Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2456 (23.12.1925)
- Date
- 1925-12-23
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 2466 Men. mmity Rechenschaftsbericht erstattete Herr Dr. Retfer als B^ vvllmächtigter der Londoner Keren-Hajeffod-Zentrale. Ans diesem ging hervor, daß in der Bukowina in den letzten 10 Monaten an Bargeld 3,190.510.86 Lei eingingen, was eine Steigerung gegenüber dem vergangenen Jahve itnt 136 Prozent ausmachte. An Bons, die bis Ende Dezember eingehen müssen, stehen noch aus 1,374.032 Lei. Im ganzen wurden in dev Bukowina für den Keren Hazeffod über 7 Millionen Lei aufgebracht. An das Referat schloß sich eine längere Debatte. Ueber Vorschlag des Herrn Direktor Dr. Löwner wurde von der Konferenz einstimmig dem abtretenden Präsidium daSAbsolutorium in Form nachstehender Resolution erteilt: Die Keren-Hajessob-Konferenz nimmt den Bericht der Exekutive zur Kenntnis und spricht ihr sowie dem Bevollmächtigtendes Keren-Hajefsod-Direktoriums, Herrn Dr. Manfred Reifer, sür die unter schwierigen Verhältnissen geleistete Arbeit den wärmsten Dank und die vollste Anerkennung aus. In der Nachmittagssitzung des zweiten TageS hielt der Delegierte des Londoner Direktoriums, Herr Doktor Alexander Go Idstein, ein großangelegtes Referat, wesches auf die Konferenzteilnehmer einen nachhaltigen Eindruck machte. Das Organisationsreferat erstattete Herr Dr. F u ch s, an welches sich eine längere Debatte knüpfte. Im Verlaufe der Verhandlung wurden noch Resolutionen betreffend die Kontingierung des Keren Haiesfod sür die Bukowina in der Höhe von 6000 Pfund für das Jahr 1926, betreffend einer Erhöhung aller Zeichnungen um 50 Prozent, betreffend eines oprozentigen Zuschlages zu jeder Zeichnung für den ,Hachschavah-Fonds" und schließlich betreffend der weiteren Arbeit in der Bukowina, einstimmig angenommen. In einer Resolution wird dem Direktorium des Keren Hajeffod für die Unterstützung, die es dem Bukowinner Keren Hajessod zuteil werden ließ, der' wärmste Dank ausgesprochen. Zu erwähnen wäre noch, daß die schriftliche und mündliche Propaganda im Lande im vergangenen Jahre ungemein intensiv geführt wurde und daß nicht weniger als 50.000 Broschiiren im Verlaufe des Jahres verteilt wurden. Zum Präsidenten des Bukowinaer Keren Hajessod wurde unter beifälliger Zustimmung der Delegierten und Gäste Herr Direktor Mx Seidmann wieder cinstrmmig gewählt. In die . Exekutive gewählt wurden die Herren: Großgrundbesitzer Joses B l u m, Bankier Nathan Bora l, Großkaufmann Salonwn Dorreger, Großindustrieller Seide E n g l e r, Advokat Dr. S. F l e m i n g e r, Advokat Dr. Fuchs. Prokurist Geiger, Kaufmann Müses G a st e r, Kaufmann Schaje Goldfeld, Großgrundbesitzer Nathan Horowitz, Ing. Hildebrand, Kaufmann I e r u s a l e m s k i, Advokat Dr. I n r i m, Advokat Dr. K r ä m e r, Advokat Dr. Mos n e r, Oderrabbiner Dr. Rä ch t, Buchhändler Pi: ein in ge r, Kaufmann Rosenwald Adolf, Prof. Rosenstock, Professor Silberbusch, Advokat Dr. Abraham Schärf, Industrieller Oskar Schächter, Großgrundbesitzer S o l o l Joachim, Apotheker Emil S ch e ch t, Industrieller Suchestow, Ing. Spindel, Advokat Doktor W e i s s e l b e r g e r, Großindustrieller W i z n i tz e r Josef und Ing. Zwilling Maximilian. Zu Revisoren wurden die Herren Advokat Dr. Max Folschaner, Direktor Robert Schass und Adv-okrt Dr. Leo Weich gewählt. Svene der Wie«« Tabaktrafiken a« 26. und 27. Dezember 1925. Es wird aufmerksam gemacht, daß die Wiener Tabaktrafiken heuer am SamStag den 28. Dezember. (Stefav.itag) und Sonntag den 27. Dezember den ganzen Tag geschlossen bleiben. Trs Pullitum wird daher gebeten, Zeinen Bedarf an Tabakfabrika^n für die Feiertage bis längstens Freitag den 25. Dezember (Christtag), vormittags, einzudecken, an welchem Tage die Trasiken in Wien in der Zeit von 8 Uhr früh biS 18 Uhr mittags offen gehalten werden. um 19 Slunden aWnsig. . Wir haben am Montag mittags eine in der Pvlueikorrejpondenz enthaltene .Nachricht über das Ableben einer Frau an einer Kehrichtab.agerüngsstätte gebracht. Hiezu erhalten wir die folgende Zuschrift: Meine Mutter, Frau Josefa Franz, ging Donnerstag den 17. d. mittags vom Haust fort, mit der Absicht. KokS zu kaufen. AS sie den KokS bereits hatte, und am Heimweg war, fiel sie plötzlich — eS war ungefähr halb 2 Uhr nachmittags — bei der Kehrichtablagerunxsstätte an der Endstation des 67er-Wogens (Favoritenstraße) bewußtlcS zusammen und wurde von der Rettungsgesellschaff in das Wiedener Krankenhaus gebracht, wo sie Freitag den 18. d. um halb 4 Uhr früh an Gehirnblutung starb. Dies ist deshalb wichtig, da man auf Grund der Notiz annehmen hätte können, die Frau wäre im Kehricht obdachlos ausgefunden worden, was den Tatsachen in keiner Weise entspricht. ' Zu bemerken wäre noch, daß bereits Donnerstag nachmittags und abends bei.den Wachstuben sowie beim Polizeikommissariat Favoriten leider ergebnislose Erkundigungen einaezogen wurden und selbst anläßlich der Freitag früh gemachten Abgängigkeitsanzeige seitens der Polizei mitgeteilt wurde, daß biS zur Stunde — also nach 19 Stunden — kern Unfall gemeldet sei, was um so merkwürdiger ist. als die Verständigung der Rettungsgestttschaft durch einen Sicherheitswachmann erfolgte. Ich wiederhole, daß meine Mutter nicht im Kehricht sterbend aufgesundcn wurde, sondern am Nachhauseweg plötzlich bewußtlos zusammenbrach. Im voraus besten Dank! Jerry Franz, 10. Bez, Vuchengasse 55. Metier Morgenzeskiins 28. Dezember 1925 Viele KRANKHEITEN können Sie verhüten, wenn 'Sie FRANZBRANNTWEIN mit Menthol benützen, Löwen-Franzbranntwein ist das idealste Mund*, Zahn^ und Haarwasser, Achten Sie auf die Schutzmarkei ln Original]laschen überall erhältlich GesetzU gesck. Schutzmarke MO Erzeuger: Alexander Kalmar,Wien,lL Nordbahnhof 1 In bekannte SoM. . Nach dem Weltkrieg wurden die aus vielen Munden blutenden Völker ihrer Leiden erst recht bewußt. Sie richteten ihre Blicke nach vorwärts in ein krieglose Zukunft, der neuen Menschheit zu. Dieses Streben mußte nicht .notwendig in einem Bruche mit der Vergangenheit liegen. Ter Krieg bekam Denkmäler. Von all den dem Kriege gewidmeten Denkmälern ist sür mich das „Grab des unbekannten Soldaten" das ausdrucksvollste. Dieses Denkma' gilt mir nicht als Apotheose des Krieges. Das „Grab des unbekannten Soldaten" ist für jedes Volk die Huldigung der Gesamtheit sür das Opfer eines jeden seiner Glieder; Alle litten sie. Der Sensenmann mähte reichlich, wahllos. Aus einem der Massengräber wurde einer, der Namenlose, der vom Schicksal erreichte Genosse gehoben Ihm wurde da§ „Grab des unbekannten Soldaten" errichtet. Von seinen Brüdern, die auch unbekannte Soldatm waren und wie er damals im Kriege nur Tote auf Uraub!.., Wir Juden bluteten auf allen Schlachtfeldern. Reichlich finckte unser Blut die Erde der lodernden Welt. Zum Lohne ward un8 aber Verleumdung! U eberall. In der Feststellung dieser allgemein bekantttm Tatsache finden wir die klare Antwort, ob auch der jüdische Soldat, der jüdische Staatsgenosse im „Unbekannten Soldaten"' geehrt wurde! Wir haben aber in unserer Geschichte etwas anderes. Unsere' Geschichte kennt den bekannten Soldätenl Wir Juden sind gezwungen, immerwährend bereit zu stehen wn der Front der Verleumdung! Seit jeher bespritzen uns unsere .Liebsten" mit diesem Gift Dieser Angriff gilt zunächst dem Einze nen, in Wirklichkeit aber dem gesamten jüdischen Volke. Treysus, Beilis oder Steiger werden zu treffen gesucht, gerneint sind wir alle. Jene sind eben uysere Soldaten, unsere „bekannten Soldaten",, die nur deshalb leide« muffen, weil sie Juden sind. Neben Steiger, dem jüngsten bekannten jüdischen Kämpfer an der Front gegen Verleümdung. und Niedertracht, saß wie gewöhnlich das ganze jüdische Volk. Es war nur . zufällig Steiger. Es konnte ein jeder von un§ sein. Wir alle sind eben die „bekannten Soldaten" aus llrlaiw. 1924 bis 1925 ereilte das Schicksal Stanislaus Steiger in Lemberg! Und deshalb empfinden wir sein Schicksal als unser ureigenes. Seine Unschuld war sür uns so klar wie unsere eigene Unschuld! Und wenn andere Völker ihren „Unbekannten Soldaten" ehren, ehrt das jüdische Voll seinen ..„Bekannten Soldaten". Steiger gehört zur Geschichte. Unsere Geschichte verzeichnet 1925 Bilbul Steiger. Hemmungslos freuen wir uns des mutigen Wahrspruches des Äemberger Bolksgerichtes, wo wir es doch, da es nur ein gerechtes Urteil ist, ganz natürlich ausnehmen sollten. Aber, wenn die geheim wirkende Niedertracht-uns vor die Tatsache gestellt hat: Einer für alle — ein Steiger für das ganze Judentum — dann reagiert das ganze Judentum für einen Steiger — alle für einen! Ich stelle mir vor,, daß die Jndenheit Lembergs, welche das Schicksal des verleumdeten Juden in unmittelbarer Nähe beobachtet hat, ihrer Freude besonders Ausdruck, geben wird. Lembrrger Juden, pflanzet in Crez Israel einen Steiger-Hain oder -Wald als Denkmal dem „Bekannten jüdischen Soldaten". Wir alle sind bereit, mitzuhelfen! Ä. Nussenblatt. Marwka im grauen Haufe. .Wie berichtet, ist am 18. d. im Wiener Landesgericht ist neuer Betsaal für die jüdischen Häftlinge eingeweiht worden. Hierüber wird uns noch ge- MLMt: Im Gefangenhanstralte deS Wiener LandesgerichteL war uSher ein primitiver, kleiner Raum, zur Abhaltung des Gottesdienstes' für die jüdischen Häftlinge zur Verfügung gestanden. Dtmf den Bemühungen des israelitischen Seelsorgers im Landes- >ercht^ Rabbiner Dr. Armand Kaminka,.und deS Gefangenjausdirektors' B t r n st e i n und dank des Entgegenkommens. der Mündigen Gerichtsfunktionäre konnte am achten CHanukaabend :itt. neuer, würdig ausgestaiteter Drtsaal in. feierlicher Weife seiner öestimMuwg übergeben werden. Zu der - feierlichen Einweihung gatten sich eingefunden: Vom Landesgericht für Straffachen Wien 1 Vizepräsident Dr. Schneeweiß, Bezirksrichter Döktor Wild mann, Seelsorger Monsignore Supp, Gefangenhrus- Herdirektor Hofmann, Gefangenhausdirektor Birnstein, Zustizwachkommandant vberkonimissär Rietz, für das Landeszer.icht für Strafsachen Wien 2 Präsident Höfrat Dr. Schrei- »er, Gefaugenhausoberdirektor Dr. Schmidt; von der rsraelitichm KultMemeiM Wien Vizepräsident Dr. Orn.st esu, VW staMmWod Justizrat Dr,. Adler, AmtSdirektor Fuchtgslfi und der Beamte des''KultusainteS Dr.'G. Freudmann. Oberkantor Kau smann leitete mit einem. Männer.- qpartett mit dem Vortrage des Ma tauwn und de« Gebeten, zum Sabbateingange die Feier ein. In seiner überaus gehaltvollen Weiherede führte Rabbiner Dr. Kaminka u. a. auS: „Hs ist nicht Zufall, daß diese Einweihung gerade auS Anlaß des Makkabaerfches stattfindet. Die Makkabäer hüben für die Religion gekämpft und haben das erstemal der Welt und de« der jüdischen Religion nachfolgenden Religionen die Idee vom Martyrium für daS Religiöse gegeben. Dieses Bechaus ist in manchem weniger als ein anderes Bethaus und in manchem mehr als andere Bethäusu. Wrniger, weil nur für einen bestimmten und geringen KM berechnet; mehr, weil hierher alle mkt einem wunden Herze« kommen. Nur die Religion kann euch den Weg zur Rechtschaffenheit und Gesellschaft bahnen." Am Schluffe deS Gottesdienstes ergriff der Vizepräsident deS SandeSgerichteS, Hofrat Dr. Schneeweiß, das Wort, wies darauf hin, daß!n diffeS Haus unglückliche Menschen kommen und daß alles, was das Gesetz zuläßt, für diese Menschen getan wird. Er dankte Herrn Rabbiner Dr. Kaminka für dir fast 25 Joihre lange ersprießliche Tätigkeit als Seelsorger, der für die jüdischen Häftlinge sehr viel geleistet habe und dem auch für die Errichtung dieses BethaufeS die Anerkennung zukomme. Vizepräsident Dr. Ornpsin spricht all denen den Dank auS, welche für diese Institution Interesse bezeugt haben.' Die Kultusgemeinde will alles tun, um diesen unglücklichen Menschen ihr Los zu erleichtern. DaS Makkabäerfest ist jenes Fest, welches uns daran erinnert, daß die Religion dem Menschen die einzig sichere Stütze bietet, daß aber auch unsere Religion die Erfüllung der Staatsbürgerpflicht zur ReligiqnSpflicht macht. Er richtet daher an die Häftlinge den Appell, wenn sie dieses Haus verlaßen-, ihrer staatsbürgerlichen uch religiösen Pflichte« eingedenk zu sein. Der Eindruck, den die Feier auf die Häftlinge machte, war ein für alle Anwesenden tief ergreifender. Erinnerungen an die Jugend und das Elternhaus mögen in ihnen ausgchiegen .sein, als die Ehrnukalichter entzündet wurden und daß „Morus zur" erklang. Lautlos bewegten sich ihre Lippe« und Tratten quollen auS chren Augen. Die gottesdienstlichen Funktionäre hätten aber auch ihr Bestes geleistet, um den unglücklichen Menschen eine. Stunde der Erbauung und Erhebung zu bereiten. Set General mit dem Amemecht. Konflikt mit dem Richter. Eine Gerichtskorrrspondenz berichtet: Bor dem Straftichter des Bezirksgerichtes Döbling, dem Landesgerichtsrat Dr. Max Adttor, hat sich in den letzten Tagen ein bemerkenswerter Vorfall abgespicktt. Er ttug sich im StrafvechandlungSsaole zu, und zwar zwischen dem genannten Richter und dem General des Ruhestandes Alois D i ch t l - I ö r g e n r e u t h. Generalmajor AloiS Dicht! hafte mehrere Privotanklagen beim StrasbezrrkSgericht Döbling eingebracht. Er hat die 6ttmpelgebühren nicht entrichtet und das A r m e n r e ch t in Anspmch genommen. Er hat jedoch den Beschluß echalten, die Stempeigebühren zu entrichten. Er hat sich hierauf zum Richter , begeben, der gerade eine andere Verhandlung leitete, und wollte durchaus mit ihm wegen seines Armenrechtes sprechen. Der Dichter lchnte ein Gespräch mit dem General, der in voller Gala erschiene« war, ab und sagte:,Ich habe jetzt keine Zeit, ich verhandle ja." — „Wann haben Sie Zeit?" — Der General betonte, daß er Mtpensionist und Invalide sei und das Armenrecht in Anspruch nehme. Ter Richter bemerkte, daß sein Einkommev ein solches sei, daß er die Stempelgebühr wohl bezchleu könne «nd beendete die Aussprache mit dem Satze: „Verlaffen Sie den Saal." Antwort: ^Jch gehe nicht." Die Situation begann kritisch zu werden. Der Richter wechselte mit dem staatLanwaltschastlichen Funktionär Dr. Warmuih in höchster Erregung einige Worte; dieser dckckte an den Taster und in wenigen Minuten standen zwei Justizwachleute im Verhaudlungssacil. Sie erfaßten den General, um ihn hinauSzubefördern. Er riß sich jedoch los und mit Ausdrücken höchster Entrüstung verließ er den Raum. Dieser General ist im Herbst viel genannt worden, rls die „Rote Fahne" einen an ihn gerichteten angeblichen Brief Doktor SeipelS veröffentlichte,!« welchem General Dicht! als besonderer Vertrauensmann der Exkaiserin Zita angesprochen wurde. Ne SkNln Aothmrr zn vier Stenden Snst netneteiit. BeM. 22. Dezember. (Tel.-Komp.) Im Bothmer-Prozrß ffpielte sich heute der letzte Mt ab. Rach Schluß der Beweisaufnahme erhielt zunächst die Gräfin daS Wort. Sie erklärte, sie bleibe dabei, daß sie den anonymen vrief an den Pfarrer nicht geschrieben habe. Dagegen sei, es möglich, daß sie in der Eile, um der Sache zu dienen, die Unterschrift der Schwester selbst unter den Brief der verswrbene« Präsidenten Rieck gefetzt habe. Die beiden Verteidiger plädierten auf Freispruch der Angeklagten, während der Staatsanwalt Verwerfung der Berufung beantragte, wobei er als Grundlage für die Straftaten ^der Gräfin ihre starke Verschuldung und die Such: (Selb herbeizuschafftn, bezeichnte. Das Motiv hiefür, das^ noch nicht zur Sprache gekommen fei. sei erotischer Natur. Die Angeklagte habe einen Mann mit außerordentlichem Begehren geliebt und wollt» um jeden Preis das für die Zusammenkünfte nötige Geld herbeischaffen. - Endlich erhielt die Angeklagte noch einmal das Wort. Sie beschränkte sich darauf, zu sagen, es liege ihr nichts mehr am Leben. Sie sei heimatslos und ehrlos geworden und habe auch ihre Kinder verloren. „Richten Sie, wie Sitz wolle«. Nur Men Sie bald daß Urteil. Ich bin unschuldig!" Die Angeklagte wurde für zwei der drei Pchiner Me tf einer Gefängnisstrafe von 2 Monate, für de» Potsdamer Fall zu einer Gefängnisstrafe von 8 Monaten verurteilt. Diese Strafen werden zu einer Gefängnisstrafe von s Monaten z« fammengezogen. Zwei Monate Untersuchungshaft