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Wiener Morgenzeitung · 1925-12-29 · Heft 2460 (29.12.1925) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2460 (29.12.1925)
Date
1925-12-29
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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“«eite 6 Wen, Diettttäg . Wiener? Uorsenzeituttg 29. DeMKev 1625 SLr. 2400 CUli Mayer Samuel Kantor Dro^obyca Kolomea Verlobte Wien, im Dezember 1925 Die zionistische Sektion Prater fi^luliert ihrem bewährten Vorstandsmitglied Og. Herrn Gerson Wittlin und Frau Anlässlich der Geburt Ihres Sohnes herzlichst Mae. ihr die Kleider vom Serbe ritz. Sie wurde sofort auf die Klmrk Richl gebracht und ist dorn ihren Verletzungen erlegen. . , * Die TÄbstmordpatistik der Feiertage. Der Polizeibrricht Meldet 3 Selbstmorde und 14 Selbstmordversuche während der Mihnachtsferertage, -In der Mehrzahl der Fälle ist Not sie Ursache der Tat gewesen. — In 23 c r 1 i n haben sich zur selben Zeit zchn Perionen das Leben genommen. Ä , * Bor der Hochzeit ermordet. Der Schneidermeister Franz Haller m Rohrbach bei.Ternitz wurde in der Wechnachtsnacht ermordet. Man Md bei ihm ein Schreiben ohne Unterschrift in dem er zu einem Stelldichein anfgefordert wurde. Da der Schn-ewermehtcr kurz vor der Hochzeit strick, nimmt man an, datz er von entern Nebembuh l er erschlagen wurde. ' * Der ratwnielste Kidnschwern. Die amerikanischen Behörden, die ^ls^ProhtbitioitWctz zn überwachen haben, habest eine wertere Einschränkung des Gebrauches von Wein für den rituellen GevMch.«r Juden angeordnet. Jeder Rabbiner erholt für jckes eMrchzene Mitglied seiner Familie vier Lit.erWein j ä h r- »14-Die Rabbiner sind verpflichtet, über die Ein- und Ausgange des Rttuaüveines genau Buch zn fuhren. *Die letzte Repräsentantensitzung itt Breslau. In Bresr a-u wurde — wie die jüdische Zeitung für Ostdeutschland" mitteut — am 17. d. die letzte Sitzung der Reprch'entanten der SynagogengMeinLEN cckgchalten. In Zumnft wird es nur troch Sitzungen der „Gemeindevertreter" geben. Bor Eintritt in die Tagesordnung suchen, da die Stunde dä Lichtnanzirndens berangerückt war, der wunderbarealte silberne Chanukaleuchter der Gemeinde unter, gemeinsamem Segensspruch angezündet. * DhnamitatteutÄ gegen eine Synagoge m Rumänien. Aus r?1 c. ft 22d., wird mmeldet: Das Inrrere der Synagoge m Timidoarar samt Thoraxe und Sefer Ähoras würde durch. Dynamit zerstört. Als vor einigen Tagen aus der Lagerhalle des Bahnhofes 6Q Kilo Dynamit verWvnnsen waren, verbreitete sich sofort das Gerücht, datz gegen die Synagoge ein Attentat geplant ]et. Trotzdem fehlt bisher von den Tätern jede Spur. , * Die Füchm von Monako, eine Nachkommin Heinrich Heines gestorben. Nach einem Telegramm aus- Paris starb dort im Hotel Crillon nach kurzer KraüHeit die Gattin des regierenden Fnrstett von Monako, eine geborene He i ii e, Nachkommin des Dichters Heinrich Heine. Sie war in erster Ehe mit dem Herzog de Richelieu vermählt. Ihr Sohn ist ein wütender Antisemit. * WaMofei« des Jüdischen Realgymnasiums. A m 17. ). fand im Theatersaate'des Hotel Post die diesjährige Chanukaseier statt, an der in Vertretung des Borstalckes 2er Israelitischen Änlrusoemeinde Herr BizeprHident Dr. Josef Löwen h er z sowie zahlreiche Freunde der Anstalt teilnahmen. Dem iveichedollen Au« zünden der Lichter folgte ein von Prof. Dr. Martha Hofmann verfaßter Prolog, der wirkungsvoll den Sinn der Feier verdeutlichte «$' von . -er Schukerm. S. Ohr n st er n schr hübsch gebrochen 'wurde. Der vom SchÄerchor' Vqvgetraaeye > PbräiM Kanon befestigte die -starke Wiickung. Eine ganz beiorckers freudige Ueberraschung, bot die Aufführung von S,holem Äs l e j ch.e m s «Zeieit urck Zefpreü" in der ausgezeichneten hebräischen Bearbeitung tzks Herrn Pros. Jona Gelernter, -er auch selbst die Regie in mustergültiger Weise besorgte. Der»zweite Ten brachte ein entzückendes^ wiederum von Frau Prof. Dr, Martha Hofmann geschaffenes „Feftspie! der jüdischen, Jugend", das im Gegensatz zu sonstigen TÄldenKichtunaen taktvoll und mächtig wirkte. Der Einzngschor aus Handels Oratorium „Juda Makkabäus", oon Schülern unter kundiger Führung des Herrn Prof. Löwen seid gesungen, schloß den Abewo. der deutlicher, als alle R-rden es dermögen die ernste und nachhaltige Erziehungsarbeit zeigt, die-,das Jüdische ReaMmnasium lecket dank der von der jüdischen, aber auch zionistischen Oeffentlichkeit noch lan^e nicht voll gewürdigten Tätigkeit seines Direktors, Herrn Prof. Dr. Viktor Kellner. Die Eltern und Freunde der Anstalt verspürten an dem reichen Abend den Wert dieser Leistung. * 14. österreichische Mafleiüotterie. Bei der am 28. s. abgchalterten Ztchuüg des ersten Tages der 1. Klasse gewannen: 30.009 S. das Los Nr. 36.746, 15.000 2. das Los Är. 80.368, 10.009 S. das Los Nr. 96.318, je 3000 S. die Lose Nr. 36.518, 44.734, 56.388, 94.746; je 1000 S. die Lose Nr. 33.740, 46.291, 54.974, 68.974, 76.347, 84.881, 90.047, 96.347. Außeckem wuchert 1485 Gewinne zwischen 500 und 64 @. ausgelost. Die Ziehung der 1. Klasse wird morgen fortgesetzt. Radioprogramm. Hecke Dienstag den 29. Dezember. 16 Uhr 15 Mn.: Rachmittagsklnzert Internationale Meister der Tonkunst (3. Serie). - 17 Ahr 50 Mn : Stunde der Frau. Karl Hierz - Silvestersversen. — 18 Uhr 25 Min r Dw neue Türkei. Dr. Friedrich Wallisch. — 19 Uhr 10 Min. r Französischer Sprachkurs. — 19 Uhr 40 Min.: Englischer Sprachkms für Vorgeschrtttiue. — 20 Ahr 15 Mn.:' BalladenaLeM lLoewe-Abend). Einleitender Dortrag, gesprochen von Musikschnftsteller Richard Specht. Mitwirkend: Prof. Max Klein, Richard Specht. 21 llhr 15 M n. r Lagerlöf-Ab?«d.- Gesprochen von Werner Schott. Einleitende Worte von Dr. Hans Nüchtern. ' Vereine. Vorttilge und Bersammlnageu. Wiener Beth-Hamidraich, 2. Bez, Ferd>- naudstraße 23. Heute. 7 Uhr abends, Lektor Dr. S. G e l L- 4 a UZ: „Historische Psalmen". — JÜdiscberFrauen- 4 u n d, 9. Bez., Liechtenüeinsvoße 11—13. Heute, V,3 Uhr abends, im Zeremoniensaal deS Tempels, 9. Bez , Müllnergasse Nr. 21,EstherMies esrB ibelVortrags„DieSprüche"). — .'Zll d is ch - a t a d e mi scher I uristeno er e i n. 2. Bez., Taborstr ße 1. Morgen, J/28 Uhr abends, Vortrag "ori Dr. Israel W a l d m a n n. Der Verein . Jüdische Kmderrreunde eröffnet anfangs Jänner 1926 unter Leitung seines Borstandsmitgltedes, Herrn 3X- Älaber, sein Abendbetm. Es sollen stch Jugendliche zu Aüb^ilsgemeinschaften znsainmenschlietzen. Um ihnen dies zn erlelchlern, stellt der Verein mchf olotz fein Lokal, sondern auch chie reichhaltige Bibliothek zur - Verzugung; er beabsichtigt eine ,Reihe von -EmMrungskursen abzuhalten, , lind zwar: HchraiM, jüdische Geschichte, EMehungslehre, Biologie, Hyglerie^^ Kunstgewerbe, / Englisch, Französisch, Seminarü bnrtg en. Jugendliche, die an diesen. Kursen, und Uebungen reilltehmen wollen, mögen dies dem. Sekretariate, 2. Beztrk, Obere Tonaüstraße 91, mit Angabe von Name, Mer, Beruf und Anschrift bekanntgeben. M, Mh«e. Buch. neue Musik. Ein Kontpositionsabend Rudolf Ret j^ der.unter Mitwirkung des famose» „Wiener Streichquartetts", der begeisterten Sängerin Maria Bernoy und des bekannten Klaviervirtuosen Leypold Münzer Kammermusiktverke, Lieder und Klavierstücke des Tondichters brachte, ermöglichte ein tieferes Eindringen in Retis musikalische Persönlichkeit. In seinem Touscha-ffcn birgt sich durchaus kein Wahnsinn, der Methode hat, wie früher mancher überängstliche Beltrteiler wähnen mochte. Doch all seine Werke, von den noch iu satte Romantik getaucht enekstatischen Gesängen nach Taxiert von Ricarda Huch bis zu dem wuchtigen Klavierzyklus „Furioso", der dem Tondichter ein „Furioso" des Erfolges brachte, dttrchzieht — und dies zeugt für Retis Ehrlichkeit — die gleiche Gefühlswelt des „Furioso". Krachende Temperamentsentladungen, höchste Begeisterung, Stlpcrlative des Gefühls lassen Reti nicht zur Ruhe kommen, seiner smnenfälligen Methodik und seinem reichen tondichterischett Inhalt fehlt es an der Klarheit des Ausdrucks, denn trotz höchster seelischer Krastanspannung verntag er sich nicht zur Klarheit durchzuringeu tmd den Ausdruck zu straffer Zusammenfassung in der Form zu bändigen. In ihm lodert eine Flamme, die sich selbst verzchrt, seine Musik, die jenseits von Gut und Löse des Wohl- und Mißllanges ihre Heimat hat, entstammt ebensowohl einem lauteren, übervollen Herzen wie einem unklaren Kopse. Hoffen wir, daß in das Tonschasien des seinem ganzen. Werdegang nach vielseitigen Künstlers, 'der erst spät zu kompotckren begann, die heilge Ordnung als segensreiche Hinnnelstochter noch eingreifen wird. Ist Reti von Dämonen besessen, so liebäugelt Emil Bohnke, der wert zahmere mrd bürgerlichere deutsche Tondichter, gerne mit der Dämonie. „Furioso" nennt Reti seinen Klavier- Mus, und Bohnke wünscht den ersten Satz seines Klavierkonzertes, das Richard Buhlig, der angesehene moderne Pianist, mit Feingefühl vortrug, bis zur Besessenheit gesteigert. Im Grunde wurzelt Bohnke im älteren Erdreichs er hält es mir Brahms und Reger, in der Lornchmheit des getragenen Gesanges auch mit Pfitzner, und hat mit diesen seinen Vorbildern ebenso die Formenklarhei: wie die düsteren Farben der Unsinnlichkeit gemeinsam. Gleich tÄnil Bohnke kommt der englische Tondichter H. Waldo Warner von der Bratsche her. Noch heute wirkt er als Bratschist des berühinte» „Londoner Streichquartetts", das nun auch in Wien mit großem Erfolge konzertierte, in modernen Quartetten mir noch größerem Erfolg als m klassischen Werken. Waldo Warners fünssätziges programmatisches Streichquartett, -Der Elfenkreis", ist.ein später Nachfahre Mendelssohns, de» Stammvaters aller Elfenromantik. Wenn die ■ Pilze den Grashüpfern rurd Feldmäusen zu anmutigem Gezirpr Gesellschaft leisten, so geht Puck in Grotesstprnngen um und in dem fröhlichen Reigen des Fittale klingt das Finale von Mendelssohns Biolnstonzert von ferne an. Ein englischer Tondichter träumt hier seinen Sommernachtstraum des Streichquartetts, er träumt zugleich von der impresiionistischen Klattgwelt Debufsys. Ein anmüsanter, leichtbeschwingter Traum, ein kurzer Spuk, ein reizendes Nichts! slb. ftomtetftog BiedrrerSffnms der Ridrraen Aratrrs. , Das Dloderm Theater wird nun doch eröffnet. Gestern vormittags wurde das Konzessionsgesuch des Direktors Körner bewilligt. Die Er öifsnungsvorstellun g findet somit end» gültig Donnerstag den 31. d., abends um 8 Uhr statt. Zur Aufführung gelangt das dreiaktige Lustspiel „Enfant t e rrible" von Regis Cigneux und Jacques Thery. Die Preise der Plätze wurden wesentlich herabgesetzt und bewegen sich von 1 S. bis zum Höchstbetrage von 8 S. Der Vorverkauf hat bereits begonnen. diu hebrAscher ftoufertatotittm tu 3eralaiem. Leopold Godowsky itt Palästina. Wir haben bereits berichtet, daß sich in Amerika ein großes Komitee gebildet hat, welches die Errichtung eines hebräischen Konservatoriums m Jerusalem beKveckt. Der Präsident des Komitees, dem unter anderem auch Josche Ehefez angehört, ist der berühmte Klaviervirtuose Leopold Godowsky. Wie uns aus Jerusalem telegraphiert wird, ist Godowsky dortselbst angelangt, um die erforderlichen Verhandlungen zu führen und die Vorarbeiten sür die Errichtung des Konservatoriums in die Wege zu leiten. Ueber Auftrag seines Komitees beschäftigt stch Godowsky gleichzeitig mit der sehr entwicklungsfähigen hebräischen Oper, die gesichert und ausgebwtt werden soll. A«r den Aratekn. Burgtheater. Morgen, V»8 Uhr abends, „Julius C ä s a r". O p e r u t h e a t e r. Morgen, 7 Uhr abends. „D i e Hugenotten". Akademtetheater. Morgen, lj2S Uhr abends, „Eandid Volksoper. Heute „DasDorfohne Glocke". Morgen. „Der arme Jonathan". Am Silvestetabend „T> i e F l e d e i m ft u 8". Deutiches Bolkstbearer. Das Programm der SilvestemaÄtvorstellnng (10 w.>r abe^dS) wird eine Parodie bringen, die sich ans den drei Zugstücken „Die hewgy Johanna", „Antonia" und „Die Jungfrau vyn Orleans" zusammensttzt und den Titel i e h e i l i g e A n t o n i a von Orleans" führt. Die Titelrolle tpielt Ertka Wagner. Ferner wird der Dbetterstetch „R e gi e k o l le g i u m" von Max Reinhardt gespielt. : Ra tut und -Theater. Als SilvestetnaÄtvorstellung <10 Uhr ahendS) wird eine P a r i f i a na n acht veranstaltet, die die Groteske „S ch ä f e r st u n d e", ferner die Posse „D t e Katze" und den Schw nk „D i e B ra utn.a ch t"-bringt. Tb e a t e r 1 u der Iosefstad f. Um 10 Uhr abends findet eine Silvesterfeter zugunsten des Ferialfonds der Mitglieder statt. Allabendlich, l/98 Uhr, „Rivier a". Freitag, 3 Uhr nachmittags, „Gesellschaft". 3ohan n-S trautz-TH eate r.Domrersiag.V,6Uhr abends, LehtrS „P a g a n i n i". Am NeujchrStage nachmittags gelangt „Der- O b er ft e i g e r* und Sonntag nachmittags „C l o c l o" von Franz L e h ü r zur AuWrung. Ab 1. J^8 »- nertreten mitRückficht aufbenAbbaudor Lu sth a r ke i t S ste n er erheblich e rmLßi gte EtntrittSpretfe fürdieAbe nd v o r st e llnng i n K r a f t. Neuer Wiener Stadttheater (Exl- B ü b n e). Heute. '/»8 Uhr abends, Uraufführung der BollSstückes „D e r C h r i st u s f i l m" von Hans I ü l l i g. chkoraen ttum ersten Male „Kaiser I o s e'f lk. nn d die S ch u st e r S t o ch 11 *" oon H. Iants ch. C a r l - T d e a t e r. Rkorgen, 7 Uhr abends, Premiere der Operette „D o n n a G l o r i a", Buch . vou Viktor L L o n und Heinz Reichert. Msik von Oskar N e d l> a l. Die Hauptrollen sind mit Ernst Tautenha y n, Karl B a chmann und Mmi K ö t t besetzt. Die Reue Wiener Btihne hat allen Schwierigkeitetr zum Trotz ihre Pforten wieder erössnet uiti> gibt jetzt das seinerzeit mit durchschlagendem Erfolg gegabelte Lustspiel „Er will eine nt od e r n e F r a u" ttt einer trefflichen Aufführung. Man darf erwarten, daß diese populäre Bühne in ihrer neuen inneren Organisatton sich halten wird. Die Leitung verdient jedenfalls die volle Unterstützung des Publitrtms. Der Schavspieler Karl Ludwig Zwevern gestorben. Geste: u vormittags ist hier der Schatlspieter Karl Ludwig Zwerenz, der Vater der Schauspielmn Mizzi Zwerenz und des Kapellmeisters Georg Ztvcrenz, im 76. Lebensjahre gestorben. Er toar am 80. September 1850 als Schn des Hoffchausptelers Karl Zwerenz in Wien geboren und cutftammfc einer der hervorragendsten und ältesten Theaterfamilien Wiens. Zwerenz wirkte zuerst am Josefstädtcrthea^'r und später an verschiedenen Bühnett des In- und Auslandes, leitete dann die Buhnen in Preßburg, Bukarest und Meran und schließlich irr Baden. Später hat er seine Tätigkeit crts Sckzauspieler aufgegeben und ein Theaterbureau geleitet. Die moderne Operette im Rmmcher. Leo Falls Meffteroperette „M a d a m e Pompadour" wurde als Nachmittagsvorstellung im R onach er herausge'bracht. Die schon lange m Wien nicht gehörte Susanne B a ch r i ch in der Titelwlle,^ der Tenor Karl Pfann als Grenadier, Toddy Gmür als relzenoe Soubrette, Ernst Arnold als satirischer Dichter C a l i g o wurden vom ausverkanften Hause bejubelt. Die Ausstellungen im Kimstlerhause (HerbstauÄtellung m Gedächtnisausstellungen) werden am 30. d. geschlossen. Avr 9. Jänner 1926 wird die 40. AquarellauMellung. die retroipektiven Charakter tragen wird, eröffnet. Rar Liebermauu Mitglied -es bayrischen Moximilüm- Ordens. Aus München, 27. d. meldet I. T. A: Vom Kapitel des bayrischen Mazimilian-OLdens für Wissenschaft und Kunst wurde Professor Mar Liebermann, der Präsident der Madeane der Künste zu Berlin, zum Mitglied des Ordens gewählt. Der bayrische Ministerrat yat diese Wahl bestätigt. „Kukirol" - ein Theaterstück. Nämlich.im Repertoires Moskauer Zbammertheaters. in welchem jetzt diese politische Revue gespielt toitfr Inhalt: Die. reklametüchtige HuhtMUgenmittelfirma bemerkt eine bedenkliche Minderung ihres^ Matzes. Sie ändert daher ihre bisherige politische Richtung und schließt sich den Nationalen an, die sich verpflichtett,, ave Mittel anZuwenden. welche eine Vchrmehrung der Lühnerangen herbetzuführen geeignet sind — ibeu Krieg natürlich miteingeschlossen. Nun drehen sich alle politischen Ereignisse und Verwicklungen um dre Interessen der Firnta Mirol —>as Stück ist nicht gar. zu Heller und dürfte niemandem so Freude Machen wie den Besitzern jenes Unternehmens, das das ZeitungspMirMt immer wieder fragt: ,Mkirolen Sre?" Dü historische „JWsche Herberge" in MoÄau als «iuseum. lus Moskau berichtet die I. T. A.: Im RegierungsdepartMent ür Museen und Altertümer wird jetzt erwogen, die sogenamll-e Glyebowskoje", jene jüdische Herberge, die vor 120 Jchren kt Moskau, als der dauernde Aufenthalt von Juden in^ dmer Stadt verboten war, für zeitweilige jüdische Besucher errichtet )urde, als ein Museum einzurichten. Die Frage kam dadurch ms tollen, das die Mische Gemeinde Moskaus die Reaierung errchte, das Gebäude, das als Lagerhaus eingerichtet wecken ollte, unter öffentlichen Schutz zu nchmen. Mehrere Jahrzehnte indnrch durften sich jüdische Kaufleute, die Moskau besuchten, nrgends anders aufhalten als in der jüdischen Herberge, deren Cor? beim Einbruch des Abends stets fest verrammelt, wurden. Später wurde der Herberge eine Synagoge angegliedert, in der sich .«VT» <tnw.wrtTt0ri hhä ihp.m 18 befinden. ■ NrlchSsrrr MMarLeulaution als MtfaHen eillärt. Bekanntlich wurde• seinerzeit Generaldirektor Nenhöfer von den Döllersdorser Werken gegen Erlag einer Kaution von zwei Milliarden Kronen auf freien Fuß gesetzt. Er wußte sich verpflichten, sich dem Gericht zur Verfügung zu halten. Um verreisen zu dürfen, mußte er von Fall zu Fall um eine Gpezialerlanbnis einkommen. Nun hält er sich aus Grund einer solchen Bewilligung seit geraumer Zeit in Deutschland auf. Er überschritt jedoch den ihm zugsbilligten Zeitraum und kam einer Aufforderung, vor Gericht zu erscheinen, nicht nach. Die Ratskammer faßte infolgedesseit den Beschluß, die Kaution von zwei Milliarden zugunsten des Staatssäckels als verfallen zu erklären. Wie verlautet, hat der Anwalt Nenhäfers, Dr. P r eßburger, gegen diesen Beschluß die Beschwerde beim Straflandesgericht überreicht, mit dem Hinweis darauf, daß Neuhöfer in Detiffchland schwer erkrankt sei. Schüsse gegen den Baker. Im Oktober ViestLi Jahres wurde der 25jährige Karl Heigl,vor einem'Erlenntnissenat des Lan» desgerichtes 2 wegen versuchter schwerer Körperverletzung und gefährlicher Drohung zu zehn Monaten schweren Kerker8 verurteilt/Der junge Mann lebte feit länger-er Zeit mit seinenc Vater, dem Bezirksrat und'Dachdeckermeister Heigl, in Feindschaft, und eines Abends feuerte er. gegen den Vater, als dieser mit seiner Gattin sich auf dem Heimweg befand, mehrere Revolverfchüsse ab. In der Verhandlung kam zutage, daß der Beschuldigte sich mit dem Vater inzwischen ausgeschnt hatte. Heral fcu. entschlug sich auch der Zeugenaussage gegen Veit Schn. Der Verteidiger Dr. Kraszna erhob die N i ch t i g k e i t s b e s ch w e r d e beim.Obersten Gerichtshof. welcher nun Folge gegeben wurde. Der Oberste Mrichtshof ordnete eine neue Berh andlung an, die demnächst stattfinoen wick«

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