Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2472 (10.1.1926)
- Date
- 1926-01-10
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Wien. Zonntäg Wiener Morgenzeilnns Leite 8 Mdifchliberale We!ttonferenr. Wie uns and London berichtet wird, arbeitet das Präüdiunr der dortigen Liberalen Svnagcgeugemeinde an der Vorbereitung einer judischliberalen Welrfonsercnz, die im Sommer dieses Iohrcs in London ftaiifmöcu soll. Es handelt sich hier um eine vornehmlich religiöse Ängelegenhei: und hat mit w.'ltpoütinven Fragen nichts zu imt. Die Anregung zu dieser Tagung ist von» Verbände der amerikanischen Reformrabbiner ausgegangen und man erwartet, das; an -er geplanten Weltkonserenz nicht nur Delegierte -er organisierten Reformsynagogenvcrvände in den verschiedenen rändern, sondern auch der Reform zuneigende Persönlichkeiten in einzelnen europäische« Staaten, die die Gründung von liberalen Synagogen anstreben, leilnchmen werden. In Wien ging vor dem Krieg die Idee einer liberalen Dynagoamgmtcinde von Herrn Maximilian Pa ul-Schiss aus, -er euren nicht unbedeutenden Anhang hatte. Das Gemeindestatut :var bereits ausgearbeitet. Tic Aktion scheiterte an dem hartnäckigen Widerstand des damaligen Kultuspräsidenten Tr. Alfred 2lern und letzten Endes an dem in Kraft stehenden Judrngesetz vom Jahre 1590, das für Desterreich die einheitliche jüdische Kultusgemeiudc ftstsetzt. Besonderes Interesse hat die in Aussicht gerrommene Londoner Konferenz in Deutschland erweckt, wo die Bereinigung liberaler Rabbiner dieser Tage den Beschluß faßte, an der Weltkonferenz teilzrinrhmen und sich offiziell durch Rabbiner Dr. 2 e l i g m a u n (Frarrksurr am Main) vertreten zu lassen, da „die Tagung zu einem historisch bedeutsamen Ereignis sin das Jndentunl zu werden verspricht". Sie jüngste Bolkszälilunq in Lel-Awiw. 34.200 Einwohner. Im August Vorigen Jahres veranstaltete die Sl-adroerwultung von Tel - Awiw eine allgemeine Volkszählung, die sich auf die Bevölkerung, die Bauten, die Entwicklung der Industrie, des Handels nsw. in der jüdischen Stadt erstreckte. Die jüngste Nummer der „S t ä d t i s ch e n M i t t e i l u n g e n" enthält die Ergebnisse dieser Zählung, denen ivir die folgenden Taten entnehmen: Die .Zahl der Einwohner betrug am Tage der Zählung 34.200 Seelen, was gegen das - Jahr 1923 (16.534 Seelen) einen Seelenzuwachs von 28,7 Prozent bedeutet. In den letzten vier Jahren ist die Einwohnerzahl um das 2,4sache gestiegen. Die Baubewegung in den letzten vier Jahren zeigt das folgende Bild: Im Jahre 1922 gab es in Tel-Awiw 1007 Häuser mit 6325 Wohnränmen, 312 Baracken und 436 Zelten und Hütten. Am Tage der Zählung wurden 2612 Häuser mit 15.452 Wohnräumen, 1410 Baracken mit 2453 Zimmern und 38 Zelten und Hütten festgestellt. Auffallend ist das Anwachsen der Zahl der B a r a ck e n und der Wohnräume in diesen N o t ft a n d s b a u t e n. Im abgelausenen Jahr allein hat dieser Zuwachs 95 Prozent -betragen, hingegen ist die Zahl der Zelte von 587 im Jahre 1923 auf 98 int Jahre 1925 gesunken. Zur Zeit der letzten Zählung wohnten 26.346 Personen oder 77 Prozent aller Einwohner in festen Häusern, 7560 Personen (22,1 Prozent) in Baracken und 294 Personen oder 0,9 Prozent in Zelten. Es kommen daher durchschnittlich'1,7 Personen auf je ein Zimmer in Häusern, 3 Personen auf je einen Raum in den Zelten und 3,08 Personen auf je ein Zimmer in den Baracken. Wiedereröffnung des chemischen Laboratiums im Jerusalemer Rothschild-spStal. Aus Jerusalem wird uns - geschrieben: Das chemische Labaratorium, daß ehedem am Rothschild-Spital „Hadassah" in Jerusalem bestanden hatte und in den letzten Ihren geschlossen war, wurde vor einigen Tagen wieder eröffnet und steht dem Publikum zur Durchführung von chemischen Untersuchungen aller Art zur. Verfügung. Die Untersuchungen werden durch den diplomierten Chemiker, Ingenieur Berufeld, unter Leitmrg des Dr. A. Felix ausgeführi. Mit d:r Wiederaufnahme der Funktion des chemischen Instituts wurde den gesteigerten Bedürfnisseil breiter Interessentenkreise in Jerusalem und Umgebung entsprochen. Die ..Weiße Woche" bei »rilrer Schiffmaun. Ten größten Slot; der jüdischen Hausfrau der guten alten Zeit bildete der volle und reichsortierte Wäscheschrank. Dieser traditionelle Haus'rauenschatz enthielt, insbesondere bei töchterreichen Familien, ein sckier unerschöpfliches Lager von lilienweißem Linnen. Bett-, Tisch- und Leibwäsche jeder Art waren duhend-, ja schockweise vertreten, für Kind und Kindestinder war reichlich vorgesorgt. Dem allgemeinen wirtschaftlichen Niedergang ist nach und nach auch diese Tradition zum Opfer gefallen. Ter Wäschffchrein der meisten Hausfrauen — auch der bester situierten Kreise — weist mancke Lücken auf und Nachschaffungen werden immer dringender. Tie Okassion der „Weißen W o ch e", welche das renommierte Warenhaus Brüder Sch iss mann, 2. Bez. Taborstraße 48, ckon Montag den 11. bis 2amstag oen 16. Jänner d. I. veranstaltet, bietet nun allen Hausfrauen sowie Gastwirten, Hoteliers usw. die Möglichkeit, ihren Bedarf an Weißwaren aller Art in gediegener Qualität äußerst billig einzukaufen. Tie „Weiße Woche" des Warenhauses Brüder Schiffmann hat sich in den letzten Jahren so glänzend bewährt, daß die Firma 'diesmal ihre Leistungsfähigkeit besonders angespannt hat, um wirklich Aufcrordcnrlichrs zu bieten. Schon das äußere Bild des Warrnhausw während der kommenden Woche wird durch das einzigartige, künstlerische Arrangement der zahlreichen Schau'enster und die wirklich sehenswerte Innendekoration dir Großzügigkeit dieses anerkannt führenden Leopoldstäoter Kaufhau'es zeigen. Die lebensgroße Teepupp? mit dem aus zirka 800 Taschentüchern blumenartig ürrangierieu Reisrock, die großartige, effektvoll beleuchtete Srenerie im Mittelfenster, welche den qrobstadtischen Tränsvort und das Einlagern vor» Waren — mit dem Bila einer Hatenau'age bei Nacht im Hintergrund - veranschaulicht, werden sicherlich oie Passanten anziehen und fesseln. R'och uiebr aber oie Warenpreise, welche, an der -Qualität der Waren gemessen, einen B i l l i g k e r t s r ek ord darftellrn, der kaum mehr zu überbieten ist. Sehnsucht nach der Seme. Von Egon Dietrichstein. Außerhalb der Reisesaison, im besten Monat der Seßhaftigkeit, muß man vom Reisefieber sprechen. Es ist nämlich ein wirkliches Reisefieber ausgcbrcchen, das, wäre es nicht seriös und begründet, eine Manie, eine Laune, ein Sport zu nennen wäre. Man darf nicht verkennen, daß dieser Reisedrang durchaus nicht die usuelle, nicht weiter auffallende uitb wenig erwähnenswerte Urlaubs- und Erholungssehnsucht ist. Der Sommer ist längst vorüber und lviedcr oder «och imuter sollen die zu Masten in den Eisenbahnwaggotts, dirigiert und geleitet vom herbstlichen und winterlichen Klima, aber auch vom Preisthermometer und von den Chancen wirtschaftlicher Breitegrade. Denn wir in Oesterreich und wohl auch in Deutschland leben in ungünstigen, unbehaglichen Breiten. Es ist daher nicht zu Wundern, daß man für eine Abwechslung der kostspieligen Heimatliebe schwärmt, wenn man in steigende Behaglichkeit und zugleich in sinkende Preise fährt. Dieses Reisefieber ist letzten Endes vom Kriege akquiriert worden wie etwa die Malaria, obgleich es keinesfalls als Krankheit zu bezeichnen wäre. Gerade im Kriege haben die Reisefremdesten Fahrten unternommen, weite und langwierige Fahrten, zu .Haufen, in Viehwaggons, auf Spreu gelagert. Ta waren Schulbuben, beinahe Kinder, in Jtaliett, in Frankreich, in Rußland, wurden bis nach Persien uni) Sibirien verschleppt, 17- und 18jährig, sahen sie zwar nicht die Welt, aber von der Welt immerhin den jeweils örtlich kompetenten Feldwebel und Kerkermeister, die südlichsten iutb nördlichsten Jnterniertenlager, den Globus als Schützengraben. Sic führeu tagelang, ohne zu reisen, rollten sozusagen als zusammengepfercht- Masse, fanteit in die wunderschönsten Gegenden, ohne zu sehen, ohne schauen zu dürfen, und verbrachten oft jahrelang zwischen den Bajonetten der Wachesoldaten. Nicht nur die Jungen, sondern auch die Gereiftetl. Nach dent Kriege endeten diese unmenschlichen Reisen und die Menschen, die sie mit Grauen erlebt, flohen den Bahnhof, die Eisenschienen, die Lokomotive. Es zeigte sich, daß die Reisekultur überhaupt zugrunde gegangen war: Zertrümmerte Fensterscheiben, ein zerstörter Wagenpark, reduzierter Zugsverkehr, Grenzquälereien. Ebenso unmenschlich wie seinerzeit der Schützengraben, das Signal an den Verkehrswegen auf „Halt!", und nur Spekulanten, Schieber, Geschäftemacher ertrugen diese Lasten, wie man die Plagen und Mühen des Erwerbs erträgt. Das Reisen hatte noch immer aufgehört, ein Vergnügen zu sein,-auch die Hinterlandsinsassen, -während des Krieges zwischen Grenzbarrieren gesperrt, sähen, daß diese ncch weit davon entfernt, sich zu öffnen, und erstickten den aufsteigenden Reisedrang. Tann gingen die Grenzschranken, aber auch die Valuten in die Höhe, man hätte Kisten hexischer Valuten, Kronen oder Mark mitführen müstön, um im Auslande zu leben. Das Ausland jedoch strömte in Masten herein, überflutete die Grenzen, nach Oesterreich, nach Deutschland, für welche der venezianische Frühling, der ägyptische Winter, der Südtiroler Herbst endgültig, auf ewig zu verlöschen schienen. Das alles ist nun wieder aufgegangen, ewig jung und ewig schön, doppelt herrlich, weil ohne Agio. Man möchte Deutschland um sein Schicksal, eines der teuersten Länder der Welt zu sein, beneiden. Jetzt erst ist Wandern Müllers Lust. Wie blüht die Riviera in ganz besonders verschwenderischer Ueppigkeit, wie glutrot sindie Rosen, wie milde und sanft streichelt die Riviera, wie kosen die Meeresstillen, wie amüsiert Paris, wenn beim Umwechseln, beim Eintritt in -das Paradies nichts verloren geht, ja, wenn die Gold- -mark -das alles, alles billig kaufen kann. Tauü ist Reisen ein Vergnügen. Dann wird das Wort „Vergnügungsreise" zum Wahr- und Wahlspruch und aus dem Norden rollen vollbesetzte Schlafwagen, Speisesalons, Conpees aller Klassen in glückliche Gegenden und glückliche Preise. Dann enthüllen sich alle Tugenden, die man dem Reisen zubilligt. Dann erweitert es den Horizont, bildet, erzieht zur Selbständigkeit, zur großzügigen, weltmännischen Einstellung. Wie gerne lernt man Land und Leute kennen, wenn man dies zu kulanten Preisen besorgen kann. Niemals sähen wir in den großstädtischen Straßen so viele mit leichtestem Gepäck reisende Fußgeher auf weiter, weiter Wanderschaft. So viele Globetrotter, abenteuerlich kostüutiert, Reisegesellschaften, die in einem grünen-, Zitkuswagen durch die Welt fahren. Die Eisenbahn genügt längst nicht mehr, auch nicht Luftschiff und Auto, das Motorrad rast durch das Gebirge, der Reifeomnibus gondelt über Berg und Tal, und wer nichts anderes aufbringen kann als seine beiden Beine. der zieht zu Fuß um und durch die Erde . .. Und wer nicht einmal seine Gliedmaßen in Bewegung zu setzen vermag, der studiert das Kursbuch, stellt Touren zusammen, träumt von der Ferne, während er sich dieser Reise auf dem Papier hoffend hingibt. Täuschen wir uns nicht darüber, daß das Reisen sich zwischen der Zeit der geschlossenen Schranken erheblich geändert hat. Es geht in die Tiefe, in die Breite, in die Weite. Es ist längst nicht mehr eine exklusive Angelegenheit von Leuten, die dem Frühling pnd denk Sommer mit reichen Kreditbriefen Nachreifen: Die Hotels klagen über ,-schlechtes Publikum". Die Eisenbahn ist ei» allgemeines Verkehrsmittel geworden, wenn auch vor atftiüt ein Verkehrsmittel dritter Klasse, und i» Oesterreich und Deutschland könnte, ohne daß es weiter ausfiele, die für Luxus reservierte erste Klasse ganz ausgelassen werden. Wenn eben jetzt neben anderen Fremden insbesondere jene aus Deutschland und Oesterreich in Paris zusammenlaufen. so ist es durchaus nicht das „Vorkriegsreisepublikum", n'cht Viveurs, nicht HoHzeitspaare, nicht Geschäftsreisender nicht Aristokraten und 10. Jänner 1926 Nr. U19 freie Künstler füllen die Hotels: Der Reisedrang hat Masse« aufgewühlt, tief hinunter und hoch hinauf. Aus kleinen Verhältnissen, aus engen Bureaus, aus bescheidenen Stuben, ja aus Werkstätten gehen sie auf die Reise, auf die Wanderschaft, um einen Urlaub, aber auch unt ein sogenanntes neues Leben zu suchen. Dieselben kleinen Leute, dieselben Desperados, dieselben Glücksjäger haben de« Lido bevölkert und die Alpen. Man reist in Massen. Und deshalb ist man -berechnender, solider, sparsam. Die Geldmittel sind oft nicht für ein paar Bergnügungswochen bestimmtes Urlaubsgeld, sondern Grundlage einer neuen Existenz. Es mutz reichen. Bis die Stelle, der feste Lebensunterhalt gefunden ist, darf nichts leichtsinnig verausgabt werdet!. Aber, so fragen wir, ist -es nicht bereits Leichtsinn, mit immerhin beschränkten uitb mühsamen Ersparnissen in die Welt zu reisen, die Heimat zu verlassen? Zweifellos ist -der Mensch -leichter, -wenn auch nicht leichtsinniger, ist er agiler geworden. Ju der Zeit der fest-geschlossenen Grenzschranken hat auch -er sich geändert. Nicht nur die technischen, s-nderu auch psychischen, subjektiven Hemmungen des Reifens scheinen überwunden: Das Gepäck, der Ballast ist untergewichtig geworden mtb unter diesem Ballast ist nicht etwa nur Kv-ffer und Reisetasche, sondern auch Heimatsgesühl, Bodenständigkeit, Existenz, Heimweh zu verstehen. Ja, die Heimat ist im Werte gesunken. Sie weigert sich, ihre Kinder zu ernähren. Und so kehren ihr die Kinder den Rücken. Sie haben sich auf die Dauer abgewendet. Diese Reisefehnfncht, -die uns nun selbst von der „Vergnügungsreise" in ein entfernteres, anderes Gebiet getragen -hat, ist ans Miß-koujunktur, Krise, aus dem traurigen- Zeitalter der zertrümmerten Existenzen aufgestiegen. Wer nichts zu verlieren hat, der läßt auch nichts zurück. Der nimmt nicht allzu viel auf die Fahrt mit, am allerwenigsten Rührseligkeit- und Heimweh. Aber sie sind dennoch weit -entfernt, sozusagen, die ,-Brücken hinter sich äbzubrechen". alle die Existeustosen, -die in fremde Gegenden fahren. Es ist ein Versuch, dent freilich nicht die ernste Absicht fehlt. Wenn er aber fehlschlägt — nun, daun werdeit sie -ebenso leicht, wenn matt will: ebenso leichtsinnig, wie sie hinaussuhren, wieder zurückkehren, lvevden-, gegen ihren Willen, aber nicht gerade unwillig, eine Vergnügungsreise unternommen haben und werden sich heute -oder morgen wieder in den Zug setzen und wieder dävonfahr-sn, wohin sie Chancen und Reiselust leiten. Tenn mögen sie auch durchaus zweckmäßig, folgerichtig, -materiell und vernünftig -das „neue Leben" 'beginnen, in das man notwendigerweise mindestens mit dem D-Zug fahren muß, so ist in diesem Kalkül -dennoch die Abenteurerlust, die Sehnsucht nach dem Wunderbaren, die Begierde, aus der etwas langweiligen Ordnung zu entgleisen, Gewohnheit gegen Ungewohntes zu vertauscheit und daher vor allent d'e Landschaft zu erneuen und $u wechseln, eingeschlossen. Cs ist nicht nur die Reffe, es fft vor allem die weite Reise, das Sehnen und Greffen nach den exotischesten und entferntesten Gegenden, die . plötzlich, etwas unerwartet gegenwärtig ist: Da fitlden wir die Einladungen zu beit Gesellschaftsreffen nach Indien, nach Ostasien und die Fährt in die fernste Ferne ist nicht weniger organffiert als die kleinen Fahrten durch Europa^-- Alan refft also wieder. Und zwar in erhöhtem Maße. Der Reiseverkehr hat fieberhaft beschleunigten Pulssch'ag. Ueber alle Einschnitte der Saison, der deklarierten „Reisezeit" hinweg. Alle M-onatstage des Jahres sind Reisetage, mit den Luxusreisenden fährt der Auswanderer, mit dem Auswanderer der Urlauber. In nordischen Schnee und Tropenfommer, in das lärmende, jagende Treilben anderer Zentralstädte, in die Wüste, in die frü-hlingshafte Milde der Rivi va. Das Leben ist schwerer, der Mensch fft leichter geworden, die Heimat teurer, das Reisen billiger. So kommt es, daß nicht nur „Reffende", sondern ganze Massen ins Rollen geraten. _ 8!u erfolg der medizinischen Shemie. Von fachlicher Seite wir uns mitgrteilt, daß es dem Leitee der Grazer zahnärztlichen' Universitätsklinik, Herrn Prof. Dr. F'.anz Trauner, rat Verein mit dem Chemiker der chemisch-pharinazeutischen Landcsanstalt in Graz, Herrn Dr. W i s ch o, gelunqen ist, ein Präparat herzustellen, welches die Bild-ung von Zahnstein zu verhindern imstande ist, ohne hiebe-i die Zahnjubstanz (Zahnschmelz) anzugreifen. - Es ist dem breiteren Publikum nur wenig bekannt, daß die Zahnsteinbild-ng, an welcher viele Menschen leiden, ein Zu-aickweichen des Zahnfleisches zur Fo'ge hat -und damit das Lockern der Zähne uitd ihr frühes Ausfallen noch vor dem eigentlichen Altern des Menschen verursacht. Wie bekannt, ist die Ursache für die Entstehung des Zahnsteines in der Zusammensetzung des Speichels und den Verhältnissett der Mundhöhle zu suchen und stellt sich ein weißer Zchnbelaa hauptsächlich an jenen Sellen var, die vom Kauakt nicht betwssen werdet!, hervorgerufett durch Urberjchuß an unverbrauchten Kalksalzen. Wie die erwähnten Forscher auf rein w'ss-enschaftlicher B sis festgestellt haben, ist hiebei die interesstne Tatsache zutage gefördert worden, -daß fast allen ähnlichrtl Präparaten eitt zahnstem« lösende Wirk^'ng überhaupt nicht zukotmnt und nicht zukontmen kann, da sie in der Regel Bestandte-ile enthalten, welche die Zahnstembll-dmtg sogar fördern. Das neue Präparat, welches unter dein Namett „Professor Dr. Trauners zahttsteinlösettde Teml- Zahnpasta" seit kurzer Zeit dem Handel zugeführt wurde, weuht in seiner Zusammensetzung von den bisherigon Zahnputzm'tteln vollständig ab und hat infolgedessnt keine schaumende Wirk mg. lvas bisher vont Publikum stets von einen! Zahnputzmittel fahchlicherweise verlangt murdo. Soivohl die Wiener zahnärztliche Kl mk als auch einige ausländische Kl'uikeu haben die unb d ngt zamlsteinlösende Wirkung dieses Prävarats anerkannt. Wir stehen somit hier vor einer auf wissewchastlicher Forschuna.b'-r-henden Neuh.'it, die dm österreich'sch^'! Vertretern der >ned:z-n.scheu und chemischen Wiss-.nschaft zur Ehre gereicht -und ihren Ruf zu vemehren geeignet ist. Literatur und Prospekte versendet aus Wunsch kostenlos Dr. Bari. Wien. L. Bcz., Schlösselgasse U.