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Wiener Morgenzeitung · 1926-01-05 · Heft 2467 (5.1.1926) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2467 (5.1.1926)
Date
1926-01-05
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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»y/ Vif, , *i:-*'i* >*>■* -hä-. ■ V MT- *»* -> Seite 6 Wien, Dienstag BoltSover. Heute tritt Kammersängerin Elsa bland als To»ka auf. Den Scarpia singt Kammersänger ernst Fischer als Gast. Die für morgen ongesetzte NachnmjagSvotsteLung „Mignon" e n t f 8 llt. Die bereitgelösten karte« werde« bis inklusive Samstag den S. d. zurückgenommen. borgen. V,8 Uhr abend», „Der armeJonatdan". Vom 15 Jänner bis 6. Februar findet eine zullt che Aufführung »e» „RlbelungenringeS" statt. Der Vorverkauf für ias «m 25% ermößigteRingabonnement beginnt Donnerstag den 7. und endet Sonntag den 17. d. Deutsches B o t k s t d e a t e r. Morgen, neu einjudiert, „Die heiligeJohanna". Georg K a t f e r ist fein Erscheinen zu der Samstag den S. d stattfindenden Erst» iufführung feiner Komödie »Der mutige Seefahrer" nit Albert Bassermann zugesagt. Ratmund-Theater. In Vorbereitung steht das 2ustfoiel von Alexander Dumas »D e m i m o » d tm mit!eopoldi«e Konstantin uni Anton E d t h o f e r in den daun» ollen. Morgen, 1/a4 Uhr nachmittags, „Prinzeß lebermut". NeueWienerBübne. Sonntag nachmittags »G ep e n st e r" mit Ferdinand O n » o. Modernes Theater. Täglich bi» inklusive Sonnag dar Lustspiel „E n f a n t terr.ble*. Puttinis letzte Ruhestätte. Drei Städte streiten sich um den iuhm, P u c e i n i s sterbliche Ueberreste in -ihren Mackdrn aus» teurenjii dürfen: Lueca, sein Geburtsort. Torre del Lago, oo der Meister lange lebte und arbeitete, und schließlich Viareg- I i o, wo er zuletzt sein Heim, Ruhe und Wohlstand fand und das;r Äer alles liebte. Man hat sich sür den letzten Ort entchieden. Das Studio blekbt so, wie es der Meister für immer veraffen mußte. Seine Briese bleiben neben der Brille am Schre'b-- jp, Notenpaprer mit den letzten Takten der ,Iurandot" am tlavier liegen. Im Raum nebenan aber wird der Sarg in der Land emgemauert werden, an welcher im Stud-o das Klavier tcht. tzerichtssaal. Freigesvrochen. Ei» Nationalsozialist vor Gericht. Im Zusammenhang mit der am 17. August, am Bortag des Zionistenkongresses, vor dem Rathaus stattgchabten dakenkreuzlerdemonstration hatte sich gestern beim Ztrasbezirksgerichte 1 der Private Leopold Luttenberger wegen Vachebeleidigung zu verantworten. Nach Inhalt einer von ren Kriminalbeamten Narozny und Goldmund erstatteten Anzeige soll der Beschuldigte, der sich an der Demonstration beteiligt satte, bei der Bellaria an die Demonstranten eine Ausprache gejallen haben, in deren Perlauf er die Aeußerung gemacht haben-soll: „Die Wachleute sind ein gemein es/ charakterloses Gesindel, die Wachleute sind Judenknechte." In der gestern vor dem Landesgerichtsrat Dr. Fryda stattgehabten VerhaMung erklärte der Angeklagte, daß er am kritischen Abend vor de« Rathaus mit mchreren anderen Personen von der berittenen Wache abgedrängt worden sei und beobachtet habe, daß die berittene Wache mitunter gewaltsam vorgegangen sei. Er habe hiebei gegenüber einem Kollegen die Aeußerung gemacht, es sei Unglaublich, was sich die Polizi erlaube. Er habe möglicherweise das Borgehen der ' Wache auch als gemein bezeichnet, könne jedoch sich nicht erinnern, von Judenknechten gesprochen zu haben. Die als Zeugen vernommenen Kriminalbeamten bestätigten vollinhaltlich die in chrer Meldung gemachten Angaben ' und erllärten, daß ein Irrtum in der Person desjenigen, der die inkrimimerten Aeußerungm gemacht habe, ausgeschlossen fei. Der Richter sprach jedoch den Angeklagten zur Gänze frei. In der Urteilsbegründung führte der Richter aus, daß der Angellagte, wie das Gericht als erwiesen angenommen habe, zwar sämtliche i nkriminierten Aeußerungen gemacht habe, daß aber der Tatbestand der Wachebeleidigung nicht gegeben sei, weil die Beleidigung nich 1 von Angesicht zu Angesicht gefallen sei. Der Tatbestand der Beleidigung der Polizei als Bekchrde liege nicht vor, weil der Angellagte ausdrücklich von Wach; leuten gesprochen habe. Der staatsanwaltschaftliche Funktionär hielt sich zur Ergreifung der Berufung Bedenkzeit offen. Re ««trdtrnnttrnnnß der Knnrlridireftor» Notzmmm. Bo« Landesgericht prigefprochen, vom Oberste» Gerichtshof vernrtrstt. Der Oberste Gerichtshof überprüfte gestern über eine Nichtigkeitsbeschwerde der S t a a t S a n w a l t s ch a f t das von uns seinerzeit gemeldete Urteil de» Wiener Landesgerichtes, mit welchem der Oberdirektor des Landesgerichtes 1, Ferdinand K o tz m a n n, wegen Verbrechens des A m t s m i ß b r a u ch e s und der Amtsveruntreu, ung freigesprochen, der Kanzleioffizial Leopold Srb wegen dieses Verbrechens zu einem Jahr schweren Kerkers verurteilt, dagegen wegen einer Veruntreuung von Fahrrädern gemeinsam mit der Offiziantin Olga S p a t i n k a freigesprochen worden war. Kotzmann legte, da sich in der Manipulatton verschiedene Anstände ergaben, am 17. Februar vorigen Jahres das Geständnis ab, daß er, verleitet von dem Offizial Srb, verschiedene Depositenansich genommen, und übergab an diesem Tage 43 Gegenstände. Damals war von diesen Veruntreuungen des Srb nichts bekannt gewesen. Am folgenden Tage übergab Kotzmann zur' Deckung des weiteren gesamten eventuellen Schadens noch einen Barbetrag von vier Millionen, wodurch der gesamte Schaden, der ihm zur Last fällt, gedeckt erschien. Srb dagegen hatte nur einen Teil des Schadens gut gemacht. Der Freispruch Kotzmanns erfolgte wegen tätiger Reue, da er zur Zeit, als eine Strafanzeige noch nicht erstattet worden war, den Schaden gutgemacht hat. Der Oberste Gerichtshofunter Vorsitz des Senatspräsidenten Smolik-Finger verwarf die Nichtigkeit-, bkschwerden bezüglich der Angeklagten Srb und Spatinka, hob dagegen in Stattgebung der Nichtigkeitsbeschwerde bezüglich des Angeklagten Kotzmann den Freispruch auf und venntei!:-> unter Anwendung des weitestgehenden Mllderungsrechtes Kotzi:'- wegen Verbrechens der Monaten Kerker, indem er sich sowohl in rechllicher Begründung wie bezüglich des Strafausmaßes den Ausführungen des Vertreters der Generalprokuratur vollinhaltlich anschloß. Nein« Preistreiberei bei Arbeitrleiftnageu. an denen kein Mangel besteht. Der Oberst d. R. Hermann Schramm bestellte bei dem Schriftenmaler Isidor Steinschneider die Reparatur eines Firmenschildes. Für diese Leistung berechnete Steinschneider den Betrag von 20 Schilling. Oberst Schramm erstattete die Preis- 1 reibe re ia «zeige und die Polizei holte «in Gutachten der Preisprüfungsstelle ein, die sich dahin äußerte, die Arbeit sei zu teuer berechnet, weil in der Rechnung 6V, Gchilfenstunden verrechnet seien und jeder Meister diese Arbeit in fünf Stunden zustandebringen müsse. Auf Grund dieses Gutachtens wurde Steinschneider beim Strafbezirksgericht 1 wegen Preistreiberei angeklagt. Der als Zeuge vernommene Gehilfe gab an, er habe zu dieser Arbeit tatsächlich mehr als sieben Stunden gebraucht, so daß der Meister nicht zu viel, sondern zu wenig Arbeitsstunden in die Rechnung einstellte. Der Richter Oberlandesgerichtsrat Dr. Fuchsig sprach den Angeklagten mit der Begründung frei, daß keine Preistreiberei vorliege, weil an Schriftenmalern kein Mangel sei und daher der Anzeiger sich vor der Bestellung hätte um den Preis kümmern müssen. Ueberdies könne von einer ausbeuterischen Handlung nicht gesprochen-werden, da der Angellagte nur die tatsächlich verwendete Arbeitszeit aufgerechnet habe und die Lohnsätze selbst von der Preisprüfungsstelle nicht beanständet wurden. Hinrichtung zweier Mörder in Polen. Aus Warschau wird uns berichtet: In Tomaszow, wo das Standrecht herrscht, wurden am 25. Dezember der 36jährige Johann P i etranek und der 20jährige Stanislaus Klejnit wegen Verbrechens des Mordes, beziehungsweise wegen Anstiftung zum Morde zum Tod verurteilt. Vier Tage vor der Verhandlung hatte Klejnit über Anstiftung des Jchann Pietranek den Vater des letzteren durch mehrere Axchiöbr erschlagen. Die Verteidiger der zum Tode Verurteilten hatten an den Präsidenten diu Gnadengesuch gerichtet, welches jedoch zwei Taue nach der Urteilsfällung bereits abgewiesen wurde. Beide Verurteilte wurden sodann am 37. Dezember hingerichtet. Volkswirt. Amerikanisches Fntereffe M de« französischen Franken. Stabilisierungsgerüchte. — Ein Pfund — 115 Franken. An sämtlichen Devisenpliitzenhatte der französische Franke« heute Avancen aufzuweisen. Es waren Käufe amerikanischer Bankiers zu beobachten, die schon vor Jahresschlutz ihr Interesse für den Franken zu bekunden begannen. Nach Tel^rammen, welche bei Pariser Bankfirmen eingelangt sind, scheint in Amerika ein Umschwung in der Beurteilung des Franke» eingetrete« zu sein, da die Situation Frankreichs aus dem marokkanischen und syrischen Kriegsschauplatz günstig beurteilt und auch gehofft wird, daß es den Bemühungen des englischen Bankgouverneurs Morgan und des miihungen des «Eschen Bankgouverneurs Morgan und des amerikanischen Staatssekretärs M e l o n gelingen werde, die Stabilisierung des Franken dnrchzusetzen. Nach diesen Nachrichten soll auch die Absicht vorherrschen, - eine Stabilisierung im Berhältuis 115 Franken für ein Pfund eintreten zu lasten. Auf dem Wiener Markte haben sämtliche Westdevisen geringe Steigerungen aufzu» weisen. Dies wird mit der steigenden Nachfrage infolge des Deckungsbedürfnisses der Industrie fiir die Bezahlung von Rohstoffen erklärt. gm Seichen der Notdlaniernag. Die Anleiheverhandlungen. — Jnvestttionstredite für die Industrie. — Freundliche Börsen. (Bon unserem polnischen M.-S.-Korrespondenten.) Die abgelaufene Woche stand im Zeichen einer weiteren B e° sestigung des Zlotykurses auf den in- und ausländischen Geldmärkten, auf Grund der offiziellen Verlautbarung über den bevorstehenden Abschluß der Anleihe und des Beschlusses des Aussichtsrates der Bank Polski, welcher der Erhöhung des Aktienkapitals zustimmt. Dr. Kemmerer, der Sachrcrs udige des amerikanischen Finanzkonzerns, weilt bereits in Warsch.u und befaßt sich mit der Prüfung der wirtschaftlichen Verhältnisse Polens. Wie es in den Regierungskreisen verlautet, soll Polen bereits eine Anzahlung von fünf Millionen Dollar erhalten haben, um die Zinsen der früheren , Dillon-Anleihe, die jetzt fällig sind, zu bezahle». Dieser Umstand, wie auch die bevorstehende Ankunft der Delegierten des „Bankers Trust" in Warschau, sie haben Amerika bereits verlassen, deutet darauf hin, daß die Finalijierung der Anleihe in Warschau tatsächlich bevorsteht. Schwieriger gestalten sich dagegen die Verhandlungen mit englischen Finanzkreisen über die Jnteressennahme ander Bank Polski durch die Uebernahme der aus der Kapitalserhöhung resultierenden jungen Aktien der polnischen Notenbank. Obzwar den ausländischen Kapitalisten eine genügende Anzahl Sitze im Aufsichtsrat gesichert wurde, bestehen noch Meinungsdifferenzen über die Höhe der Beteiligung, da der Aufsichtsrat diese mit 49 Prozent beschränkt hat und die Engländer auf einer Slprozen.tigen Beteiligung bestehen. Man hofft jedoch in Warschau auch in dieser Frage einen Ausweg zu finden. Ins jüdische Haus as jüdische Blatt« Ä Die Bedeutung dieser beiden finanziellen Transaktione braucht nicht betont 51t werden. Die amerikanische Anleihe wird eS der Regierung ermöglichen, der Industrie bedeutende JnvestitionSkredite zu erteilen, diese würde endlich die normale Produktion aufnehmpn können. Die Bank Polski würde dagegen das frische Kapital Äs Deckung für neu zu emittierende Banknoten verwenden und der Wirtschaft, die heute unter dem Geldmangel ganz besonders leidet, frische Kapitalien zuführen. Man beabsichtigt, den Banknotenumlanf bis aus zweieinhalb Milliarden Zloty zu erhöhen. Der Existenzkanlpf der Industrie dauert an. Auf denausländischen Plätzen können sich die polnischen Pwdukte schwer behaupten, da infolge Geldmangels und hoher Geldsätze die Produktion bedeutend verteuert wird. Zuletzt erhöhte das Eisenbahnministerium die Tarife für Kohle, Holz uub Zinn ab 1. Jänner, welche für das Ausland bestinmtt sind, was wieder nicht wenig zum Rückgang des Exportes beitragen wird. Die Stillegung der Betriebe in allen Industriezweigen dauert Weiler an, der Aöbau schreitet vorwärts und die Zahl der Arbeitslosen stieg zum Jahresschluß auf die noch nicht verzeichuete Höhe von 286.693 Personen und erhöhte sich gegen die vorletzte Woche im Dezember um weitere 12.000 Personen. Auf den polnischer! Börsen konnte sich dagegen in den Tagen eine Aufwärtsbewegung nicht nur durchsetzen, sondern auch durch mehrere Tage behaupten, und hält auch zurzeit noch iinnrer an. Die günstigen Arbitragemöglichkeiten mit Wien führten auch diesmal zur Favorisierung der Wiener Arbitragewerte, die die größten Kurssteigerungen zu verzeichnen haben. Bemerkenswert ist auch die Befestigung der Kurse der Aktien der Bank Polski, die bis auf 62 Prozent stiegen. Auch polnische Papiere erhöhten ihren Kursstand, mit Ausnahme der Petroleumwerte, die nach wie vor vernachlässigt liegen. Die Arbitragewerte weisen nach den Steigerungelt folgenden Kursstand auf: Warschauer Diskontobank 6.10, Hypothekenbank 0.47, Malopolskibank 0.27, Zieleniewski 10.80 bis 11.—, Galizische Montan 2.—, Chodorow 5.35 bis 6.40, Chybie 4.40, Lemberger Brau 9.—, Rakszawa 1.—, Tepege 0.25 Zloty. Re Konkurseröffnung Wer öle Lombard- und erkomptrdank. Strafverfahren wegen fahrlässiger Krida. Schon vor einiger Zeit wurde die Konkurseröffnung über die Lombard- und Eskomptebcmk an dieser Stelle augekündigt. Gestern hat die Bankleitung selbst den Antrag auf Konkurseröffnung beim Handelsgericht gestellt. Zum Masseverwalter wurde der Advokat Dr. Robert Müller bestellt. Damit hat ein Wiener Bankinstitut, das seit dreiundfünfzig Jahren besteht und vor dem Kriege zu beit seriösesten Mittelbanken Oesterreichs gehörte, ein unrühmliches Ende gefunden. Hervorhebung verdient der Umstand, daß diese Bank eine Zeit lang auch als die Reitzes-Bank angesehen "würde. Im Juni 1924 wurde bereits das Ausgleichsverfahren über die Lombardbank eröffnet. Den Passiven von 510 Milliarden standen damals Aktiven in der Höhe von 337 Milliarden gegenüber. Das Ausgleichsverfahren wurde durchgeführt und ein Liquidationskomitee eingesetzt. Man versuchte damals, durch eine Fusion mit der mittlerweile ebenfalls in Schwierigkeit geratenen Zentralbodenbank eine Sanierung herbeizuführen. Dazu mußte ein Teil der Gläubiger seine Forderungen in Aktien umwandeln. Tatsächlich lirW sich ein Teil der Gläubiger dazu herbei, seine Forderungen in der Höhe von 217 Milliarden gegen Aktien umzutauschen. Der Rest der Gläubiger sollte mit 3o Prozent befriedigt werden. Doch gleich nach Beendigung des Verfahrens stellte sich die Unmöglichkeit heraus, die Ausgleichsraten zu bezahlen. Es wurde fleißig liquidiert, dabei aber auch gleichzeittg mit den einzelnen Gläubigern wegen einer weiteren Herabsetzung ihrer Ausgleichsquote verhandelt, während sich die Masse immer mehr verringerte. Tatsächlich gelang cs auch, einen Teil der Gläubiger durch dieses zweite Ausgleichsverfahren zu befriedigen. Die übrigen Gläubiger wurden vernachlässigt. Diese stellten infolgedessen oft Konkursantrag. Im Laufe der letzten Monate sind nicht weniger als 30 Konkursanträge gestellt worden. Gestern sollten wieder drei Konkursanträge zur Verhandlung kommen, doch kam die Verwaltung der Bank dem zuvor und beantragte gegen sich selbst die Konkursverhängung. Die Versuche, den drohenden Konkurs I dadurch abzuwenden, daß du Wiener Bankhaus sämtliche Aktiveu und Passiven übernehmen und sich dabei verpflichten solle, gegen die Zahl Von 18 Milliarden die Ausstände zu begleichen, haben zu j keinem Resultat geführt. Die zusammengeschrumpften Aktiven betragen 40 Milliarden, die Passiven 317 Milliarden. Das Hauptaktivum besteht in dem Gebäude, das von einer italienischen Bank hypothekarisch belastet ist und in einer geringen Beteiligung an der Petromine und an einem Textilunternehmen. Einleitung des Strafverfahrens. Die Verhängung des Konkurses wird auch einer Berjchärfuug der strasgerichtlichen Untersuchung nach sich ziehen. Wohl hat sich schon vor längerer Zeit die Wirtschaftspolizei auf Grund von Anzeigen einzelner Gläubiger mit der Untersuchung befaßt. Es steht fest, daß jetzt die Untersuchung auf einer viel breiteren Basis wegen fahrlässiger Krida durchgeführt werden wird. Die Untersuchung richtet sich gegen eine Reihe von frühere.! leitenden Funktionären der Bank. Noch leine Freigabe der beschlagnahmten ungarischen Vorkrjegvrenten. Die über Auftrag der Reparationskommission vom Finanzministerium vor einigen Atonalen Eingezogenen ungarischen Borkriegsrenten (Ungar. Goldrente nsw.) sind den Eigentümern bis heute noch nicht znrückgestellt worden. Begründet wird diese Nichtrückgabe damit, daß die Reparationskommission bis zur endgültigen Entscheidung Ungarns, wie es seine im österreichischen Besitze befindlichen Borkriegsrenteu honorieren wich, diese Effekten aus denr Verkehre gezogen wissen will. Die diesbezügtichen Verhandlungen mit Ungarn sollen erst im Laufe dieses Monats ausgenommen werden. Ihr Ende ist leider nicht abjusehen, «bensowenig das Resiültat, zu dein sie führet! tverdeu. Wiener Morgenzeitunch_ 8. Jänner 1928 Nr. 246?« Amtsveruntrenung zu sechs

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