Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2442 (9.12.1925)
- Date
- 1925-12-09
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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' «-«er We»,«IW»P >" — - ——<s»»——- -».» —!_■■■!...-Trnmmini»tiL««njwi La» Srabdenkma! für Karl Sold, mark. Die Enthüllungsfeler. Äuf dem ZentrailisrieLIHof wurde gestern vyvmüttoyS nndev gchlreicher Betsü.'iigung chfijzieller Äre'§« -und der Wiener KÜntsttevschaft die stüevliche Enchüllimg des v-o-n der Äu'^Sgamek^ gssti>s't-eten Grabde w>kMt»tl e8 i?ür den Komponilsten Kavl G o ldmarr vvMncemnen. Unter den Anwchenden bemerkte man in Vertretung des MvgmneiisterS BijMrgerMrister EmmevNnig, dem unigarMn Gestmdten Grollen Ludwig Am-brosy, vcm BANdeSmmiistcriWN Mr Unterricht Ho^vat Dr. W isoio, den Vorstand des Wiener MÄnnevge.'saiiig' veremis Dr. Krückl, den Rektor der Hochschule Gr MaisSk und darstellende Auch Hclsvat Dr, Marx, den Direktor der StWts0!.:er Schalk, den Präs-Leuten der „Coneordva" Dctktor Wengras, den Borstvnd der Wiener WHannonÄer Regiermvzsrat Pros. Wundever, den Borsiond de- Kauf., marmilschen GosjiivgsdereineS KoWnenzioLrat HLowvtsch. den Präifkdmlen des KontoronreveiiveS Lowit, in Vevtvedung de- Bundes der Ungarn in Wien Hcsvat Dr. Revy v. Bitvard, Prü.'. BraslavsEy at. a. m. In Pertret-ung der Äud^erneinde Gmunden, die gu Ehren GaldmarkS, der 40 Jahre den Sem-mer dort vechracht«, ein« Passe nmh ihm benannte, war Dr. Branky erschienen. In der Aevenwnlechalle. die bis aus dar Setzte Plätzchen von den DrErgüsten gefüllt war, begann die EedeMeier m-it dem meist-erhaiften Bortn-«g des PhÄlms 15 durch einen Tempelchor nnt-er der Leitung des OdevLantorL Ko unjw-a nn. Scdann ergrU Oberrabttner Prof. Dr. Ehajes zu einer eindmcksvollen Gckentrck>e das Wort. Er «führte aus: «Es hat eine Zeit groben, eine lange Zeit, jchier «in Ichchundert lanz, in der dar Genvavs d«S jüdischen Volkes stumm war. ES schien, «Ls oft er m."l:e der Gwß« taten seiner Vergangenheit, sein neues, «nkscheL-endeS, erlösendes Wort mchr der Menschheit Zu sogen gehabt Wte. Ich spreche von dem Genius deS Volkes. Einzelne Menschen uns-eres Stammes hat es araiKt und überall gagLen, in allen Laedern und Zeiten, die die verschiedensten Gebiete des Denkens und Wissens befruchtet Haien. Es w'-ven mir einzelne, gewissermaßen chne Austrag der Gomeinschusk und vielfach chne jeden Zusarmnechong nviit der Gemeinschaft. In Italien spricht man von dem Ichozchnt des Schweigens, von den zehn fahren, die den Bafreöun-gskäm.pis'sn der Ihr« 1659 und 1880 vorongqgMgen sind. Wir können von eimck Jahrhundert deS Schweigens sprechen, von dem Jahrhundert, das der Generation vovangegangen iist, in der wir heute leben, di« Zeit, in der -er Genius des jüdischen Volkes wieder die Ketten der Stummheit aÄwirst und in dem He-imatiande seiner Kultur der ehgenen Minder Menschhert Entwicklung neu« Wege vchnt. Auch im Ichchundert des Schweigens, ln dem der Genius deS Mischen DoLes stumm war, sprach seine Seelle. Die Mische Seele sprach in Tönen. Die große Reihe der schadenden jüdischen Musiker von Felix Mendelssohn dis Gustav Mahler, sie waren ausgewchlte Instrumente der jüdischen Seele. Ihren Levden und chven Hoi)fnMgen, vhrem Schmerz amd ihrer Sehnsucht, ihrem Kamps M Gott und der Wett, ihrer Frömmigkeit und WeMichkeit gaben ft«- in Tönen Ausdruck. In seiner SMkrnichr'HunH, die die vornehmste Eigenschaft des wahrhaft großen KÄnstlers ist, sprach Gold- Miork von den Schwierigkeiten, die Hm die .MnH'm von Saba" bereitete. Er sagte: .Ich war nie im Orient." Gewiß, Du bist nie -im Orient gewesen, Meister Gcildmark, «cher der Orient war in Dir und unter den LeLebenden Strahlen Dein« Kunst erwachte in Dir Dein Orient, unser Orient, so wie im Horne Münchhausens die ckinMorenm Töne zu neuem Leben erwachten. Er war unser. Und da er MiüKich unserer Gemeinde war und in Wien die e-nHcheidenden Jahre seines Werdens und Schaffens verbracht«, hier den letzten Atemzug tat und in der Totenstcdt «der Wischen Gemeinde zur letzten Riche bestattet wurde, war er tet;peß rmstr. DaS Denkmal, das heute enthüllt wird, soll dev komm-rnden Geschlechtern von unserer Ver-b-unbe-rche.it mit dem Künstler ud> von drr Beröiundercheit seiner Kunst mit uns «uMlen. Die Wien« Mische Gememde wird das Denkmal in treue Obihut nahmen." Im Namen der GeftlWaift der Musiffreunde wkdmete' K-rgierMGsrat Dr. Stegei lvem Totest warme Worte des Gedenkens. Er ermnerte daran, daß «r vor eff Jaihpen Ge» legenhsit hatte, an der Bahre GoLuvarks zu sprechen. Es er» fülle Hn dechalb möt Genugtuung, Laß der Meiister im Reiche der Tonkunst endlich ein ^würdiges Denlm-al ochalt«. Das unvergänglichste Denkmal hak sich aber Gcildmavk seLsst mit seiner „Königin von Cvlba" gesetzt. Wenn auch di« mchrrne Richttm-z in der Mus-L die alt« Tonkunst mit möglichst viel Geräusch zu Äbertönen sucht, der Stern GokdmavkS wird nicht verblassen. Ich spreche, so führt« Redner WS, im Namen der MuMttunde der ganzen Welt, die sich ohne Unterschied der Nation und des Bekenntnlss«- an den SchSpfungeu der edlen ToiMnst laben. Zum Schluffe s-einer Rede hob RehierungSmt Stöger die Chsvakteveigenschasten Kavl Goldmarks hervor. Ein Damenchor des Singvereines stimmt« ^cdann linier der Leitung des Prosessors Kmk Laf ik« GolldmaM ,/Wer sich die Musik eMeffet" an. Der TpaueWg bewegte sich hierauif zn dM Eh r« ng r ab, das mit Mngm reich güschmülkt war. Der unigsrffche Gesandt« legte -inen Kraitij mit einer Schleis« in den ungarischen Nationalsarben nieder. Box dem noch vechMen Gvrlbmal drMe der Präsident der Kul'tusgemeind« Pros. Dr. Pick alle«;/die an «dem Zustandekommen Wer Vhlvunß Anteil hatten, insbesondere «dem Akner WtotMetttgUtma ist ein Märchenbuch das »ehSnste Klndirgaichenh in neuer kttnitltrUeher Ausstattung, icich illustriert IRMA SINGER Pas S^MMtUNO PRElSOEKRÖN TCR Mit Nachwort von Max Btod und hfarbi«n Lithographien von Kose'.-Oibson, Vor <!en tauschemle« Kindern oratehrn Jerutalem und der Kar* me!, Simsen un Bar-Kochba, der Prager jüdische Friedhot, in dessen Erde hundeit Gerechte liegen, die den Tempel aulhauen sollen, und das verfallene Häuschen. unter dessen Trümmern der Prager Golem ge unden wurde. Die Kmhr erlebt* die Trtaer and das Md de* Volke», genfaawt über acefc den Froh- «t'nrt des grünen Wald' r, der leuchtenden Sonn er und die Scherze fallend r Sterne, S>e finden hier den Wmf xu Hoff' nang, Mut und SchCnheii, Lcinenband S 7 Herausgegehen von der Jugend' schrUtenkomm .det>UO B'pal H'rlth m t 6 Tonbildern und II Test- Illustrationen von }i Grobe(. Mit Sorgtalt, Gesell -ack und tlefvm Verständnis aus dem reichen Schatz jfldischer Sagenwelt ausgewählte Märchen und Legenden. Von Bagdad bis in d e nördlichsten Gegenden Deutschlands durchwandern wir alle die verstreuten Sie lungen t es fldisehen Volkes, erleben seine Träume, Hotiuungen und Sc .merzen, freuen uns an seinen Feste > unr lernen seine Sitten kennen. Unterhaltend und belehrend! Leinenband S 6 RLÖW1T VERLAG, WIEN,!. Fleicchmarkt 1 Roteniurrnstrasse 22 Schwer des Gra>lmmi«L Prcs. Hegenbsrth, und nahm das Dnchmal -in die Othut der KuttusgEind«. , Dann siel die Hülle. Das Grabmal in seiner einsachrn Wucht erregte all^mein Geiallen. Es stellt einen Wwen dar, der einen gewastigen Quader dam in gdbsten Lettern ,Mo^dma vk" stcht. Ter Stein ist mit einem bronzenen LobbeerMig g.'schm.üLt. Mit d-mt Vortrag d:8 ^chiwißi" durch OöerLantor Kausmaun endete die e'mdrucksvolle Feier. Dle Gemeinde Kesztely. Von der Griö-urtsstadt Goldmarks, Kesgtihely, ist «ft das Denkmalkomitee folgende Depesche ge-^.-ngt: ,Lft feierlichrr Stiurmung grdenken auch wir des ^helmiManigen-eu großen Schnes unserer Gemeinde Ksrl Gchbmavk, dessen uftvergänglichtt Ruhm unser Stelz ist. Das Andenken des anserwähUten MÄstcrs der TrnAnft winde vcn unserer Sei!« In einem Artikel eines Buda^chex Blattes mit Archrnnig gosei-ert. Samuel R osonb-erg, Genre lwiaprff ident; Miversitütsdoyent Dr. Büchte r, ObewEner." (HEen dir gudm Leute von KeAzthsly keinen anboren Ausidntck ihrer Zierlichen Stimmung finden können, als den eines Zeitunigsarti-k^s in einem Endapcher Matt?) * MläUich der EniLhüllimg des ÄriMeiMails für Karl Goldmirv! «findet morgen Än großen Urantasaal unter Mitwirkung der St>aa>tscpernsäMMu Lueie We i d t, des Opernsängers Ernst Fischer, des Preis. Karl Lasite, der Herren Hugo Gottesmown (Geige), Richard Krotschgk (Cello), t^s Wiener Sängeribnwdes und des Uraniaorchesters ein Karl-Goldmark-Albcind statt. Die einleitenden Worte wich SchrPsdeller Ernst Dersey sprechm. Beginn ih;:G 8 Uhr adends. Her fteten Hajeffad Ult dir Wnukaatlitm. Das PräMum des österreichischen Keren- Hajejsod- Komitees erlaßt an alle Mitglieder .der Hanptkmmiffion, an d)r Keren-Hcujessod-Reftrenten der gioMischen Bezirk§«s>:ktl!onen sciw'.e an albe freiiwMcen Mitarbeiter den dringenden Appell, an der bevorstehenden großzügigen Chanukaaltion des Keren Kafemeth .mitzuwirken und sich unverzüglich dom Bureau des Keren Kasemeth, 1. Bez., Kävntnevstvaße 28, ,^ur VvrfüMng zu stellen. Delegiertentag der jüdischen Sludentenschnst Lefteneichs. Am SamSteg beit 5. d. wuche der Drlegiertentgg des Stz famlverbandes Mischer Htzchschültt Ochemichß .Iudd a" unW zahlreicher Beteiligung der Vertreter der jüdischen SlMfttew schast aller Fakultöten und Hochschulen OesterkeichS vom Präses des Gssamtverblurdes, Herrn Scopofo Hausknecht, feierlich «, öffnet. Nach Ber.'efung der eingelaufenen VegrüßungSschreiben von der Israelitischen Kultusgemeinde Men, der Istaelltlfchev Allianz zu Wien und zahlreicher Schwesterorganisationen wurden ins Tagespräsidiuu die Herren M. K kwe, Dr. B.Lustigun- S. Käufer grovahlt. Herr Kiwc begrüßte mit begeisternden Worten unter langanhaltendem Beifall der Delegierten die erschienenen Gäste, insbesondere Sr. Ehrw. Professor Dr. CH. P. Chases uch Hofrat Professor S. Frankfurter und den Sekretär WoltverbandrS jüdischer Studenten 8. Steinig. * Nach dem Referat deS Herrn Steinig über die „Lage und Ausgaben der jüdischen Studentenschaft" ergriff * Professor Dr. ChajrS das Wort zu einer Begrüßungsansprache, in der er auSführtß, daß der Mangel an Priorität deS jüdifch-kulturellen Momentes und die Bielseitigkeit der politischen Richtungen innerhalib der .Judäa" zu einer Verschleierung der wahren Ausgabe der jüdischen Smdentenschaft führen mußte. DIeS könnte durch die wirtschaftliche Not nach dem Zusammenbruch teilweise entschuldigt werden, obwohl auch früher jüdische Studenten trotz materieller Notlage auf kulturellem Gebiete sehr viel geleistet haben. Der Umstand, daß die „Judäa" nach dem Zusammenbruch den südischen^Studenten bedeutende wirtschaftliche Vorteile zu bieten in der Lage war, hat dazu geführt, daß sie auf Studenten sämtlicher Parteirichtungen Anziehungskraft ausüben konnte. Mit dem Augenblick aber, wo viele Subventionsqucllen au8 dem Auslände versiegten, hörte das Interesse derjenigen Studentenkreise, die lediglich materielle Vorteile in der „Judäa" suchten, auf. Die „Judäa" hat «8 während dieser Zeit verabsäumt, auf ihre Milglicker erzieherisch elnMirken, sie bestrebte sich neutral, zu sein, um allen gerecht zu werden, da^ heißt keinem, wodurch die moralische Kraft des Verbandes beeinträchtigt wurde. Cs.können für die „Judäa" nur Mitglieder gewonnen werden durch ein klares kulturelles Programm, durch einen ekndeuligen, underfalschten Zionismus. Von nun an müßte man die Politik des Verschweigens aufgeben und zur produktiven kulturellen Arbeit übergeben. Mit einem warmen Appell an den Delegiertentag, in diesem Sinne zu wirken, schloß der Oberrabbiner unter nicht endenwollmdem Beifall seine Begrüßung. Hosrat Prosessor Dr. Frankfurter begrüßte' hierauf mit herzlichen Worten die Tagung und versichert, nach wie vor der Arbeit der jüdischen Studenten ein reges Interesse, entgegenzubriirgeir. Im übrigen verweist er eindringlich auf die 'Worte seines sehr gechrten Borredners, die er der Studentenschaft zur Bcherzigung aufs wärmste empfiehlt. E8 sprachen noch die Herren Steinig und Krämer, welch letzterer aus die Arbeit des W e l t v e r b a n d e 8 zionistischer H o ch s ch ü l er hinwies, und Herr Schwitz, der das oziale Moment als Voraussetzung für alle kulturelle Arbeit hervorhob und insbesondere für die Juden die Kulturgemeinschaft als Charakteristikum bezeichnet«. Am Sonntag erösfnete der abtretende Präses, Herr L. Hausknecht, mit seinem Rechenschaftsbericht die Tagung. Er besprach die abnormalen Verhältnisse innerhalb der jüdischen Studentenschaft, referierte über die zahlreichen Verhandlungen mit den Universitätsbchörden im Zusammechange mit den Hochschulkrawallen, in denen es die Lern- Mid Lehrfreiheit zu -verteidigen galt. Er erörterte die aktuelle Frage des S t u« d entenrechtes und fixierte den Standpunkt der Exekutive. Hierauf ging er zu den einzelnen Referaten Der,-wie Wirtschafts, amt, Mensa. Krankenfüvsorge, Darlehen, Unterstützungen usw. Zum Schluffe betont« er, daß die jüdische Studentenschaft, als die Intelligenz des Judentums die Führung innerhalb des Volkes übernchmen müßte und daß der HochschulauSschuß in der wirtschaftlichen Förderung seiner Mitglieder lediglich eine Voraussetzung für das Freimachen der geistigen Kräfte sieht. Hierauf wurden die einzelnen Referate von den Herren Lilienfeld (Wirtschaftsamt, Krankenfürsorge), Zucke rm a nu (Mensa) erstattet. Nach.Schluß der Generaldebatte wurde dem abtretenden Ausschuß insbesondere Herrn Hausknecht, der jahrelang sich in der ^Judäa" betätigte — das Absolutorium erteilt und der Dank der jüdischen Studentenschaft einstimmig ausgesprochen. Die Arbeiten des Delegiertentages wurden am Dienstag k« Areik der RechtspraMlantett vMoben. Eine gestern ab,gehaltene Vertrauensnmnnevverisaiiwm- Iwng 'der RechtLPraktikantenschaist, hie von sÄmtilcher Wiener Gerichten beschickt war, faßte d^n Beschluß, heu te Mit dem Streik einzvifetzen, für dessen Durchf-ü'hrung bereits alle Vorkehrungen getvosjen waren. Im letzten Augeichlick mußte jedoch eine Bevschiobung des StreikboAmms ersicilgen, nachdem infolge des Bertrauen-sibraches zweier Ausschuß Mitglieder in den gestrigen Tageszeitungen eine Absage des Streiks veröffentlicht wurde uud V.« Kollegen nicht mehr vechtzeitig davon verständigt werden konnten, daß diese. Absage-auf einer Irreführung fcet jssechtspraktikantensch-ast durch die beiden Mitglieder beruhte. Die RechtsPraktiikantenschast .steht, o'öwehl ihr Str-r-!^ diesmal hi ntertrie ben towtan ist, mch wie vcr <of dem Standpunkt, daß ihre Forderung . nach iirnischenwürdiger Besoldung erfüllt werden muß. fortgesetzt, wobei unter anderem folgende Resolutionen einmütig gefaßt wurden: Der Delegiertentag des Gesamtverbandes jüdischer Hochschüler Oesterreichs „Judäa" stellt mit tiefem Bcdauern fest, daß die seitens des sogenannten Kultur amt es der deutschen Studentenschaft /und der demselben nahestehenden Personen seit Jahre/t shstematisch betricheneu Angriffe gegen die Lernfreiheit Mischer Studenten neuerdings eine Steigerung in der Hinsicht erfahren haben, daß e8 versucht wird, auch jüdischen Professoren die Ausübung ihres Berufes mit allen Mitteln unmöglich zu machen. Der Delegiertentag protestiert in diesem Zusammenhänge gegen 'die Kampagne gegen Professor Dr. Stephan Braß, loff, die deutlich den Stempel eines VorwandeS zur Eliminierung eines jüdischen Hochschullehrers trage. Der Delegiertentag wendet sich hiermit an die akrdemischeir Behörden und an die gesamte Oeffentlichkeit mit dM 2923