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Wiener Morgenzeitung · 1925-12-19 · Heft 2452 (19.12.1925) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2452 (19.12.1925)
Date
1925-12-19
Page
– (sequence 1)
Language
German
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I Po<cn^ äfNi osryf Wi en /.«inAonoieii m oei Expedition,111., laboisti. 1-3, odeiin einet Veischleisstelle ''Tralik monatl. oSchilling Strassenverkau» In Wien durch die Kolporteure der Firma 0 o i d schmied, Wollzefle 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling 1schecho-Slowakel: Mon: K 22. Jugoslawien: Mon. Din, 60. Polen: Mon. 5Zloty. Deutschland: Mon. Om. 4, Frank*eich, Belgien: Mon. Frcs. 18 ^•etaMtiinasea a» treta* erhObon ca rorbetwUea «I. 2452 «S Wiener t fticn, 6anstpg, 19. reiemner 182» England: Mon. 4 Schilling,. Italien: Monatl. iS Lire: Ru mänl en Mon. 170 Lei. Bulgarien Mon.l00Lews. Schweiz und das übrige Ausland mona-llo* Frcs. 4 Redaktion, Administration Wien,Il.Tüb©rstr.l Telephone. 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr 21-102, 25-2-82 IX. Universitätsstrasse 6-8 (Duckerei >g. Steinmann) Oesterreichisches Postspat* ka -en-Konto Nt. 150.69h 7. Sniitflou# Sie Landzntttlmg in WSWn. Sine Debatte in englischen Unterhaus. London, 18. Dezember. (Z. T. A.) Das Parlamentsmitglied Oberst-mtnant I. M. K e n w o r t h y richtete litt Unterhaus an den Kolonienmimster die Anfrage, toi*» viel S iedlun gsland bis heute den Mischen Siedlern in Palästina tznr Verfügung gestellt wurde und von ihnen 'bearbeitet wird, seitdem die britische Regierung das Mandat über Palästina innehat; ferner welche Schritte unternommen wuvden, um geeignictes Siedlungsland für neue Einwanderer sowie für bisherige Palastinaemwohner, die sich der Landwirtscha't widmen wollen, bereitzustellen. Uritevstaatssekretär für die Kolonien OrmSbY-Gore erwiderte: In dom vor kurzem voröffent-l-ich^n Bericht über die Palästinaverwaltung in den Jahren 1980 bis 1925. teilte der frühere Oberkammissär daß jüdische Körperschaften -und Einzelpersonen in Palästina gegenwärtig 319 Quadratmerlen Land besitzen; vor dem Kriege waren nur 177 Q-uadratmei-Ien Land in Wästina im Besitz von Juden. Die Palast inareg'.emng besaßt sich gegenwärtig.mit der EmMrung eines neuen Systems der Landregistrierung. Solange diese Mßnahme nicht zu Ende geführt «ist, wird Staatsland in nur sehr geringem..Umfang zur Verfügung gestellt werden können. Oberstleutnant Kenworthy fragte weiter, ob Mr. Ormsiby-Gore wirklich glaubt, daß es Staa tsländereien nt cht gibt, die mangMgneten Koloniisten zwecks schnellerer und dichterer BesiMnng zur Verfügung stellen könnte. Mr. Ormsbr)-Gore erwiderte, es seien La-ndstreckirn in einem gew'ffen Ausmaß im Staatsbesitz vorhanden, doch werde eine U-rvergäbe solcher Laufstrecken für Koi'MisatioNsMcke erst dann möglich sein, wenn das neue System der Registrierung eingiaführt und die Prüfung im Hinblick auf mögliche Ansprüche im Zusammenhang mit der Besitzergreifung dieser Staatsländereien zu Ende geführt sein werden. Unterhausmitglied I. H. Thema's, der unter der Regierung Mac Donald-KolENMnister war, fragte: Sind die Herren nicht auch der Ansicht, -daß bei Verteilung von Staatsland die Juden vor den Arabern keine Bevorzugung erfahren sollen, mit anderen Morten, daß in dieser Beziehung allen die gleiche Behandlung zuteil werden solle? Kolonel Wedgwood fragte: G'-nd in Palästina Privatpersonen im Besitz von Brachland und wo che Schritte will die Regierung unternehmen, um -solches noch unkultivierte Land vor Ansiedlung nutzbar zu machen? Mr. Orms>by-Gore erwiderte: Was d'.e Fra^e d:§ Herrn Thomas betrifft, so ist zu erwidern, daß alles Staatsland, das W jetzt zur Verteilung gelangte, nur Arabern zugute kam. Cs unterliegt keinem Zweisel, daß es in Palästina noch viel nicht.in Besitz ergriffenes und nicht bearbeitetes Land gibt, waches nach Durchführung der nötigen Untersuchung Leiden Palästina bewohnenden Völkern zwecks Besiedlung übergeben werden wird. Der Palästinabericht vor dem Volke rhrmdvat. Genf, 15. Dezember. (I. T. A.) Wie schon mitgetM, hat -der Völkerbundrat dm ihm seitens der ständigen Mandatskommission unterbreiteten Bericht über die Bevwa-ltung PalMnas ohne Deibat 1 ezur Kenntnis genommen. Der («bereits milgete'M) Bericht wurded-on Herrn Unden Schweden) durch die.folgende Ansprache eingeleitet: ,§Jch glaube nicht, daß die von . der Kommission fixürten Beobachtungen, m'-t Bezug , aus die von ihr geprüften Berichte noch eingehender Kommentare seitens des, Rates bedürfen'werden. Die Kommission widmete den Maudatsländern Palästina und Transsordanien große Aufmerksamkeit/ Es ist l-e-stzustelli-n, -daß die Aufgabe der Entwicklung des Landes im Einklang mit den im Mandat verkörperten Prinzipien es wenigstens momentan nicht erlaubt hat, ans politischem Gebiet eine rapidere Entwicklung vor sich gehen zu lassen; mit Genugtuung ist aber sestzuistellen, daß auf dieipm Mandatsterritorvum Friede und Ordnung 'herrschen, die politische Agitation sich vermindert 'hat und daß die Palastinaregierung gegenwärtig einer AnsgeMimg der lokalen Selbstverwaltung besondere Aufmerksamkeit widmet. Ferner ist in jeder Hinsicht dank dem täglich zun.htnenden Kontakt zwischen Kreisen verschiedener religiöser Gruppen eine Besserung des gegenseitigen Verständnisses und des Vertrauens unter den verschiedenen Elementen der Bevölkerung zu beobachten. Was die Petitionen der einzelnen Bevölkemngsleile betrifft, so wünscht die Kon-Mission, daß 'der MauLatarmacht stets Gelegenheit gegeben wird, sich bezüglich der'wichtigsten Punkte darüber zu äußern» welche Stellung sie selbst zu den Darlegungen einnimmt. So we-riden in Zukunft Zweideutigkeiten vermieden torrden. Die Kommission selbst hat die meisten Petitionen, die 'Palästina betreffen, eingehend geprüft. Was die Dav- WlNM '.: ‘^ .' y der Exekutive des palästinensisch-arabischen Kongresses betrifft, so gibt die Kommission ihrem Zweifel Ausdruck, ob ein .Eingehen auf solche komplizierte .und delikate Angelegenheiten, wie sie in der Petition berührt werden, sogar mit Unterstützung des beglaubigten Vertreters der Mandaiarmacht z u empfehlen wäre. In Angelegenheiten fv.cher Art har sich die Komm'.ssvon gewisse Einschränkungen au^uerlegen. Da's sieht auch der Rat ein, der, wie ich MM» teilt der Komm!Won nur einen aus Grund -weitgehender Boebachtung hergeistellten Bericht wünscht." Marquis Theo doli, der gebeten wurde, als Vorsitzender der ständigen MandatslommiWon am Tisch des Rates Platz zu nehmen, machte die Bemerkung, es «wäre zu wünschen, daß die Berichte der' britischen Regierung über die ihr unterstellten Mandatsterritorien m ö glichst vollkommen seien. Ter Völkerbundrat nahm sodann den folgenden Beschluß an: „Der Wkerbundrat nimmt die Iah verrichte über die fünf Mandats-tierritEeu, den Bericht der ständigen Mandatskommist-i-cn über ihre siebente Session, die Bekundungen des beglaubigten Vertreters eines der Mandatarmächte und den Bericht des schwe>dischen> Vertreters zur Kenntnis." Zunahme der Arbeitereinwanderung. Jerusalem, 11. Dezember. (I. T. A.) Den Mitteilungen der Jmmigrationsabteilung der Zionistischen Exekutive ist zu entnahmen, daß die Avbeiteniönivanderu-ng ft arkanwäch st, wogegen die sogenannte Mittelftands ei »Wanderung seit einiger Zeit nicht unerheblich zurückgegangen ist. Die Gesamteinwanderung von Arbeitern vom Oktober 1924 bis SeptemEer 1925 betrug 7092; nebst den 3797 Angehörigen insgesamt 11.489 Seelen'. Sie Konferenz der (Feinen (Mente. Belgrad, 18. Dezember. (Tel.-Komp.) Wie an maßgebender Stelle verlautet, dürste die Konferenz der kleinen Entente, die Äitte Jänner in Ragusa statlfinden sollte, v e r s ch o b e n werden und wahrscheinlich erst im Monat Februar zusammentreten. Die Nachricht von einem bevorstehenden Kollektiv-; schritt der kleinen Entente in Budapest weM der zu-, nehmenden monarchistischen Agitation in Ungarn wird an kompetenter Stelle in aller Form dementiert. CODAN ln allen be teren Qe chätten erhältlich Dnhoma Pop «rn Zoo, Benin, Hardern,ergstr 21 DUuCUlu DQl D.rektion.. N. von Benedtto Tretfpunkt der Fremdenwelt Berlins 5-Uhr-Tee » Soup r prix fix » CxqdUlt« Kfidie Kaorll > Scili'Sou.Bind, Milano .1.7 ferrer dewiener Mumoi Ist'Charlie Woeb« Die neue Welle. - s. W i r n. 19. Dezember Man hat den Steiger-Prozeß vielfach mit der Dreyfus-Affäre verglichen und besondere Analogien des politisch-technischen Verlaufes erkennen wollen. Der Vergleich hinkt und er ist nur so zustande gekommen, daß man für die Vorgänge in Lemberg eine einpräg^ same knappe Formel finden wollte. In Wirklichkeit war der Prozeß gegen Steiger der typische antijüdische Prozeß, ein Teil jenes.großen Prozesses, den Haß, Nationalismus und die Lust am Lügen seit zwei Jahrtausenden gegen das Judentum führen. Die einzelnen Sradien des Falles Steiger kann man in jedem Akt der Judäophobie erkennen, jo oft sie vor dem Publikum briüierön und wieder emmal einen Beweis ihrer Rührigkeit erbringen will. Was in dem Lemberger Gerichtssaal an Verdrehungen, Fälschungen und sonnenklaren Unwahrheiten produziert wurde, kann nur den wundernehmen, der das Kapitel des als Juden angeklagten Juden nicht gm. gelesen hat. Und die Generation, die das Leiden Steigers miterlebte, hat die Zeit von Tisza Eszlar, von Könitz, von kanten, die Tage des Drehfus, des Hilsner, des Mendel Beilis selbst durchgemacht. Ihr war nichts neu an diesen Praktiken der Polizisten, an den Zweideutigkeiten der Richter, an dem Eindringen der Psychose, und Suggestion in die Politik. Sie hat das alles gelernt, sie weiß, daß es in diesen Dingen keinen Osten und keinen Westen gibt. Dieser negative Beweis sür die Einheit des jüdischen Volkes ist schon längst erbracht und wer ihn ausbauen will, der braucht nur Horthy- Ungarn, die deutschen Mördervereine, die Fremdengesetzpraxis in. England, die Einwanderungsdrosselungen Amerikas, die saszistischen Hetzen in den uordasrikanischen Kolonien, die Kampagne gegen das zionistische Werk in Palästina und noch tausend andere Symptome ins Auge zu fassen, die alle besagen, daß eine neue antisemitische Welle über die Welt fegt. Der Kamps gegen das Judentum wird von einer einheitlichen Front geführt. In allen Ländern lebt er von neuem mit ungeschwächter Intensität aus, tu allen Ländern ist das Ziel das gleiche: Das Judentum rechtlos zu machen, ihm die Mitbürgerschast abzusprechen, Ehre und Existenz zu nehmen. Und wie im Krieg die verschiedenartigsten Waffengattungen zur Erreichung eines bestimmten Zweckes Zusammenwirken, wie Tempo und Art des Kampfes sich dm Erfordernissen der Situation anpassen, so ist auch in den Angriffen aus das Judentum die Methodik und die Art des Vorgehens verschieden. Illegale Exzesse hier, die mit dem simplen Rezept des Mordes die Pöbelinstinkte reizen; anderwärts ist eine listige Anwendung-der Gesetze und ihrer Ausführungsbestimmungen zu merken. Wo diese Llleuchelmanier nicht möglich ist, dort richtet sich das Bestreben dahin, direkte und klare Judengesetze zu schaffen und so einer Forderung der Pseudodemokratie zu entsprechen, die jede Niedertracht durch Paragraphe und Volksvertretungsbeschlüsse zu legalisieren trachtet. Es ist, wie gesagt, eine einheitliche Aktion im Oange. Sie bringt überall die gleichen Argumente von dem jüdischen Staat im Staat, vön der jüdischen Weltherrschaft, von dem jüdischen Materialismus, von beni geheimen jüdischen Zentrum, von dem jüdischen revolutionären Sinn, von dem jüdischen Radikalismus. Ju der oder jener Form kehrt jedes dieser Schlagworte, die euer Kunde Anweisung aut eine phoiogcapn sh<Mu naiune und dre herruche Photos ohne Preis^ufschlag bet Einmal unserer billigen Waren im betrage <on * 30 -m Waienhaus i Schiff mann II. TaborstraBe 48 Tat*»n»n*' *7-1-» Fit qros Kn dttall

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