Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1925-12-21 · Heft 2454 (21.12.1925) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2454 (21.12.1925)
Date
1925-12-21
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2979076-2981191-2981540--25013-3012616
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

|poicn: 25 groszyl Wien Aotioien in der Expedition, II., i‘aboistr.,1-3, oder in einer Versch leisstelle 'Tratlk monatl. o Schilling Strassenverkam In Wien durch die Kolporteure der Firma go > dsek mied, 1, Wollzeile tl Mit Postversand tilr Wien und Oeaterreich monatlich & Schilling Ischecho-Slowakek Mon. K 22, Jugoslawien: Mon.Din-. 80. Polen:Mon. SZIoty. Deutschland: Mon. Om. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 ftMkMiMnsca M> ml«' erh<bai"(B fovMtuufa» .^1 Preis 2(Tfll England: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl. 18 Lire: Ru näni en Mon. 170 Lei, Bulgarien Mon.IOOLewi. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. S Redaktion, Administration Wien, II. Taborstr«! Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr; 21-102. 25-2-82 IX.. Universitätsstrasse 6-8 (D.uckerei lg. Stelnmänn) Oesterreichisches Postsparka sen - Konto Nr. 150.69h Sr. 2454 Wie». tWoMitg. 21. Lezemver 1925 7. Mrgang Smjetrußland nimmt an der AbrSstungs fonferenj c Protest gegen Senf. Moskau, IS. Dezember. (Teleg.-Ag. d. Sowjetunion.) Das Kommissariat für auswärtige Angelegenheiten hat vom Völkerbundrat eine Einladung erhalten, an den Arbeiten der vom Rate für den 15. Februw 1926 nach Genf e'mberusenen Kommission zur Vorbereitung der A br ü st uu g s k o n s e r e n z teilzunehmen. Das Schreiben enthält einen Hinweis darauf, daß angesichts der großen Be-, drntung der Union der Sowjetrepubliken sür die Abrüstungsfrage der Rat der Anwesenheit von Vertretern der Sowjetunion nicht nur aus der Konferenz, sondern au ch in der Kommission zur Vorbereitung der Konferenz große Wichtigkeit beimesse. „Jswestija" erinnert in einem Kommentar zu dieser Einladung darau, daß die Union der Sowjetrepubliken ungeachtet ihrer steptischen Haltung gegenüber den Abrüstungs- Möglichkeiten der bürgerlichen Staaten -sich niemals geweigert bade, an Abrüstungskonferenzen teilzunehmen, und daß fast immer die Sowjetregierung die Initiative zu derartigen Verba rtdlnngen ergriffen, habe. Das. Blatt macht dann auf diesbezüglichem Falle .aus früherer und jüngster Zeit aufmerksam und fährt dann fprt: Die Friedensliebe der Sowjetunion. beruht auf dem dringenden FriÄensbedürfnis zur Wiederherstellung der Wirtschaft. Die Soüvjetregierung ist auch, jetzt bereit, an der bevorstehenden Abrüstung skonferenz teil zu nehmen, ungeachtet dessen, daß die Einladung bereits Gegenstand eircks diplomatischen Spieles geworden ist. das bezweckt, die Sowjetunion zu zwingen, auf die Teilnahme an der Konferenz zu verzichten. Ein derartiger Verzicht würde genügen, um die Sowjetunion vor den breiten Massen als Friedensstörer hinzustellm. Besonders charakteristisch ist die Wahl Genfs als Konserenzort,'wohin di-e Vertreter der Sowjetunion wegen des Boykotts der Schweiz nicht gehen können. Die Sowjetregierung hebt neuerlich ihre Bereitschaft hervor, an der bevorstehenden AbtüMngskonferenz teilzu nehmen, wird jedoch alle Maßnahmen treffen, mit vor der öffentlichen Meinung aller Länder, die Versuche zu enthüllen, die Konferenz mit für die, Sowjetunion unannehmbaren Bedingungen zum umkleiden mitder'Absicht, dadurch die Konferenzteilnahme der Sowjetunion unmöglich zu machen. ", maa Sie Sohneitfcier in Setufaicm. 31t cnlielt beö Li^ PlAmevs. r: 3-t r«salcm, 18.'Dezember. (I.i A.) Die Fahnen oes ,40. ^jüdischen) Bataillons: der. Königlichen. Füsiliere sind gestern morgens i» Jerusalem eingetroffen. Zahlreiche frühere jüdische. Soldaten aus allen Teilen des Landes hatten sich m Jerusalem eingesunden, um die Fahnen entgegenzunehtnen. Eine große.Menschenmenge war bei, Ankunft des Zuges am Bahnhofe versammelt. In einer gr 0tzin Prozessi0n wurden die Fahnen in die große Synagoge in der Altstadt gebracht. Auf dem ganzen Wege wurden sie von den jubelnden jüdischen Massen gegrüßt. Dir Ordnung wurde nicht gestört. Der Zeremonie der Niederlegung der Fahnen in der Großen Synagoge wohnten der Oberkommissär Feldmarschall Lord P l u m e r, der englische Bischof von Jerusalem, Dr. Reitnie Mae Junes, der Kanonikus der Si.-Georg-Kathedrale, Tr. D a n by, alle höheren Beamten der Militär- und Zivilämter und die Beamten für das Luftweseu bei. Ferner waren alle ausländisch e n K 0 n s u l n anwesend. Tie Stadt Jerusalem war durch de» Bürgermeister Ragheb Bei Nashash i b i repräsentiert. Es wurden Gebete für den König, Lord Plumer nnd den Eroberer Palästinas, Feldwarsckall Lord Allenby, gesprochen. Der Oberravbiner K u k hielt eine Predigt, in der er auf die Bedeutung des Ereigniffes der Fahuenhinterlegung für die Geschichte der palästinensischen Judcuheit hinwies. Mit Psalmgesängen endigte die Feier. Bevor die Fahnen nach Jerusalem gebracht wurden, lvaren sie in der Hochschule zu Tel-Awiw ausgestellt. Tausende Einwohner Tel-Awiws versammelten sich im Hof der Hochschule zu einer öffentlichen Kundgebung. Im Namen der ehemaligen jüdischen Soldaten sprach Herr Smielanskh» ftrner hielten Ansprachen OberraMner N z i e l, David I e l l i n im Namen des Waatz Leuminnd Herr Bograchow im Namen der Stadt Tel-Awiw. Frankreich und Wien. Die Karrrmevdeöatte. . Paris, 20. Dezember. (Havas.) Die 'Kammer setzte heute die InAVpellati>o<nsdobatt< 'betreffend Syrien «fort. Oberst Girod hob' rühmend die Rolle, hervor, d:,e der Flugdienst «bei der Verpflegung S üe ida s durch sechzig Tage hindurch gespielt >hab.e.i Abg^ Des j.ardin s Protestierte dagegen, i>aß die öfseMiche Meinung: Frantroichs in vollständiger Unwissenheit über die Ereignisse in Syrien gehalten worden. sei. Die A'uWhvunaon DeKjavdiys oustn,lebhafte Protestrufe aus der Linken hervor, während die Rechte und das Zentrum Beifall spenden. Redner halt: sodann eine scharbe Anklagerede gegen die Generale Sarrail und M i ch a u d, lderen Erscheinen vor hm Kriegsgericht Redner verlangt. . in Sestmeich? Ans einem Leitartikel der „Arbeiter-Zeitung" über die rings um das Mietengesetz entstandene» Schwierigkeiten ist zu erkennen, daß die sozialdemokratische Partei die Eventualität von N e u w a h l e n ins Auge faßt. In den Kreisen der Mehrheit des Nationalrates ist man einstweilen noch nicht geneigt, diesen Ausweg zu gehen, da man die populäre Wahlparole fürchtet. Wie die Korrespondenz H e r w e i berichtet, wird bei den bürgerlichen Parteien die Situation als eine sehr ernste betrachtet. Maßgebende Politiker der Mehrheitsparteien sagen, daß selbst für den unwahrscheinlichen Fall noch immer die Frage offen bleibt, wie fetzt mit der von den SoziüldemokralLn gewünschten Raschheit der Regierungseutwurs über die Alters- und Jnvaliditatsversicherung parlamentarisch erledigt werden soll. Zur Lösung d i e s e r F r a g e r e i ch en d i e K r ä s t e d es jetzig c tt Parlaments nicht mehr ans. Ter derzeitige Nationalrat dürste überhaupt kaum mehr bedeutende Gesetzesvorlagen zustande bringen. Es ist eine alte Erfahrung, daß, wenn einmal von einer so großen Partei wie dex sozialdemokratischen die Frage der Neuwahlen aufgeworfen wird, die Dinge nicht mehr anfzuhalten sind. Wenn es zv Neuwahlen kommt, dann finden diese u m cin Jahr srnher statt, als geplant war. Die gesetzmäßigen Wahle« wären erst im Herbst 1927 zu vollziehen. . Krie^Minlster P a i n l.e.v e proteWrt lebhaft geM den von Tek>jarditts erhob-nM denMunal Mcharw. . 7 7,. >V. : . Erklärungen Brraüds. Paris, 20. TMMber. (Havas.) .7' In: Beaniwortu ng einer - k -r> m mu -n i st i s ch e n IrMHellatim 7 schild.lv!e MinistechMschent Priand das :zi.vtlisatori>sche .Werk Frankreichs in.Marokko und in Syrien. Seiner Ansicht nach sei es die Aufgabe Frankreichs,, den Geist der Solidarität der Nationen zu fördern durch Achtung der Frei he i t der Bölike r. Die Alliierten seien mit der Haltung Frankreichs den BedWevungen gegenüber durchaus einverstanden n-nd erkennen an,!daß die .französische Aktion Tamaskns vor Braud und P'lünderun g gerettet ha-öe. Der Ministerpräsident schloß mit der nachdrücklichen Erklärung, Frankreich tvevde -niemals das Mandat an-fgrbsn. Tie Kammer -mit Austra-hme der Kommumsten nahm die Äusfichrnngm Bria-nds mit LnnMtcha'ltlmdem Beifall ans. ‘ . Die Bertraweitskundaebung der Kummer. Paris, 21. Dezmtber. Die Ka.mmersitzung -ist erst heute früh um 2 Uhr zu Etrde gegangen. Nach der Erklärung B r i a n d s stellte die Regierung die Vertrauensfrage. Ein Antrag der Opposition, ihrer Tagesordnung die Priorität zu geben, wurde mit 345 gegen 107 Stimmen abgelehnt. Darauf wurde in getrennter Abst mnmng die Tagesordnung C a sa l a n g e n 0 m m e n. Die Tagesordnung lautet: Die Kammer entbietet den Offizieren, Soldaten mtd allen jenen, die Frankreich in Syrien gedient haben, dm Dank der Natron. - - Sie vertraut der Regierung, daß sie in Syrien eine Politik des Friedens durchsetzen und das französische Mandat i m E i n v e r n e h m e u nt 11 b e m Völkerbund organisieren wird. , Sie genehmigt ferner d i e I n st r u k t r 0 n e n, die dem neuen Oberkommissär gegeben worden sind, und geht zur Tagesordnung über. Ter Teil der Resolution, der das Vertrauen ausspricht, wurde mit 300 gegen 29 Stimmen und der Schluß der Tagesordnung mit 420 gegen 35 Stimmen angenommen. Neue Kämpfe- ■ Paris, - 2o; Dezemker. Gav-as.) Wie aus H a s b a y a, gemeldet wird, haben die Nn-fstün'dischen trotz der heftigen! Regengüsse in der Nacht vom 18. zum 19., Dezember dcrs -Fort Keßler angegrifsc-n. Sie wurden unter großen Verlusten zurückgeworsm. Eine arabische Konferenz. London, 21. September. , Wie aus Beirut geme'det wird, hat sich der iEmir Ars lau zum Sultan Alias ch begeben, um den Freden mN den Franzosen herbeizuführen. An dieser Zusammenkunft werden sich auch andere arabische rer, darunter auch solche aus K a i r 0 beteiligen. _ _ rvMÄ der SÄAeir und Lefterreich.; Bern, 2. Dezember. Die zu Beginn dieses Jahres Verhouidlüngen über den - Mschluß eines' tzandelsvertmge§ haben nach mehrfachen-Unterbrechungen und nach Überwindung . zahlreicher . Schwierigkeiten tzu e i n e r E i nigum'g geführt. Die Unterzeichnung des Handelsvertrages-wird n och im Laufe dieses Monats m Bern stattfiu-den. Die: Verhandlungen der Schweiz mit der Dsch e ch 0slow ak e i gehen sehr langsam vor sich und mußten -neuerdings unterbrach en werden. RetzuM SeuMand. Berlin, 20. Dezember. Mehrere pazifistische Organisa- Hotten haben unter Führung der deutschen Liga für Menfchenrechte eine Eingabe an den Reichspräsidenten gerichtet, in der auf die unerhörte Zahl von Landesverratsprozeffen in diesem Jahre verwiesen und um beschleunigte Nachprüfung der Urteile gebeten wird. - Die Eingabe betont, daß im heurigen Jahre 970 Fchre Zuchthaus verhängt wurden. , Die Unterzeichneten Organisationen hoffen, daß der Reichspräsident von. seinem Begnadigungsrecht weitestgehenden Gebrauch machen wird und daß namentlich jene Fälle, bei denen besondere Härte vorliegt, noch vor Weihnachten günstig erledigt werden. Das Bureau des Reichspräsidenten hat daraufhin hmte den Bescheid erteilt, daß der Reichspräsident die Eingabe zur beschleunigten Ueterpmsimg unverzüglich an das Reichsjustizministerium weitergeleitet habe. Zabotinsli aur Rumänien aurgevichn. EzernowiH, 15. Dezember. (I. T. A.) Die „Ostjüdiiche Zeitung" teilt mit, daß der bekannte Schriftsteller und Führer der Partei der Zionistenrevisionisten, Wladimir I a b 0tinsky, als er zwecks Teilnahme an einer Konferenz der beßarabischen Landesgruppe seiner Partei in K i s ch e n c w weilte, aus Rumänien ausgewiesen worden ist. Die Zeitung erinnert daran, daß Außenminister Du ca, als Herr Doktor Mayer Ebn er bei ihm wegen der Ausweisung Dr. G o l dsteins intervenierte, ausdrücklich erklärt hat, die Regierung stehe dem Zionismus freundlich gegenüber und solche Ausweisungen seien ein Fehler, der auf Mißverständnissen berubt. Die Zeitung fordert Aufllärung. Me aradis^en vtzAastleu. . London, 21. Dezember. Wie aus Kairo gemeldet wird, sollen die Verhandlungen des Wahabiten-Führers Jbn Saud mit König Ali dazu geführt haben, daß die Stadt Dschidda am Mittwoch den Wahadite» Übirgeben wird/ ' Könrg Ali wird sich an Bord eines englischellKaNonendvots begeben, um au de» Hof seines Bruders, des Königs & n H T h n » r .11 au reise» 645219

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.