Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2439 (6.12.1925)
- Date
- 1925-12-06
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Ekkk 18 Men, Sonntag __Wiener Morgerizeiktng 6. Dezencker 1925 Nr. WS tzerichtssaal. Lrr Halenkreurlerübeksall in MSvling. Bor einem Schöffensenat twS Landesgerichtes 2 beginnt am 'Ocittlvoch den 9. d. der,für 14 Tage anberaumte Prozeß gegen neun Teilnehmer an den Mutigen Vorfällen, die sich am 20. Mai d. I. in Mödling abgespielt haben und bei denen der sozialdemokratische Gemeinderat Leopold Müller den Tod gefunden hat. In Gumpoldskirchen hatte an dem genannten Tage eine Gedenkfeier für die Gefallenen i» den deutsch-polnischen Kämpfen stattgesundeu. Frontkämpfer und Angehörige des W c h rb u n d e s „R h c i n l a n d" hatten daran teilgenomnien. Var Mitternacht kam es nächst dem Bahnhof in Mödling beim Rückmarsch der Zestteilnehmer zu Zusammenstößen mit Arbeitern. Es fielen Lchüsse und Arbeiter, die sich nächst der Nordpolgasse angesammelt, sich beim Anurarsch der Gegner aber zurückgezogen hatten, wurden verfolgt. Wie die Erhebungen ergaben und damals von der Polizei berichtet wurde, sollen Anhängerdes Rhesnl>« udes von ihren eigenen Leuten angefchossen worden sein. 2er Gemeinderat, Werkführer Leopold Müller, wurde zu Boden gestoßen, erhielt Messerstiche in die Hand und in den i\xmr wurde geschlagen, man versetzte ihnr Fußtritte und nach einigen Tagen starb er während einer Operation. Angeklagt sind nun neun Mitglieder des „Rheinland", der 27jährige Autowerkstättenpächter Roland Steingruber, sein -chähriger Bruder, der Bankbeamte Wolfgang Steingruber, der 26jährige Wirkergehilfe Robert Bergner, der 17jährige Bersicheruugsaugestellte Adolf Penzl, der 26jährige Hochschüler Eduard Äeiohas, der 23jährige Schuhoberteilherrichter Franz Wimmer, der 18jährige Handelsangestellte Josef Kladnik, der 25jährige Privatbeamte Ferdinand Rappel und der 17jährige Praktikant Alois llllrich. Die Anklage lautet teils auf Verbrechen der schweren körperlichen Beschädigung mit tödlichem Ausgang, teils aus öffentliche Gewalttätigkeit unter besonders gefährlichen Umständen. Den Vorsitz in der Verhandlung wird Oberlandesgerichtsrat Dr. Wilhelm führen, die Anklage der erste Staatsanwalt Hofrat Dr. Sacher vertreten, Verteidiger sind Dr. Walter Rieh l, Dr. Zörnlaib, Dr. Heinrich Maurer und Dr. Gustav Klein. Es sind gegen 100 Zeugen vorgeladen sowie Gerichtsärzte und Sachverständige im Schießfach. Zwei Monat« Arrest für Ehnubeleidigung. Der Tierarzt Paul Neu-mann. gegen den der Wiener Tierschutzverein seit längerer Zeit einen Kampf wegen unlauteren Wettbewerbes und Behelligung seiner Mitglieder fuhr!, hatte sich vorgestern vor dem Bezirksgericht' in Fünshaus wegen ' Beleidigung des Inspektors, des Wiener Tierschutzvereins, Johann Singer, zu verantworten, da Neumann einen Wachmann gegen den Inspektor aufrief und.ihn wegen Geschästsftörung aufIeme Verantwortung am 23..'September arretieren ließ und am 25. September gegen ihn eme mit 'einer Flüssigkeit gefüllte Flasche schwang, wodurch Jnfpete SingerM,bedroht-fühlte,' Der Richter. ÄcmdesMicht.srat Dr. V a ne cz ek,. verurteilte Neumann zu zwei Monaten strengen Arrests. Diplomkaufmann Korber und ,/D«r Weg zur Sunde". Nach.Einstellung eines zunächst beim Landesgericht Mährten Verfahrens hätte sich gestern vor denr Oberlarrdesaerichtsraie Doktor Ziffer der absolvierte Hörer der Hochschule für Welthandel, der Kaufmann Robert K ö r b e r. vor dem Sttafbezirksgericht 1 wegen Uebertretung der boshaften Sachbeschädigung zu verantworten. Der Beschuldigte, der als Obmann des Kulturbundes der deutschen Studentenschaft einer der wütendsten Hakenkreuzhetzer auf der Universität ist, wurde in der Nacht vom 18aus den 18. Augusts d.abei betreten, wie er an Plakatsäulen am Revolutionsplatz ein mchreren Plakaten, welche den Film ,Ier Weg zur S ün de" '-ankündigten, die beiden Hauptfiguren mit schwarzer Farbe überstrichen habe. Bon einem Wachmann wegen des Treibens zur Rede gestellt, erwiderte der Beschuldigte: „Wi'r brauchen ke.inen Weg zur Sünde, wtr brauchen einen Weg.zur Arbeit und zur Gesundung." Bor Gericht gab der ^Angeklagte zu, daß er mehrere Plakat, welche den Film „Der Weg.zur Sünde" ankündigten, in der angegebenen Weste verunstaltet habe, weil er empört über sie Unanständigkeit der Seiden Figuren war. Er habe auch als Obmann des Kulturbundes deutscher-Studenten sich bei der Polizei über diese Schaustellung beschwert und seien auch nachträglich diese Plakate konfisziert worden.-Der. Vertreter der Plakatierungsgesellichait erklärt«, daß der Wert, eines Plakats 3000 K. betrage und daß die Plkkatierungskosten ' für jedes Plakat 2000 K. betragen. Der Hauptschaden sei jedoch in der Verhinderung der Reklame für den Film zu erblicken.-Der Richter verurteilte den Angeklagten wegen UebertretÜM-der boshaften Sachbeschädigung zu emer Geldstraft' von 10 .Schilling,-eventuell zu 24 Stunden Arrest, jedoch bedingt unter -Einräumung einer zweijährigen Bewähnngsirist. Der Verteidiger-'meldete gegen Schuld und' Strafe die Berufung an. Verspätete Gehaltszahlung ist kein Grund zum sofortigen Austritt, lieber eine sowohl für Unternehmer als auch für Angestellte-wichtige Fra,ge hatte das Landesgericht in Zivilsachen als Berüfuügssenat für gewerberechtliche Sache« zu entscheiden. Der ehemalige Oberlandesgerichtsrot und - spatere Sektionsrat im Justizministerium, Dr. Romanezuk, war vor vier Jahren als Kassier'bei-der Maschinenfabriksfirma „Titan" eingetreten. Im Lause des. heurigen Jahres hatte er sem Gehalt, welches in zwei Teilbeträgen,-am 1. und,15. jeden Monats fällig war, in der Regel' verspätet nach zwei oder -drei Wochen erhalten. Anfangs Juli d.' I. war noch.der ganze Iunigehalt. rückständig.- Am 2. Juli kam - eszwischendem Sektionsrat und einem Gesellschafter der Firma', aus-anderen. Gründen zu einer Auseinandersetzung- und Drl- Romänezuk erklärte, er werde es sich überlegen, ob er nicht aus der verspäteten Gehaltszahlung Konsequenzen ziehen werde. Am nächsten Taste schrieb er dann an die Firma, daß er wegen der nichtrechtzeitigen Gehaltszahlung sich als ausgeschieden betrachte. Er brachte durch Dr. Koropatnic k'y beim Gewerbegerichj die Klage auf Bezahlung seines Gehalts und der Remuneration von Juli bis Ablauf der gesetzlichen Kündigungsfrist ein. Das Gewerbegericht gab der Klag« statt, weil die unpünktliche Zahlung einen Grund zum sofortigen Austritt des Klägers bildete. Die Firma ergriff dagegen die Berufung a» das Landesaericht, vor welchem der Vertreter der Firma ausführte, daß bei den jetzigen wirtschaftlichen Verhältnissen verspätete Gehaltszahlung nicht, als-Grund zum sofortigen Austritt angese^n werden könne. Der Gerichtshof unter Vorsitz des Hofrates Lu sch in hob das Urteil vfliif und Wies die Klage ab. In der Begründung wurde ausgeführt, daß das Angestelltengesetz nur die Vorenthaltung des Lohnes als Grund zum sofortigen Ausscheiden bezeichne. Bei der notorisch-schwierigen Lage in der Maschinenrndustrie könne eine Verspätung in der Gehaltszahlung nicht ohne weiteres als .AuSscheidungsgrunb geltend gemacht werde», Bolkswirt. Die uuvulhaltsame ziottztesserung. Die vollkommen« Einzwickung der Kontermine. — Die Morgan- Verhandlungen vor dem Abschlüsse. Der Zloty setzte seine steigende Bewegung aus fämilichen internationalen Devisenplätzen fort. Er ist gegenüber dem Dollar auf 7,63 gestiegen. Wenn bedacht wird, daß er noch vor vier Tagen gegenüber dem Dollar 2,5 notierte, so bedeutet dies eine füichigprozeutige Steigerung in der kurzen Zeit von fünf Tagen. Ebenso ist die Devise Warschau in Zürich von vorgestern ans gestern von 55 auf 70 gestiegen. Diese rapide Steigerung in Zürich muß als ein Nachholen der Zlotyavancen und eine Angleichnng an den Wiener Kurs angesehen werden. Es stellt sich bei dieser Gelegenheit heraus, daß die Bank polski ihre Stützungsaktion in einem großzügigen Maßstabe angelegt und es auf eine völlige Einzwickung der Kontermine abgesehen hat. Diese Absicht -ist ihr vollkommen gelungen; tatsächlich herrscht weiter unter der Baissespekulation des Zloty große Psimk. Der Schlag kam ebenso überraschend wie die -Wendung beim französischen Franken im Vorjahr. In dieser Hinsicht hat sich der Mnisterpräsideitt Skrzynski als sehr geschickter Taktiker erwiesen, Die Berhandlungen wegen der polnischen Anleihe nehmen einen sehr günstigen Verlaus. Es arbeiten gleichzeitig Ministerpräsident Skrzynski in London und der Vizepräsident Dr. Mlynarski in Nsw-Aork. Letzterer hat anch alle Vollmachten erhalten, um mst Mv-Aork eine Anleihe in der Höhe von 125 Millionen Dollar abzuschließen. Es steht fest, daß das Haus Morgan gerne bei diesem Geschäfte dabei ist. Allerdings verlangt es auch eine gewisse Kontrolle der Notengebarung. Infolgedessen soll ein Vertrauensmann des Hauses Morgan zum ausländischen Berater beim polnischen Notemustitut bestellt werden. Gleichzeitig damit arbeitet das Polnische Finanzministerium daran, die Handelsbilanz günstiger zu gestalten. Es besteht die Absicht, den Zollkrieg mit Deutschland möglichst bald zu beenden und ans diese Art wieder geregelte Handelsbeziehungen Eintreten zu lassen. Außerdem hat die Leitung der Bank Polski chre Diskontpolitik einer neuen Regelung unterzogen und hat vorläufig bis zur völligen Einzwickung der Zlotyspekulation die Diskontierung von Wechseln eingestellt. Die Verordnung, welche vor drei Monaten erlassen wurde, wonach im Auslände keine Zloty gezahlt werden dürfen, soll in Kürze n-Suerüch erlaffen werden. DK Aos-mmuai der SeUiumcktvi. Starke Zunahm« des WechselportofeuilKs der österreichischen . - Nationalbank. In den letzten- Tagen hÄen die Geldvechältnisse in ganz Mittoleqvopa. eine 'Bevsteffung erfahren. Wenn auch diese in DauWattd -nicht so sühWar ist, weil der. deutsche NoteAaMpräsidsnt - Dr. Schacht unter dem Eiwärucke. der schwerenKriseneüschemunOen der deutschen Wirtschaft die EskontieMwgsschraichc ein wenig gelockert hat, so macht sich doch in' sämtlichen anderen rnttt-eileurvpäffchen Staaten die Geldknappheit -sehr stark ffchltbar. Diese Knappheit hat ischou vor der Diskonterhöhung der Bank von- England eingesetzt, hat aiber durch, Letztere eine weitere Bers-chächmg erfahren. Die Ursache dieser Geldknappheit liegt in der unregelmäßigen Gestattung des GetreÄemarktes, welche die heiimffche-u Agrarier veranlaßt hat, dorlauis-ig von Derttmfenihrer AgrarproduEte ahzusehen und diese dann bei stabilen Derhältmsfvn aus den internationalen Getveidsmärkten abgustoßen. Der. Vorgang in der Wirffchaf-t ist gewvihnli-ch so, daß der Geldmair-kt in der ersten Hälfte des Hevbstes für die Mvbilimachun-g der'Ernte -in stärkerem Maße in Anspruch genoMil-en wivd, daß aber gegen Jahresende nach Verkauf der Erntevorräte eine merkliche Besserung elntxitt. Diese Besserung ist aber jetzt rnsolge, der Zurückhaltung der Bauern mit dem Derkanfe der'Agrarprodukte ausgMisbeir. Dieselbe Erscheinung .iist.'eibewso wie in Oesterreich Mch i n sämtliche Nationalstaaten, zu - beobachten und dürste zweffM-os' 'Bei einer entschiedenen GtzsuMmg der Getreidemärk-te weichen. In Oesterreich' sind die Verhältnisse^mn so angespannter, da die Bauern nicht nur die Ernteerträgnisse dieses Jahres, sondern auch große Erntevorräte aus dem Vorjahr in chre-n Scheunen nniverkaust liegen haben. Am sich die notwendigsten Mittel zu verschaffen, mußten die Bauern We chselk r ed i t e in AnisPruch nehmen. Jnlfosligedessen ist sämtlichen Landsparkaffen eine' Menge bäuerlicher Wechsel zur Eskomptierung . ütber-g-übw' worden. Diese Wechiselkr-edite -haben zweiMos 7 die'Lage, verschärft und bewirkt/daß die Gold- . Mssigkeit, in' der'Provinz, voMomnen geschwunden ist./Aber '.auch in Men'selbst'fehlen die Eingänge^ die gewöhnlich, in ' 'tet .Miten 'HechsihWe' -eintreMn. Die Folge davon ist die ' Anspannung des Wiener' Geldmarktes. Diese, Anfpännmiig äußert sich auch Mrin, daß -nunnr-chr die Na-tioiralbalirk stärker in Anspruch -Momm-eu wird. Nach dem Auslveise der Natio-uolbank dom 30.- Novernlber hat sich das - Eslompteportcheuille der Na-iionalbank nm18 Milk -U neu Sch illing vevmchrt; es Mäuift sich aus 108 Millionen Schilling. Deme-rltsprechenid hat^ auch der Banknotenumlaus.' eine -starke Berm-chrnng um .78.-.Millionen ans 827 Millionen ersahrvu, während - gleichzeitig -.die - GiroguHahen,, bei, der - Ba>Nk infolge der Belsti-edigung des Geldbedarfes der Wirtjschaift die relativ starke Abnahme um,57 Millionen aus 47 Millionen Schilling ausweisen. Kein« ZiusstrßcrmäßiguitatM^LE^r 1020. Unter diesen Umständen daß - die /MilchMarck, auch, liicht/hn Monate D^ember die von der Wirtschaft gewünschte Eruräßig-rmg des Diskontsatzes von' L auf 8 Prozent vornchinen nmib. Denn lahgeschen von der Versteifung des Landoner Ge-ldntM-ktes spricht Mch die Mtspamurng des inneren -Geldmarktes dagegen. In der nächsten Zeit dürfte der AWarkredit Oesterreichs.eine weitere Ans-panM»g erfahre», da die tarn, welche W bisher Mit Wechsel Kredite verschafft halben, diese nnibedingl pMongiereu müssen u-nd neue Wechselkredite in Anspruch 'stchmen dürften. Wlerdin-gs wird auch ein Teil dieser Aechsellredite m Hypothekarkred'ite lmgeiva-uidolt werden. Daürch wich auch der Hypothe-larnt-art't stärker irr Lbrrspruck) - gelmumen werden. Wen-» sich gegen Jahresende der Hand'Ä -insollge der größeren Umsätze zn Weihnachten in Lttvas fltüsfigeven GcMerhältnissen befinden dürste, so ist cs doch uuwchvschem- 'l-ich, daß dies- -auf die Geipintwirtschaf-t einen wesentlichen Einftnß ausüben wird, da in der letz teil Zeit der Handel zmr großen Teil voir der regulären Kreditbesch»Mng säst ausgeschlossen ist.; Der nächsten Generatratssitzun-g -de-r Qesterreichischvn t>iatioM'lb-anlk wird noch der bisherige holl-äirdHi'che Bewler Professor van Gyn deiavohnerr. Es dürlfte-die'letzte SitzUM sein, a« der er tci-tniinvnit. In der GeneMratssitzung rm Jänner wird wahrischeinlich der n-m-e Berater berei-ts fnrationieren. vor dem Konkurse der Lombard« «nd tzskomptebauk. Trotzdem seit nrehr als einem Jahre der Ausgleich dev seinerzeit zuMMengebrochenen Lombard-, und Eskomp ieba n k in Rechtskraft erwachsen ist, konnte dennoch bis heilte kein beisriedigendes Arrairganrent mit den Wänibigorn der Bank geschaGelr werden. Die Hauptursache liegt darin, daß die Aktiven der Bank rricht hinreichen, um selbst jeive Quote, wie im Ausgleichsverfchren süstgchetzr wurde, zu begleichen. Es haben iusolgedesseii mit deir AusgleichsgläuibigeM neire Ansgleichsvorha-n,M-ngeli über die Auszajhl-unig einer Ausgleichsquote von der bisherigen- Ausgleich8quote stattgefuiiden. Eine Reihe von Gläubigern gab sich mit der neueii Ausgleichsqnoie zufrieden. Zll diesert gehören die Banc d'outre mer, die Firmic» Michael Gor lern und andere. Zu den hartnäckigsten Glau'biigern, .welche eitlem neuen Arvanigement nicht zustimmen wollen, gehört die Oesterreichische Nationalbank, ekire Reihe taut Angestellten, «Mich einige andere kleine Gläubiger. Der Plcnr -der Liq-nidatoren der Bank gcht davaaff-hinaus, die gesämÄu ^Aktiven um zirka' 17- Milliarden zu verkaufen und-von dem Erlös die gominderteir Quoten zu - bezahlen.'- Dieses Avvan^e- - ment kann aber nur dann 'zu.stcmidekommen, wenn - die. Äw» ' kursgefahr beseitigt ilst. Es scheint aber, als olb sich doch nicht der Konkurs wird Vevlneidm baffen. Ununterbrochen laufen bei Mener Banken ' Aufträge der unbefriedigten - Gläubiger aus Eröffnung des Konkuches wegen Nichteinhaltung des Ausgleiches ' em. Es entwickelt sich da'bei folgendes Schauspvsl: Es wird vonr ' Konkursgericht die Tagfatzung für die Bechändlung über den Konkursanwag <m-beraumt. Den Liquidatoren gelingt es, die drängenden Gläubiger dazu zu bewegen, vom Kon>kurslmtra.§e Abstand gu nehMn, woraus das Kon-kursibsgchren -in dem einen Falle zurückgezogen wird. Nun kommen neue Gläubiger, stellen wieder den Korckursantrag. 'Es wird wieder v-erhandelt und bei der neuen Dajgjsatzunig wild der Konku-rsantrag wieder Aurückg-ezoM. So wurde der in der Borlvoche gestellte Konkursantrag -bei der BechmMutig zurÄckgezogen. Gestern war eine neue VechrMung anberamnt, bei welcher Lb-Mfalls in den Nachmitt-agsstunden über den Konkurs vechandelit werden sollte. Die Gläubiger zogen aber aus Bitten der Liquidatoren den Antrag zurück. In der-nächsten Woche dürste wieder e-me solche Berha-Muiljg sdattfinden, weil schon dritte Gläubiger den Konkursautrag auifgenoimn-en haben. Es scheint doch, daß sich der Konkurs nicht wird vermeidet: lassen. 6ine türkische Kopfftever für Ausländer. Das neue Steuersystem -er Türkei. — Ein Staatsmonopol für Petroleum und Zucker. Die türkische Regierung hat der Natwna'lvevsanuulu-ng neue Steuerprojekte vorgelegt, -welche, Mehreinnahmen von 60 M-illionen türkische Pfund pro iIahr ergeben sollen. Für die Cintommensteucr, die bisher '-hauptsächlich i nach der vom Steuerpflichtigen zu -entrichtenden Bureauunid Werkstätten miete, veranlagt, wurde, soll nunmehr' ein tnodernes Beranlagu u g s, versähren eingesührt und der Steuersatz, von 4 bis 1' Prozent gestaffelt werden. Für Petroleum- , und Z n ck'e t' wird ein StaatsmoNoPol eingesührt. Auch soll eine Art ',„Lustbavkeitsäbgabe" für alle Vergnügungsstätten,' Restaurants und Kaffeehäuser eingeführt werden. Eine,allgemein.,Umsatz, 'steuer (2 Prozent für Waren, 3 Prozent' für, Finanztrans- 'alktionen), ferner eine Steuer für.'Haustiere und .' eine/ K o p f.st e'-u e,r /fürin, -er. Türkei '- w-chneM Aus- -länder', vervollständigen -das neue SteuerProgrämmi Die türkischen Pelroleumuwnopolpreise unter, her WettpariiA. Um das Petroleummmlopol - haben . sich-.einerseits das russische N a P h t h a s y n d i k at, andererseits die Stau dard Oil beworben. Türkischerseits scheint.manschon vom Anbeginn an die Absicht gehabt-zu haben,/, dem russischen 'Naphthafyndikat den Vorrang Pzugestehen,- / doch hat-Man jedenfalls eine Zeitlang auch mit den Amerikanern^ verhandelt. Nunmehr aber ist der-türkischen Rationülversqmmlung bereits eine entsprechende Vorlage .unterbreitet worden/, oerzufolge -das Monopol des Petroleumverkaufes in.-der. Türkei einer g e m i s ch t e n r u s s i s ch - t ü r k i s ch e'n. GeMschaft übertragen werden soll. Die Gesellschaft soll./ein Aktienkapital von einer Million türkifchm Psund jabm, an welchem das.