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Wiener Morgenzeitung · 1925-12-15 · Heft 2448 (15.12.1925) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2448 (15.12.1925)
Date
1925-12-15
Page
– (sequence 1)
Language
German
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M [•r,f fWnn 15 groszyl Wien /.umAohoien möci Expedition; II.; laboisti. 1-3, oder in einer Verkhleisstelle Tratik' monati. o Schilling StrassenverkauiIn W i en durch die Kolporteure 4ei Firma Goldschmied, U WollzeJle 11 Mit Postversand Uli Wien und Oesterreich monatlich S Schilling 1 sch ec ho-Slowakei: Mon. K22. Jugoslawien: Mon. Din. 60. Pol en : Mon. 5Zloty, Deutschland: Mon. Gm. 4, Frankreich, Belgien Mon. Freu. 18 «acbzAluun^ep oei 11 e I u erhßl)md cn Vorbehalten St. 2448 icnet Preis 20 fll England; Mon. 4 Schilling. Italien: Monati. 18 Lire: Ru näni en Mon. 170 Lei. Bulgarien Mon.IOOlJewa. Schweiz und das übrige Ausland nionatlicn Frcs. *5 Redaktion, Administration Wien,II.Tabor$tr.1 Telephone 44-0-38. 43-3-19 Ab 6 Uhr. 21*102,' 25-2-82 IX.. Universitätsstrasse 6-8 (D uckerei g. Steinmann) Oesterrelcirisches Postspar* ka sen-Konto Nr. 150.69b ———— Wie». Lieusras. lä. rezemver 192ä 7. Saftrgnnfl der ' ‘ "" Vm BWetb«Mot genchmigt. — Las Mndat als die einzixe Richtschnur M die dmwlü.uug. sonderbaren Gefühlen das Memorandum betf agudistischen Kammerknechle gelesen haben, die Schu^ Wen Juden verlangen und sich über das antireligiöse Streben des Zionismus beschweren. Dieses Schlagwort ist seit einiger Zeit auch in der Ritualmordpresse Zu finden. Ist es aus ihr übernommen worden oder wird es aus ihr abgeschrieben? Die Mandatskommission mußte nach Prüfung der Sachlage die Beschwerde ablehnen. Für den Fortgang des Aufbaues ist die Haltung der Mandatskommission von sehr guter Oederttung. Sie war wohl auch dadurch'beeinflußt, daß der Frieden im Lande ungestört ist und daß die offen zutage liegenden Resultate jüdischen Schasferts auch ihre Wirkung auf die nichtjüdische Bevölkerung nicht verfehlen. Genf, 10. Dezember. (I. T. A.) Wie schon mitgeteilt, hat der Völkerbundrat den ihm von der ständigen Mandatskommission des Völkerbundes unterbreiteten Palästiuabericht ohne Debatte zur Kenntnis genommen. Es handelt sich um den Bericht, den die Mandatskommission wählend ihrer siebenten Session vom 19. bis 30. Oktober d. I« in Genf in Anwesenheit des Vertreters der britischen Regierung Ormsby-Gore ausgearbcitet hat. Dem Bericht lag die'Mitteilung der britischen Regierung über die Verwaltung Palästinas und Transjordaniens im Jahre 1924 zugrunde.;', A. ■ f '.;;;v -" Zu Beginn des Berichtes erinnert die Mandatskommission an die grundlegenden und wertvollen Berichte des früheren Oberkommissärs für Palästina, Oir Herbert Samuel, über die Verwaltungstatigkeit in den Jahren 1920 bis 1925. Es wird wieder einmal daraus hingewiesen, daß die Verwaltung Palästinas ein Problem für sich bildet, indem die Mandatarmacht verpflichtet ist, die bürgerlichen und religiösen Rechte aller Einwohner des Landes ohne Unterschied von Rasse und Religion zu schützen, gleichzeitig aber solche politische, administrative und wirtschaftliche Bedingungen im Lande zu schaffen, daß die Errichtung eines Rationalheims für das jüdische Völk gesichert werde. In dem Bericht heißt es dann weiter: Die Kommission hat die ihr von der Mandatarmacht unterbreiteten Gesichtspunkte über die Beziehungen zwischen den verschiedenen Rassen- und Religionsgruppiernngen in Palästina eingehend geprüft» sie kennt die Ursachen der bestehenden Schwierigkeiten und bedauert es, daß gewisse Elemente unter der Bevölkerung nicht anerkennen wollen, daß die Mandatskommission über die Wahrung der im Mandat niedergeleSten Prinzipien wacht und daß diese Prinzipien die einzige Richtschnur für die ökonomische und politische Entwicklung des Landes bilden. Tie Kommission nimmt mit Freuden zur Kenntnis, daß sich die politische Agitation vermindert hat ünd daß allmählich ein Kontakt zwischen Personen verschiedener Religionsgemeinschaften bei der Lösung der Probleme des täglichen Lebens sich herausvildet; es sei zu hoffen, daß diese Zusammenarbeit schon in nächster Zukunft insbesondere in d en Angelegenheiten der Slädt- und Distriktsverwaltungen in Erscheinung treten wird. Tie Kommission nahm mit Genugtuung die Ansicht des beglaubigten britischen Vertreters zur Kenntnis, daß n a ch d e m I n k r a f ttreten des Bürgerfchastsgesetzes die bürgerlichen Gefühle der einzelnen BevölkerunMreise Palästinas eine Verstärkung erfahren werden. Tie Kommission nimmt mit Befriedigung davon Kenntnis, daß.sich sowohl die jüdische wie die arabische -7. W i e n. 15 Dezember Die ständige Mandatskommission ist in ihrem Berichte an den Rat des Völkerbundes dem Sinn ihrer Ausgabe doch etwas nähergekommen. Sie spricht ans, daß es die Bestimmung des Mandats sei, die nationale Heimstätte für das jüdische Volk anszubauen, und daß es . demgemäß die Aufgabe der . britischen Regierung bleibe, bic im Mandatsauftrag enthaltenen Bestimmungen auszuführen. Die Kommission spricht die Erwartung aus, daß dies geschehen werde. Sie akzeptiert mithin den Vorhalt des vom Präsidenten Weizmann vorgelegten Memorandums, der die Erfüllung des Artikels 6 urgierte. Die Hoffnung der Kommission knüpft sich ■ an die Vollendung der Landvermessung, also an eine technisch-juristische Maßregel, die allerdings von einschneidender Bedeutung für das jüdische Siedlungswerk werden inuß. Die rechtlichen Voraussetzungen für Landkauf sind außerordentlich kompliziert und das neue Grundbuchgesetz wird geraume Zeit benötigen, : um sich einzulebem Aber selbst die Vorteile dieser Landverm-essung scheinen in der von der Mandatskommission getroffenen Zusage zietulich hypothetisch. Wenn die Regierung — heißt es dort — Land zur Verfügung erhält, das sie den jüdischen Einwanderern übergeben * kann, ohne die Rechte und die Position der übrigen Teile der Bevölkerung zu beeinträchtigen, so ist die. Kommission gewiß, daß der Artikel 6'ausgeführt werden wird. Das ist. eine:mit letwas zuviel Wenn mrgehegte Fassung. Nach welchem Maßstab werden die Rechte, der neuen Einwanderer und die Positionen der altert Bevölkerung miteinander verglichen? Wer ' bestimrnt den Rechtsanspruch auf Zuweisung von Boden? : . . Immerhin scheint es nach der ganzen Anlage des Dokumentes sicher zu sein, daß das Prinzip des Mandats aus jeder Zweifelszone Hinausgetreten ist. Die Kommission hat einen arabischen Protest, den des syrisch-palästinensischen Kongresses, a limine abgelehnt; er fordert die restlose Aufhebung des Mandats, negiert demnach die Basis, aus der die angerufene Kommission fclbft steht. Dies mag auch als Beweisstück für den politischen Ernst der Kreise gelten, die diesen Protest erzeugt haben. Gewiß kamt und soll die Existenz einer arabischen Frage nicht übersehen, werden. Sie besteht, wenn auch nicht in dem Umfang, wie dies gewöhnlich angenommen wird. Viele Einzelheiten, die in der Presse auftauchen und gerne. verbreitet werden, sind Erfindungen. Trotzdem, wäre es falsch, die Schwierigkeiten dieser Frage Zu bagatellisieren. Auch die Kommission mußte sie erwähnen, aber sie spricht nicht mehr von der zwiefachen Aufgabe der Verwaltung. Sie will die arabischen. Einwohner gesichert wissen und ihre kulturelle Hebung einleiten. Zwar enthält die zionistische Arbeit nichts, was die Araber benachteiligen würde. Im Gegenteil, die Vorteile, die sie aus der jüdischen Tätigkeit ziehen, sind so groß, daß sie ausdrücklich von der Mandatskommission anerkannt werden. ' Diese Vorteile, genießt die gesamte Bevölkerung. Sie konnten nur durch die zionistische Tätigkeit erzielt werden, die in. Palästina. aufbaut und außerhalb Palästinas das Interesse der Judenheit auf dieses Land in. immer stärkerem Maße zu lenken bemüht ist. Die . Grundlage - dieser mühevollen, unausgesetzten Arbeit ist das Mandat und dieses ist nur von der Zionistischen Organisation erzielt worden. Es hat keine Partei im Judentum jemals existiert, die es unternommen hätte,', die nationalpolitische Losung der Judenfrage anzustroben. Dagegen aber gibt es Parteien, die diese Errungenschast ununterbrochen unterwnhlen. Sie bringen das Siedlungswerk in die größte Gefahr und greisen das Haus an,> das doch für alle Juden ge 1 4^ f?A& jb* jJLLtlvll UU& «yUUv Ullp> UU& Ullt rTVUUvH Uw- I M , f j* ’ * '. * ' L * gl ' baut wird. Die Mandatskommission mußte sich auch Bevölkerung vermehrt hat und rm Lande mit einem solchen Attentat beschäftigen. Sie mag mit * keinerlei Arbeitslosigkeit Heute V58 Uhr abends, findet im Iroöen Koiiztr.liaiJssaßljlUtitliriiQErslr. 20 eie herrscht. Es sei evident, daß diese günstige Erscheinung für die Gegenwart, insbesondere was das jüdische Element betrifft, in hohem Matze auf das Ei «fließen auswärtiger Kapitalien zurückzuführen ist. Es ist aber zu hoffen, daß, wenn auch der Kapitalszuflutz von außen aufhören sollte, die günstige Entwicklung dennoch andauern wird. Mit Genugtuung ist zu konstatieren, daß Administration der Regelung . der jüdischen Einwanderung die gebührende Aufmerksamkeit widmet, so daß Palästirn in die Lage versetzt worden ist, die zahlreich einströmenden Einwanderer aufznsauge» und jeder eine paffende Beschäftigung findet. Tie Kommifsion versteht die Ursachen, - die einer schnelleren Ansiedlung der Einwanderer ans dem Lande im Wege stehe» und bemerkt, daß die Mandatarmacht gemäß Artikel 6 des Mandats bereit ist, jedem Gesuch eines Ansiedlers um Ueberweisung von brachliegenden Ländereien zwecks Kultivierung, oder jedem Gesuch im Namen von Ansiedlern die ernsteste Aufmerksamkeit zu' widmen, insoweit die Rechte anderer Teile der Bevölkerung dadurch nicht verletzt werden. Die Kommission wünscht von der Mandatarmacht eine genaue Information über die Fortschritte in der Vermeffung des Landes als notwendiger Vorbereitung für die Verteilung von Staa Isländer eien sowie eine Information über die anzuwendenden Methoden der Regierung bei der Bereitstellung dieser Ländereien zu erhalten. Nach Schluß der allgemeinen Betrachtung geht der Bericht zu den folgenden speziellen Feststellungen über: Landfrage: Die Kommiffion nimmt die Zusage zur Kenntnis, daß ihr ein von Sir Ernest Dowson aüsgearbeiteter Plan systematischer Landbesiedlung übermittelt werden wird. Einwanderung: Die Kommission würdigt die im Bericht für 1924 gegebene ausführliche Information über die in das Land gekommenen Einwanderer, wünscht aber ergänzende Informationen. Glaubensfreiheit: Die Kommission nimmt mit Befriedigung zur Kenntnis, datz laut der Versicherung des beglaubigten britischen Vertreters im Zusammenhang mit der Beschwerde der aschkenafischen Gemeinde betreffend die Interpretation des Artikels 2 die Mandatar» macht nicht die Absicht habe, die Religions- oder Gewiffenssreiheit irgend einer Gemeinde anzutastm. Militär: Tie Kommiffion erfährt mit Genugt u u n g, daß die friedlichen Verhältnisse in Palästina es der Mandatarmacht ermöglicht haben, eine nur veschränkte bewaffnete Macht im Lande zu unterhalten. Arbeit: Die Kommiffion wünscht eine nähere Information über die Arbeitsbedingungen iu Palästina zu erhalten. Angesichts des Wachstums der Industrie betrachtet sie die bisherige Information als nicht erschöpfend und gibt der Hoffnung Ausdruck, datz auf gesetzgeberischem und administrativem Wege Maßnahmen für den Schutz der Arbeiter und für die Kontrolle der Kinderarbeit j ergriffen werden würden. statt, de welchem Herr sprechen wird. (B e r 1 i n) ISO Karten sind im Zionistischen Bureau, I., Kärntnerstr, 28, erhältlich 01533102021401 1125

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