Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2443 (10.12.1925)
- Date
- 1925-12-10
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Beite 8 Wien. MMerMktz tofTZTCtt mvT$tnmnxn* m, MMwer 'x^2ö in großer Teil des Gregorianischem Choralgesanges, nämlich die lraktusnrelodieu und die Gradualpsalmen, der altjüdischen Sylagogalmusik seine Entstehung verdankt, indem die Traktusmela- »ien einfache, volksünnliche Psalmliedcr darstcllen. lvährend die Gradualpsalmen ein Produkt der ans dem Boden dieser jüdischen 6olksme!vdien entwickelten jüdisch-hellenistischen GesangSknnst bilden. Die interessanten Ausführungen des Vortragenden, die die weitesten Perspektiven auf dem Gebiet jüdischer und orientalischer Musikforschung eröffnen, fanden die stürmischeste Zustimmung des kunstverständigen Publikums. - . --tz—. Jas Schicksal der Slinserl« gurjewrkata. Aus Berlin wird uns berichtet: Das rätselhafte Verschwinden der Berliner Staaisopernsängerin Smaida Jurjew sk a j a, der Gattin des ehemaligen russischen Obersten v. Br e hnr e r, bildet noch immer den Ausgangspunkt für zahlreiche mysteriöse Kombinationen, obwohl es nach den letzten Meldungen der Behörden von Andermatt ausgeschlossen ist, daß Frau Jurjewskaja einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist, daher mit größter Wahrscheinlichkeit anzunehmen ist, daß die Längerin Selbstmord begangen hat. Die Ursache für den Selbstmord ist wohl nur in einer starken Gemütsdepression zn suchen; materielle oder künstlerische Schwierigkeiten kommen nicht in Frage. Frau Jurjewskaja lebte in geordneten Vermögensverhältnissen und hatte in den letzten Jahren große künstlerische Ersolge erzielt. Uebrigens sei bemerkt, daß Frau Jurjewskaja auch als Jtner- Pretin jüdischer Volkslieder sehr viel Beifall fand. Der Gatte der verschwundenen Sängerin und ihre Kollegin und intime Freundin, die Sängerin Dalila Reinhardt, die nach Andermatt gereist waren, um über das Schicksal der Fran Jurjewskaja Authentisches zu erfahren, sind wieder nach Berlin znrückgekehrt. Oberst v. Brehmer hat die Behörden von Andermatt ersucht, neugierige Fragen nicht zn beantworten und äußert sich auch nicht über das Ergebnis seiner Reise. Amtliche Bestätigung -es Selbstmordes. In später Abendstunde langte eine amtliche Erklärung der Orisbehörde von Andermatt cin. in der es heißt: „Frau v. Brehmer-Jurjewskaja kam am 3. Dezember, mittag», in Andermatt an und stieg im Hotel „zur Krone" ab. Nach Erledigung von Korrespondenzen begab sie sich um halb 9 Uhr abends nach der bekannlen Tenselsbrücke. Nachdem am anderen Morgen das Zimmer unberührt vorgefundcn wurde, wurden sofort Nachsorschnngen eingeleitet und durch die an On und Stelle vorgenommene amtliche Besichtigung und Ausnahme der Tatbestände konnte überzeugend sestgestellt werden, daß Frau v. Brehmer sich von der Schöllenenstraße direkt in die Teufelsbrücken-Wasserfälle gestürzt und dort den Tod gefunden hat. Trotz mehrtägiger gefahrvoller Bergungsversuchc konnte die Leiche unter der Eisdecke noch nicht gesunden werden. Die Bergungsarbeiten dauern tut."' Au-s Grund ihrer Er-M'ttt-üuMen g:Äl die Beniner Polizei heu de abends Haltende Mut teilmt gen über die Aslsäre der Sängerin Jimjewskaftl rbeka-Mk: Die Sängerin hat seit längerer Zeit seelische Bodr-üLu-ny gezeigt, Um Erholung Zu suchen, hat sie im Einverständnis mit ihrem Gatten sich am 1. DeMcher nach der Schweiz begehen. Um einen Ibvlwub von der Staats« aper Zu echalten, erfuchte sie ihren Gatten, das fbeJSanwte Dovpater Tebegra-mm in Berlin aaiisKugckben. Alts Grund dieises TÄegva-mms echielt sie tatsächlich den gewLnschten UÄa-uib. Inzwischen hatte chr Gatte die ReisevorbereitunM gstrvGen und feine Frau selllsk Zmr Bcchnihois gebracht. Mer Tage nach der Abreise erhielt er aus Andermatt einen Bvickf, in dem die Sängerin ihn bat, chr zu verzeihen, wenn sie chm Betrübnis bereite. Er möge einen Tcd inisolge H-erZschlages vortänischen; sie werde aus dem Leibvn scheiden. Eine amerikanische Tournee Mus» Wolüohnr. Juliusz Wolfsohn, der nicht nur als hervorragender Pianist und insbesondere als einer der berufensten Chopin-Interpreten gilt, sondern durch seine Tondichtungen für die Neubelebung und Entwicklung der jüdischen Musik große Bedeutung erlangt hat, tritt Ende Dezember eine Reise nach Amerika an. Der Künstler wurde von amerikanischen Konzertdirektoren verpflichtet, ferner von der Hadassah eingeladen, in einer Reihe von Städten Nordamerikas zu konzertieren und Borträge über jüdische Musik zu halten. Wolfsohn hat in das Programm, das er während dieser Konzertreise zum Vortrag bringen wird, seine Paraphrasen über jüdische Volkslieder ausgenommen. Aus den Theatern. Burgtbeaker Morgen. 7,8 Uhr abends. „D i e Katakomben". Montag, 7,8 Uür abends. Schillers „Demetrius", bierauf „Heinrich aus Andernach". Dienstag. y28 Uhr abends, „Major Barbara". Akavem-elliearer Morgen, %$ Uhr abenbS, „Die Welt, in derman sich langweilt" Operntheater. Heute, 7 Uhr abends, „S g an a r e l l", hierauf „Höllisch Gold". Morgen, 7 Uhr, „D e r P r o p h e t*. Redoutensaal. Heute, 7,8 Uhr abends, Balle t t s o i r e e: Couperin-Ravel-Rameau« I o h a n n S t r a u ß. Volksoper. Morgen 7,8 Uhr abends, „C a v a 1« leria justicana" - „D-e r Bajazzo" mit Trarau Groiavescua>s Gast. Samstag „Di e Jüdin" m>t dem volniichen Tenor Mtchack P r a w d z i c als Eleazar. Recha — Rena Pfiffer-Lax als Galt. Deutsches Vottstheater. Morgen, 7 Uhr abends, „Die Stützen der Gesellschaft" mit Albert B a s s e r m a n n als Kons.l Bernick und Hansi Riese als Looa Hessel. Morgen, 7 Uhr abends, OZkar Wilde Komödie „Eine Frau ohne Bedeutung". Raimund-Theater. Heute 7,8 Uhr abends. Erftoufiübrnng von Hermann B a h r s Spiel „I o s e p h i ne" mit Leopoidine K o n st n n t i« m d-r Til« wolle und Jü ob F e l dh a m m m e r als Vonaoarte. Margen und SamStag, y28 Uhr abends. „Pygmali o,n". Samstag, 7,4 Uhr nachmittags, .,H ä n s e l und G r e t e l". Theater in der Josefstadt. Heute „Ein Sommernachtstrau m". Diese Aufführung ist die bO. teil der Neuinszen'enlng. Morgen, zum 13 r. Male. „G e 1 e lisch a f k". SamStag, 7,3 Uhr nachmittags, „Prinzessin H u s ch e w i n d". Johann- Strauß-Theater. Morgen -um 50. Male „V a g a n i n i". t onntag. nachmittags, neueinftuDiert, „D e r O b e r st e i.g e r" von Karl Zeuer. Tihelius 60 Jahre alt. Aus Anlaß des 60. Geburtstages des Komponisten Professor Jean Sibelius finden in Finnland annähernd 200 Konzerte statt, bei denen Werke des Äomeine nationale Subskription aufgebrachte größere Geldsumme überreicht. Völkerverbrüderung durch die Schauspiellunst. Der Direktor des französischen Nationaltheaters „Odeon" Finnin Gemier, der, wie wir seinerzeit berichtet haben den Gedanken der Weltversöhnung durch die S ch a u s P i e l k u n st propagiert, trifft morgen in Wien ein. Herr Gemier konimt aus Berlin, wo er wne Erfolge erzielte. Seiner Initiative ist cs zu danken, daß «rliner Schauspieler in Paris und französische Schauspieler in Berlin Gastspiele in ihrer He'nnatsprache absolvieren werden. Dem Gast sind m Wien vom Bühnenverein große Ehrungen zugedacht. Im Burgtheater wird Sonntag um 11 Uhr vormittags eine Versammlung der Wiener Schauspieler stattfinden, um Herrn Gemier zu begrüßen und ihm Gelegenheit zu geben, sein Programm vor der österreichischen Schauspinerschaft zu entwickeln. Am Montag nachmittags findet ein Empfang im Unterrichtsministerium statt. Montag abends gibt der österreichische Bühnenvereiu ein Bankett im Hotel Imperial. Auch die Schriftsteller und Autoren haben allez voraekehrt, um Herrn Gemier würdig zu empfangen. Der Gast dürfte am 16. d. nach Budapest Weiterreisen. Ein Dirigent, der der hebräischen Sprache mächtig ist und Chor und Orchester dirigieren kann, wird für den Czernowitzer jüdischen Gesangverein Hasamir gesucht. Gehalt den dortigen Lebensbedingungen entsprechend. Reisespesen werden nur demjenigen ersetzt, der akzeptiert wird. Offerten sind zu richten an: Magister Perlstein, Cernauti, Strada Lascar Lutia. Romania. Radioproaramm. Heute Donnerstag den 1v. Dezember. 11 Uhr: Vormittagsmusik. — 16 Uw 1» Mn.: Nachimtlagskonzerc. Mitwirkendr Konzert augeriu Mia Rücker-Kalmar Dos deutsche Lied. — 17 Uhr 50 Min.: Vortragsreihe Q tet durch Oesterreich. Mnter'port tn Oberösterreich. Oberamtsrat K. Danzer. — 18 Uhr 25 Mn. r Elektro echn cher Kur Prtvaldozent Dr. H. S rk. Wechselstrom, Meßinstrumente. - 19 Uhr 10 Min.: EsverantokurS. — 19 Ubr 40 'Jiin. r Englischer Sprachkurs iür Anfänger. - 26 Uhr 15 Mn.: Overnaufführung „L ava lleria fusticana". Musik von Pietro Mascagni. Mitwirkende: Rena Pfiffer-Lax, A bin Rittersheim. Rose Attler. Emst Tauber. Karola Jovanov c (StaatSoper). Cbor und Orchester der Wiener Volksoper. — 21 Uhr 30 Min.: Vorlesung Karl Kneidinger. # Radio London sendet Mische Volksmusik. Gestern nachts von 7-10 bis 12 Uhr ton te R a d ' o London i ü d i.s ch e Musik in die Weit. Die Empfänger des Londoner Senders komtteu mehr a s zwei Stunden Voiksgelange und Chöre, jüdllch und hebräisch, Melodien von L e w a n d o w s k y, Motive au» Goldfadens „Sulamitd" und „Lieder jMcher Flüchttmge" hören. Bielleicht findet die'eS Pivgramm auch "zu Welle 530. Sack«. »orttSge und Bersatmuluugni. Zionistische Bezirkssektion Leopoldst a d t. 2. Bez, ZirkuSgasse 33. Heute. 8 Uhr aoen S, findet im SrklionSdeim der dritte Vortrag Dr. Goldhammers Über „P a l a st i u a k u n o e" statt. — Jugendgrupveder zionistische» Sektion Zwischenbrücken, »0. Bez.. Leystraße 81. Heute, 8 Uhr abends. Fortsetzung des LorttageS Dr M e n k eS' über „Neuhebräifche Literatur". Gäste willkommen! - Wiener Beth-Hamidrasch 2. Bez.. Ferd nandstraße 23. Heute. 7 Uhr abends, Lektor Dr. S. Gelb hau S: „Historische Psalm e nä. — I u g e n dvereinErez Israel. Heute Sartenverrrchmmg für die Chönutafeier am SamStag .de» 12 d. im Wiener LÜrgercafä, 2. Bez, Praterstraße 11. t. SamStaig den 12. td. «um S -Uhr nachmittags findet der Jugendgottesdienst iür die iiraelmsche Schulsetzend in de» Gemeinde- und BezirtLsyna-vtzen des 1., 2., S. und S0. Bezirtes statt. Lolkswitt. SckeMe krößuun« der PaIM»mn»M>«S i« B«M». Eine Ansprache des Handelsministrrs. Warschau, 6. DeM!bvx. (I. T. A.) SamstW den 5. «Ä. wurde i« Warschm die PailalstinaaiuListeLllunZ ssiersich etölfptwl Anwesend warm der lpollnisschie HalndÄSmimiister Osioeli, der schulische Geneva'AMM J>eruMM Huvicki, der lSbadtlpräsji'.dMt von Warschau Jalbllottskj, Vertwter des Auß-e-MnimIsberiums, der snlKHschen Gesandtsschast, ferner die jiidöschen DeMierden rmd Sienaioven vwd die Dhrenden jMsschm PwsöMchikvitvn Warschaus. Nach der Eröfsuungörede des PröiMnten der ZiMiMschsn Organisation in Polen, Leon Levit-e, der tote wwjischaifMche Bedeutung PaWmas 'würdigte, ihteh Ha-ntoeHsMilutster Osieeli eine Anspriache, in der er auWhrle: „Ich toi» voll Bewunderung über die -großen Leiistungen des jüdischen BoMes r-n PaWüva und über tote in lso k.uWr Zeit erreichten ResMai-e. PailäMa bietet Pollen eine nem HandÄsyrM-on, ich gslawbe, daß tote MLnse'ttigen HaiwelAb-Lztehunigien Ibv'idon Ländern Maßen Nutzen ibriwgen werden." SiadtlprWvnt JMvtts-ki sü^hrte h seiner Ansprache aus, diese AuSstellunig schasse iLlM<n lckbmditzen KonMt zwischen Polvens HanpistM und PaMWia, wo Iso vielle Juden aus Pchen ihre Mitte Heinrat gesun-den halben. Di« Ausstellnnig >be>wöist, 'daß die Juden nicht nur ein HandelAvckk sind, ijonfom ein VM der Wbeit. Es sipvachen rivch Herr FleEdsteiu im Ncmren des Direktoriums des Keren Hajessod, Herr Sei den mann'im Namen des Keren Kajemech, Semivr Schereschewski mr Namen des^ Verömtoes jüdischer iKanisileirtte^ u. a. m. Den . Nr. SM Eimweihuttgsatt nahm Obevr.Mbiner Pwf. Dr. Schor vor.! Die PailÄsti'N'wLUsstellu.ng chat unter der Wachchauer Judenschalst und auch uivtcnc der allgemeinen, werktätiigen BevÄMmng «großes Interesse gesuntoen. In tocnr Ha-ujse BirlanSkia S find in 20 Räumen die Prod'Nlkte PallälstiMs sowie Bttdvr und DiagramWe zu ftheu. Nr Stmiemvü der sranzöfifchen ötootslinanren. Starke Erhöhung der drrekten und indirekten Abgaben. Paris, 9. Dezember. (Havas.) Die Regierung hat m der Kammer zwei Gesetzentwürfe eingebracht, von denen der eine die Schaffung von Einnahmen zur Sicherung des vollen Gleichgewichtes des Budgets und. zur Alimentierung des Staatsschatzes betrifft. Die zur Sicherung des Budgetgleichgewichtes be- ' stimmten Einnahmen belaufen sich aus 5600 Millionen, die außerordentlichen Einnahmen zur Alimentierung des Staatsschatzes beziffern sich mit insgesamt 2250 Millionen und sollen zur Gänze der Amortisierung dienen. Die Einnahmen der ersten Kategorie setzen sich zusammen aus drei Milliarden aus der Er-; Höhung der (gintomme»(teuer, aus einer Milliarde aus der E r h ö h u ng der S t e m p e l g e b ü h r e n fiir mobile > Werte, der Gebühren bei kaufmännischen Zessionen, bei Versicherungen und Börsengeschäften und aus der Erweiterung der Umsatzsteuer für Exportwaren, ferner aus 400 Millionen aus den indirekten Steuern, insbesondere aus der Erhöhung der Benzin-, Alkohol- und Automobilsteuer, aus 600 Millionen aus der Erhöhung der Tabaksteuer und aus 600 Millionen aus der Erhöhung der Post- und Tclegraphengebühren. Die Einnahnten der zweiten Kategorie umfassen nur anßerordenUiche Steuern ans das erworbene Vermögen. Der zweite Entwurf hat die Schaffung einer autonomett Kasse für die Amortisierung der öffentlichen Schuld zum Gegenstand, die vornehmlich von Vertretern der Produktion, der Arbeit und des Konsums verwaltet würde. Die Einnahmen der Kasse, die auf cin Spezialkonto bei der Ban! von Frankreich eingezrhlt werden, fließen aus gewissen außerordentlichen, im ersten Entwurf vorgesehenen Steuern, ferner aus den Ersparungen, die durch die Amortisierung der öffentlichen und der-Rentenjchuld erzielt werden. Um schon vor dem Einfließen dieser Einnahmen, das Funktionieren der Kasse zu ermöglichett, sieht der Entwurf die Einführung einer Lotterie vor. starke guaWwchuahme der Loudoaer veldmartter. (Eigenbericht der „Wiener MovMKettmrg".)' London, 9. Dezember. Die gesamte Jinanzpresje befaßt sich - mit dem Problem der allzu starken Inanspruchnahme des Londoner Geldmarktes seit Aufhebung des Embargos, das ist des Der- < botes ausländischer Emisiioneu in Englcm-d. Nach einer Zusammenstellung der Finanzpresse sind in den letzten sechs Wochen 20 Mionen Pfund Sterling tu Emissionskrediten für die lieberseeländer in Anspruch genommen worden. In Kürze werden für; europäische Staaten zwei Emissionen erfolgen, darunter die 772prozentige ungarische landwirtschaftliche Anleihe im Betrage! von 1 Million Pfund. Unter diesen Umständen sei es kein Wunder, daß das Pfund gegenüber den stabilen Währungen in der letzten Zeit Schwankungen unterliege. Dabei habe der Emissions- Markt Londons noch immer eine gewisse Agilität, wenn bedacht werde, daß die deutsche Kalianleihe, welche auf 5 Millionen Pfund lautete, Vierzehnmal überzeichnet worden sei urtb ein Zeichnungsergebnis von 70 Millionen Pfund ergeben habe. Ae Lage auf dm Petrolmmwettmarkte. Der amerikanische Benzinmarkt hat sich in der letzten Zeit wieder befestigt, so daß mit einem Umschwung der Tendenz in den nächsten Wochen nicht gerechnet werden kann. Auch amerikanisches Petroleum und Gasöl tendierten fest. ES ist anzunehmen, daß auf dem europäischen Kontinent sich die Auswirkung, der amerikanischen festen Preise in Kürze bemerkbar machen müfle. Im Zusammenhang mit den festen Weltmarktpreisen ist der rumänische Markt für Benzin, Petroleum und Gasöl fest bei lebhafter Nachftage. Dabei ist die Förderung von Rohöl, die in dem vergangenen Monat zirka 5000 Tonnen pro Tag betrug, langsam bis auf 7000 Tonnen gestiegen, ohne daß hiedurch bisher der LeichtölpreiS beeinflußt worden wäre. Schmieröl und Heizöl find schwächer, Za die Schwierigkeiten iin Verkaufe dieser Produkte anhallen. Nominelle Preise fob Konstanza: Leichtbenzin zirka 13 Pfund 6 Schilling, Schwerbenzin zirka 9 Pfund, Petroleum zirka 4 Pfund i Pence, Gasöl 8 Pfund 2 Schilling. Die Roholsörderuvg in Rußland wird nach einem von den maßgebenden Stellen neuausgestellten Bohrprogramnr in den nächsten Monaten eine wesentliche Steigerung erfahren. Pole«: Die lange Dauer der Grenzsperre zwischen Deutschland und Polen und die eher zurückgehende Forderung von Rohöl zwingen die Raffinerien, sich einer Situation anzupassen, die eine Ausnutzung der Rasfineriekapazität aus lange Zeit hinaus kaum mehr zulassen wird. Der polnische Inlandsbedarf wird besonders für leichtere Benzine immer größer werden, also muß hauptsächlich nur für Pettoleum, GaLöl, Schmieröl und Nebenprodukte der Markt außerhalb der polnischen Grenzen gesucht werden. Mit Ausnahme von Schntieröl, das ja gegenüber dem Inlandsbedarf und' den Exportschwierigkeiten in allen Produktionsländern in viel zu hohem Umfange hergestellt wird, werden sich für die übrigen genannten Produkte in den Polen benachbärtetr Ländern wohl immer genügend Abnehmer finden. Allerdings bleibt dabei zu beachten, daß Polen in einem gewissen Umfange gezwungen ist, die tschechoslowakischen Raffinerien mit Rohöl und Halbfabrikaten zu versorgen, um anderweitige wirtschaftliche Kompensationen von der Tschechoslowakei zu erhalten. Der tschechoslowakische Markt wird für Polen um so wichtiger sein und bleiben, als der deutsche Markt vielleicht doch in einem viel größeren Umfange, als man bisher anzunehmen geneigt war, W polnischen Raffinerien ttt der Zwischenzeit an Amerika und Rußland verloreugegangen sein dürste