Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1926-01-09 · Heft 2471 (9.1.1926) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2471 (9.1.1926)
Date
1926-01-09
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2979076-2981549-2981558--25171-3012790
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

I Polen;~2S groaäy | Wien: ZumAfcholen in dcf Expedition, ILTabotsti. 1*3, oder in einer Verschleisstelle (Trafik) monatl. 5 Schilling Strassenverkaut in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied, j„ Woüzelte 11 Mit Posfversand für Wien und Veite eich monatlich b Schilling isch echo-Slowakei: Mon. K22. Jugoslawien: Mon. Din. 60. Polen: Mon, SZloty. Deutschland: Mon. Gm. 4. Frankreich. Belgien: Mon. Fr«. 18 ^rhObanaea Vorbehaltes . Wiener Morgmxettung unoiiii England: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl 18 Lire: Ru tnänfen: Mon. 170 Le). Buigarfen:Mon.lOOLew£, Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration Wien,ll.TaborshM Telephone: 44*0*38,43*3*19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2*82 IX.. Universitatsstrasse 6-8 (D uckerei lg. Steinmann) Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 »r. 2471 Wien. Samriag. 9. gSuner 1926 8. Jahrgang Ae jüdische nationale Heimstätte in Palästina. EsrglandS Antwort auf -ns Weizmnnn- Memorandum. Wie voit uns am 7. Jauner mitgeteklt, werden eben in London die Protokolle der siebenten Session der Mandatskommission des Völkerbundes veröffentlicht. In diesem Material ist auch eine Erwiderung der britischen Regierung auf die Beschwerdeschrift der Zionistischen Organisation, die im September v. I. von Doktor Metz mann übergeben wurde, enthalten. In der Antwortfchrist der britischen Regierung heißt es: Was die Höhe der von der Palastinaregierung für die jüdische Erziehung aufzuwendenden Betrage betrifft, so ist die Regierung außerstande, der Ansicht zuzupimmeu, daß sie irgendwie verpflichtet sei, die für die Bedürfnisse der Bevölkerung aufzuwendenden Beträge proportionell zur Zahl jedes Teiles der Bevölkerung auszugeben. Einzig maßgebend waren die Höhe des verfügbaren Betrags und die Bedürfnisse des Landes. Die Palastinaregierung deckt aus dem Erziehungsbudget ganz oder zum Teil die Ausgaben jener Schulen, die ganz ihrer Kontrolle unterliegen. Sie wendet auch einer Anzahl Schulen, die ihrer Kontrolle nicht ganz unterliegen, aber in gewissem Matze unter der Aufsicht der Regierung stehen, kleinere Betrage zu. Hierbei macht die Regierung keinen Unterschied zwischen jüdischen und anderen Schulen. Mehr als 60 Prozent aller Zuwendungen an nichtstaatliche Schulen erhalten die jüdischen Schülen. Es ist aber Tatsache, daß die Schüler jener Schulen, die von der Regierung ganz oder zum großen Teil erhalten werden, mit wenigen Ausnahmen Araber sind. Das hat seinen Grynd darin, daß die Juden die unter privater Kontrolle stehenden Schulen den Staatsschulen vorziehen. Bei der gegenwärtigen Lage der Fi- «anzen der Palästinaregierung ist nur w e n i g A u ssicht vorhanden, daß in nächster Zukunft größere Beträge für Erziehungszwecke aufgewendet werden. Wenn zum Beispiel bestehende Schulen geschlossen werden würden, so könnte man mehr für die jüdischen Schulen aufwenden. Was die Frage der Erfüllung der Bestimmungen des Artikels 6 des Mandats betreffend die geschlossene Ansiedlung von Juden auf dem Lande betrifft, so möchte die britische Regierung folgendes Vorbringen: Sie bedauert, die Feststellung von Sir Herbert Samuel auf Seite 32 seines Berichtes über die Palastinaverwaltung in den Jahren 192« bis 1925 bestätigen zu müssen, daß w dieser Beziehung ernste Schwierigkeiten bestehen. Der größte Teil der Staatsländereien in Palästina wird bereits von Teilen der Bevölkerung in Besitz gehalten; diese Einwohner haben ein gewisses moralisches, in den. meisten Fällen auch faktisches Recht ans den Boden. Man kann sie unter diesen Umstände» ihres Besitzes nicht berauben, um das Land der jüdischen Ansiedlung zur Verfügung zu stellen; denn auf diese Weise wttrhe ja eben Artikel 6 des Mandats verletzt, der vorsieht, daß bei der Landzuteilung an Juden die Rechte und die Lage der anderen Teile der Bevölkerung nicht angetastet werden sollen. Die Palästinaregierung erwartet, daß die Zionistische Organisation hier die Initiative ergreifen und. konkrete Vorschläge machen wird. Bor kurzem ist die Organisation Wieder an die Regierung mit der Bitte herangetreten, ihr eine große Landfläche im Süden des Landes für Ansiedlung zur Verfügung zu stellen. Die Angelegenheit wird jetzt vom Oberkommissär geprüft. Die britische Regierung erklärt, daß sie alles, was in ihrer Macht liegt, tun wird, nm die Bestimmungen des Artikels 6 des Mandats zu erfüllen. Zadravecz und Windischgratz. Ser Andapester Feldbischos vor dem Uotersuchimgrrlchter. — Wie Frankreich Wer die FSlschnngsafflire dentt. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Budapest, 8. Jänner. Der Untersuchungsrichter hat heute die Verhöre abgeschlossen. Besondere Neuigkeiten haben sich nicht ergeben. Unter den heutigen Verhören war wohl die Einvernahme des römisch-katholischen Feldbischofs Zadravecz am sensationellsten. Einige der gestern verhafteten Personen hatten nämlich angegeben, daß er von den Fälschungen Kenntn is gehabt habe. Der Bischof erklärte heute dem Untersuchungsrichter, daß er tatsächlich von dem Ziele Kenntnis erhalten habe, mit dem die Beschuldigten sich verteidigten, daß er aber, als er aus gewissen Umständen erfuhr, mit welchen Mitteln man dieses Ziel erreichen wolle, die weitere Mitwirkung abgelehnt habe. Das über das Verhör mit dem Bischof aufgcnommene Protokoll wurde behufs Beurteilung der darin enthaltenen Aussagen an das für den Bischof kompetente Mrlitärgericht weitergeleitet., Die amtliche französische Auffassung. Paris, 8. Jänner, (Tschechoslowakisches Pretzibureau.) In der Affäre de»-ungarischem Gehdfälschungen wird an maßgebender französischer Stelle daraus hinge-, wiesen, daß man zwischen der geeicht 1 ichen gdet kriminelle» Frage und der politischen Seite unterscheiden-müsse. Nach der kr i m i n el le n Seite, sagt man, ist die Untersuchung bisher nicht beendet, und man kann nicht im voraus sagen, wie das Schlußergebnis sein wird. Gerade deshalb muß man auch nach der anderen Seite hin die größte Vorsicht und Reserve an den Tag legen. Dem Vertreter des tschechoslowakischen Pretzbureaus in Paris wurde an amtlicher Stelle erklärt, daß die französische Regierung bisher keinen Beweis über eine kollektive Verantwortlichkeit der ungarischen Regierung an der Affäre habe und daß sie vorläufig auch an eine solche M i t b e t e i l igung nicht glauben wolle. Es wird allerdings bemerkt, daß man auch hier zwischen der gemeinsamen Verantwortung der ganzen Regierung und der persönlichen Verantwortung einzelner politischer Persönlichkeiten unterscheiden müsse. Ae jüdische Nationalversammlung in Palästina. Weizmann zur Eröffnung eingeladen. Jerusalem, 5. Jänner. (I. T. A.) Der Waad Leumi (Nationalvat der palästinensischen Juden) hat den Präsidenten der Zionistischen Weltorganisation Dr. Chaim Weizmann gebeten, nach Palästina zu kommen, um der Eröffnung -er neugewählten jüdischen Nationalversammlung (Assefath Hanilvcharim) beizuwohnen. Die Eröffnung der Nationalversammlung findet am nächsten Montag statt. Die erste Session loird sehr wichtige Probleme z» behandeln haben. Wie die I. T. A. erfährt, kann Dr. Weizmann der Einladung nicht Folge leisten. Er wird erst unmittelbarvorseinerAmerikareise Palästina besuchen. Tic Masfenwauderung aus Polen nach Palästina. Warschau, B. Jänner. (I. T. A.) Im Jahre 1925 sind durch Vermittlung des zentrale» Palästinaamtos in Warschau 17.731 Juden aus Polen nach Palästina gezogen. Im Jahre 1924 stellte Polen 7987 Palästinawanderer. — Im Dezember 1925 wanderten 968 Inden aus Polen nach Palästina aus. Weiter wird an französischer verantwortlicher Stelle betont, daß es sich empfehle, vorläufig die Affäre als eine vor allem innere ungarische Angelegenheit zu betrachten und daß nach dem bisherigen Stand der Dinge nicht behauptet werden könne, es handle sich um eine politische, wissentlich gegen Frankreich gerichtete Aktion. So betrachten auch die verantwortlichen französischen Faktoren diese Angelegenheit. Die amerikanische öffentliche Meinung fordert den Rücktritt des ungarischen Gesandten Grafen Szechenyi. Rew-?)ork, 8. Jänner. Die gesamtc ameritanische Presse bespricht in sensationelle» Artikeln die ungarische Frankensälscherassäre. In allen Ausgaben werden genaue Telegramme über die einzelnen Phasen des großen magyarischen Skandals registriert. Besonders sind es die New-Aorker Blätter, die sich mit der Angelegenheit sowohl aus finanzwirtschastsichen als auch aus weltpolitischen Gesichtspunkten befassen. „Rew-Zork Times" wirft in einem aufsehenerregenden ArMM die Frage auf, welchen Einfluß die Tatsache, daß der ungarische Gesandte in Washington Graf Ladislaus Szechenhi ein Schwager des Prinzen Win di sch grüß ist, aus seine Stellung üben weche. Es ivird unumwunden der Meinung Ausdruck gegeben, daß nicht so sehr die Verwandtschaft als der Umstand, daß Graf Szechenyi dieses Verwandtschafts- Verhältnis gerade in letzter Zeit sehr stark hervorkehrte und sich durch seinen Schwager, de» Prinzen Windischgratz, in manchen politischen Fagen beeinflussen ließ, die Stellung des ungarischen Gesandten in den Bereinigten Staaten erschüttern müsse. Besonders Umft es jetzt dem Gesandten Grasen Szechenyi übel angerechnet, daß er mit auffallender Energie die Einreisebewilligung für den Grasen Michael Karolyi und seine Gattin Hintertrieb, wobei daran erinnert wird, daß es wieder der jetzt verhaftete Prinz Windischgratz war, der seinerzeit als erster in der ungarischen. Nationalversammlung den Antrag auf Konfiskation der Güter des Grasen Karolyi gestellt hatte. Es ist nicht ohne Interesse, daß in den nächsten Tagen der Oberste Gerichtshof von Amerika sich mit einer Klage der Gräfin Karolyi gegen den Staatssekretär Kellogg wegen Verweigerung des Visums zu befassen haben wird. Der Rechtsvertreter der Frau Karolyi, der gewesene Minister im Wilson-Kabinett, Curtis, weist in seiner Eingabe auf die Zusammenhänge zwischen Windischgratz und Szechenyi hin, und es wird in der amerikanischen Presse als sicher angenotnmen, daß jetzt nach der Aufdeckung des Frankenfälscherskandals in Budapest der Staatssekretär Kellogg seine Entscheidung werde zurttckziehen müssen. Die französischen Kriminaladerbeamten referieren dem Pariser Chef. Paris, 8. Jänner. (Tel.-Komp.) Die beiden in Budapest mit den Erhebungen in der Frankenfälschungsassäre betrauten Kriminaloberbeamten weilten gestern in Paris, um dem Chef der Sicherheitspolizei über ihre bisherige Tätigkeit Bericht zu erstatten. Auch der französische Gesandte in Budapest, C l i u* ch c u t, sowie Philipp Bert h e! o t befinden sich gegenwärtig in Paris. Wie „Paris Soir" erfährt, habe Clincheut vor feinet Abreise ans Budapest bei der u ll g a r i s ch e n R eg i e r u n g s e h r e u e r g ische Vor st e l l u n g e n erhoben und ihr mitgeteilt, die französische Regierung sei entschlossen, noch weiter zu gehen, falls man den französischen Kriminalbeamten in Budapest Hindernisse in den Weg legen sollte. Die beiden Beamten sind bereits gestern ü b e r I t al i e n wieder nach N n g a v n a b g erei st. Inventurs-Verkauf Alle Waren zu bedeutend tief reduzierten Preisen UM" im Warenhaus MM* iffi Schiff mann II. Taborstraße 48 TelOQbon 47-f-7t iw gro» in detail

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.