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Wiener Morgenzeitung · 1926-01-03 · Heft 2465 (3.1.1926) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2465 (3.1.1926)
Date
1926-01-03
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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EH0SEHKE5J Wien. zümAbholen in der EtpedMon, 11., Tabotstr. 1-3, oder in einer Verschleisstelle Trafik) monatl. 5 Schilling Strassen verkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied, 1.. Wollzeile 11 Mit Postversand für Wien mul Oejier eich monatlich o jchilllng 1 scliecho-Slowakei: Mon. K22. Jugoslawien: Mon.Dln. 60. Polen: Mon. 5Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 _ Wiener Morgenzeilung ÜZIEEJi England: Mon. 4 Schilling. Italien: Monat). 18 Lire Rumänien: Mon. (70Lei. Bulgarien Mon.IOOLewa. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration Wien,ll.Tabor$tr.l Telephone: 44-0-38, 43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX.. Unlversitatsstrasse 6-8 (Duckerei lg. Steinmann) Oesterrelchisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.698 «r. 2488 Wien. Sonntag, i. Run« 1826 8.8ab»a»W Sie vorbildliche PalSstinakolonisation. eine Knonete See amerikanische» Regierung. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) New-Pork, Ende Dezember. Das Agricultural Departement des M inLsteriu m des Innern Berief dieser Tage nach Washington eine Enquete über die besten Methoden für die Besiedlung und Kultivierung von etiva 500.000 Acker unkultivierten, wasserarmen Landes und die Verbesserung der Produktionsverhältnisse von etwa 0000 Fartnen in Amerika, die allmählich zugrunde gehen, iveil sie keinen Ertrag abwerfen, ein. In dieser Konferenz referierteil die hervorragendsten Fachleute Amerikas, wie der Staatssekretär für Inneres, Dr. Work, Staatssekretär für Landwirtschaft, Honorable William M. I o r d a i n, der Präsident der Northern-Pacisic-Bahneu, Eliot, sowie die Vertreter der für diese Frage in Betracht kommenden amerikanischen Staaten. Das größte Interesse jedoch erweckte das Referat des Generaldirektors der Vereinigung fiir den, zionistischen Füns-Millionen-Drive, Herrn Emanucl Newman, der vom Staatssekretär für Landwirtschaft in einem besonders höflichen Schreiben eingeladen worden war, der Konferenz in einem ausführlichen Bericht über die erfolgreichen ' . ■ Kownisqtionsmethodcn in Erez Israel Ausschlüsse zu geben. Mr. Newman wies in seinem Referatzunächst auf das Anwachsen des j ü d i s ch e n B o d e n b e s.i tz e s in Erez Israel seit der Eroberung Palästinas durch die Engländer hin. Heute beträgt der j ü d i s ch e B o d e nbesitz bereits 1 Million und 100.000 Dunam und hat sich seit der neuen Aera mehr als verdoppelt. In diesem Bodenbesitz ist auch der städtische und der ländliche Böden mit einbegriffen. Im Laufe der Zeit wurde auf diesen Bödenstrichen die Landbewässerung, Kanalisierung, Trockenlegung von Sümpfen durchgeführt, durch welche das Land saniert und für die Kolonisation fähig gemacht wurde. Bon dem Gesamtboden gehören 395.000 Dunam der ' Pica (Palestine Jewish Commonwealth Association). 251.000 Dunam dem jüdischen Nationalfonds und der Rest verschiedenen jüdischen Gesellschaften und Privaten. Daraus sei zu ersehen, daß der größere Teil in Erez Israel nicht'Privateigentum ist, sondern gemeinnützigen Gesellschaften gehört. In den früheren Jahren waren die Hauptlandkäufer in Erez Israel Baron E d m u n d d e Rothschild und die Pica, während in den letzten Jahren der Hcmptkäuser von Landbesitz der jüdische Natiönalsonds ist. . Der Referent gab seiner Ueberzeugung Ausdruck, daß die Palästinaregiernng ' nach Durchführung der Landvermessung entsprechend dem Anträge ber Mandatskommi ss i v n einen entsprechenden Teil der Kronländereien der j ü d i s ch e n L a n d w i r t s ch a f t ü b e r lass e n werde. Mr. Newman führte an der .Hand kartographischen Materials die Fortschritte der Entsumpfungsarbeit vor und teilte das staüstische Material über dM Rückgang der M a la r i a k r a n k h e i t und sonstigen Sumpskrankheiten in Erez Israel mit. So ist in A r n - C h a r o d der Prozentsatz an Malariakranken von 11,7 Prozent im Jahre 1922 auf 3,7 Prozent im Jahre 1924 gesunken, in Kephar - Iecheskel von 5,8 Prozent im Jahre 1922 auf 2,4 Prozent im Jahre 1924. So ivav es auch' in den anderen ehemals von der Malaria heimgesuchten Gegenden. Die gefährliche Sumpffieberkrankheit wird in . Erez Israel systematischvollständig ausgerottet und so werden immer größere Landgebiete der Kultur und der Besiedlung zugeführt. Mr. Newman behandelte eingehend sämtliche Gebiete landwirtschaftlicher Tätigkeit in Erez Israel. Die anwesenden fachmännischen Vertreter der verschiedenen Staatsregierungen der Vereinigten Staaten, in denen heute ähnliche Probleme zu lösen sind, wie sie Erez Israel geboten hat und heute noch bietet, dankten dem Referenten für seine Darlegungen und erklärten, daß die mit so großem Erfolg angewandten Methoden in der im Ausbau begriffenen jüdischen Heimstätte ihnen bei ihrer künftigen Arbeit als Vorbild, dienen werden. Streik der arabischen Presse in PalMinn. Jerusalem, 30. Dezember. (I. T. A.) Sämtliche arabischen Zeitungen In Palästina haben beschlossen, ihr Erscheinen für 14 Tage einzustellen als Protest gegen die Erhöhung der Postgebühr für Zeitungen. Die Herausgeber sandten ein Memorandum an den Oberkommissär Lord Plumer, an das Kolonialamt und an den Völkerbund, in welchem dargekegt wird, die Erhöhung der Postgebühr sei geeignet, die arabische Presse im Lande zu vernichten. -Die arabische Presse ist mehr als die hebrüsschu Dom Postbezug abhängig, da die hebräischew Zeitungen i n . d e n S t ä d t e n u n d i n d e r B e r keh,r s ze nt r en zirkulieren, währendie arabischen von ihren Abonnenten in den entlegenen Dörfern abhängig sind, * In Palästina existieren zwölf arabische Zeitungen und Zeitschriften, von denen drei in Jerusalem, vier in Jaffa, hier in Haifa und eine in Bethlehem erscheinen. Es gibt keine einzige arabische Tageszeitung. Alle Versuche, eine solche zu begründen, verliefen bisher resultatlos. Das offizielle Organ der arabischen Exekutive ist die Zeitung „Felestin". Ferner erscheinen „El Jezira" in Jaffa, „El Carmel" in Haifa, „RakibSion" (das Organ des lateinischen Patriarchen) in Jerusalent, „Meraat el Sherk", „Lissan el Aarab", „Annaphir" und „El Akhtar". Fast alle Herausgeber sind Christen. Die hebräische Presse in Palästina zählt drei Tageszeitungen („Doar Hajom", „Haarez" und „Dawar") sowie eine Anzahl von Zeitschriften. Endlich erscheint in englischer Sprache die Tageszeitung „Palestine Bulletin". ftonful Hnbvrti bei den Warschaner zioniften. Warschau, 30. Dezember. (I. T. A.) Der polnische Konsul für Jerusalem, Hubycki, dessen Ernennung zunr Generalkonsul für Palästina bovorsteht, hatte dieser Tage in den Räumen des Jüdischen Klubs eine Zusammenkunft mit den jüdischen Sejmdeput rer t e n, mit denen er sich Über die Lage in Palästina eingehend unterhielt.' Gegenstand des Gespräches war insbesondere die geplante Errichtung einer polnischpalästinensischen Handelskamm er. Im Saale der Zionistischen Organisation hielt Konsul Hubycki vor einer großen Versammlung geladener zionistischer Funktionäre und Vertreter der jüdischen Kaufmannschaft ein R e f e r a t über „Die Aufgaben der polnisch-palästinensischen Handelskammer". Eine Abteilung dieser Kammer soll auf Initiative des Konsuls in Tel- Awiw errichtet werden. Konsul Hubycki berichtete ausführlich über die bisherigen Handelsbeziehungen zwischen Polen und Palästina und über die Aussichten für die Zukunft. '; Der Präsident der Zionistischen Organisation Polens, Leon Levite, dankte Herrn Hubycki für seine.ausschluhreichen Ausführungen. ' I., KLru-nerstrssse 11—15 Nach neuesten Pariser Modellen kopiertes TANZ-JUMPER-KLEIDCHEN aus Cr€pe de Chine, mit reicher Silberstickerei s 109- SIEGM. KORNHEHL, Grossfleinchhauerel . Zentrale: 1X„ Berg g a se Nr. 19, Tel. 17-3-99_u. 16*9-34_ Lieferant Mir Heilanstalten Abteilung iür Fleisch unter Aufsicht des Ehrw. Rabbmats der Isr. Kultusgerne.nde Wien (X., Berggasse IS und XVIII., Wghringerstrasse 97 gouvenels Proliamation. Gegen den Sultan Atrasch. (Eig^ndien-st der „Wiener Morgenzeitung".) Paris, 2. Jänner. Der Oberkommissär von'Syrien de Jouvenel, hat eine Proklamation an die Drusen erlassen, die deshalb interessant ist, weil sie einige Richtlinien über die bereits stattgesundenen Pors r i e d e n s v e rhandlun g e n andeutet, Die Proklamation'lautet: ' „Wofür kämpft Hr? Ich-bin gekommen, um euch das Recht zu geben, um euch eine Verfassung zu schaffen, damit' ihr eure Regierung und eure Führer wählen könnt. Wenn ihr euren Kampf fortsetzt, so kämpft ihr gegen eure Hoffnungen und eure Freiheit. Vor einigen Tagen sind eure Notabeln bei mir erschienen, um mir mitzuteilen, daß ihr Kampf den Zweck verloren hat, da er nur zu Niederlagen, Tod undHunger führt. Die französische Armee hat diese Notabeln durchgelassen, denn sie will nicht, daß Frankreich die Verantwortung für das euch drohende Unglück zu tragen habe. Die Verantwortung dafür hat Sultan A t r a s ch aus sich genommen, denn er hat den Schritt eurer Brüder mißbilligt. Aber nur Frankreich kann Brot, Straßen und Schulen geben. Vor der Entscheidungsstunde des letzten Kampfes halte ich es für meine Pflicht, euch nochmals zu warnen. Wenn weiteres Blut vergossen wird,, wenn Frauen und . Kinder Hunger leiden müssen und wenn euer Unglück ohne Grenzen sein wird, so wird das nicht meine Schuld, sondern die Schuld des Sultans Atrasch sein. Jene, die euch bezahlen und euch als ihre Untertanen betrachten, lassen euch kämpfen und alles verlieren,, ohne daß sie ein Haar ihres Kopfes aufs Spiel setzen. Die einzige Möglichkeit für einen Gewinn eurerseits ist, die Waffen niederzulegen. Denn nur so so werdet ihr eure Freiheit und euer Brot erlangen. Denkt daran, daß ihr Frankreich nichts tun könnt, daß aber Frankreich für euch alles tun kann!" Der Erfolg noch zweifelhaft. London, 2.. Jänner. (Tel.-Komp.) Mch Mitteilungen des „Daily Telegraph" aus Beirut rechnet man damit, daß die Proklamation de Jouvenels, die er durch Flugzeug über dem Gebiete der Drusen abwerfen ließ, einen sofortigen Friedenserfolg nicht haben werde, zumal die meisten Drusen n i ch t l e s e n k ö n n e n. Es lasse sich andererseits jedoch nicht leugnen, daß die Drusen infolge der wirtschaftlichen Not in ihrer Treue zum SultanAtrasch schwankend werdne könnten, aber auch hieraus dürfe man keine allzu großen Hoffnungen setzen. Per Abbau der Paßvifen. Warschau, 2. Jänner. Der Jüdische Mich hat im Schn die Aufhebung des Visazwanges mit den Nachbarstaaten Polens beantragt. . Wiener Rathaus* keil er eröffnet! Größtes und schönstes kah der Welt HANS H Ü B N £ R

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