Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2439 (6.12.1925)
- Date
- 1925-12-06
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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[Poien23ttioigyt Wien: ^umAbholin indet Expedition, II., Tabofitr. 1*3, oder Iti einer Vc'richleUstelJe- (Trafik) monqtl. 5 Schilling Strassenverkaul In Wien durch die Kolporteure der Firma 0 o I d sek m ied, 1., Wollxeile 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling Uschech o-Slowakei: Wn. K 22. du Los Is wlen: Mon.vin.60. Polen: Mon. SZloty. Deutschland: Mon. Om. 4, Frankreich, Betgien: Mon. Fr«. 18 ftachtthttmgai hei Creli« erhObaB«en nrkchiliMi Wiener umiiffl England: Mon.4 Schilling. Italien:. Monatl. 18■Lire: Rumänien: Mon. 170Lei. Bulgarien Mon.lÖOLewi, Schweiz und das (ihrige Ausland monatlich Fitsl S Redaktion, Administration Wien, II. Taborstr. 1 Telephone: 44-0-38. 43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-i52, 25-2-82 IX., Universitätsstrasse 6-8 (D uckcrcl lg. Steinmann) Oesteareichisches Postspat- . Kassen * Konto Nr. 150.693 Rr. SM Aks. Somtag.S.LeremberMS t.ZMgimg Original Olleschauer Zigarettenpapier Für je 100 Stück Büchelumschläge erhalten Sie eine Raucherprämie Prämienverteilung jeden 10. Mai u.l 0.Dezember SIEGM. KORNHEHL, Grossfidschhauerel Zentrale: IX., Berggasse Nr. 19, Tel. 17-3-99 u. 16-9-34_ Lieferant tür Heilanitalien Abteilung für Fleisch "UJO unter Aufsicht des Ehrw. Rabbluat? der Isr. Kullusgememde Wien . IX., Bcrffatic IS und XV>Il, Währingerstrasse 97 Kille Bttsaffung für den WllllSll. De Jouvenel bietet sie auch den ByÄe-ru mu London, ,3. Dezembers Aach Wer Weldnitz W HeMMen NMeäns ,'aus Bei ruf.Märie'/de I ou- Vfrt.<l in einer.AHPrache an, die Vertreter-.des R a t e's Po«"Gro ßTabanon, zur Belohnung für.die Loyalität gegenüber Frankreich erhielten sie das Rechts eine' ei ge ne Verfassung auHuarbciten. Auch a udere Stoa te n konnten dies tun, wenn sie die Feindseligkeiten gegen Frankreich einstellen. Eine „SäuberungsaMou" Paris, 5. Dezember.' (Tel.-Komp.) . Her ntÄdet aus Beiruts daß Menwärtig. eine großzÄgigemilitari sche Operation imGange sei, um den Libanon und^ das Her morigebi.ct ran den Drusen, zu säubern. Auch, die. Stadt Hasbaha sei -seit heute. Morgens - von den; Franzosen e i n g e s ch l o s s e n. Man 'glaubt, daß der! Feind-erbitterien Widerstand Tchteu'wird. , Ein Fvie-ensaugebot der Drusen? New-Iork, 5. Dezember. ,Mw Jork Herald" veröffentlicht eine Depesche aus Kair o, nach der die Ankunft des neuen französischen Oberkommissärsfür Syrien, de I on den e l, in Da m.a s k u 's zeitliche mit eiwm F r i ede ns ang e b o t d e s F ü h r e r sder D r ü s e \i zusammenMt. Seine.Vorschläge sollen wie folgt lauten: Wiedereinführung des früheren Regimes Für das Lilbanon- - gebiet, Abfchasj'ung ' der Methode Syrien in verschiedene Berwaltu-n-gseinheiten aufzuteilen-,' R ä n m ungdesGeb i.e t e s der D r use n.durch die französischen TruP- Pen, Einberufung:der-gesevgebenden Versammlung zwecks Bildung einer Regierung und Abschluß eines sranzösisch-fyrischen Handelsvertrages. 8!e DWMü« der Wchrregimmg. Berlin, 5. Dezember. (Wo'lff.) Amtlich wird gemeldet: 'Reichskanzler Dr.-Lutlser Äerbrächte heute um 6 Uhr nachmittags, dem Reichspräsidenten die Demission der Reichsregievung. Der Reichspräsident nahm die D e m i s s i o n e n t g e g e n . mtd ersuchte den Reichskanzler und die Reichsminister,-bi s zu rNenb ild ung d e r R e gi e r u n g die Geschäfte weiter, zu führen. Sie 37. Seiften der Wlerbllndrater. Die Tagesordnung. Genf, 5. Dezember. (Schweiz. Dep.-Ag.) Auf der Tagesordnung der 37. Session des Völkerbundrates, die am - 7. d. -beAnnt, sichen neben den oste r r e ichis che n F r agen die Grenzziehung zwischen der Türkei -und dem Irak, der griechirschqbulgavische Grenzzwischenfall, die Resolutonen der Völkerbu-ndversammlung betreffend die Bochereitüng der Weltwirff chaftskonf.erenz und der internationalen A b r ü st u n g 's k o n f e r e u z, ferner verschiedene Minderheitsfragen (darunter auch die Frage des Numerus clausus) und schließlich die Entgegennahme der Be r i cht e verschiedener Kommissionen, wie der Mandatskommiss'ion der Hygienekommission, des Finanz- und des Wirtschaftskomitees. Die Mitglieder des Vülkerbuudrates werden im Laufe des Sonntags in Genf eintreffen. Auffallend ist die verhältnismäßig große Zahl, der ibeve-its in 'Genf anwesenden ■ deutschen Pressevertreter. Man rechnet damit, daß angssichts der reichhaltigen Tagesordnung die Session bis zum 16. oder 17. De- . z e m b e r tagen. wird. Ürstemich in Senf. Genf, 5. Dezember. Heute um halb 12 Uhr vormittags trat-das Finanzk o m 11 e e . zu einer Sitzung zusammen. Ten Gegenstand der Tagesordnung bildete die österreichische Frage. An der Sitzung nahmen als Vertreter Oosterre'chs Bundeskanzler Dr. R a m e k und . Finanzminister Dr. A h r e r sieil., - ' Der Gegbnstaud der VerhaMungen ist durch die A b-' ' machungdn im September bestimmt. Sie beziehen sich insbesondere, aus bie Frage der zukünftigen Bchandbung der S P e r rk o n t i, auf die Frage der Kontrolle d e r K r e d i t r e st e und auf den V e r k ehr zw isch e'n K on tr ollk o m i t e e' « n b der Regierung. Bundeskanzler Dr. Ramek und Finanzminlster Dr. Ahrer machten Vorschläge betreffend die Durchführung dieser Punkte der Genfer Protokolle. Nach einer Reihe von Fragen von feiten des Finanzkomitees, namentlich 'bezüglich des verfassungsrechtlichen Charakters der seinerzeit im Natronalrat und tm Bundesrat beschlossenen Resolutionen,. stellte das Finanzkomitee an den Finanzminister . das Ersuchen, ihm eine g e n a u e Aus st e ll u n g ü b e r die vorhandenen. K r e d i t r e st e und deren Z 'w e"ck b e st i m m u n g zu geben. . Nachmittags trat das Finanzkomitee zu einer internen Beratung zusammen. Morgen vormittags findet abermals eine Sitzung des Finanzkomitees statt, an der Finanzminister Dr. Ahrer teilnehmen wird. ■ Die vertraulichen Besprechungen. Genf, 5. Dezember. (Tel.-Komp.) Ueber den Verlaus der vertraulichen Besprechungen des Finanzkomitees mit den österreichischen Delegierten, denen nachher eine geschlossene Sitzung des < Finanzkomitees folgte,, erfährt „Europa Preß" aus gut informierten Kreisen: Das Finanzkomitee war an sich geneigt, sich mit der Entschließung des österreichischen Parlaments über die Mögllchkeit der Wiedereinführung der Finanzkontrolle im Laufe von zehn Jahren zu begnügen und auf die Forderung, nach einem besonderen Gesetz hiefür zu verzichten. Da jedoch vorauszusehen ist, daß das Kontrollkomitee der Gärari.tiestaaten und der Bölkerbundrat eine juristisch^ sichere Grundlage verlangen werden, hat inan die Frage zum Studium an die Rechts« b t e i l u n g des Völkerbundes überwiesen. - In den drei anderen Punkten der Vechandlungen, nämlich: 1. Anfhebüng der Kontrolle über die Vevwenduug des Anleiherestes;- 2. Kontrolle über die Anleihepfänder und 3. Beziehungen zwischen dem Kontrollkomitee und der österreichischen Regierung, beziehungsweise den einzelnen Finanzbehörden nach dem Rücktritt Dv. Zimmermans, der Ende Juni 1926 erfolgt, bestehen grundsätzliche Differenzen zwischen dem Finanzkomitee und den österreichischen Dele-- gierten nicht mehr.• - - ' Ae jüdische Autwort. W t r n. 6. DezmÜer. , Für das rasche Wachstum-Md die große Ver«i breitung der antijüdischeü Pamphletliteratur gibt es verschiedene Antriebe. Es sind reiche Mittel für diesen kZweck der Seelenvergiftung vorhanden und in den breitet: Massen besteht eine gewisse Tendettz, sich über das Leben der unter ihnen wohnenden Juden zu. unterrichten. Dieses Streben wird von dem antisemitischen Skribententum bedenkenlos ausgeuützt. Es -ist eine merkwürdige Erscheinung,', daß . die Nationen der alten Welt das Judentum- , überhaupt - nicht kennen, obzwar sie dessen Sittengesetz als Grundlage ihrer gesellschaftlichen Organisation übernommen haben, mrd die notwendige Folge ist dje Empfänglichkeit für'Lügen und Phantasien, die mit unheimlicher Geschicklichkeit in die Seelen gepumpt werden. Die Verhetzung hat einen derartigen Grad erreicht, daß es fast unmöglich erscheint, ihr mit Vernunftgründen oder Widerlegungen entgegenzttwirken. Das antisemitische Empsmden istzu einem, tief eingewurzelten Instinkt geworden, der in mehr -oder minder schroffer Form sich bei fast jedem Nichtjud«^- üußert. - Die'Zahl der Menschen, die frei und unbefangen über die Fudenfrage, zu denken und zu urteilen vermögen, ist eine sehr, sehr geringe. Die Juden waren seit je ein Pariavolk. Sie haben kein politisches^ Eigendasein geführt ,und die Formen, in denen sichihr Gemeinschafts- Irieb -ktiftüllisierte, blieben trotz aller Assimilation und Emanzipation der Umwelt eine unverständliche und unerklärliche Erscheinung. Das jüdische Leben ist ein offenes Buch. Ss gibt kein Geheimnis. ' Trotzdem wurde alles, was über das Pariavolkerzählt wurde, gerne geglaubt, und die Details der Ersindungen, die vielleicht ehedenr im besten Glauben aus Mißverständnissen entstanden waren, sind zu Petrefakten erstarrt und ein fester Besitz der arischen Seele geworden. Mau versuche nur einen beliebigen arischen Intellektuellen davon zu überzeugen, daß der Ritualmord eine dumme Lüge ist. Er wird immer entgegnen, daß doch eine jüdische Sekte existiert, die usw. Und es ist doch bekannt, daß diese Beschuldigung ursprünglich den Predigern des christlichen Glaubens von heidnischer Seite au den Kops geworfen wurde. Wir haben in unserer.Zeit etwas Aehnliches erlebt, als in den.Volksmassen der Entente die Erzählungen von den deutschen Kriegsgreuelu an Kindern verbreitet nnd sofort geglaubt wurden. Die Propaganda, die gegen das Judenmnt be» triebet: wird, geht von Unwahrheiten aus, und darunt sind auch alle Schlüsse, die sie verbreitet, unwahr. Sie Ist-absolut unschöpserisch in der Hervorbringung neuer Argumente und die meisten ihrer. Produkte reichen bis tief in die Geschichte zurück und stützen sich vielfach sogar auf verschimmelte römische oder alexandrinische Dummköpfe. Trotzdem ist die Anpassung an die jeweiligen politischen und sozialen Strömungen unverkennbar, .und sie läßt auch nicht die Entwicklungslinien des Judentums außer acht. So wurde auch der Zionismus ein Gegenstand emsigster Exploitation, und auch hier ist das bewußte Acißverstehen die Grimdlage der Beweisführnng und nebenbei auch die Basis für guten Verdienst. Es lohnt sich, antisemitisch m schreiben, und allen, die im Dienste dieser Orgie der Niedertracht stehen, blüht klingender Prosit und soziales Ansehen, Sie sind alle Schubiaken und noch keiner, der sich in dieser Art betätigte, entging für die Dauer dem Nachweis, daß er ein wurmstichiges (Subjekt sei: Sie sind durch die. Bank bestochenes, gekauftes Gesindel, das es auch nicht verschmäht und es sogar'sehr gut versteht, Judengeld durch Erpressung und durch Ausnützung schwacher Nerven an sich zu ziehen. Sie haben nicht nur hierzulande, sondern aus der ganzen Welt die wittsährige Unterstützung einer schamlosen, srechen Pressekanaille oder Kanalllenpresse, - «in if tiiintiiiimiiiitiiiiitiit Wiener Rathauskeller tiMtimiimiiiiiiiiiiiiiMiiiiiiiitmiiüiiinifimi Größtes und schönstes Fa$derWeU ,H A " iLiuwimpwmimnS