Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2453 (20.12.1925)
- Date
- 1925-12-20
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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|Pol€P: 23 gtoizy I RTl en.4utn ADbolen m der ÄpeLtlön, II; Tabotsti. 1-3, »der in eitiei Vetschletestelle Trafik) monatl. ü Schilling" strassenverkatit In Wien durch dieKolporteure der. Firma Go I d schmi ed, I, Wollzelle 11 M Postversand lüi Wien und Oesterreich monatlich 6 Schilling 1 bchecho-.Slowakei: Mon. K 22. Jugoslawien: Mon.Din. 60, Polen: Mon. 5Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 16 ^thmruoBgwi fcet t* rel •» erhOfcoatfea »orkelMill*» iPreis 2S"i1 England: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl. 18 Lire: Run«nie« Mon. 170Ul. Bulgarien Mon.lOOLm, Schweiz and das übrige Ausland monatlicn Frcs. 5 Redaktion, Administration Wien, ILTaborstr. 1 Telephone: 44-0-38.43-3-19 Ab 6 Uhr 21-102, 25-2*82 IX.. Universitätsstrasse 6-8 (D uckerei lg. Steinmann) Oesterreichisches Postsparka sen-Konto Ni. 150.69h W.24S1 ffiitn, Sonalvs. 20. Lezemtm 1925 7. SahrgMS MMMMWMMMMIWMllMlMMVMIIMMIIMIIMII'« dem Jälicfes-Plat* Kölnischwasser in Weihnachts - Kistchen darf auf keinem Gabentisch fehlen. s s DiettflKritchenistdasklibatlerisehwertvoUeBuch |! »Mein Almanack“ I beigelegt. | r . Sa ss Gegründet 1709 s SU Köln a/Rh. iiiiiiiiiiiiiiinuiiiiiiiiiiiiiiiiiiJiiraiiiiiiiiHiiiiiniiiiiiiiitimiiiiK Original Olleschauer Zigarettenpapier IwLy^ i> lj|' I '■ m .. ... Füf'je 100 Stück Büchel Umschläge erhalten Sie eineRaucherprämic Prämicnvprteilung jedeu lO. Maiu.lG. Dezember Slia«ß. KOft NNEH U QrossfleUcnhamerel Ztntrale; IX., B erg gaste- Nt. IS, Tel. 17-3-99 u, 16*9-34 Lieferant türr Hella* s tat ten - Abteilung f&r Ficlich tiKD unter Aufsicht.des Ehrar., Rabbinats. der lsr. Fultusgemeinde Wien ’ IX.; Berggaiie 15 und Xy.UL, W&hrfagcttfrawe 97 Xloniatlscha Bezirkssektion Leopoldstadt veranstaltet heule Sonntag den 80 Dezember um 8 Uhr abends tm Sektionshetm, II., Zirkusgasse Nr. 33, eine unter Mitwirkung /.hervorragender' Kräfte DjÄba vor km Fall — Nn panislamitischer Kongreß. 'Lmvon, 19. Dezernber. (TÄ.-Komp.) In Kairo ist nach. Meldungen der „Times" eine Abordnung das Mhabiten-' sultans Abn Land eingeirLssen, der dem ägyptischen König: F u a d Geschenke überreichen ließ.' $tr. Sultan hat die. Hoffnung, ausgesprochen,'daß. die Aegypter wieder die Wall-' fahrt "nach <M'e k k a aufnehmen werden. Ferner habe er; König F uad eine Einladung zu beni.Pa n i s lam i t i sch e n K on g r e ß überreicht, aus dem die Znknnst des: H e d s ch a sstaates und der heiligen Stätten entschieden werden soll. •; -. ' ■: Sultan Fbn Saud soll selbst nach, dem Kalifat streben. Der bisherige König Ali von HchschaS, der sich in Djedda' befindet, soll Vorbereitungen für feine Abreise getroffen haben,' da die Uebergabe der. StadtD'j.e d d a an > die T r u P-' Pen J'bn.Sauds nur noch eine Frage der-nächsten' Tage'fei. ‘ " .1. Brüden zum Böllerbund ffit » Eine Erklärung Brian-s. Paris, 19. Dezember. (Havas.) . Ministerpräsident Briand gab heute in einer Sitzung kr vereinigten Kammerausschüsse für Aeußeres und Heerwesen eine Darstellung der militärischen Folgen der Locarno- Abkomme n und erklärte dabei in Beantwortung einer Auftage des Kommunisten Bert hon, er habe Tschitscherin die Zusicherung gegeben, daß die Loearno-Abkommen keineswegs gegen Sowjetrnßland ge r ich t et seien; Briand fügte hinzu, er werde sich kmühen, Soivjeirußlaud im Völkerbund eine Stellung zu verschaffen, die jener kr übrigen Mächte gleichkomme. _• IWtscherivs drittek Besuch in Berlin. Berlin, 19. Dezember. Der russische Volkskommissär Tschit scher in traf gestern nachmittags in Berlin ein. Er dürfte hier z tv e i T a g e bleiben, um mit km Außenminister Dr. Str esemann zu'konferieren. Nalietirkmufiou. Neue Unruheherde. (Ei'gsndieidst Kr „Werter MoMltzeitÄitig".) . . . - Loi^on, 19. Dezemiher. '' DK'' E x p a n s t v n §- ib e st rebu ngen I ta'l ie n § - tw; der- .ÄVante' werden ümN>or -doutlWr: Wie A n-' or aMMt/Utzen die JMener aus der Insel Rch odus, einen Stützpunkt :au, der ' wahrscheinlich später .^u. einer Flsttenbasis ausge-baut: wevKn' soÜ.:'Die iMewtsche Bot- . schüft m Angora hat einen, großen Teil des auf Rhodus ' verfügbaren Landes angekauft. ' . ' Die GrenKrsKuliepung mit Aegypten ha-t die italienische Pasition gestärkt und: nunmehr.geht MaLien daran, sein Protektorat m den im Somaliland gelegenen Sultanaten von Obbia und Migi-arrtini in verstärktem Maße geltend zu machen, deutlicher gesagt, sich in diesen Gebieten stärker sastznsetzen. Dadurch wurde allerdings ein neuer -mohammedanischer U-nruheherd gei'chaiffien. Im Sultanat Obbia, wo die Italiener mit der Gsltendmachung ihres Protektorats etwas scharf ins Zeug gingen, sind militärische Operationen notwe-nditz geworden/die nun schon Mt Monat.-e andauern. Mehrere Stämme leisten ziemlich kräftigen Widerstand. Italienische Offiziere wurK«-:m einen Hinterhalt gelockt, wobei ein Oberst und ein Hauptmann getötet wmkn. Jur Sultanat Migi-urtini organisiert -der Suiltatt. Os man Mahmud selbst den W-rderstand gegen die Italiener. Seine Leute haben bei Balgal ein italienisches Kanonenboot angegriffen, wobei z we i Osis iz i e re un d ein Kanonier getöiet wurden. Das italienische Kommando antwortete mit der Zerstörung von Balgal. Dadurch ist der Widerstand kr Bevökemng gewachsen, so baß die Italiener.sich genötigt sehen, au der MM SomäliMiste eine strenge Blockade e'mzufüihreu. «üMsere Berichte aus Syrie«. Entgegenkommen Jouvenels. London, 19. Dezember. (Tel.-Komp.) Die Ankunft weiterer französischer Truppen in S y r i e n soll nach Meldungen der „Times" die Lage in Da m askus insoferne verbessert haben,.als die Verteidigung der Stadt nunmehr in das Vorgelänk verlegt werden konnte. Es sollen Blockhäuser errichtet werden, die-die Sicherheit der Straßen gewährleisten sollen. Nach Meldungen des „Daily Telegvaph" hat man bei der Beurteilung der Lage in Syrien zwischen den a u sställ di scheu Drusen und den Räuberbanden za unterscheiden. Der Drüsenanfftand neige infolge der e n t g e,g e wk o m m enden tz a l t u n g des neuen . sranzosischen Oberkommissärs d. e,Io-u'v'e n e Nmmer mehr >em'Ende', zu,. ivährend kr' B andenkrieg noch' ckvn ge a n dauern.könne. Re Lrdver. -y. äö t e«, 20. Dezember Das blutige Nachtgesecht m Mödling, das am 20. Mai sich ereignete, ist im Verlaufe der Schösfenverhandlung vollkommen aufgeklärt worden. Die'Wehr^ bundstürmer hatten ein sinnloses Geknalle veranstaltet, das einem der ihrigen, dem kommandierenden Herrn Oberleutnant, einen Schuß eintrug. Ein Arbeiter, de^ den patriotisch aufgeregten Rheinländern in den Weg -gelaufen war, wurde so zugerichtet, daß er 'starb. Daß die ausgerückte Truppe geschossen hatte, ergab die Be» Weisaufnahme. Strittig bleibt, ob die angegriffenen Arbeiter das Feuer erwiderten. Dem Hauptangeklagten eben km Kommandanten, billigt' das Urteil, das ihr mit einem Jahre schweren Kerkers belastet, die geistige Minkrwerttgkeit als Milkrungsgrund zu. Das tff ein. Wohltat, die dem Nowosad und dem Rothstock in noch höherem Maße zuteil geworden ist. Die Begründung des Urteils'geht sehr sorgfältig auf die Tat als solche ein. Aber sie ist schweigsam in bezug auf einige in den Verhören feftgestellte Dinge. Frau Themis hat sich die Ohren verbunkn gehabt. Sie hat nicht gehört, daß dieser Kommandant, der sich'die Wiedereinsetzung geordneter Verhältnisse in Oesterreich' und in Ungarn zum Ziel seines' Ofsiziersberufes gemacht hatte, einem Verein Ä-nlicher Aspiranten ange-' hörte, für den er sogar Kündschafterdimste leistete. Wo. ist' dieser Verein und wozu brauchte er Kundschafter?' - Der Schü^ Penzl, . 17 Jahre alt, hat Schießen UM Exerzieren gelernt. In einem Kellerlokal am Rennweg und im. Hause der Bäckergenoffenschast. Zum Schießen Braucht man bekanntermaßen Gewehre urtb Munition. Die.Gesellschaft die dies. W/^st dev Vaterländische Schutzbund, die Ordnertruppe , der nationalsozialistischen Partei. Da haben wir.also eine Ordnertruppe mit- Gewehren, die ihre Mitglieder zum Waffengebranch erzieht. Das Gericht hörte nicht weiter zu und nahm aufatmend Kn Zwischenruf eines Angeklagten zur Kenntnis, daß seine Partei den Kamps mit geistigen Waffen führt, nicht mit Revolvern. Wo kein Kläger ist, ist kein Richter; was nicht in den Akten steht, -ist nicht aus der Welt. Also interessierte sich niemand sonderlich für die immerhin wichtige Frage, wer die Gewehre stellt, wer da einexerziert und wozu man die Ordnertruppe eigentlich braucht. Freilich ist ja der Zweck aus Maueranschlägen, aus Ver- . sammlungsreden und ähnlichen Aeußerungen des rassisch entflammten Geistes bekannt. Es ist der. Judenmord. Und da die Stärker der Autorität,. die unbedingten Verfechter der Ordnung, der Gesetzlichkeit und des inneren Friedens in den Angeklagten und ihren Erziehern Fletsch von ihrem Fleisch und Bein von ihrem Bein verehren, so richtete sich der ganze Zorn folgerichtig gegen den einen Arbeiterzeugen (mosaisch, konstatierte entrüstet die „Reichspost"), der aussagte, er habe einen Revolver bei sich gehabt. Wozu? fragen die Schützer der. Gesetzlichkeit. Halten wir uns nicht weiter dabei auf. Wir leben in einent KultnrstaaL, dessen ganze Bevölkerung darin einig ist, daß sie vom Völkerbund nicht länger unter Kontrolle gehalten werden darf. Das ist doch, nicht wahr, unwürdig für eine Republik, in der ein Teil der Jugend in Kellerlokalen schießen und exerzieren lernt. Dieses Oefterreicki wird doch wirklich schlecht behandelt. Ebenso schlecht wird Deutschland behanklt. Dort gibt cs Femeorganisationen mit Mordbestimmung, die ihre Ausgabe sehr ernst nehmen. Auch sie sind gegen die Juden, gegen die geheime astatische Sekte, die das Blutritual beherzigt und das deutsche Volk nicht in Ruhe sein Eisbein mit Sauerkohl genießen lassen will. Und um das deutsche Volk - zu retten, muß gemetzgert und gekillt werden. So will es Mahlvater Wotan. Dem preußischen Landtag, ist'da am letzten Dienstag ein ganz hübschem Bericht.vorgelegt worden, aus dem sich allerhand entnehmen'läßt und aus dem man erfährt, wie ruchlos ## Grolles und schönstes Falj der Welt »»iwiiiiHMitiaiiiiiMiiiiynnnawmuHinmitnniiMiiiinwinwHtnnnniHtnnmiHiin HANS HÜBNER 4249 4968