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Wiener Morgenzeitung · 1925-12-28 · Heft 2459 (28.12.1925) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2459 (28.12.1925)
Date
1925-12-28
Page
– (sequence 1)
Language
German
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| Poicn. 25 Groszy 1 vVi e n /.um ADhole« in der l Spedition, ll„ l'aborsti. 1-3, oder in einaVetschleisstelle Trafik) monatl. o Schilling Strassenverkaui in Wien durch die Kolporteure der Firma 0 o I d sch mled, ... Wollzeiife 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling lschecbo-Slovakei; Mon. K 22. Jugoslawian: Mon.Dhu60. Polen:Mon. 5Zloty. Deutschland: Mon. Gnu 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 ^«chHhianico bei 1‘reis* er1t 6 hau en Vorbehalten lener W1 91t. 2459 Wien. Montag, 28. »ezemvei 192» LHHHX1 England: Mon. 4 Schilling, Italien: Monatl 18 Lire: Rumänien: Mon. 170Lei. Bulgarien Mon. 100 Lewa, Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration Wien, II. Taborstr.1 Telephone: 44-0-38.43-3-18 Ab 6 Uhr: 2M02, 25-2-82 IX.. Unlversitätsstrasse 6-8 (D. uckerei. lg. Steinmann) Oesterreichisches Postspat* ka;seti-Konto Nr. 150.693 7. FaHrgmg Syrien und PalSWa. Kömpfe am Jevufalem, 22. Dezember. (I. T. A.) Die Drusen Halben ui der MHe der palästinensischen Grenze neue krktffche Erfolge gegen die ftcinzösiischen Truppen erzielt. Die Rebellen griffen die Städte Jedeida, Kle ya und Khyam mit starken Kräften an. Khyam, das vier Kilometer östlich von Jedeida lirogt, hmrde von den Drusen, beisetzt, hwki ihnen eine -beträchtliche Menge Kriegsmaterial, das von den Franzosen in Stich gelassen werden mußte, k die Hände fiel. Die Drusen zerstörten die Brücke Lber den Muß Litani, acht Kilo-meier -westli ch von Me tu-llah, der nördlichsten palöstinenisischerr Kolonie. Die französisch-englische Zusammenarbeit. Paris. 22. Dezember. (I. T. A.) Der französische Premier Briand erklärte während der Syriendebatte in der Kammer,, es war. sevbftverständlich, daß Großbritannien, welches das gleiche Interesse an der Echaltung des Friedens in Paläftnta und Mesopotamien wie es Frankreich Md Syrien hat, die Mtwendigen Schritte unternahm, um die Drusen, au der Ueberschreitung der Grenze nach Palästina, cibenso die Verstärkung der Reihen der Rebellen aus Palästina, zu hindern. In der Vergangenheit, setzte Briand fort, mögen manch«e bedauerliche Konkurrenzaiktionen stattAeftmden halben, für die Gegenwart aber kann ich versichern, daß die Beziehungen zu'den britischen Mdoritäten sehr freundliche sind. .Är kuvzem Ivurde in .T..raLS-. jor^anreneine Art 'Kr.mPlE'gegeu uns gefchmMk. Äie.tzciltung der britischen Behörden in diesem Falle war in jeder Beziehung korrekt und hat unsere An,fgalbe sehr erleichtert. V Herr'Briand kam auch auf den Besuch de Jouv e ne ls, des neuen Oberkamnvissärs für Syrien, in Londo n zu sprechen und sagte in diesem Zusammenhang, der einzige Zweck dieses Besuches war, ein Abkommen mit Großbritannien zu schließen nach der Richtung daß die Drusen vochindert tuenden, Zuflucht in Transsordanien zu suchen und, dom dort ans neue Attacken gegen die französischen Truppen vorzubereiten. Betreffs der Greuzregul.iemngssrage im nahen Osten hat de Jvudeuel ieine Verhandlungen mit London gopfloaen; diofe Angelegenheit gehe nur ihn, Briatrd, als Außdmuinistar an. Dank der jiddischen Gemeinde in Mossnl an Amery. London, 22. Dezencher. (I. T. A.) Im Zuisammenhang «mit dem für England günstigen Beschluß des VöIker buudrates,,wonach das Gelbiet von Mossnl mit seinen Erdölquellen an den Irak fällt, erhielt der britische Kolonienministor L. S. Ämery mehrere Begrüßungstelegramme aus M-ossul, darunter auch ein vom Rabbi Sleimoun namens der jüdischen Gemeinde in Mossul unterzeichnetes Schreiben, welches lautet: „Im Namen der, jüdischen Gemeinde danke ich Ihnen für die erfolgreiche Vertretung unserer Sache vor dom Wliker- 'bünd." Gine Rode Ab. Kahans über den Palästinaanfbau. Row-York, 26. Dezember. (I. T. A.) Im Manhattan Opera House wurde zu. Ehren des soeben vm eurem Palälstlna-befuch heimgekchrten Hauptredakteur's der großen jüdisch-fozialistilscheu Tageszeitung „Forivavd", Ab. Kahan, ein Enchsang veranstaltet, dem viele Hunderte Personen aus allen Parteilagern öeiw.Hnwn. Herr M. Kahan sagte, Palästina/ sei heute die HoMung der großen Massen des jüdischen Volkes auch in «dein freien Amerika. Auch hier in Amerika stellt man aus Schritt und Mit antifüdssche Absouderungvir fest. Aus persönlichen Beübachtungey konnte er foftftellen, .daß in Palästina eine Arbeit geleistet wird, die die Bewunderung aller verdient, als ob übernatürliche Kräfte am Werke wären. Er aippellierte an feine Parteigenössen^ ihr e - m « g a <t i v e B e zi ehung z u m Z i o n i s.m u s und dom Pa-lälstinaaußbau einer Revision zu unterziehen. In Palästina, schloß er, wird heute der Traum früherer Geschlechter verwirklicht. Das Unmögliche wich hier möglich. ' Agndah nnd Wahlrecht. / Jmtsalm, 29. Dezember. (I. T. A.) §Xe Agudas Msroel hat an den Oberkomnrissär von Palästina Fel'dmarschall L o r d _P lu >m e r ein Schreiben gerichtet,. in loelchem davMlegl wiird, daß die bei den letzten Wahlen LttaMich. gewählten Delegierten in die jüdische Mtionaljoersairmt- Krng Palästinas (Assefath Haniwcharim) die lüdische Bevölkerung Palästinas nicht repräsentieren, da die jüdische Orthodoxie, sich infolge der Verleihung des Wahlrechtes an dre Frauen an den Wahlen , nicht . beteiligte. Ein P r o t e st m e m o r a n d u m gegen die Gültigkeit der Wahlen wurde auch telegraphisch an das Londoner Kolomalrmt, den .Völkerbund, hie b-ritische konservative Parte i und die englische Presse abgesandt. Es wird.darin dargelegt, daß die konservativen Kreise sich an einer Wahl, die den jüdischen religiösen Vorschriften nicht entspricht, nicht beteiligen konnten nnd daß deshalb di' Assefath Haniwcharim die Jndenschast Palästinas nicht repräsentiert. Die StaacksdomLnen htt Veisarrland. London, 26. Dezember. (I. T. A.) Oberstlentitaiü I. M. Kenworthh richt-ete an den Kolonienminister die Frage, ob der unter dem Namen B e i sanland bekannte frühere Kronbesitz in Palästina ganz von.arabrsckM Siedlern kultiviert wird, ob die Araber Pachtzins zahlen, endlich ob nicht in dieser Gegend Raum für jüdische Siedler wäre. Kolonienminister L, S. Amery erwiderte: ,^ch bedauere, die gewünschte Information nicht geben zu können; ich werde von dem Oberkom missär einen Bericht darüber verlangen." . , - Dar FoMwerk ta SttWmrä. .1. WH». j teilt, halten gegcarwärtig in Berlin die Führer der Jointarheit jii ' Europa, die- Herren Dr. Bernhard Kahn (europäischer Jointdirektor), Dr. -Joses Rosen (Präsident der Agro-Joint in Rußland) und Herr L u- Larsky (der führende Agronom) eine Beratung über die zukünftige Aufbauarbeit in Ritßland' ab. Dem Vertreter der I. T. A., erklärte Herr Lub a r s k y: Im Jahre 1926 wurden in Cherson 2000, auf der Krim 900, in Krivojrog 500 jüdische Familim mit Hilfe des Agro-Joint angesiedelt.- AÜe diese Kolonisten Saatenstand auf ihren Feldern ist überall ein sehr guter, viel besser als der Saatenstaud der russischen Bauern in viÄ besser als der Saatstand der russischen Bauern in diesen Gebieten. Am besten daran sind die Krimer Kolonisten, die in der Lage waren, ein größeres eigenes Kapital zu mveftieren. Der Zuschuß aus öffentlichen M i t t e l n ist auf der Krim deswegen ein relativ geringer. Bon einer allgentemen Besserung der Wirtschaftslage der jüdischen Bevölkerung in den Städteit kann nur bedingt die Rede sein. Wo die Ernte in diesem Jahre eine gute war, ist auch die Lage der jüdisä)en Bevölkerung besser; wo aber, wie in Podolien, Odessa-Gebiet, Tiraspol, Moddawka, die Ernte schlecht war, hot die jüdische Bevölkemng schwer zu leiden. Gebessert hat sich die Lage jener Handwerker, die etwas Kapital für Werkzeug nnd Rohmaterial besaßen; die Lage der kapitalslosen Handwerker ist noch immer verzweifelt. Jedenfalls kann nicht die Rede davon sein, daß das Streben der jüdischen Massen in Rußlmrd, zu produktiver Arbeit überzugehen, sich vermindert hatte. Die Arbeit des Joint hat nichts anderes zmn Ziel, als die Lage der jüdischen Bevölkerung iu Stadt und Land verbessern zu helfen; wir verteilen ja auch unsere Arbeit auf Stadt und Land. Eine Bessemmg der jüdischen Lage in den Städten würde aber die Fortsetzung der KolonisationstätiMt keineswegs überflüssig machen. Im Gegenteil; es würde der Angst zulaus zur Landwirtschaft mlfhören und eine größere Auswahl nach Qualität der NeusiMer sich ergeben. Unser Siedlungslverk soll ein Muster sein, um den Juden in den Städten die Wege zu zeigen, wie man zu produktiver Arbeit komntt. Unsere Kolonisationsarbeit entspringt nicht leerer Ideologie, sondern der Erkenntnis, daß die Zukunft dem Bauern gehört.. Die- Bauern sind in Rrtßland die sozial herrschende Schicht, undsie werden es bleiben. Diese Aenßemngen sollen.eine Abschwachung der Vvu dem Moskauer Vertreter der „New-N^rk. Times" berichteten Mldrmg sei, daß die Bewegung für Ackerbau unter den Juden in RußlMrm Zusammenhang mit der allgemeinen Besserung der Wirtschaftslage a b g es ch'w ä ch t ist, und daß wahrscheinlich auch diejenigen Juden, die bereits zur Landloivbschaft übergegangen sind, später zunt Handel zurückkehrcn werden. . Amerila auf der MrSftuugrkonsllenz. London, 28. Dezember. Nach einer Meldung edr . „Daily Telegraph" aus Rew-Aork,wird die amerikanische Delegation für die Wrüstungskönferenz Mitglieder der' Regierung als auch der Opposition umfassen. Führer der Delegation wird der Staatssedetär des Aeußern Kellog sein. Außer ihm werden der Abordnung angehören: Handelsminifter Hoover, Senator Bor ah, der bekannte Gegner des Völkerbundes und die ftührren Staav sekretäre R o o t und H u g h e s. Parteitag der «agarischea Sozialdemokraten. Der Pakt mit Bethlen zur Kenntnis genommen. Budapest, 27. Dezember. (Ung. Tel.-Korr.-Bur.) Die ungarländische sozialdemokratische Partei hielt in den Weihnechtstagen ihren diesjährigen Parieikongreß:>ab, der einen ruhigen Verlaus nahm. Aus dem Auslande waren erschienen: Dr. Ellenbogen (Oesterreich), Mayer XTschechoflowakei), Cr i s p i en (Deutschlands und- >S t ep-anovir (S. H. S.). v’- Ueber den Jahresbericht der Parteileitung.: :evtspa.!rn sich eine längere Debatte. Namens : der OPPosisiom^ stellte Biro den Antrag, die Pärteileitun-.nröge.Uoß.M^'sotchen bürgerlichen Parteien. Fühlung , nehmen, deren Progratmn die Errung^nschasteu. der Oktoberrevolution 'umfaßt.' - Die Mchrhett lehnte jÄoch diesen Antrag a b und beschloß, der Parteileitung f r e i e H a nd hinsichtlich des Zusammengehens mit den demokratischen bürgerlichen Parteien zu gewähren. Ein Anirag betreffend die Wiederaufnahme der DissÄen«- ten-GruPPe (Vagi-Gruppe) Nnirde ebenfalls abg e l e h n t. Der Kongreß nahm sodann den seinerzeit von der- Parteileitung. mit dem Kabitzett -Bechlen geschloffenen.P a k t Mit; dem Bemerken zur Kenntnis, baß sich die Vartei mit der Frage nicht weiter zu beschäftigen wünsche. Nie ioMMA-ttdolatioaSke Partei. Paris, 28. Dezember.. Gestern, trat hier her zweite internationale; Kongreß der sosia 1, stischen Po rteien zusammen, die weder der zweiten noch der.dritten Internationale angehörm. Aus Deutschland war Theodor Liebknecht erschienen. Es wurde b^- schlossen, bas Bureau der Bewegung, dessen Sitz bisher Wien war, nachPariszu verlegen. Es wurde mitgeteilt, daß die italienische maximalistische Partei und die n o r weg i s ch e Arbeiterpartet sich der Internationale angeschlossen haben. __ Nie Negaadivvug Ehrhardts. Berlin, 27. Dezember. Das „Berliner Tageblatt" berichtet zu der Meldung Leipziger Blätter, wortach das gegen den Korvettenkapitän Ghrhavdt anharigige Haftversahren eingchllt und der Steckbrief zurückgezogen worden .sei, >der Staatsgerichtshof sei auf Grund von ueu vorgelegten Beweismaterial zu der Rechtsauffassung gekommen, daß au ch i n de r Meineidangelegenheit politische Antriebe für Ehrhardt bestimmend gewesn seien, so daß die Amnestie für den ganzen Komplex der Handlungen'Ehrhardts Platz greift. ' Mac Nonaldr Fndieureije. Paris, 26. Dezember. (Wolss.) Ramsay Mac Donald hat heute von Marseille seine Reise nach Indien angetreten Nie Mm» in Neghptea. London, 28. DeMher. Zaglul Pascha hat dem Vertreter der British United Preß in Kairo in einer Unterredung erklärt: I« Aegypten kämpfen gegenwärtig zwei entgegengesetzte Kräfte: auf ber einen Seite das Volk, auf der anderen Seite die Regierung. Eine dieser Kräfte mujj sich unbedingt Antevwevsen, da sonst ein ernster Konflikt unvermeidlich sein wird. Das ägyptische Volk wird aber niemals nachgeben. Seit einem ^lhr besitzt Aegypten keine verfassungsmäßige Regierung mehr, die Regierilng wagt es nicht, vor dem Parlament zu erscheinen und hat auch nicht den Mut, Neuwahlen vorzuuchmen. Wir habm es mit einer.Diktatur zu tun, die unter der Aegyde (Sto** brita n n i e n s anfgerichtet wurde. kin rasfischer Angriff auf AfghimMM. London, 88. Dez. Nach smer MÄdtmg des "DqUy DÄKi» teilung russischer Truppen die afghanisch; Grenze überschritten und ein Feuer eröffnet. Ein afghanischer Offizier wurde getötet, mehrere Soldaten wurden verletzt.

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