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Wiener Morgenzeitung · 1925-12-22 · Heft 2455 (22.12.1925) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2455 (22.12.1925)
Date
1925-12-22
Page
– (sequence 1)
Language
German
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/ I Polen: 25 groszy\ Wien; 4umÄbholen in de: Expedition, 11., Taborstr. 1-3, oder in einer Verschleisstellc (Trafik) monatl. 5 Schilling Strassenverkaut: in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied, 1„ Wollzelle 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich ü Schilling Tschecho-Slowakei: Mon.K22. Jueoslawiet?: Mon.Dln.60. Polen:Mod, 5Zloty. Deutsch!and: Mon. Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 16 NMfcMhUmlca M Frei«. erhObvagen Vorbehalten rener Ar. MS Wien. Lkustag, SL. Jeiember 192& \ 1 1 — Set tmgorifdje Humerus clausus. Re Stellrmgvahme de« englN-Wische« vemeiudeverbaude». (Eigendienst der „Wiener Morgeuzeitung" London, 20. Dezember. i$n der festen iIitzuug der Board of Deputies, in dev Kmd Roth schild den Vorsitz führte, «Wstattete Herr d'A vigdo r G o l dis m i b namens des Ausschusses für auswärtige Mugelegeniheiien, Foreign Committee, den Bericht über die' im Auftrag des iKomitees durchgeführts Mion des Herrn Äuvien Wolfs . Leim VölkerLnndrat wegen Auflhebung des Nmnerus olauiftts in Ungarn, Der Bericht onWt die in der „Wiener Mo-rgenzeitu-ng" cmssührlich iwiedecgegsbene Darstellung der Vorgänge in Genf. An den Bericht Tnüpfte sich eine leibhafte Debatte, in welcher 'besonders darauf h in gew iesen wird,. daß die Bezeichnungen , „so bald als möglich^ mb „in der itahen Zukunft" hinßichtüch des Zeitpunktes, bis zu denr die Aufhebung des Gesetzes über den Numerus clausus in Ungarn erfolgen soll, zu. vage und elastisch sind, als daß isie M beruihigon vermöchten. Eine . unverminderte Wachsamkeit sei 'daher goWen. Unter allgemeiner Zustimmung lerfete hieraus der Referent: Das Foreign.Committee der Board of Desmües hat in.k ei n er W e i se auf sein Recht, die Frage des Numerus clansüs zu behandeln und die Mittel zu dessen Aufhebung in Anwendung . zu - bringen, verzichtet. Es ist bisher nichts' anderes MchMn, als daß der Bvlkerbnivdrat unter de r Bedingung, daß Ungarn in naher.'.Zukunft ■ Las 'Gesetz in Mftiedensteöender Weise verbessern werde, . davon abgesehen HMtzs KommunMe«- verfchwölmg ». Fünf „Spione" verhaftet. tEigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Budapest, 21. Dezember.. Budapest hat wieder seine K o m m u n i st e n v e r s ch w ö r UN g. Diesmal wurden zwei angebliche komnrunistische Spione,.wie es im Palizeijargon. heißt, unschädlich gemacht. Die Büdapester Polizei gibt darüber spaltenlange Berichte heraus, welche'das Gruseln lehren sollen. Sie hat fünfPers o n e n festgenom m e n, und zwar den ehemaligen.Ministerialrat und Sektionschef im ungarischen Volkswohlfahrtsministerium Eugen M a r i ch, der im Zusammenhang mit Schwindeleien bei staatlichen Kartossellieferungen-'im Jahre 1920' pensioniert wurde, seine Frau, die-Tochter eines rumänischen Großgrundbesitzers, den angeblichen Journalisten. K u l e s a r aus Wien, der in Wirklichkeit ein äbgebauter Bankbeainter ist, und zwei junge Leute, angchlich Mitarbeiter des Kulcsar. .Manch, der jetzt in Neusatz ansässig ist, wurde ebenso wie seine Frau, als sie am Freitag aus Neusatz.in Budapest eintrafen, aus dem Bahnhof' verhaftet, die Verhaftung des Kulcsar und seiner zwei Mitarbeiter" erfolgte ebenfalls auf dem Bahnhof, als sie gerade nach Wien reisen wollten. Külcsar soll unter dem Vorwände, das; er Berichterstatter einer Wienervolkswirtschaftlichen W o che n s ch r i f t sei, bei Büdapester Journalisten Informationen über die politische.'und wirtschaftliche Lage Ungarns gesammelt haben, die. er dann, wie die Büdapester Polizei erzählt, an die W i e n e r S o w j e t g e sa n d ts cha s t lveitergab. ’ ' ' ' Manch hat nach den Angaben, der Büdapester Polizei bereits gestanden,, int Auftrag der Sowjetgesandtschaft militärische, politische und wirtschaftliche Spionage in Ungarn getrieben zu haben. . Die beiden anderen verhafteten. „Spione" sind Filmbürschchen. Die Polizei will in der Wohnung Kulcsars größere Geldbeträge und auch seine-Spionageberichte beschlagnahmt haben. Ier Bürgerkrieg in Wug. Schanghai,. 21. Dezember. Nach einer Meldung des fieuterschen Bureaus ist Tientsin vollständig von jeder telegraphischen Verbindung abgeschnitten. hat, eine gesetzmäßige Entscheidung zu fallen. Sollte die ungarische Regierung dieser Bedingung nicht entspreche, fo ergkbt sich, für das Foreign Committee die Situation,. die Frage wieder vor dasselbe Forum zu düngen. Es liegt jetzt bloß an der ungarischen.Regierung, chre Ver- Mchtung .zu erfüllen. TA sie da's nicht, so - treten «wir wieder auf den Plan. Der Bericht wurde ln diesem Sinne zur Ken ntnis genommen. Ser liebe Zitat protestiert beim Böttekbund. Budapest, 21. D'tzenrter. Der Verband der Erwachenden Ungarn hielt SamAag nachmittags in den Heiden protestantischen Kirchen ein F a h n e n w e ich f e ft ab. Nach Abschluß dev Feier fand im Berbandslobal die Generalversammlung des Verbandes statt, in . deren Pevlauf der Präsident Livor Eckhardt den Antrag, stellte, eine energische Mion zur Ausdehnung des Numerus clausus gegen die .Juden mnzuleiten. und so lange zu betreiben^ Ns das Ziel erreicht ist. Der Antrag iwurde natürlich angenommen mib gleichzeitig beschlossen, beim Völkerbund gegen seine Einmengung in die inneren Angölegeniheiten, Ungarns im Falle des Numerus clausus Protest zu erheben. Die Generalversammlung faßte schließlich den Beschluß', Begrüßungstelegramme $r senden:, ün. Musisolin i isiowie .an dse- Ehrenmitglieder des .antise.milischein Verbandes, an den Reichsvevweser Nikolaus Hört>hy, an,die Erzherzoge J osef und A lb r ech t und an den Bischof Ottokar P ro* haszka. - und die Weftmöchte. Berlin, 21. Dezember. Der russische Volkskommissar des Aeußevn Tschitischerin hat heute in Unterredungen mit mchveren. Bevliner Zei'tungsvertvetern bezüglich seiner Bespvechlnngen mit Briand und änderen frarMischen Politikern erklärt, es fei vereinbart worden, daß sofort nach dem'Eintreffen des neuen Scwjetbotfchafters R a ko w s.k i' in Paris, also'in der xHen Hälfte des Jänner, die offiziellen Verhandlungen zwischen Rußland und Frankreich beginnen sollen. In seinen Unter- >vedungen mit dem französischen Mnistevprästdenten habe er feftftellen können, >daß zwischen Frankreich und der Sowjetunion keinerlei echsMche Gegensätze bestehen. Usber .ein.von ihm angeblich beabisichtigtes Zusammentreffen mit C h a m b e r.l a i n wisse er nichts. Dschitscherrn betonte, die russische Regierung sei der Auffassung, daß für Rußland.ein Eintreten in de« Völkieiribn-nd unmöglich fei, 'da'die Gegensätze zwischen den Sowjetftaawu und. den 'kapitalistischen Mächten Europas noch zu groß seien, als daß eine gemeinsame Arbeit im Völkerbund möglich wäre. .Dagegen würde die russische Regierung daraus Gewicht legen, mit England ebenso wie mit anderen Staaten präzise Abmachungen über die gegenseitigen Beziehungen zu treffen. Sch.iedsverträge seien allerdings für Rußland 'unannehmbar. Dschitscherin bemerkte-schließlich, 'daß die russische Regierung eine sofortige EntwassnungsLonfermZ unterstützen und fi chan ihr bet ei l ig e n würde. Zum Abschluß des Vertrages von Locarno bemerkte'-er-noch, daß sich diio Haltung Rußlands gegenüber Deutschland dadurch nicht geändert ^habe. . Tschitschepün bei Streseimmn. . Berlin, 21. Dezember. * (Tel.-Komp.) Reichsaußeniminister Dr. S t >v e s,e> m a n n empfing hente abends den Besuch des mWschen VoWo!m>missärs für Aeußeves T'schitscherin.' 'Die Unterhaltung erstreckte sich auf politische und wirtschaftliche Firagem " gegen dm „Ioar Halo«". - Jerusalem, M. Dezember. ,JmProzeß Dr. R u ppi nS gegen „Doar^Hajom" hat >das Gericht entschieden, daß Ben A w i.für die Artikel, die während seiner Anwesenheit in Palästina erschienen svnd, verantwortlich ist, jedoch nicht für ^ie^ während seiner Abwesenheit erschienenen. ,eäer Kunde Anweisung sut eine phosograpnisehe entnähme und dre herrliche Photos ohne Preisaufschlag bei Einkaur unserer billigen Waren im Betrage »vn 830 im Warenhaus m Engl and:Mon.4 Schi Hing. Italien: Monatl 18 Ure:! Rumänien: Mon. 170Lei Bulgarien'Mon. lOOLewr. | Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5! Redaktion, Administration Wien, II. Taborstr. 1 Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102. 25-2-82 IX., Universitätsstrasse 6-8 (D.uckerel lg. Steinmann) Oesteneichisches Postspar- I karsen-Konto Nr. 150.693 j 7. Sotaaana aTCy } Jw ««Ä •f / ff*/ Sr $4' t/pJi Z ONISTISCHE SEKTION VI.-VIII. I VIII., Bennoplatz 1 a . HEUTE 8 Uhr abds. Einziger Vortrag über dieses Thema DR-ISRAEL WÄLDHANN: Der Heiser Proieß Sein politi sch er Hintergrund u. Verlauf Die österreichische Jazzband. " ' ■ ' ■ ' -y. W i e n. 22. Dezember. /Die ^Reichspost" hatte kürzlich seftstellen zu. Müssen geglaubt, daß es auf seiten der Sozialdemokraten'nur sechs Juden waren, die den Lärm' über , die Beziehungen Ägtajas zu der BiedermanmBank-gema^t hatten, Das können' Äe Sozialdemokraten ' nicht „aus sich sitzen lassen. Haust tot meine Juden,' hau' ich deine Juden! Beide großen Bolksparteien, in deren, einer sich bte Intelligenz des arischen Bürgertums, in' deren zweiter: sich die Intelligenz der'Austritte aus dem Judentum sammelt, beide vermeiden es nach Möglichkeit, auseinander loszuhauen. Hat die „Reichspost^ den Dr. Eisler, so wartet die „Arbeiter-Zeitung" mit dem Fainkes Säsran aus. Nachdem sie vor kurzem eine lange Liste-mit gälizischen Judennamen als Hausherrenhyänen vorgesührt hatte, als Fremdlinge, die den Wienern die Wohnungen der- ' teuer« — arisch-christliche gibt's wohl nicht —, und nachdem sie diese Liste publiziert hatte,^ ohne auch nur einen weiteren Beweis sür dasi.schädliche'Wirken der Genannten zu führen, hat sie jetzt einen Burschen ausegraben, der angeblich ein Hausherrnsohn ist,^ aber m Zersammlungen als Untermieter auftritt. Wäre dies/ oahr, so ließe sich sicherlich mit. Recht des langen und reiten. über den Fall reden. Die „Arbetter-Zeitung her muß doch mit dem „Eisernen Besen" konkurrieren, md so hat sie nicht nur besagten Jakob, recte Jacques, ecte Fainkes Safran (wir zitieren den Wortlaut!) m »er Arbeit, sondern gleich auch seine Eltern. Der gluckiche Zufall fügt.es nämlich, daß sie Leibisch und Sara Vlime Safran heißen. Heiterkeit links. Jeder Mensch, >er Austerlitz heißt und aus Präg stammt — Gott bemte, kein Fremdling — und als solcher im der Wten- »eile bodenständig ist, krümmt sich vor Lachem Alles Melt, alles freut sich. Diese Leute nun haben angeblrch wr dem Krieg ein Haus gekauft und die Kanfsumme nit Inflationsgeld bezahlt. - Das hat bekanntlich moch km Bodenständiger getan. Sie sekkieren angebüch dre Metparteien und beschrmpsen sie. Das ist schembar üne Sitte, die den Bodenständigen mangelt. Kurz, die Eltern dieses Jainkef sind, wie sich die Arbeit'er-Zertung" ausdrückt, ein besonders rares Schmuckstück, eine sympathische Branntweinschenkersamilie aus Rohatyn. Hinzugefügt wird, daß dieser Ort in Galizien liegt. Es ist Wirklich eine Hetz^, dieses scheinbar unverfängliche und objektive Abbringen in die Judengasse. Es kommt dabei Zu ■ einer Bestätigung der Gatterinayer- Parole, daß die Juden an allem schuld sind. Der.schreit, daß die Juden Mieter sind und alle Wohnungen besetzt halten. Die Wienzeile schreit, daß die Juden, die Fremdlinge, die Häuser besitzen. Es bleibt dem Leser unbenommen, zu entscheiden, wo sich eigentlich die Nichtjudenbesinden.' . Wenn sie im Kot sich sinden, dann verstehen sie sich gleich. Me Politik, die hier gemacht wird, ändert^ sich nicht. Die Parteien, die aus diesem Staat und seinem II. Taborstraße 48 TaleaHo" 47-1-7? En gros En detail t ■wumnuMi D3B 9979

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