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Wiener Morgenzeitung · 1926-01-07 · Heft 2469 (7.1.1926) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2469 (7.1.1926)
Date
1926-01-07
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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j Poien; aS aioizyl Wi en: £.üm ADholen in der Expedition, ILTabotstr. 1-3, oder in einer Verschldssteile (Trafik) monatl. 5 Schilling Strassenverkaui in Wien durch die Kolporteure der Firma 0 o I dschmicd, >., Wollzeile 11 Mit Pos versand für Wien und Oe te eich monatlich o ocliilling Tschecho-Slowakeh Mon.K22. Jugoslawien: Mon.Din.60. Polen:Mon. 5Zloty. Deutschland:, Mon. Om. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 16 ftaduaJiitmgen bet 11 e I o» erbObnn<?ci> Vorbehalte» Wiener orgenseilung ijjjiMdjrj England: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl. 18 Lire: Rumänien: Mon. 170Lei. Bulgarien Mon.lOOLewt. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaidion, Administration Wien, II. Taborsir* t Telephone: 44-0-38,43*3*19 Ab 6 Uhr; 21-102, 25*2*82 .. Universitätsstrasse 6-8 ickerel lg. Steinmann) iierreichisches Postspar* i a^en-Konto Nr. 150.693 Rr. 2469 Me». Sonnenlos, 7. Rauer 1928 8. Üabrgan« Brillnd übet die Frankeufölschyngen. Bisher Fölschuugen in der Höhe von 29 Millionen Franken seftgestellt Paris, 8. Jänner. Ministerpräsident Briand empfing heute in seiner Eigenschaft als Außenminister am Quai d'Orsai die Vertreter der französischen und ausländischen Presse, um ihnen Mitteilungen über die ungarischen Frankenfälfchungen zu mache». Ein Teil der Informationen wurde für vertraulich erllärt. Briand gab bekannt, daß auf Grund der von den verschiedenen auswärtigen französischen diplomatischen Vertretungen bis vor Beginn der Pressekonferenz eingelangten Berichten von den französischen Gesandtschaften in den verschiedenen Ländern bisher falsche Frankennoten im Gesamtwerte von zwanzig Millionen Franken agnosziert und aus dem Verkehr gezogen wurden. Der erst vor einigen Tagen ernannte neue französische Gesandte in Budapest, George C l i n ch a n t, wurde behufs Berichterstattung und Entgegennahme neuer Direktiven nach Paris berufen. Dem Bericht des Budapester Gesandten und den an° knüpfend daran durchgeführten interministeriellen Beratungen wird in hiesigen Politischen Kreisen große außenpolitische Bedeutung beigemessen. Daß man auch in Budapest die Bedeutung der bringenden Berufung des französischen Gesandten nach Paris nicht unterschätzt, wird in hiesigen parlamentarischen Kreisen aus dem Umstand gefolgert, daß das anfangs , ■ schleppende Tempo der Untersuchung, das die Klarstellung der Affäre eher hinderte als förderte, in dem Augenblick lebhafter wurde und zur Verhaftung des Prinzen Windischgrätz und des Landespolizeichefs N ad o s s y führte, als bekannt wurde, daß Gesandter Clinch a n t dringend nach Paris berufen worden seL Hamdllkchsuchuns im Schlosse Windischgrätz. Auf der Suche nach der Fälschevwerstatte. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) B u d a p e st, 6. Jänner. Heute wurde mit den Er« Hebungen ün SarospatÄer Schloß des Prinzen Windischgrätz, das seinerzeit ün Besitz des Fürsten Franz Raloczy war und das als mittelalterlicher Bau weitläufige unterirdische Gänge und Kasematten hat, begonnen. Heute arbeiteten dort den ganzen Tag 28 Geheimpolizisten sowie die Emissäre der französischen Polizei. In einer der Kasematten soll nach Angabe eines ' früheren Angestellten des Prinzen ein Tqil der Fälscherwerkstätte untergebracht gewesen sein. In Budapest selbst.wurde« keine neue Hausdurchsuchung und auch keine besonderen Verhöre vorgenommen. llntersuchvmen in Stollen. Ein französischer Polizeibeamter in Mailand. R o m, 6. Jänner. Zu der ungarischen Frankensälschungsasfiire berichten die Blätter, daß in Mailand ein französischer P o l i z e i b e a m t er eingetwffen sei, um dort die Spuren dieser Attion zu verfolgen. Vom 12. bis 18. Dezember 1925 seien in Mailand vier Ungarn gewesen, die der Falscherbande angehörten und die nach den Verhaftungen im Haag telegraphisch aufgesordert wurden, Mailand zlr verlassen und das Geschäft stehen zu lassen. Sie seien vorher in Turin gewesen, wo sie keine Gelegenheit hatten, die Falsifikate abzusetzen. Ueber den Umfang ihrer Erfolge in Mailand' fei nichts Gewisses bekannt, doch schätze man, daß sie dort Banknoten im Betrage von 200.000 Franken ausgege« ben haben. Die jüdische nationale Heimstätte in Palästina. Die Debatte in der Mandatskommission. London, 6. Jänner.' Die Jüdische Telegrap'henagentur veröffentlicht einen genauen Bericht über die Verhandlungen der permanenten Mandatskommission des Völkerbundes betreffend d.is Palästinamandat. Die Palästinadebatte der Mandatskommission fand in der vom 19. bis 30. Oktober dauernden siebenten Session statt und wurde in Anwesenheit des Vertreters der britischen Regierung Ormsby Gore durchgeführt. Im Verlause der Debatte warf zunächst das Mitglied der Kommission, Herr Palacios, die Frage der lokalen Verwaltung in Palästina auf uns wies -darauf hin, daß die arabische Bevölkerung sich darüber beschwert, daß sie in ihren Rechten verkürzt werve Ormsby Gore antwortete: Die Verwaltung sieht st r e n g e d a r a u f, daß jedes Element der Bevölkerung angemessen vertreten wird. So i st z u m Beispiel der Bürgermeister von Jerusalem trotz der gros;en jüdischen Majori t ä t e i n Mohammedaner. Die Verwaltung sieht jedoch nicht die Notwendigkeit, sich allzu sehr einzumengen, weil jeder derartige Schritt eine Einmengung in eine Ange-- legetcheit, die drei v e r f ch i e d e n e B e v ö l k e r u n g steile betrifft, bedeuten würde. In der Einführung eines neuen Wahlrechtes für die .Gemeinden müsse man sehr vorsichtig sein, weil min leicht bei einem Teil der Bevölkerung Beunruhigung erwecken würde. Doch sei es unrichtig, , daß die Verwaltung'nichts getan habe, um lokale Bertretungskörper tzu bilden. Im Gegenteil, es sind inzwischen 33 arabische, 4 jüdische und eine deutsche Gemeindevertretung gebildet worden. Bezüglich der Frage, was die Verwaltung getan hat. um das j ü d i s ch e n a t i o n a l e H e i m auszu- Vauen, möge die Kommission festhalten, daß unbeschadet aller sonstigen Fragen die Balfour-Deklaratton die Grundlage dafür bildet, daß die britische Regierung die Verwaltung Palästinas übernommen hat. Professor R a p p a r d tritt den von Palästina aus aus- Uesprocheneu Befürchtungen entgegen, als ob die Mandatarmacht dem auf 'das jüdische nationale Heim bezüglichen Teil des Mandates m e h r A u f m e r k s a m k e i t widme als bem arabischen. Im Gegenteil ist es wahr, daß die Regierung für b i e A raber mehr tut. Es muß aber zugegeben werden, daß die Juden aus eigener Kraft viel mehr als die Araber leisten und daß sie unabhängig von der Tätigkeit der Administration sich entwickeln. Das jüdische nationale Heim entwickelt sich, weil die Zionistische Organisation auf der jganjett Welt davan arbeitet und well die Mischen Siedler von einem wahrhaft idealistischen Eifer beseelt sind. Die Verwaltung ^hat, obwohl sie weit entsemk ist, ihre ausschließliche Aufmerksamkeit krem jüdischen Nationalheim zu w idmeu, eine sehr kluge Haltung eingenommen. Aie hat trotz der Mandatsbestimmungen zu jeder Zeit die jüdische Einwanderung reguliert und nicht vergrößert, und sie hat es sogar abgelehnt, den jüdischen Einwanderern freies Land zu geben. Die Klugheit dieser Politik will Professor Rappard nicht bezweifeln. Vom soziologischen Standpunkt aber wachen die Juden viel raschere Fortschritte als die Araber, welche faktisch zurückgeblieben sind und heute auf demselben Stand der Zivilisation sichert wie vor zweitausend Jahren. Daraus resultiert, daß die Fortschritte der Juden nicht der Verwaltung zu danken sind, sondern der jüdischen Initiative. Im Licht der Tatsachen erhält man vielmehr den Anschein, daß die Administration sich nur der arabi sch en Bevölkerung annimmt, welche sich viel langsamer entwickelt als ihre tätige Nachbarschaft. Die arabische Bevölkerung besitz' selbst nicht die FähiMt, sich um ihre eigenen Dinge zu kümmern. Palacios gibt zu, dch die arabische ^Bevölkerung eigene Gemeindevertretungen besitze, jedoch nicht kn den größeren Städten. In diesen Städten leiten nur ernannte Räte die Verwaltung. Dadurch wächst her Einfluß der Beamten und der Zivlladministratton, Las Berrichtfchreiben des Kronprinzen Karol. Bukarest, 5. Jänner. (Orient-Radio.) Das Verzichtschreiben des Kronprinzen Karol an den König hat folgenden Wortlaut: „Mit vorliegendem Schreiben erkläre ich meinen unwiderruflichen Verzicht aus die Rechte, Titel und Vorrecht«, die mir bis zum heutigen Tage gemäß der Verfassung und des Familienstatutes zusteyen. Gleichzeitig verzichte ich auf die Rechte, die mir nach den Landesgesetzen über meinen Sohn «nd sein Vermögen znkommen. Ueberdies erkläre ich, daß ich ans die Rechte, auf die ich freiwillig und aus eigenem Entschluß verzichtet habe, keinerlei Anspruch erheben werde, u«d ich verpflichte mich im allgemeinen Interesse, während zehn Jahren nicht nach Rumänien znrückzukehren, und auch dann nur mit Erlaubnis des Souveräns. Mailand, den 28. Dezember 1925." was der Vertiefung des Unabhängigkeitsgefühles der Bevölkerung nicht förderlich ist. Ormsby Gore stimmt gm Die Kommission möge aber nicht daran vergessen, welchen Schwierigkeiten bei ber Regelung der Einwanderung , das Prinzip der Demokratie begegne in einem Lande mit einer so gemischten Bevölkerung wie sie in Palästina lebt. Die Zionistische Organisation ist nicht mit der Regierung verbunden. Sie ist eine Organisation von Weltcharakter, welche den größten Teil ihrer Mittel von ihren Gesinnungsgenossen in I den Bereinigten Staaten und in Polen erhält. Der Steiger-Prozeß wird SberinM. Warschau, 5. Jänner. (I. T. A.) Im Zusammenhang mit der Interpellation des Jüdischen Klubs, der Sozialdemokraten und der T'hugutt-Partei über die unerhörten Mißbräuche der Staatsanwaltschaft, der Polizei und der UntersuchungsbehöÄe im Prozeß Steiger hat der Justizminister beschlossen, eine spezielle Untersuchungskommission nach Lemberg zu entsenden. Ne MnorUStrtlkommisfion in Pole«. Warschau, 6. Jänner. - Der 'Ministerpräsident! Skrzynski hat zum erstenmal seit Bestand des jetzigen Kabinetts für heute -eine Sitzung der Sektton für Minderheitsangelegercheittzn und die Randgebiete eiNberusen. Znr Beratung gelangt das Arbettsprogramm Gr die nächste Zeit sowie 'die Erledigung der Geschäftsordnung dieser Sektion, Sri» Attentat in Menm. Teheran, 6. Jänner. (Reuter.) Die Bagdader MeldnnA von einem Attentat auf den Schah Riza Khan ist vollkommen unbegründet. Palacios sagt, er wünsche nicht irgendwie Kritik zu üben« Im Gegenteil, er "unterstreicht, daß der zionistischen Arbeit der Vorteil znr Seite steht, daß das Mandat vorhanden ist. Tatsächlich befindet sich der Zionismus infolge der Bestimmungen des Mandates in einer privilegierten Lage. Die Administration tut nur ihre Pflicht, wenn sie von der Hilfe Gebrauch macht, welche die Zionisten ihr gebend Trotzdem ist ein Entgegenkommen «nd ein Fortschritt bezüglich des zweiten Tolles des Mandates (bet sich auf die Rechte der nichtjüdischen Bevölkerung in Palästina bezieht) nicht die letzte Notwendigkeit. jeder Kunde Anweisung auf eine photogiapn-sche aui nähme und dre» herrliche Photos ohne Preisaufschlag bei Einkaui unserer billigen Waren im Betrage von s 30 im Warenhaus (Schiff mann II. Taborstraße 48 Tslonbo« 47*1*71 ln |f«s ln Intel!

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