Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2468 (6.1.1926)
- Date
- 1926-01-06
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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r Polen; 25 groizyt Wi en. Lum Aöholen in dei Expedition, 11., Taborstr. 1-3, oder in einet Verschlelsstelle (Trafik) monatl. ö Schilling Strassenverkaui in Wien durch die Kolporteure der Firma 0 o I d schmied, l.( Wollzeiie 11 M Posfversand für Wien und Oes l er eich monatlich b Schilling Tscbecho-Slowakel: Mon. K 22. Jugoslawien: Mon.Dln.60. Polen: Mon. SZloty. Deutschland: Mon. 0<n. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Free. 18 ftacfcsAhiaaeca De» t r e j u erhSbaaaea mrbdMUa Wiener Morgenstitung fütriVs ^8 fll England: Mon. 4 Schilling, Italien: Monatl. 18 Lire: Ru nanien- Mon. 170 Lei. Bulgarien Mon.lOOLew«, Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. ä Redaktion, Administration Wien, II. Taborstr. 1 Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Ohr: 21-102, 25-2-82 IX.. OnlversiMsstrasse 6-8 (D uckerei >g. Steinmann) Oesterreichlsches Postsparkassen-Konto Nr. 150.698 Nr. 2468 Wie». Mittwoch. 6. giinner 1926 8. SntuganB MorgentHau für Seine Besuche in bei (Eigendienst der „Wi< Jerusalem, 4. Mnner. Wie bereits gemeldet, wellt Hier seit einigen Tagen Iber ehemalige amerikanische Botschafter in Konstantmopel, Henri MorgentHau, um sich über den gegenwärti« gen Stand des jüdischen PalLstinaaufbauwerkes hu unterrichten. Er besuchte den High Commissioner Plumer, mit dem er eine längere Unterredung über verschiedene Fragen Palästinas hatte. MorgentHau empfing auch eine jüdische Delegation, der er erklärte, daß er von dem Stand der jüdischen Anfbanaribeit begeistert fei. In einer Unterredung führte er aus, daß er unter dem Eindruck des in Palästina Gesehenen seine Stellungnahme zum Zionismus von Grund aus ändern müsse. MorgentHau war bisher als einer der schärftten Bekämpfer des Zionismus bekannt.Als er die Mischen Kolonien R i s ch o n l >e Zion, Dilb und den. Lehrbetrieb an der hebräischen U n i v e r f 11 ä t beobachtete, war er von dem hier Geleisteten, derart begeistert, Laß er seiner nächsten Umgebung erklärte, er werde nach seiner Rückkehr nach Amerika; nicht mehr den Zionismus bekämpfen, sondern all seine Kraft in den Dienstdes Palästinaanfbaues stellen. "WflaüWD Fortschritte. Jerusalem, 3. Jänner. In einem'Gespräch, mit dem Vertreter der I. T. A. erklärte Henry MorgentHau: „Seit meinem letzten Besuch in diesem Lande sind e r-> staunliche Fortschritte gemacht worden. Ich bin entschlossen, der Frage des Aufbaus Palästinas meine Aufmerksamkeit zu widnten. Ich empfehle folgendes: Ein Komitee aus fünf Kaufleuten, die Autoritäten iu ihrer Branche find, sowie eine Anzahl Sachverständiger sollen zwei oder drei Monate in Palästina reisen "und die Bedingungen des Landes einer erschöpfenden Prüfung unterziehen. Das Ergebnis dieser Untersuchung dann der Welt bekannt gegeben werden. Ich glaube, die Welt weißno chzu wenig vondem, was in Palästina vollbracht wird und was hier zu tun möglich ist." Aufhebung den Mn° und Ausfuhrzölle in Palästina. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Jerusaleni, 5. Jänner. Die palästinensische Regierung hat eine Verordnung erlassen, womit eine ganze Reihe von Einfuhrzöllen f >ü r R o h m a t e r i a I i e n abgeschafft werden. Man erwartet auch eine 'baldige Aufhebung der Ausfuhrzölle, die zurzeit für im Lande erzeugte Artikel eingchoben werden. Le toi n und Malik nach New-Pork ahgereist. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Tel-Awiw, 5. Jänner. Der'bekannte Zioniftensührer Dr. Schmarjahü Lewin begibt sich mit Chaim Nachman Malik nach Amerika, um an der dortigen Palästina- 'kampagne teilznnchmen. Die Wahlen $nt jüdischen Nationalversammlung. Jerusalem, 4. Jänner. (I. T. A.) Das Endresultat der Abstimmung bei den Wahlen zur Nationalversammlung der palästinensischen Juden (Assefath Haniwcharim) ist n o ch i m m e r, n i ch t b e k a n n t, da aus einigen obergaliläischen Kolonien die Ziffern noch nicht vorliegen. Diese Ziffern werden aber kaum noch ins Gewicht fallen. : Gezählt wurden 32.555 abgegebene Stimmen. Diese verteilen sich auf die einzelnen Parteien wie folgt: Achduth Haawodah (Poale Zion) 8863, Hapoel Hazair (Hitachduth) 5320, Zentrum 2983, Sephardim 2762, Revisionisten 2528, Frauengruppe 2039, Bäuerublvck 1530, Demokraten 1383, Arbeiterklasse (Kommünisteu) 989, Misrachi 939, Torah w'Awodah 782, Bereinigung der Kolonistensöhne 704, Gruppe der Einwanderer aus Polen 610, Gruppe der Emekbewvhner 544, Jung-Misrachi 199, Handwerker 180. Das Wahlgericht ist mit der Verteilung der Mandate aus die einzelnen Parteien nach nicht fertig geworden. den Kionismns. i Wischen Kolonien. rer Morgenzeitung''.) Die zionistische Kreise in Amerika vor dev Beilegung. Die Lan-esexekntive und das Drive-Komitee lehnen das Rücktrittsangeboi von Dr. Wise ab. New-Iork, 3. Jänner. (I. T. A.) Die Exekutive der Zionistischen Organisation in Amerika und das vereinigte Komitee für die Paläst inakampagne hielten heute Sitzungen ab, in denen über die durch den Rücktritt des Herrn Wise vom Präsidium des vereinigten Komitees und die Gegnerschaft der konservativen Gruppen gegen die Person Wises geschaffene Lage beraten wurde. Die Exekutive nahm mit 71 Stimmen gegen die Stimme des Herausgebers des konservativen „Jüdischen Tagblatts" Gedalja Anblick, einen Beschluß an, laut welchem Dr. Wise aufgefordert werden soll,' die Präsidentschaft der Palästinakampagne beizuhalten. Die Exekutive der vereinigten Kampagne zur Aufbringung von fünf Millionen Dollar für den Palästinaanfbau nahnr ihrerseits mit 59 gegen 9 Stimmen einen Beschluß an, mit welchem die Kenntnisnahme des Rücktritts des Dr. Wise von der Präsidentschaft abgelehnt wird mit der Begründung, daß die Erklärung von Dr. Wise über den wirklichen Sinn seiner Predigt im Tempel Emanuel vollkommenbefriedigend sei. In einer weiteren Resolution wird die große Arbeit Wrses für das jüdische Volk rühmend anerkannt und an die Oeffentlichkeit appelliert, die Einigkeit zu wahren. Die Debatte nahm zum Teil einen erregten Verlauf; sie dauerte mehr als sechs Stunden. Die Delegierten veranstalteten eine Sammlung, die 75.000 Dollar für den Palästina-Drive erbrachten. Man erwartet allgetnein, daß Dr. Wise die Präsidentschaft der Palästinakawpagne behalten wird. Sl'charwtt an Steiger. Glückwunsch zur Freisprechung. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Warschau, 5. Jänner. Der Moment" veröffentlicht das. folgende Begrüßungsschreiben, welches Stanislaus Steiger von dem in Berlin weilenden ukrainischen Attentäter.Olschan'ski erhalten hat: „Ich übermittle Ihnen mein tiefstes Mitleid wegen der Leiden, die Sie im Polnischen Gefängnis durch meine Schuld zu erdulden hatten." Mn Brief der FivrnaMeinl. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Warschau, 5. Jänner. Stanislaus Steiger, der bekanntlich bis zur Zeit seiner Verhaftung Beamter der Lemberger Filiale der Firma Julius Meinl war und während der ganzen Untersuchungshaft den Gehalt bezog, erhielt von der Direktion der Firma ein Schreiben, in welchen: ihm mitgeteilt wird, daß die Direktion ihm einen Erholungsurlaub ^bewilligt habe. , Die Direktion stellte Steiger anheim, nach Beendigung des Urlaubs sich wieder zum Dienstantritt zu melden und die Firma ist gern bereit, ihm eine n höheren P o st e n in einer der Filialen der Gesellschaft im Lande oder im Ausland anzuvertrauen, -da die Firma Herrn Steiger auch heute noch nach wie vor als ihren Angestellten betrachtet. Lar Siedlungswerk der Sowiets. Die Verhaftungen von Zionisten dauern fort. Berlin, 4. Jauner. (I. T. A.) Nachrichten, die dem Verbandsbureau der vereinigten Zioniften'-Sozialisten Poale Zion aus Rußland zugegangen sind, besagen, 'daß die Versolgungsaktion gegen die Angehörigen der ziouiftisch-sozialiftischen Partei und des zionLstifch-soKialistischen Jugendverbandes iu Rußland immer größere Dimensionen annimmt und immer neue Teile Rußlands umfaßt. Die Zentrale der zionistlsch^oziali-stischen Partei in Rußland teilt in einem vom 25. Dezember 1926 datierten Schreiben mit, daß in den Gouvernements Odessa, Rostow, Homel, Reschiza und in einigen Städtchen im Gouvernement Tschernigow neue Verhaftungen vorgenommen wurden. Prinz Windischgratz gesteht. Der Plan -er Fvankensälschungen stammt von ihm. (Eigendienst der „Wiener Movgemeitunig".) Budapest, 6. Jänner. In den späten Nachmittagsstunden erhielt hie Polizei von der Staatsaewattschaft die Verständigung, daß Prinz WindischgräH oin volles Geständnis abgelegt und mitgeteilt habe, wie die Frankcnfälschnng durchgeführt wurde. Er habe auch die Namen derjenigen angegeben, mit denen er gemeinsam den Plan der Frankenfälschung entworfen hat und auch die Namen derjenigen, die ihm bei der Durchführung des Planes geholfen haben. Ferner teilte er auch mit, wie die Placierung der Franken im Ausland und in Ungarn durchgesührt wurde. Auf Grund dieser Aussagen W'ndischgrätz' erteilte die Staatsanwaltschaft der Oberstaldhauptmannschaft verschiedene Weisungen, um die von Windischgrätz genannten Personen sofort zur Polizei st'ellig zu machen. Die Namen dieser Personen sind bisher nicht bekannt, doch verlautet, daß mehrere der bevorstehenden Verhaftungen große Sensation Hervorrufe» werden. / Um 9 Uhr abends verließe» ^Geheimpolizisten in Gruppen von zwei und drei Mann die Oberstadthauptmännschaft, um die angeordneten Verhaftungen und sonstigen Maßnahmen dnrchzuft'ihren. LanÄervolizeiches RadoM verhaftet. Wegen Milhelferschaft an -en Fälschungen. Budapest, 5. Jänner. (Tel.-Komp.) Ueber den Oberlandeshauptmann Emmerich N a d o s s y wurde heute abends die Präventivhaft verhängt. Oberstaatsanwalt Dr. S z t r a ch e hat bereits mit dem B e r h ö r des gewesenen Landespolizeiehess begonnen. Die Verhaftung erfolgte unter dem Titel der Mithelserschaft an dem V erbrechen der Geldfälschung. Gegen 9 Uhr abends erschien Minister des Innern Rakovszky beim Oberstaatsanwalt und ließ sich über den Stand der Untersuchung in der Frankensälschuugsaffäre Bericht erstatten. Set ßrzberger-Mörder Schulz in Bad Aussee verhaftet. Linz, 5. Jänner. Wie die „Tagespost" meldet, sei von der Gendarmerie in Bad Aussee gestern nachmittags bei der Suche nach einem Wechselfälscher der Mörder Erzbergers, Heinrich Schulz aus Saalfeld an der Saale, verhaftet worden. Schulz gibt an, ein K a m e r a d T h i l e s s e n s zu sein. Er wohnte unter den: falschen Namen Eiger von Pa chm an «/Kaufmann aus München, bei dem Kaufmann Berger in Bad Aussee. Die deutschen Behörden seien von der Verhaftung verständigt worden. (Eine Bestätigung dieser Nachricht liegt von anderer Stelle nicht vor.) Ueber Mossul wird verhandelt. Der türkische Botschafter bei Baldtvin. London, 6. Jänner. (Tel.-Komp.) Der türkische Botschafter in London wurde heute vom Premierminister B a l d w i n in der Downingstreet empfangen. Er überreichte dem Ministerpräsidenten die Antwort der türkischen Regierung auf den englischen Vorschlag, die Mofsulftage in direkten Verhandlungen zwischen England und der TüM zu regeln. London, 5. Jänner. Nach Mleldungen ans Kon st a ntinopel betont 'die Türkei in ihrer Antlvort an England, die bereits in England eingetroften ist, in verbindlichster Form die grundsätzliche Bereitschaft, eine Aussprache über Mossul einzuleiten. Diese Aussprache werde nur dann zu einem für beide Teile befriedigenden Ergebnis gelangen, wenn sie nicht ausschließlich wirtschaftlichen Fragen gelte, wie es nach dem Vorschlag Baldwins den Anschein habe. Bon englischer Seite müsse der Tatsache Rechnung getragen werden, daß die Türkei Grund habe, mit den gegenwärtigen Grenzverhältnissen unzufrieden tu sein.