Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2443 (10.12.1925)
- Date
- 1925-12-10
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Polen; 35 aioszyl Wien. *.um Abholen in der Expedition, U., laboistt» 1-3, öder in einer Verschlefsstelle' (Traltki monatl. d Schilling Straasenverkaut in Wien durcli die Kolporteure der Firma 0 o I d'stlimied, 1.. Wollzeile U Mit Postversand iüt Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tschecho-Slowakei: Mon. K22. Jugoslawien: Mon.Din.60. Polen:Mon. 5 Zloty. Deutschland: Mon. Cm. 4, Frankreich, Bel gien: Mon. Frcs. 18 ftatiuainimgen Bei freit* erh6hno«en Vorbehalten lener Ißrets 20 g| Eng 1 a n d: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl. 18 Lire; Ru nänien- Mon. 170 Lei, Bulgarien Mon.lOOLew«. Schweiz und das übrige Ausland monatlich'Frcs. 5 Redaktion, Administration Wien, II. Tafoorstr. 1 Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX.. Universitätsstrasse 6-8 (D uckerei lg. Steinmann) Oesterrelchischcs, Postspar* ka sen - Konto Nr. 150.693 Nr. 2448 " Wien, Somerstas. 1v. SLzrmber ISSS?. galirgaus Rach der Konferenz von Baltimore. Aus der Attto^erspeMve. - y. 28 t e n, 10. Dezember. Roch tein endgMgrr Abkommen. . 5. T-Miies. (I. 2; C)' OHwohl' di« Zionistmkonfe^enz in Baltimore, auf. der die 5-Millionen-Dollar-KamPagne beschlossen worden ist, das. Bild einer f r e u n d s ch a f t l i ch e n V e r ft ä n d i gu n g zwischen den amerikanischen Zionisten und dervon Marshall geführten Gruppe gegeben hat, ist die Zusammenarbeit Zwischen den beiden Lagern in Zukunft n och u n g e w i ß, da es an einer ganz bestimmten Abmachung fehlt. Die jüdische Presse begrüßt d e n T o n de r V e r ft ä n d ig u n g, »der auf der Baltimore-Konferenz. herrschte, und fordert, daß endlich ein e n d g ü l 1 i g e s Äbte m m e n zustande gebracht werde. In z i o n i st i sch e n Kreisen gibt man der Altsicht Ausdruck, daß der Wert der friedlichen Verständigung vorläufig nicht überschätzt werden möge, 'da noch mancherl e i H i n d er n i s s e einer Zusammetlarbeit - zu beseitigen, sind. Hie Zionisten wünschen . ^' greifbare Verpflichtungen finanzieller Ari als Voraussetzung einer . Zusammenarbeit mit. der Mürshall-Gruppe in der PalästinLkampagne. Unter der breiteren 'Masse der Zionisten herrscht Ab niigun.g gegen d e n P l a n d e r K r i m k o l o n i s. a t i o n. Diese Abneigung wurde durch SokolowsRcde in Baltimore nach verstärkt. Auch die Kontroverse zwischen Dr. Stephen S. W i s e und Louis M ä r s h a l l hat -nicht dcizu beige-' tragen,-die Lage zu'festigen. ' - Seit der Konferenz sind, aber w c i t'ere Pe r ch a n d- ' Nt n g e n im Gmtge,'die darauf hin fielen) die Znsämmenarbeit zwischen Zivnisten- und Nichtziönisten. in'den'Heiden Drives und in der Frage der - E rw e-i'te r um g der J'ewish Agency effektiv werden zu Fffffcit, und zwar aus der Basis, daß die amerikanischen ' - n ich tz i o n i st is ch e n Gruppen neben der moralischen Unterstützung des Palästinawerkes auch ..eine b e st i mm te . f i n a nz i e l l e Verantwortung auf 'sich ktehmeu. Ruppiin und Brieslmrd '^crden wus. Jerusalem, 6.. Dezember. (I. T. A.) .' Die. Herren Dr. Artur Nn pp in,'Leiter des Kolonisationsämtes der Palästinensischen zionistischen Exekutive, und Van F r i e s l a n d,' Schatzmeister der Palästinensischen. zionisti-. — Fortsetzung der Verhandlungen. schen Exekutive, haben in einer offiziellen Mitteilung-ihr Ausscheiden aus der Zionistischen Exekutive bekanntgegeben. Dr. Ru pp in wird weiterhin als Vorsitzender der vom letzten Kongreß eingesetzten M o m m i s sion für die nationale Anleihe tätig sein, während sich Herr Van Vriesland der Keren-Hajessod- 2lbordnung für Llmerika anschlietzt." Wie bekannt, hat Dr. Artur Ruppin schon während des Wiener Kongresses mitgeteilt, er könne eine neue Wahl in die Exekutive n i chi an nehmen, da er nach achtjähriger Arbeit int Dienste der Zionistischen Organisation das Bedürfnis fühle, sich zwecks Fortführung seiner wissenschaftlichen Arbeit ins Privatleben, zunickzuziehm. Die Bestätigung der bisherigen. Exekutive durch die Berliner A. C.- Sitzung geschah in: Abwesenheit Dr. Ruppins. Herr Van Vriesland, der der A. C.-Sitzung persönlich beiwohnte, gab eine Erklärung ab, daß er in der Exekutive nur dann zu verbleiben gedenke, wenn der Siams quv erhaltett bleibe, das heißt wenn auch Dr. Ruppin in dieser Körperschaft verbleibt. '. Dr. Halpern geht mrch Amerika. Jerusalem,- 2. Dezember. Dr. H a l p'.e r n, der leitende Direktor des .Jewish-Colonial-Trust, hat seine Reise nach Palästina auftzeschobem. .Er beabsichtigt, nach den Ber-. einigten. Staätzn.zmsLhren, üm dort mit den Führen des amerikanischen" Zionismus und anderen, Persönlichkeiten 'mLer-MWW.'de^HMersder Zlönistischett Organisation zu beraten. Die Mahne des jüdisDen Bataillons.; Jerusalem, 2. Dezember. Die Fahne des 40. (palästinensischen Bataillons'der kgl. Füsiliere soll am 17. d., dem sechsten Tage von Chanuka, in die Churwa-Synagoge in Jerusalem überführt werden. ■! Die Fahne, welche bis jetzt in der Großen Synagoge in London untergebracht war, wurde mit ber Einwilligung des Königs,:der Chef des Regiments ist, in das Brtreau der Zionistischen Organisation in London und von dort^ zur Zionistische tt Exekutive i n Jerusalem transpoxtierst, rund soll von dort ans mit ent-- sprechender militärischer Feierlichkeit -in die Churwa- Synagoge gebracht und dort ausbewahrt werden.' M »«SulWt. Die Tützkei sabotiert die EnLfcheildimg des Völkerbun'deates. G c»st 9. Dezember. (Tel.-Komp.) Wie der Schweizer Pcetztelegraph aüs türkischer Quelle erfahrt, hat die t ü rk i f'ch e Delegation beschlossen, weM der geskeru vom Bölkerbnndrat gefällten Entscheidung, in der M o f s ü lfrag'e an deu Verhandlungen. de f Bölkerbundrates nicht mehr teilzunehmen. Doch bleibt die türkische Delegation As auf weiteres in Gens. Blättermelduttgen aus Angora'' zufolge. hat Ke mal P ascha einen M in i ste rra t einberufen, um zu der durch die jimaste Entscheidung des Völkerbundrates in Genf geschaffenen Lage Stellung zu nchmen. Der Minister rät beschlos;, einen Schiedsspruch des Rates in der M o s s n l frage n i ch t a n zue i t 'c n n c n. Der russische Einfluß. ' London, 9. Dezember. Der' BerichterstMer der „Mornmgjicst",ilN Teheran 'will erfähven'MÄk., daß zwischen der Türkei md.'Rnßland'über em-G'eheii-m-- ab kont m e tt verhandelt werde. Die Llngom-Regiertmg fei an-Moskau -h'erangetrÄen,- um die Unterstützung S ow je tr u ß la n d's zu erhalten falls der- Mkeribundvat- E 'für die-'Türkei lungimstiige .'EntWidüng 'm der MoissuXf rage hätten sollte. Dief'R'eF'erung'.'voat Angoraerklärt - sich.bereit, -gegen .eine devartige -UnteHützung und falls sie bei. ihr-ert. Bestrebungen im. Züsainmenhang M der t Frage. von P.e t s üs chA sse.rb e j d's ch a n die.. Billigung.Rußlands. Me, an die - Sc-lwsetregievung die Prödmzeu Kars.und'- Ardaha-n aL-zutr.ete Ae ArMWge. Eine Erklärung Werzmanns. Einern Genfer'Brief desHaares fat' Tel-'A>wiw ent- - nehmen wir die' solgendeu Stellen:' Die Araber betreiben hier eine. Propaganda, die sich sowohl gegen den Zionismus al's auch gegen E n g l a n d richtet. Das in Genf tir ftanzäsiischer Sprache erschsinende, Organ der.Araber, das sich als Organ des „e-riwachenden.Orie-nts" ausgibt, ibenützt jede Gelegenheit, um Palästina und.die Juden zu verleumden. Emir Arslau.debHentlichte hier einen Protest gegen die Balfiour-Deklamtion und die jüdische Einwanderung. (Diese Aeußevungell hat die „Wiener WorgenzeitNlNg" am 26. Oktober' .mitgetei.lt.' —' Di-e' R>edi)'" Der Korvespoudent stellt diesen Aeußernugen die Er- Mvung des 'MriisttzschLn'. Führers Dr. Wetz manu entgeglen, fotx. unzweideutig seststettte: . „Enz Israel wird erbaut werden, un>d es gibt k e i n e M a ch t i n d e r W e l t, die den Ausbau des Landes verhindern wird. Da das jüdische Volk bereits seinen Weg ins Land gefunden hat, wird es auch die Mittel zu seinem Ausbau finden. Es ist selbstverständlich, daß d i e Z i o n i st e n. mit den Arabern in Frieden leben wolle», aber ohne jeden Verzicht, der ‘ unsere natio»ale«'Rechte be«inträchtigen könnte. Heute bedürfen wir der Konzentrie- > tung und Zusammenarbeit aller Kräfte, denn die Einwanderutrg Wächst von Tag zu Tag? und das Volk ist ungeduldig." Lord Plumer, der Obevkonnnissär von Palästina, bereist gegenwärtig das Land, um sich von dem Stand der Dinge und den Erfordernissen der Arbeit des Ausbaues durch pevsönl-iche Jnsormatiort zu überzeugen. Er hat eine Anzahl der Mischen SiMungen besucht und hickei sich davon überzeugen tönnett, daß diese Orte ■ im .besten Einvernehmen. mit ihren arabischen Nachbarn leben und daß, wie dies ein jüdischer' Bauer in Rischon sagte, dank, der jüdischen Energie äin wüstes Fiebergebiet zur Blüte gebracht wurde. Der ' Oberkontmissär,' der aus einer dreißigjährigen Dienstzeit, m heit Dominions das tolomale Le^en und seine Mühen kennt, wies hiebei auch auf den Willen zur Arbeit hin, den er überall im Bereich der jüdischen Pioniere am Werke sehe. Und genau so wie er hebett auch alle unbesangenen Beobachter, die nach -Palästina kommen, dieses zähe, unverdrossene Streben hervor, dessen Fanatismus so scharf gegen das in' Willensschwäche sich verzehrende Europa kontrastiert. Freilich kann dieses kleine Gebiet sich nicht den Auswirkungen der europäischen Verhältnisse' entziehen und' der'Wirtschafts- Verfall der Zentral- und Oststaaten drückt sehr stark' auf dieses Neuland der Kultur, das nicht Mtartisch arbeiten kann und einen übergroß-en Teil seiner Sachgüter und finanziellen' Erfordernisse aus Europa beziehen muß. Daß diese uttgün jügeu Verhältnisse auch benützt werden, um Äiunntlngsmache^ gegen den Zionismus und das große jüdische' Werk zu betreten, kamt uns nicht überraschen. Wir leben^.nicht in einer Atmo- . sphäre des Wohlwoll ms 'u.nd Palästina * steht im Brennpunkt einer sehr -scharfen und oft auch ungerechten Kritik, die eine gewisse Ehre darein'setzt, die. Vergleiche zwischen dem werdenden, aus den ersten An-. fangen sich erhebenden. Land mit den in jahrtausendelanger Entwicklung entstandenen europäischen Staatsorganisationen bis ms letzte Detail ausgulspinnen und dann ihr Urteil unbekümmert hi^zv'chreibr'n. Da i-st jetzt ein Buch eines deul'chen Journalisten, Erich v. Salzmann, erschienen,- das unter detn Titel „Gelb gegen Weiß"'' (Leipzig, - F/ A. Brockhaus) -'ine Reihe von Reisebriesen zusamntenfaßt und den ibcutjctien Leser daheim am Ofen mit den großen Veränderttn-gen bekannt machen will, die der Weükr'eg m dem riestgen Gebiet von Alexändr'a bis Beking heroovgebrach^ hü't. Der. Grundtenor dieser Skizzen ist' unfach und kurz: Gott-strafe England!-England ist der Bösewicht und es nützt unbedenklich alle Vorteile aus, die chm sein Sieg.in die Hand gibt. Das ist. solle man' mstnen, oben eine Folge des Krieges tmd Ludend-orff hätte Wohl auch nicht allzu viel" BerstärOigung und Verf'ähnung betrieben. Salzmann zieht aus diese: Sachlage (d e sich in den Einzelheiten nur schwer nachkontrollieren' lasth alle die Hoffnungen, die seit Versailles die deutliche Siegfriedler-Mentalität beherrschen: Da ist hauptsächlich. der von Japan, genährte Panasiatismus, der für Deutschland Räche nehmen und Englands Macht, Ne heute schon überaltert und morsch geworden sei, den letzten Stoß geben werde. Jeder richtig gehende deutsche Mann hört das gerne. Im Gegensatz zu' England wirkt Frankreich wohltuend, anfbauend, zum^Dam der Beherrschtm? Hauptsächliche in Syrien. Die^ Drusen und Araber die>ses Mandatslandes hatten leider von Salzmanns Konstatierungen keine Kenntnis, sonst hätten sie ihn nicht so misch demenkiert und Sarmil säße noch nicht in Paris. '. Sakzmann ist also auch in Palästina gewesen und er hat dessen Zustände studiert. Drei'Loge lang hat er sich mngetan, denn „infolge der Aktion der Mächte und insonderheit des starEen' Eintretetts des amerikanischen Judentums^ erfreut sich zurzciit Jerusalem und klmgsbung der besonderen Liebe der Weltreisenden mit und ohne Beruf." Salzmanns Berus scheint es zu sein, zu kommen, .zu sehen und zu schreien. Vom Zionismus als einer nationalen und kulturellen Energiequelle weiß er . nichts. Er . hat ihn nicht geschen. mchi die jüdischen Bauern, die Arbeiter, die Bürger. Politisch ist diese ganze Judenfiedlung eine „bÄMlßte eng!sich ameriHimsche Balkanisierung", und Bal.srmr-ErKärung " eder Kunde Anweisung au! eine phoiograpniSi he -^u.nähme und dreherrnche Photos ohne Prcisaufschlag bei Einkam . unserer billigen Waren im Betrage /on > 30 ,m Warenhaus H Schiff mann II. Taborstraße 48 TeienHon 47-1-5 En gros En detail