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Wiener Morgenzeitung · 1926-01-08 · Heft 2470 (8.1.1926) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2470 (8.1.1926)
Date
1926-01-08
Page
– (sequence 1)
Language
German
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i fpoleti: LS groizyt uiiEnn Wien; Zum Abholen in der Expedition, fl.,Taborstr. 1-3, oder in einer Verschlelsstellc (Trafik) monall. ö Schilling Strassen verkauf in Wien durch (Be Kolporteure der Firma Go I d sehmied, i., Wollzcfle 11 Mit Posfversand für Wien und Oerie reich monatlich 6 Schilling Tschecho-Slowakei; Mon. K 22. Jugoslawien: Mon.Din.60. Polen:Mon. SZloty. Deutschland: Mon. Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. IS Machsahftmgen bei Prelt» erhShan|cB rorbehalie» Wiener Moraemeitung .England: Mon. 4 Schilling, Hallen: Monati. 18 Ute Rumänien: Mon. 170Lei, Bulgarien?Mon.l00Lewt. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration WienJLTaborstr.l Telephone: 44-0-38.48-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102. 25-242 IX., Universitätsstnsse 64 (D.uckerei lg. Steinmann} Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 Rr. 2470 Me«, Freilag, 8. Sännet 1926 8. Jahrgang Me Roteupreffe zuftandegebracht. tä.000 SM falsche Lansendsrankennoten wurde« erzeugt. — Der Wau zu de« FAschungen schau vor zehn Monaten gefaßt. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeltmig".) Budapest, 7. Jauner. Heute abends brachten vier Detektivs eine Kiste ans die Oberstadthauptmannschaft, die die Handpressemaschine enthielt, mit der die falschen Frankennoten hergestellt wurden. Die Handpressrmaschine wurde in einem öffentlichen Gebäude" (gemeint ist wohl das kartographische Institut. Die Red.) beschlagnahmt. Nach einer anderen Version soll die zur Polizei gebrachte Handpresse in z e r b r o ch e n e m I u st a n d bei der Eisensirma R e m e s n. S t e i n gefunden worden sein. Zwei Angestellte des kartographischen Institutes hatten sie der Firma verkauft. Sie war von der Schnellpressenjab r iki n Leipzig nach Budapest geliefert worden. Der technische Angestellte des kartographischen Institutes Ladislaus G e r ö, der eiügestauden hat, die Klischees hergestellt zu haben, gab, wie „Magyar Orszag" meldet, im Laufe seines Verhöres a», er habe die Klischees dem Prinzen persönlich übergeben, und' nachdem er sie wieder zurückbekommen hatte, sei im Einvernehmen mit dem Druckereiarbeiter Spannring nnd mit Hilfe der von ihm verfertigten Klischees mit der Herstellung der Falsifikate begonnen worden. Als die Sache ans Tageslicht kam, sorgte Gero dafür, daß die Klischees und das weitere Material vernichtet werden. Die Klischees wurden in Stücke geschlagen und als Brucheisen an Eisenhandler verkauft. Gero erklärte weiters, daß das ssür die falschen Noten benützte Papier Mr durch die Angestellten des kartographischen Instituts Ha-uptbetriebsleiter Johann B i r ag, Maschinenmeister Ludwig Kitz und Ladislaus Spanring, die Mechaniker Josef Hala und Franz Farrago hergesteltt wurde. Diese sind mich gestand i g. Gerö sagte weiter aus, daß er die für die Papiererzcugnng benützten Maschine« an einen Trödler verkaufte. Die Polizei eruierte heute dyn Trödler und beschlagnahmte die Maschinen, die der Polizei eingeliefert wurde». Die Klischees wurden von jeder Sette und jedem Farbdruck in zwei Exemplaren hergestellt und auf Weisung Geros durch Franz Farrago nachträglich eingeschmolzen und dadurch vernichtet. Gero sagte ferner Ms, daß etwa 25.0VV Stück Tausend franken noten hergestellt wurden, worunter sich jedoch auch mißlungene Exemplare befanden. Die fertigen Banknoten wurden vom Prinzen Windifchgratz aus dem Kellerraum weggetragen. Die Polizei verhaftete die oibgeNMnten Komplicen Gerös. Wie „8Orai Ujsag" meldet, soll der verhaftete A n d o r gestanden haben, daß der Plan zur Fälschung schon vor zehn Monate »ge faßt worden sei und daß hievon auch Polizeichef N a d o s s h Kenntnis gehabt habe. Andor und Raba seien wiederholt damit bettaut worden, die falschen Frankennoten im Ausland zu placieren »nd dort Papier zur Herstellung der falschen Noten zu beschaffen. Auch Prinz Windifchgratz und Nadossy hätten hievon gewußt. N a d o s s y habe ihnen sogar für ihre Reisen immer die entsprechenden Weisungen gegeben. In den Abendstunden erschien einer der in Budapest jveilenden französischen Geheimpolizisten auf der Oberstadthauptmannschaft und übergab dem Oberstadthauptmann Dr. M a r i n o v i ch eine umfangreiche Liste weiterer verdächtiger Personen, deren Namen die französischen Detektivs aus Grund des Geständnisses des im Haag verhafteten Obersten I a n k o v i ch znsawmengestellt haben. Heute abends wurden drei weitere Angestellte des Militärgeographifchen Institutes verhaftet. Ferner wurde der Chemiker und Ingenieur Andreas Farago festgeuommen, der ein Direktions- Mitglied des Kohlensyndikats ist, an dessen Spitze Ludwig W i n d i s ch g r ä tz und der Abgeordnete Georg Szmrecsanyi standen. BeorchtevftiritttNfl in Pavis. P a r i s. 7. Jänner. Die Polizeifunktionärc Benoit und V i d a l sind nach Paris zurückgekehrt und haben dem Direktor des allgemeinen Sicherheitsdienstes über die Resultate ihrer Mission in der Angelegenheit der Herstellung der falschen Tausendfrankennoten in Ungarn Bericht erstattet. Die Luiersuchnng in Wien. Wmdischgrätzsche Telegramme beschlagnahmt. Wie bekannt, Hat auch die Wiener Sicherheitsbehörde in ihrem Amtsbereich über Ersuchen der französischen Organe Untersuchungen über die Geldfälscherafsäre angestellt. Es wurde erhoben, daß Prinz Windifchgratz im Dezember dreimal in Wien geweilt hat. Cr hat von hier Ms verschiedene Telegramme an seine Komplicen anfgegeben. Die O r i g i n a l e dieser Depeschen wurden saisiert. Windifchgratz hat vor kurzem Mch mit der österreichischen Finanzverwaltung Fühlung genommen. Er bot sich ihr als Unterhändler Or eine Frankenanleih e an.; '■ V, Abänderung der amerikanischen kinwanderungsgesetzer? Ein Antrag im Senat. Paris, 7. Jänner. Nach einer Meldung der „Paris Times" aus Washington, hat Senator Wadsworth dem Senat einen Gesetzentwurf vorgelegt, durch de» das Einwandernngsgesetz in liberalem Sinne geändert werden soll. Der Prozentsatz der Einwanderung soll nicht davon abhängen, wieviel Verwandte der Betreffende in den Vereinigten Staaten hat, sondern jeder Europäer oder Asiat«, gleichgültig w e l ch e r R a s s e, soll einwandern können, wenn er den Nachweis erbringen kann, daß er e i n e n Verwandten in den Vereinigten Staaten hat. Der Senator beruft sich auf die jüngste Botschaft des Präsidenten Cool!dgc, in welcher er die Amerikaner mrffordert, sich der Verpflichtung gegenüber der Menschheit zu erinnern. Die Kriegsschulden a» Amerika. Washington, 6. .Jänner. (Wolfs.) Der Ausschuß für Mittel und Wege Ginanzausschuß) hat beschlossen, dem Repräsentantenhaus die Annahme der Kriegsschuldenabkommen mit Belgien, Lettland, Estland, Italien, Rumänien und der Tschechoslowakei zu -empfehlen. Aaatsfekrrtiir Kellogg vor dem Sderftr« Gerichtshof. Wegen der Einreiseverweigerung der Gräfin Karolyi. Washington, 7. Immer. (Tel.-Komp.) Der Oberste Gerichtshof hat Staatssekretär Kellogg für den 4. Februar vorgeladen, nur ihn über die Gründe seiner Ablehnung des Sichtvermerks zur Einreise in die Vereinigten Staaten an die Gräfin Michael Karo l y -i zu verhören. Rach verAfchem »orbffd. Achmed Zogn will König von Albanien werden. London, 7. Jänner. (Tel.-Kornp.) Blättertelegramme aus Durazzo zufolge hat Präsident Achmed Zogn B e i die Absicht, sich demnächst i m W e g c e i n e s P u tsches znm König von Albanien ausrufen zu lassen. Achmed Zogn Bei hat bereits seine Emissäre in die Nachbarländer geschickt, um den bevorstehenden Wechsel der Staatssarm in Albanien den Regierungen der Nachbarstaaten anznkündigen.. Für Paueuropa. Berlin, 7. Jänner. Der „Berliner Lokalanzeiger" Meldet aus New-Iork: Unter dem Vorsitz von Prof. Duggan vom Internationalen Erziehungsinstitut fand Mittwoch die konstituierende Sitzung des amerikanischen Hilfskomitees der Paneuropa-Unro» statt. Coudenhove-Calergi führte dabei aus, daß die Frage, ob Europa den Weg des Friedens oder den des Krieges beschreiien werde, für Amerika nicht gleichgültig sein könne. Dr. Clurence Owen, der Vorsitzende des panamerikanischen H a n d e l s k o n g r e s s e s, erklärte, daß der Weltkrieg nicht ausge'brochen iväre, wenn 1914 die Bewegung bereits bestanden hätte. .Der Hilfsausschuß, dem u. a. General Allen, Pros. BlakeÄee von der Clark-Universität, der Präsidentschaftskandidat Davis, der frühere Donaukommissär Walker, der frühere Botschafter Strauß und, der Bankier Wabnrg angehören. beschloß sodann die Gründung von Ortsgruppen in allen Teilen Nordamerikas. Krmmrrer informiert sich siber die Wirtschaftslage der 8nde«. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) WarschM, 7. Jänner. Der hier weilende amerikanische Finanzexperte, Pros. K e m mere r, hat eine längere Unterredung mit'dem Abg. Wislieki über die gegenwärtige Lage der jüdrschen Kaufmannschaft in Polen. Prof. Kemmerer ' nahm die Informationen mit großem Interesse. entgegen. . rer rwaug-meife »«kauf Misch« «sit« aufgehobeu. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) WarschM, 7. Jänner. Vor dem Verwaltturgsgerichtshos fanden jüngst mehrere Verhandlungen gegen die Verfügung der Landwirtschastsamter in Kleinpolen statt, betreffs des Zwan-gsverkänses j ü d i s ch e r G ü t e r unter dem Borwande einer schlechten Bewirtschaftung. Die jüdischen Klägeparteien vertrat Abg. Dr. S o mme rstein. Nach längerer Beratung hob der Verwaltungsgerichtshof sämtliche Urteile der klompolnrschen Larrdwirtschafisamter Ms, welch die Mischen Gutsbesitzer zwn zwangsweisen Verkauf ihrer Parzellen verhalten haben, wodurch eine größere Anzahl jüdischer Gutspächter und Landwirte vor der Vernichtung ihrer Existenz bewahrt bleibt. ' Mr. Rad — d« neue Berater der Nationalbaut. Da der Berater der österreichischelt srationalbank Professor tau Gyn um Enthebung von seinem Posten gebeten hat, ist die Bestellung eines neuen Beraters notwendig geworden. In einer gestern an den Bundeskanzler gerichteten Zuschrift hat Generalkouumssär Dr. Zimmer man für diesen Posten Mr. Robert Charles Kay nominiert. Auf Grund der Statuten der Nationalbank wird bekanntlich die Ernennung des Beraters aus Vorschlag der Bundesregierung vollzogen. ■ Mr. Robert Charles Kay ist eines der angesehensten Mitglieder der Londoner Bankwelt. Mr. Kay ist 52 Jahre alt. Seit 189ü in verschiedenen englischen Privatbanken tätig, hat er seine ganze geschäftliche Laufbahn im Bankfach zurückgelegt. Die letzte Stellung, die er bekleidete, war die eines Direktors der Londoner Abteilung der National Bank of Turkey. In dieser Stellung hat Mr. Kay von IM bis. 1925 gewirkt. Mr. Kay steht mit allen maßgebenden Faktoren der City in intimer Fühlung und genießt ihr volles Vertrauen. Zu' erwähnen ist noch, daß Mr. Kay die deutsche Sprache vollkommen beherrscht. Mer« Brotpreir ad« minderes Srwichk. Infolge einer Eingabe der Bäckergenossenschaft an die Preisprüfungsstelle wegen Neuregelung'des Preises für Brot und Weißgebäck fand gestern vormittags im Bundeskanzleramt eine Besprechung der beteiligten amtlichen Stellen statt. Es wurde kein definitiver. Beschluß gefaßt. Es besteht das Bestreben, keine Erhöhung des Brotpreifes zu gestatten, sondern zur Ausgleichung allfälliger Mehlpreiserhöhungen entsprechend kleine Gewichtsverminderungen bei Brot und Weißgebäck zuzulassen. Natürlich würden diese Gewichtsverminderungen der schärfsten Kontrolle unterliegen. Als Begründung der Neuregelung wird angeführt, daß die M e h lpreise schon seit zwei Monaten im Steigen .begriffen seien.

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