Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2457 (24.12.1925)
- Date
- 1925-12-24
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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wwt v MSN, 1a3on!WT8töfl Weiter M-WkMMz M, Mhne, Buch. „Meinet Lisch." Deutsches VolkStheater. Dieses Lustspiel des Engländers Frede rik L o n s - a l e, nach ftanzosischex Dt zubereitet, hieße besser „Die Roßkur". Ein Romanschriftsteller, schon sehr berühmt, beginnt in seinem Heim eine unrühmliche Rolle zu spielend Das Mlieu der Männlein und Weiblein, der Eheweiblein, die sich windige Hausfreunde halten, der Mädchen, denen wahllose Paarung ein Sport geworden ist, mit dem sie sich brüsten, der Schmarotzer, die sich mit billigen Berfuhrungslüusten m fremde Ehebetten einnisten, der Lustknaben,' die jetzt Mode geworden'sind und h solchem Kreis nicht fehlen Wen — diese auf Shimmy, ewttsche Augenblickssteuden und unsaubere Liebesvermittlung eingestellte Gesellschaft droht, die Gattin des Schriftstellers in chre Fange zu kriegen. Der Exponent dieser Jpnnng von Hawdirnen, Zutteibern, Schuldenrnachern und Klugs^yätzern ist em Filou, der die schöne Frau zu verführen hat, während die anderen in ihrem gepflegten Hause zu guten Diners: gebmgeu. Die Roßkur, die der Gatte wagt, um sich vor Hörnern zu bawahren: Er bringt zu einem Souper, welches die Gattin für ihre neuen Freunde und Freundinnen veranstaltet, eine Stratzendirue mit. Es ergibt sich, wie der Arzt seiner Hausehre trsfsi'.ch jagt, daß „Amateure mit Professionals nicht spielen wollen". Tie ganze Tischgesellschaft ist empört, daß man sie mit einen, Mädel vom- Strich zusammenbrachte. Aber auch der besser empfindende Ahecttergast ist empört. Ueber die Roheit des Hausherrn. W'.e konnte dieser ftme Kops und Biedermann, als welchen chn der Autor vorstellte, der Bedauernswerten mit dem Büchel , in der Handtasche eine solche Rolle zumuten, wer gab ihm das Recht, sich ihrer zu bedienen, um seine Ehre wieder zu leimen? Es zeigt sich weiterhin, daß jener Profesiional der Liebe auch in dieser. Affäre tauglicher fft als der Romancier, den man im dritten Akt als einen recht dilettantischen. Amateur der Liebe erkennt. Daß es ihm nicht gelingt, die Gattin wieder zu gewinnen, sondern daß der Tmrgenichts ihm die Gattin zuführen muß. Daß ihm der Held des - Stückes für solche Hilfeleistung heißen Dank schuldet, ist die feinere. Pointe dieses ansonsten in ähnlicher Fasson wiederholt geschriebenen Stückes. Direktor Beers Inszenierung ist sorgfältig. Insbesondere die Gesellschaftsszenen sind von ungewöhnlicher Frische und trefflich iwanciert. Albert Bass ermann formt den Ehegatten mit seiner großen Kunst so eindeutig als hochkultivierten Mann von ßfp, als so überlegenen und voruchmen Gatten, daß die Schwächen des Stückes (die Straßendirne, just von diesem Manne als Werkzeug benützt, und die lappische Haltung, die der Schriftsteller im Schlußakt einnimmt) um so deutlicher werden. Leopoldin: Konstantin als Ehegattin ist charmant und humorvoll. Man sieht vom Anbeginn, wie untauglich das treuherzige, ein. wenig hausbackene, in tieferem Sinne keusche Wesen dieser Frau für Seitensprünge rn schmutzige Pfützen ist, und sie zeigt ganz entzückend, wie sehr das Moment der Ueberrumpelung mitspielte, als ' sie in diese unmögliche Umgebung geriet Dennoch ist die R'olle nicht gestaltet. Gute Augenblicke, die keine einheitliche Gesamtleistung ergeben. Prachtvoll Herr Edthoser. Ein 'frivoles Lmnperl, gut angezogen, jeder Affäre gewachsen, über einen Fundus von Gemeinheit verfügend, mit dem man sich in die gesährlschsteu Situationen wagen kann. Else Bass er mann hatte diesmal an den Ehren des Abends Anteil. Ihre Straßendirne war ausgezeichnet chargiert. U'ntz wieder freute es uns, daß es Cäeilie Lvovsky nicht trifft, Verworfenheit zu mimen. _ Otto Abeles.' „fiaettenj Slottfo.* .. , Sie' heißt so, die „Wiener RokMomödie", weil sie von Armin Friedmann ist und mit Laudon-Oesterreich-Ungaru;u tun hat. Es würde daher in der Renaissancebuhne diesmal höchst langweilig zugegangen sein, gastrollierte nicht die' Hansi Miese, Da sie es aber tut, war es ein über alle Maßen amüsanter Abend. Es genügt, daß sie ungarisch aus deutsch spricht oder umgekehrt, einen Wirbel anrichtet, der ihr zur Baronie, zu Gütern und zum totgeglaubten Ersterwählten verhilft, nebenbei auch einem durchgebrannten Liebespaar zur Anerkennung seiner Ehe, um sich über die leerlaufende Handlung zu trösten, nicht minder als über leerlausende Witze, so der.einer ist, den ein Hosiat spricht. Er meint, daß. das Alte Testament das Neue protegiere (Stimme im Saal: Jä. jak). Außer Witz, den die Niese aus eigenem bestreitet, ist in dieser Komödie alles vorhanden, was das Herz erfreuen kann: die Kaiserin Maria. Theresia, ausnehmend gütig und gut gelaunt, Feldmarschall. Laudon, mit Unterbrechung ausnehmend schlecht gelaunt, ein Major, der gehorcht (zum Schluß sogar gern, bekommt er doch Jlynka und Güter) und selbstverständlich ein Hofbankier Saiomon Oppenheim, der zwei Hoftüten in die Quere läuft. Neben Hansi Niese, der der rauschende Beifall des Publikums galt, suchten die .übrigen Darsteller gute Figur zu machen. Wenn es einem Teile von ihnen nicht gelang, so sind -die Rollen, die sie spielten, daran schuld. h. Au« den Theatern. / Heute bleiben sämtliche Theater geschlossen. - B u r g rh e a t e r. Freitag, ly23 Ulir nachmittags, „A l t- -5,e i d e lberg". Montag, 1/sS Uhr abends, „R o m e o u n d Julia'. A k a d e m i e t h e a 1e1. Freitag, 8 Uhr nachmittags, „Der Kramp»s", 'Iß Uhr'abends und Montag, xjß Uhr abends, „251 c zerbrochene Leite l". O p e r n r h e a t e r. Morgen, 2 Uhr nachmittags, als M a t i n e e „H ii n s e l und Grete 1". Hierauf „D i e P u p p e n f e e". Musikalische Leitung Herr Klei n. Abends, 7 Pr, „D e r R o s e n k a v a l i e r". SamStag, 7 Ubr abends, „St ir b a". Sonntag, '/,6 Uhr abends, „D i e M e i st e r f i ng e r vonNürnbe r g" .'l B o l k s v v e r., Moigen, 7 Udr abends, ,.W i l h e l m % e MV. Nachmittags, '(ß Uhl, „D e r große u n d d e r klotue Klaus". Deuttch eü Voltsr Dealer. Freitag, Ahr ineFrauo ü n e B e d e u t u n a". Abends. V.8 Utir, „R einer T i s ch!" Samstag. 3 Uhr nachmittags, „D aS weite L and. Abends, '/,8 Uhr, „D rr S tüh e n der Gesellschaft". Sonntag. '/,3 Uhr, „Die weiße Fracht". Abends, '/-8 Uhr, „R ein er T i, ch!" Montag „F a u st". „Bürger.! ti e a t e r. Morgen, 3 Uhr nachmittags. „Ei n?Ll) 1w in Am erika", abends fowte am 28. und 27. d. um 3 Uhr nachmittags und abenvs, ,G r L f i n M a r t z a". . Morgen. '/.4 nachmittags, „M o r° 8 Uhr. „Hulda Peß! in' Venedig (ebenso SamStag, Sonniag und Montag). Samstag, V- Uhr nachmittags, „N u r e r n T r a n m". Sonntag, V*4 Uhr nachmittags. „Heima t". _ „Der Chripussilm» vo» der Zensur verboten.' Die llraaf- Mung des Boksstückes „Der Christus film" von HanS Jumg, die vorgestem im Stadttheater durch die Exl-Bühnc hätte stattstnden sollen, mußte in letzter Stunde wegen Zensurichwrerigkerten abgesagt werden. Statt „Der Christussilm" gelangt Freitag Haw 8 Uhr abeM „Der heilige Florian" und Sonntag nur halb 8 Uhr abends „Die politische Witwe" zur Aufführung. Wiedereröffnung der Reuen Wiener Bühne am 25. Dezember. Die gestern vormittags zwischen dem Präsidium des Bühnenvereines "ud der Magisttatsbrreöion geführten Verhandlungen wegen der Wtwereröfsnung der Neuen Wiener Bühne haben zu dem Ergebnis geführt, daß diese Bühne nunmehr drfinUiv am Freitag den 25. d. owffnet wird. Die für den 23. d. ausgegebenen Katten behalten chre Gültigkeit. Ausstellung der künstlerischen Arbeitsgemeinschaft. . In den Raumen des Kunstuiarktes, Wien, 6. Brz.. Getreidemarkt. Ecke Dmhufnsengasie 1, findet derzeit bei fteiem Eintritt die Kollektivausstellung des alpinen Malers Maximilian Erker (Kitzbühel) Mt. der durch se'me charakteristischen Schnee- und Hochgebirgsbuder und aus der Kunstgemeinschast bekannt ist. Unter den ausgestellten Plastiken sind besonders hervorzrcheben: Dr. Fleischmann: .Llkarms", Hafenrichter: .Iänzerin" und Povysil: „Scherzo" Hvlzplastrk. Zu nennen wären noch Bodenstein, Ullmann, Schindler, Kubrena, Sum, Herkner und Schsvedler. Am der Werl»att des Sucher. „Der Aujgang des Abendlandes" vm John Mac ready (Wilhelm Borngräber-Berlag^ Leipzig). „ .Es ist ein eigenartiges philosophisches Buch. Macready schrewt temperamenwolle, humorvolle Wlosophie. Seine Satze, Thesen, seine Ueberzeugungen und Anfeindungen kommen sowohl aus dem Blut wie aus dem Verstand. Man spürt immer hinter allem: den^Willen; das Kampstnoment übevwiegt und behrrrscht Inhalt, Stil, Drache, Form, ja sogar dir Tttelgebnng. „Phrmenevolution der Menschhett" zum Beijpiel oder „Unnatur der Naturforscher. Urwelchrbarkeit der Berlchrten". Die „Jugendlichkeit", Frische des Buches hebt es zwar schr, sachlicher Forschung — objektive wird es ja kaum geben — ist es aber nicht ganz zuträglich. Man wird zwar sehr oft hingerissen, man versucht manchmal zu glauben oder zu vettrauen, überzeugt wird man aber selten. MacreM bekönwft die Theorie vonr Untergang des Abeirdlarroes; mit reichem Material und viel Argumenten. Brsoubers hat er es auf die Darwinisten, Materialisten und Naturforscher abgesehen. „Den Evolutionswahn" will er vernichten mit jchr geistreichen — dies muß man zugeben — Waffen; einiges leuchtet sogar ern. Dieser englische Philosoph, der sein Werk deutsch Ichreibt, wahrscheinlich auch, weil chm deutsche Geistesidealität näher steht^als englischer Praktizismus, bemüht sich jedenfalls von allen Seiten und mit dem ganzen Rüstzeug seiner philosophischen und wissenschaftlichen Gelehrsamkeit — und diese scheint ganz groß zu sein — die Schwächen der Lehre von der Affenabstamnmng ,des Mnschen bloßzulegen und sie auszuMtzen; wobei die zoologischen und die anthropologischen Argumente die' interrffantesten und vielleicht die Mingendjten sind. Macready stellt schon scherzhaft die Prognose: „Wie ich den entarteten Darwlnismus demolierte" ... Der satirische Philosoph beschäftigt sich schr viel mit religiösen Problemen; hier heiß; sein Faible: indische Religions- Philosophie und Buddhismus. Der vermeintliche Unterga.ng kdes Abendlandes ist für ihn nur ein Ausdruck nnmanenter Gerechtigkeit. ein Uebergrna der Werte meinanber. Es ist fraglich, ob man da noch . von Wertungen sprechen kann. Den Aufgang des Abendlandes sieht Macready schließlich in religiöser Wiedergeburt. Ein problematisches, ein fesselndes Buch... die Ausfüh-; rangen, deren Entftchungsursache, Hentuelle Konsequenzen — hier muß man beim Lesen bis zu Ende denken — und die Hinter- I gründe sind schr interessant. Es will mir scheinen, /daß in diesem Werk die Bäume schöner sind als der Wald: der Titel soll nicht Abschrecken, es ist trotzdem schr viel Gutes, Geistvolles, Neues, Anregendes darin. 1t. Ein jüdisches Jugendbuch. Ein jüdisches Buch irr deutscher Sprache für die Kleinen und Kleinsten zu schreiben ist nicht leicht. Es gilt da mancherlei zu beachren. Vor allem die besondere innere Verfassung des jüdischen Kindes, die von der anderer Kinder wesentlich verschieden ist. Der anormal lebende jüdische Volksorganismrls, dessen Bedingungen nicht die anderer Volkskörper sind, schafft schon in der Seele des jüdischen Kindes eigentümliche Differenziertheiten, auf die ein gegangen werden muß. Nicht minder schwierig ist der Imperativ solcher Bücher in deutscher Sprache, eine Ergänzung rmd ein Gegengewicht für die nichtjüdische Erziehung zu schaffen. Das Kind,' für das ein solches Buch in erster Linie bestmmtt ist. ist von Haus und Schule ans mit jüdischen Riten und Volksgebräuchen überhaupt «icht oder nur in sehr geringem Maße vertraut. Jenseits der rein bildnerischen Beeiuflu'isung der Llinderieele gilt es, sie mit jüdischen Werten zu erfüllen, Liebe für das Jüdische und dessen Kenntnis zn erzielen. Als britte§ kommt noch hmzn, daß, wie die Dinge liegen, ein solches Buch sich nicht auf einen bestimmten Kreis von Kindern beschränken darf, was eine bedeutende Erleichterung für die. Abfassung wäre, sondern in möglichst weit zn fassen hat, also Altersstufe, sozialen Stand, bestimmte Länderstriche usw. nicht im besonderen berücksichtigen kann. Erschwert werden die Bemühungen eines jüdischen Jugendbuchautors noch durch den Umstand, daß die Anzahl schon vorhandener jüdischer Jugendbücher in deutscher Sprache verfcl)windend ist. Von jüdischer Seite, mit der Tendenz bewußt jüdischer Beeinflussung, ist fast, gar nicht vorgearbeitet. Im rein Sachlichen muß ein jüdischer Autor von nichtjüdischen Vorbildnem entlehnen, die unter ganz anderen psychologischen Voraussetzungen arbeiten. Es ist schon unter wiesen Voraussetzungen, ein großer Erfolg, wenn ein jüdisches Jugendbuch seine Aufgabe in halbwegs zureichendem Maße erfüllt. Das neue jüdische Jugendbuch. von Siegfried A b e l e s („Das lustige Buch fürs jüdische Kind". Jakob B. Brandeis-Verlag, Breslau) tut dies und ist ein Schritt nach vorwärts zur Lösung des Problems einer jüdischen Jugendbücherei. Ter auch sonst in der Wiener jüdischen Jugendfürjorge sehr bewährte Verfasser kennt vor allem die Mentalität und Bedürfnisse des jüdischen Kindes, denen er in diesem Buch durch eine zwangslose Methodik des Erzäh'eus gerecht wird. Die vier Abteilungen des Buches:' Buntes Allerlei, Chanuka und Purim, Größere Erzählungen und Aus dem Buche der Narrheiten, führen das Kind sehr gut m jüdische Gedanken- und Empfindunpswelt ein mit sehr geschickter Anwendung bewährter pädagogischer Mittel. Seh/ schön, sind Ausstattung und Illustration von Willn Banrs.M /! •/.! wünschen, daß fehr viele unserer Kleinen das Puch zu .esin .-etommen. —rr. ÜA «r i « tf « * ' T Das Hakten einer Katze — ein KündiaungSgmL. Der Bß diam'riu Therese P a tz wurde von ihrer Woynungsaeberin Sophis Rößler das Kabinett gekündigt, weil sie trotz der Vertrags mäßigen Vereinbarung, ihre Katze aus dem Hause zu geben, da! Tier noch immer im Kabinett behalte. Das Bezirksgericht Fa>' voriten erklärte die Ki'uwigung für w irks a m, weil bas Halte, von Tieren durch den Untermieter einen Klln> diguygsgrnn'd b i l b e, ganz besonders aber im vorliegende» Falle, wo die Unternrielerin sich vergleichsweise. zur Entfernunj der Katze verpflichtet hatte. Sie habe allerdings später die Kah! deuc Tirrschiltzhacsse übergeben, doch sei aber die Katze nicht vertilgt worden, so daß sie jederzeit wieder . zurückgenommen lvevoer konnte. Der Tierschntzverc'm, welcher erklärte, daß gar kein Grant zur Vertilgung der gesunden Katze vorliege, ersuchte eines seine; Mitglieder, den Rechtsanwalt Dr. Iulins Sternbcrg um Ergreifung des 3iechtsmi1tels gegen das bezirksaerichtliche Urteil, daiilit die arme Bedienerin, tvenn möglich, ihr Liebliu^stler weite; bei sich behalten könne. Der BerufringSienat gab jelwch der' Bc-, rnfnng k e i n e F o l g e und bestätigte das erst^ichterliche Urteil. Wenn man Tiere quält und Menschen beleidigt. Die Fa brelantensgattin Meie Sch. trat gestern beim Strafbezirksgericht 1' als Privamägerin gegen den Fleifchhauevmeistcr Leopold B. auf. Nach Inhalt der Klage war Frau Sch. an; 7. November in Sw Angarteiistraße Jeugin einer empörenden Szene von Tiergualerei B. hatte sein Pjerd, tvelches ein wenig störrisch tvar, nicht tun mit der Peitsche bearbeitet, sondern auch dem Pferde mehrere Fußtritte in den Bauch versetzt. Als Frau Sch. den B. in höflichem Ton-e ersuchte, das Pferd »licht derart zu mißhandeln,- wurde sie mit einer Flut von Sch'nnpftvortcn überhäuft uck mit Tätlichkeiten bedroht. So rief ihr B. zu: „Halt d i e Pap-' ven, sonst hau' ich otr eine ins Gefries, daß dir. die rote Suppe obirinnt. Wer sind Sie denn eigentl'ch ich habe was zum Essen, aber ob Sie was AM Fressen haben, ausgewiesener Zltstellullg der Vorladung tnchi "erschienen war,, wurde, nachdem zfvei Zeugen den Inhalt der Klage bestäiigt hatten, wegen Ehrenbrleidigung >. zu a ch t - T a g e u. A r r e st verurteilt, wobei als besonders erschwerend die in dem Vorgehen des. Angeklagten gelegene Roheit angenommen wurde. Ein Pogromführer z«m Tode verurteilt. Aus Moskau, 20. bv meldet I. T. A.: Der frühere Offizier der Teuilin-Amee, Palrach i, dem nachgewiesen wurde, daß er während der OÜuvation in der Ukraine Pogrome gegen die jüdische Bevölkerung nrtzanisiert hat, wurde znm Tode verurteilt. Paliachi gewann 'm späteren Jahren das Vertrauen der lokalen kommunistischen Organisation und-wurde Sowjetbeamtrr. Als er dann erkannt und verhaftet tvurde, bat er, daß kein Jude unter den Volksrichtern sitzen möge. — Das Verfahren gegen den Genossen Paliochis, den gewesenen Denikin-Ossizier Jasrnski., schwevt noch. _ Volkswirt. Sie Sinanjfattieratig Polens. Ein günstiges Expose des Frrianzurinisters Z d z i echowski. — Ausländische Beteiligung m der polnischen Notenbank. Aus ®o-sf cha n, 23. k, 'wird telegraphi'e-rt: In eurer Pressekonferenz stellte FimnMniui ster Z d z -i e ch -o w s if i .fest, -Wß vom 1. Jänner 1926 ab -das Budget monatliche Ersparnisse vor; je vierzig Millionen Zloty answeife. Der für die evste-n drei Monate des k-oanmenden JÄhres ausgestellte VerwalkmgÄplan könne als stabilüsiert gelten, da für diese Zeit der .ntcibi'k Mmltiplikator ausgeschaltet worden sei. Für die folgenden Monate geben,ke der Minister bedeuten de re Ersparnisse zu erziele-n, ilvas gegenwärtig noch nicht' gu verwirklichen sei- «da man nicht unvermittelt von einem verschwenderischen Bwdget Kneinem sparsamen Budget äbergehen sömre. Ter Minister erklärte scdann, ^daß der Gemralrat der, Bant von Polen einen Beschluß bezüglich vor E r Höhung' des Banktapitals gefaßt und grundsätzlich .festgelegt- 'fyabe, daß ausländisches Kapital als Besitzer von Aktien ■ber -Bant von Polen zngelasstn werden «könne. Das Einströmen ausländischen Kapitals würde die Be-vmehrnng des Notenumlaufes und die .Herabsetzung des. Zinsfußes, der von der Bank gewährten Kredite ermöglichen. Der Minister gäb -dann 'bekannt, daß in der letzten Ze-i-t Herr. Mynarski dem Bankers Trust in -den BEinigten' Staaten die Option für die Pachtung des Tabakrnonopols ertM habe. - Die Zlotydeökung. In ds;n Auslveis der BanL von Polenvouv 23. d. heißt >es boziiglich der Deckung des Zloty: Die RchervL rn Devisen, ausländisch ein Gold und Verpflichtungen Zu-.- guusten dos Schatzes belief sich ans 60,2 Mllionen Zloty, während die Verpflichtungen des Schatzes >m ausländischem Gold und -im Report ^nsa>!nm'e-n 75,1 Millionen, ausmachten, Womus sich yin Plus der letzteren Verpflicht' tnngsn geg-ennber der Reserve m Devisen und ausländischem Geld im Betrage von 14,Ä Millionen ergibt. Nach Abzug dieser Summe vom cheorctischen Barschatz m Be> trage von 132,5 Millionen ergibt'sich die theoretische, Dockung des Zloty -mit 117,6 Millionen. Als theoretisch ist dieft Ziifscr'zn «bMichmn, da 60 Millionen davon sich iw Depot der Bank van Englan'd hesmden, um als -Garantie für die Polen gewährten englischen Ktchite-zu'^ dienen. Daher beläuft'sich die tatsächliche. DeckNW -de» Noten der Bank von Polen, deren limlauff 349,1 Millionen Zloty beträgt, aus 19,3 Prozent, die cheovetische Deckung' aus -ungesähr 29,5 Prozent. Di« tatsächliche Deckung ist . demnach nur 10,7 Prozent unter km gesetzlichen Minimum Beendigung des kaufmännischen Mratoriuncs. Da jede Hoffnung aus eine Beffevung -der Lage, der Borkriegswechselgläudiger geschwunden ist und die Arag< der ungdregslt-eu WechselverPflichAugen fortgesetzt Beis-org«,' 'rnssc der betreffenden Haudelskreisc (zum Beispiel der Jw ’ dvssanten) erveg-t, haben sich die Lom-rnerziellerl Organisation' i