenfälschung mit Rücksicht auf gefälschte Passe und Betrug wegen Lombardierung von 150 Stück falscher 1000-Franken-Noten. Mmberiain erlrmtt. . Rapallo, 12. Jänner. Chamberlain wurde durch einen Jnfluenzaanfall genötigt, das Bett zu bütcn. Er hat hohes Fieber und zeigt Symptome eines BronchialkatarrHs.. Infolgedessen ist seine Abreise, die gestern erfolgen sollte, verschobemWrden. B'e khiaa-stonferenz. Peking, 12. Jänner. Die Exterritorialitatsk o m m i s s i o n hielt ihre konstituierende Sitzung ab. Der Amerikaner S t r a w n wurde znm Präsidene n gewählt. _ Antisemitische Unruhen in Mor'au. (Eilfendienst der ..Wiener Morge>rzeituu>c,".) Riga, 11.- Jänner. Vor kurzem haben sich in Moskau Ueberfalle aus jüdische Kaufläden ereignet, die einen ausgesprochen a n t i s e m i t i s ch e n Charakter trugen. Trotz des Detnentis der Sowjetregierung sind hier zuverlässige Mitteilungen eingelangt, die die Richtigkeit der Meldung bestätigen. Herriot abermals Kammervriifivent. Paris» 12. Jänner. lTel-Komv.) Heute Nlichlttittags wurde herriot mit 3 0 Stimmen bei eirrer Stimmenabgabe von 124 zum Kammervorsitzenden wiedergewählt. GefamIdemUo« der Regierung. Dr. Ramek mit dpr Borbereitung der KabinettSbi düng betraut. Der Vorstand der christlichsozialen Bereinigung trat gestern zu einer Sitzung zusammen. An ihr nahmen auch alle der christlichsozialen Partei angehörenden Landeshauptmänner teil. Bundeskanzler Dr. Ramek wurde durch einstimmigen Beschluß beauftragt, für den Fall einer Demission der Regierung die Bildung der neuen Regierung vor zu bereiten und die Richtlinien für die künftige Politik dem Vorstande vorzulegen. Mit der grotzdentscheu BoWPartei wurde bereitgestern Fühlung genommen. Me deutschen Sozialisten gegen eine Aoalilionrregieknn». Berlin, 12. Jänner. Die Fraktionssitzung der sozialdemokratischen Partei des Reichstages würde mn 9 Uhr abends beendet. Die sozialdemokratische Fraktion, erklärt, daß für die Bildung einer Regierung der - großen Koalition keine Grundlage bestehe. Wie das Wolfsche Bureau erfährt, ist diese Entscheidung der Fraktion mit großer Mehrheit gefaßt worden. _ Sie Fememorde. Berlin, 12. JSn er. Wie das „Berliner Tageblatt" mitte'lt, hat das Berliner Polize Präsidium zur Bewältigung d e 8 M a s s e n a n d r a n g e v v o n Z e u q e n in der Angel-genheit der Fememorde ein S o n d e r - D e z e r u a t zur Vernehmung der betreffenden Per>onen eingerichtet. E n Teil der ü b e r i 0 Z e u g e n die sich heute vo m'ttags auf cem Polizeipräsidium gemeldet hatten, hätte zum Teil wichtige Angaben üver den jetzigen Aufenthalt der gefuchten Fe memörder machen können. Semonftraiion Wischer Arbeitsloser in Wart an. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Warschau, 12. Jänner. Infolge der jetzigen Wirtschaftskrise ist in den letzten Tagen die Zahl der jüdischen Arbeitslosen stark gewachsen. Da den jüdischen Arbeitern bei der Auszahlung der Arbeitslosenunterstützung große Schwierigkeiten bereitet werden, sahen sich die jüdischen Arbeiterorganisationen veranlaßt, eine Reihe von Versammlungen einzuberufen, in denen gegen diese Praxis schärfster Protest erhoben wurde. Jnsolange eine Aenderung nicht erfolgt sei, hätte die jüdische Gemeinde an die arbeitslosen jüdischen Arbeiter Unterstützungen auszuzahlen. Nach den Versauunlungen bildeten die Versammlungsteilnehmer einenDemonstrationszug, der sich vor das Gebäude der jüdischen G e m e i n d e begab. Eine Delegation der Arbeitslosen übermittelte dem Präsidium die Resolutionen. Nach langen Verhandlungen erklärte das Präsidium, daß es sich bemühe» werde, der nächsten Plenarsitzung eine günstige Erledigung vorznschlagen. Sine allvolni che zionistenton?ere«r. (EiOndienst der „Wiener Morgenzeitung") Warschau, 12. Jänner. In der letzten Sitzung deS zionistischen'Oberrates wurde der Beschluß gefaßt, im Monat Februar eine all polnische zionistische Konferenz einzuberufen. Die Konferenz wird sich vor allem mit der Frage der L a n.de s p o l i t i k der Zionistischen Organisation und ihrer Vertreter in den Parlamentarischen Körperschaften sowie, mit Fragen des Palästina aufbaue s beschäftigen. Auf der Tagesordnung ist auch die Behandlung des Aufbaues und der Vereinheitlichung der polnischen Zionistischen Organisation sowie die der kulturellen Tätigkeit vorgesehen. Die Konferenz'wird auch zu der gegenwärtigen schweren wirtschaftlichen Lage dSr Jttden in Polen und den eventuellen Hilfsaktionen des „Joint" Stellung nehmen. Zu diesem Zwecke würde eine Wirtschaftskommission eingesetzt, die der Tagung entsprechende Anträge vorzulegen hat. Pawlowrtir Berha'tung. Warschau, 12. Jänner. Wie berichtet, wurde der Beamte der politischen Polizei, PawlowS.ki, wegen Auslieferung einer Konfidentenliste an die Kommunisten um den Betrag von 5000 Dollar verhaftet. Im Laufe der Untersuchung stellte sich heraus, daß Pawlcweki als gewesener zaristischer Fliegerossizier nach dem Ausbruch der bolschewikischen Revolution in der kommunistischen Organisation eine führende Rolle gespielt hatte. Er d'ente auch längere Zeit in der.Tscheka, wo er als Kommissär tätig tvar. Nach Polen kam er vor ungefähr zwei Jahren mit einem Reemigrantentransport. Hier gelang es ibm, die Stelle eines Polizeioffiziers zu bekommen. Aus der Untersuchung geht hervor, daß Pawlowski im Auftrag der kommunistischen Partei nach Polen rückgetvandert ist. . , Sie SurchWrung de« Skledeurdeürase« in Poie«. Die Bndgetpoften für die jüdischen Schulen bewilligt. Warschau, 11. Jänner. (I. T. A.) Die Budzetkornmissiok des Stadtrates beschloß mit Stimmenmehrheit, die folgenden Posten in das Unterrichttzbudget einzustellen: 100.000 Zloty für die Schulen der Warschauer jüdischen Gemeinde und 15.000 Zloty für die technischen Schulen des Verbandes „Ort".

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