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Wiener Morgenzeitung · 1925-12-08 · Heft 2441 (8.12.1925) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2441 (8.12.1925)
Date
1925-12-08
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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beste I ' Wien. Dienstag Wiener Moraenzeltuna 8. Dezember 1926 Nr. SiM Fällen schritt die Sicherhritswache sofort ein, schützte den Berkäufer vor Angriffen und brachte di« Agreiser zur Anzeige, die zur polizeilichen Bestrafung durch das zuständige Polizcikommissariat führte. Von einem Uebersall von fünf Personen aus einen völkischen Kolporteur am 29. Mai d. I. liegt der Polizeidire!..vn weder eine Anzeige des Kolporteurs noch e.ne sonstige Meldung vor. Gegen den Kolporteur völkischer Blätter, der an der Kreuzung der Mariahilferstraße und des Gürtels seinem Erwerb nachgeht, sind bis zum 19. Juni d. I. tatsächlich wiederholt Angriffe verübt worden. In allen diesen Fällen ist jedoch die Sicherheitswache zum Schutze des Angegriffenen eingefchritten. Bon einem Uebersall auf diesen Kolporteur, de, nach der „D. Oe. Tageszeitung" am 29. Mai stattgrsunden haben soll, ist den Polizeilichen Organen ebensowenig etwas bekannt geworden, wie von dem in derselben Zeitung am 15. Juli d. I. besprochenen lleberfall aus einen Zeitungsverkäufer nächst der Oper. Hingegen ist es aus dem Schwedenplatz und auf dem Franz-Josefs-Kai in der Zeit vom 18. bis 22. Juli d. I. tatsächlich mehrfach zu Auseinandersetzungen zwischen völkischen Kolporteuren und Passanten gegnerischer Richtung gekommen. Aber auch hier war die Sicherheitswache in jedem Falle zur Stelle und hat der Kolporlagefteiheit stets zu ihrem Recht verholsen. Die in der „D. Oe. Tageszeiirmg" vom 16 Juli d. I. unter der Überschrift „Jüdischer Mordanschlag in Wien" besprochenen UeLerfälle aus den Leiter der völlischen Vertriebsstelle, Gottfried Slenitzer, und auch den Redakteur der „D. Oe Tageszeitung", Franz Göttinger, wurden von der Sicherheitswoche nicht wahrgenommen; auch haben Stenitzer und Göttinger aus eigenem Antriebe bei der Polizeidireltron Strafanzeigen nicht erstattet. Die beiden Genannten sind auf Grund der eben erwähnten Veröffentlichung zum Amte vorgrladen worden, konnten aber keine sachdienlichen Angaben über die Täter machen. Re UamkaaMon der Ken« Kasemelh. Die von der Leitung des Keren Kajemech für Oesterreich in Vorbereitung befindliche Chanakaaktion wirb sich zu einer imposanten Kundgebung eines großen Teiles der Wiener Judenheit für die Idee der Erlösung des Bodens gestalten. Fallse8 gelingt, die notwendige Zahl der freiwilligen Mitarbeiter aus den Kreisen unserer Freunde und Gesinnungsgenossen 311 finden, wird die Aktion auch den erhofften großen materiellen Erfolg bringen. Aus dem bisherigen Programm der bereits festgesetzten -Veranstaltungen heben wir hervor: i; Bezirk. Filmvorführung,des Vereins zionistischer Bankbeamter heute DienSt 6g den 8 d im Ingenieur- und Architektenverein, Efchenbachgafs« 9. Großes Makkobäer- Meeting des Zionistischen Laiwrskomitees am 15. d. im Großen Konzerthaussaal. Festredner Dr. Alfred Klee mi Berlin. Akademie des Madchenvereins Mirjam am 16. d. im Eaal-e det Oesterreich ischen Gewerbevrreins.' 2. Bezirk. Jugendaufsührung des FllmS „Der jüdische Pionier in Erez Israel", heute Dienstag den 8. d. um 3 Uhr nachmittags im Jfa-Palastkino, Taborstraße 1. Chanuka seier der Jugendgruppe Erez Israel am 12. d. im Cafe Bürger. Chanukaseier der zionistischen Sektion Prater am 13. d. 3. Bezirk. Filmvorführung durch die Bezirkssektion 3 am 16. d. im Löwenkino. Chanakaseier der Sei- Lion am 20. d. im Cafe Schellinghof. ■ 6., 7. u nd 8. Bezirk. Chanuka seier der hebräischen Schule und der Menorah am 12. d. Filmvorführung der zionistischen Sektion am 13. d. um 11 Uhr vormittags im Flotten« kino. M a k k a b ä e r f e i e r der Sektion zusammen mit den Jungzionisten am 15. d. im Bereinslokal, Bennoplatz. Makkabäer sei er des Vereins Tikwrth Jehuda am 16. d. An Vereinslokal, Bennoplatz. 9. Bezirk. Chanukaseier der Kulturgruppe des Makkabi am 6. d. Kinderfeiern der Frauengruppe und des Makkabi 9 am 5. und 13. d. Chanukafeiern des Makkabi 9 und der Zöglinge des Makkabi 9 am 12. und 19. d. 16. und 17. Bezirk. Chanukaseier der zionistischen Sektion am 16. d. 18. Bezirk. Füufuhrlre der Frauengruppe. 19. Bezirk. Kinderfest der jüdischen Vereine Döb- 'üngs am 8. d. im Kasino Zög-rnitz und Fünfuhrtse der Frauengruppe der zionistischen Dezirksjektion am 17. d. im Lase Döblingerhof. Es ist anzunehmen, daß auch noch die anderen Bezirke in der Chanukawoche Veranstaltungen arrangieren werden und den Reingewinn wie bei den meisten bisher festgesetzten Veranstaltungen ganz oder teilweise dem Keren Kajemech zusühren werden. Chanuka ist eine der großen drei Gelegenheiten, in der ganM Welt durch Veranstaltungen, aber vor allem durch Sammlungen, dem Keren Kajemeth namhafte Betrage zuzuführen. * Allen freiwilligen Mitarbeitern des Keren Kajenreth, mit Ausnahme der Bezirkssektion 6—8, wird zur Kenntnis gebracht, daß das für div Werbeaktion erforderliche Material im Bureau, 1. Dez., Kärntnerstraße 28, täglich, mit Ausnahme von Samstag, von halb 9 Uhr früh bis 7 Uhr abends abgcholl werden kann. Die Vertreter der einzelnen Gruppen werden dringend ersucht, das Material rechtzeitig abzuholen und die Verteilung desselben an die Mitarbeiter vorzuuehmen. Der jüdische Turnvere ln MakkaLi 15^' veranstältet morgen für seine Kindttabteilüngen im Heim (16. Boz.» äUomrescu vor Gericht. Sie öklchenlieseimmeu an dar Wal. Bukarest, 6. Dezember. ($, T. A.) Der Spitalsarzt von Zaluceni, Tr. Rieolae C o bj i k a, sagt als Zeuge ans, er habe im Spital' mehrere Leichen von erschossenen Frauen, Kindern und Greisen zur Obduktion erhalten, er wisse nicht anzugeben, wo das Geld und die Schmuckgegenstände der Erschossenen verschwunden lvaren. Ein einziges Mal war er selbst dabei, wie Morarescu die Leichen Plünderte. Morarescu hat dem Zeugen zu einem gewissen Tag die Einlieferung einer bestimmten Anzahl von Leichen versprochen und hat dieses Bersprechen auch gehall e n. ES waren frische Leichen. _ Der Zeuge Chirica Causu aus Woron<a erzählt, er habe von MorareScu den Auftrag erhalten, jüdische Flüchtlinge «ns der Ukraine herüber zu locken; eS wurden ihm 160 Goldrubel Pro Kopf versprochen. Als er diesem Geschäft nicht mehr nacygehen wollte, wurden er und sein Sohn von Morarescu verhaftet und grausam gepeinigt. Die Schilderung dieser Peinigungen nimmt einen großen Raum in der Verhandlung ein. Ein Gerichtsbeisitzer äußert, die Grausamkeiten der spanischen Inquisition seien nichts gegen diese Niedertracht. Auch der Zeuge Schleime Landau schildert das System der Peinigungen, dem er ausgesetzt war. Zur Unterhaltung der Soldaten mußte der 80jährige Mann wie ein Hahn krähen und sich selbst Ohrfeigen versetzen. Es kommen mehrere Entlastungszeugen zum Verhör, so unter anderem der Pfarrer Stahle und der General L i s c u, die Morarescu in Schutz nehmen, der ihrer Ansicht nach die Dnjestergrenze von Eindringlingen gesäubert hat. General E p u r e sagte in dem gleichen Sinne aus und erging sich insbesondere in scharfen antisemitischen Aeutzerungen, so daß der die Anklage vertretende königliche Komissar dagegen Verwahrung einlegte, daß der GerichtSsaal durch solche Reden in eine antisemitische Versammlung umgetvandelt wird. Der frühere Vorgesetzte MorareSms, Major MironeScu, sagt ans, er habe nie Befehl gegeben. Flüchtlinge zu erschießen. Der Zeuge sagt ferner aus, Morarescu sei strafversetzt worden, als bekannt war, daß er acht herübergekommene Flüchtlinge erschießen ließ. Nachher stellte es sich heraus, daß er mit Schmuggelware handelte, eine Faktura gefälscht und sich gegen das Paßgesetz vergangen hat. Das Kriegsgericht ordnete dieVerhastungsämbl i ch e r Angeklagten, die sich noch auf freiem Fuße befanden, an. Wichtige Mitteilungen der Mckrsielle"! kinem vielfach geäusserten Wunsch d s Publinums entsprechend, sind die Schalter der „Olßctestelle“ Josef Stein, Wien,!.,Wipplingerstrasse 2t, an der „Hohen Krücke" auch Dienstag den 8. d. M wie sonst täglich ununterbrochen von 8 Uhr (ruh bis 6 Uhr abends geöffnet Niemand versäume sich ein Klassenlos raschestens bei der „Olöckssteüe* zu besorgen. % Los S 4.-, 7< S 8.-, 7i S 32.- Geh' nicht amGlflck vorbei! Herklotzgasse 21) eine Chanukafeler. Das Reinerträgnis wick zur' Gänze dem Keren Kajemeth zufließen. Achtung» Jugendliche; Heute Dienstag den 8. d. um 3 Uhr. nachmittags fircket im Jsa-Palast-Kino, 2. Bez., Taborstraße 1, eine Jugendvorführung des neuen Palästinafilms „Der jüdische Pionier in Erez Jsreal" statt. Zutritt haben nur Jugendliche. Eintrittspreis 50 Groschen. sin nettes kresIMem der Firma M. Reumann. ,, Die Meidevfirma M. Nen-mann feiert am 31. ld. das «hHigMrige Jl'ibö'.ämn ihres B°stand:s -und wird zur Feier vleges Festes tm Monat Dezember ein neues Kreditsystem elNiMreu, das sich, wie die gegr, lwäriigen Chefs der Firma, FranH. und Staphan N e u m a n n, Mr>gen llich emer amerAanilschsn Reife feftgostRt haben, jenseits des Oyeaus gjläntzend brwälarr hat. In AmerÄa wird dio'e MeEvde, die dort ,/Deferred papuwnt plan" oder auch nach der Zahl der dewrll-igten Wochematen ,Hen peymen-j plan" genarmt wird, von d^n allerersten und größten Firnlen des Landes, wie The Hub in Eh'oago, Fron! u. Seder in Pthila-e'sphia, Fcvmo-us Barr in St LouiS, unter riesiger Propaganda forciert. Die Firma M. Neumann hat sich mm nach eingehender Vorbereitung und svrgWE Orgammtion enifchlossen, diese Er!leichten,Wen für Vas «g.'.s«we PublÄum auch bei uns einnuiMren und den ,O udge tpl a n", wie sie dicie neue Mchrde nennt, als erste unter den Wiener gr-oß n und arnesebeum Firmen anläßlich chres FMlÄ^ms. dom Wiener Publikum zugute kommen zu lassen. Dieses Kreditsystem gcht rrämÄch von <dsr Tatsache ans, daß der Mittelstand haute autzerstairde ist, sich Ibessete Ware gegen sofortige Bav-.ahlU'Ng amuschaflen. Es soll daher auch jemn Kreisen, die nicht orgauisierr sind, die MvAich'eit geboten w.nden, sich Qualitätswaren au^ Kredit «Muichrsiftn, der se nach dom eiHÄmn Falle a 's dre-r dis fünf Monate gewährt werden soll. Dolbei muß aber 'betont werden, daß eS sich nicht um ein RetewMchäft im laMäufiM Sinne handelt, da die Kreditikä-ufer di Gliben Pre.se Kahlen werden wie die Barbazah'ler Der Muser wnd' auch daAsMe Entgeg?rickonm,en und die gleichaluißnerifame Bed'umnq finden wie der Tdrkäufer. Es wird «'ich nicht von dem B^dr-'nungspersonal albhänaen, 0b dem Einkäuferin der aewünischle Kredit gew'Hrt wird, sondern es wird noch amerimnischem System dem Muser ein Bestellschein überreicht werden, ans dem er ettiipe Daten Mer seine wirtlschaiftiliche Lage und die Höhe des gew'.in.'ch'ien Kredits bÄanntgeben wird Die^'e E n ragunM werden nur denk Direktions'Äurean vor Augen tommnr, das d'm Kt.lnven in wenigen Tagen seine Bestell!mg bestätigen w'rd. ' Die Firma M. Reumann hofft durch dieses System dem MittMand di- M^Aichkeit w bieten, sich feinen V.V'Mniss-n entsprechend neu -zu. ecsuiPlL'en und erwartet natürlich <m-f diese Weise «ine Erweiterung ihres KnrildentteiiseS. Die Fmna Plant NrigenS im D-^iniber 1935 bcsandere Ok» kasionen hrworzubvingen, an denen auch die Kunden des nvlten Systems teiluchmen werden. Lar Moskauer Schachturnier. BogoljuLow unbestrittener Sieger. Aus Moskau wird uns berichtet: Als Bogol« j u b o w m der 18. Runde als Nachziehender gegen C a p blanea verlor, waren seine Chancen sür den ersten Preis geringer geworden, obwohl L a s k e r in seiner Partie mit Saemisch nur Remis erreichen konnte. Das Hauptinteresse konzentrierte sich nun auf die 2V. (vorletzte) Runde, in der Bogoljubow und Dr. Laster zusammentrafen. Ihre Partie ergab Remis; daher bleibt der Abstand zwischen Bogoljubow und LaSker unverändert lVt Punkte, so daß Bogoljubow, auch wenn die Partie gegen Romanowski (den Besieger LaSkers, Marshalls und RubinsteinS in diesem Turnier, einen der stärksten russischen Spieler) in der letzten Runde verliert und'Lasker seine Partie gegen Gotthilf gewinnt, mit einem Vorsprung von einem halben Zähler als Erster landet. So ist Bogoljubow bereits heute unbestrittener Sieger des Moskauer Turniers. Ter zweite Platz dürste Dr. Laster schwerlich zu nehmen sein, da er in der letzten Runde noch ein Spiel gegen Gotthilf hat, wahrend Ca p a b l a n e a, der in den letzten Runden Hervorragendes geleistet hat (seinem Sieg über Bogoljubow folgte in der 20. Runde ein Sieg über G o t t h i l f) und nun den gleichen Stand mit Lasker hat. in der letzten Runde spielfrei ist. Nur wenn Dr. Lasker seine Partie gegen Gotthilf verlieren sollte, käme es zu einer Teilung des zweiten und dritten Preises zwischen den WelimeisterschastSrivalen Laster und Capablanca. Die übrigen Ergebnisie' der 19. und 20. Runde brachten noch keine vollständige Klärung des Standes der übrigen Preisanwärter (es sind 10 Preise ausgesetzt); denn Mars hall, der 11V, Punkte erreicht hat (er & wann in der 19. Runde gegen R a b i n o w i e z und verlor in der 20. Runde gegen G e n e w s k i) kann noch von Romanowski, Torre. Dr. Tartakower oder Reti (der noch zwei günstige Hauptpartien zu . erledigen hat) eingeholt, beziehungsweise überspielt werden. R u b i n st e i n gewann in der 19. Runde gegen L o w e n s i s ch, verlor aber in der folgenden gegen Dr. T a r t a k o w e r; er hat wen-ig Hoffnungen unter die Preisträger zu gelangen. Löwensi s ch gewann in der 20. Runde gegen R a b i n o w i c z. Romanowski, der m der 19. Runde gegen Zuwarow gewann und in der 20. mit Saemisch vemisierte, ist sehr günstig postiert, hat freilich in der letzten Runde Bogoljubow zum Gegner. Dr. Tartakower schlug in der 19. Runde A a t e S und in der 20. R »bin st ei u, Genewski hat in den beiden Runden ebenfalls zwei Siege zu verzeichnen, außer dem bereits erwähnten gegen Marshall tags vorl)er einen gegen Dus-Chotim i r s k Y. Torre. der in der 19. Rund« von Bog ad i st s ch u k geschlagen wurde, gewann am folgenden Tage gegen W e r l i u s k h. R e t i hat sein Spiel gegen W e rl i n s ky in der 19. Runde nicht zu Ende gebracht und war in der 20. Runde spielfrei. Den Tag vorher war G o t thilf frei. Grünseld remisierte an beiden Tagen, am ersten mit S p i e l m a n n, am zweiten mit Z u w a r v w. Bogadistschuk, dessen Sieg gegen Torre in der 19. Runde viel bemerkt wurde, remisierte in der 20. Runde mit D u 8- Chotimirsky. Spielmann begnügte sich am gleichen Tage gegen I a t e s mit Remis. Stand nach >r 20. (vorletzten) Runde: Bogoljubow 15 (hat noch einckPartei zu spielen), Tr. LaSker 13»/, (1), Capablanca 13»/, (0), Marshall 11»/, (1), Romanows« 11,$), Torre 11 (2), Dr. Tartakower 11(1), Genewski, * Beichte« Sie IL, JsäorfitaiK M m 00

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