Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2438 (5.12.1925)
- Date
- 1925-12-05
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Nkk A_ Men. Samstag' arhrben-es Ziel. „Durch die Annahme -der Einladung", ^agte Prästant Lohen, „wollte ich meine Zustimmung zu .Ahrem grandiosen Plan, eine vereinigte Front aller, die für den Aufbau von Erez Israel Sinn, Herz und Verständnis haben, bekunden." Das Begrüßungsschreiben des Dichters Bialrk (das wir bereits mil-geteilt haben) wurde -mit stürmischem Beifall ausgenommen. 2 14 HoDandttraiie Jär Me «ofition in Wöftinn. - s. W te n. 5. Dezember Kein britisches Steuergeld wird für Palästina verwendet, die Einnahmen Palästinas wachsen ununterbrochen und es besteht die begründete Hoffnung, daß sich das Land bald selbst wird erhalten können. Diese Aeußerungen des gewesenen Oberkommissärs Samuel besagen für die zionistische Oeffentlichkeit nichts bisher unbekanntes. Sie sind für die englische Oeffentlichkeit bestimmt, in der die kräftige und naturgegebene Abneigung des Mannes auf der Straße gegen Steuern von der antijüdischen Agitation immer wieder gegen die Leistungen für Palästina hingelenkt wird. Diese Stimmungsmache wird sehr rege betrieben, so daß Sir Herbert ihr mit seiner nachdrücklichen Erklärung, die er durch das Radio verbreitete, entgegentrat. Er schließt dadurch an die detaillierten Feststellungen des Weißbuches an, das im Oktober von Seite der Regierung der Mandatskommission vorgelegt wurde. Dort wird, wie noch erinnerlich, in Beantwortung der einschlägigen Fragen der Kommission dargelegt, daß die Juden alles, tvas zur wirtschaftlichen Entwicklung Palästinas notwendig ist, aus ihrer eigenen Kraft bestreiten, und daß England lediglich die Kosten aus dem Titel der Landesverteidigung zu tragen hat. Für den Mann, der am Empfänger saß und Samuels Rede anhörte, mag es auch eine Ueberräschung gewesen sein, zu hören, daß Herbert Samuel eine Gegenüberstellung vornehmen konnte: aus der einen Seite die für den Fortschritt, die Industrialisierung und rationelle Landwirtschaft arbeitenden Juden, aus der anderen Seite die Araber, die in der Entwicklung erst, noch die primitivsten Stadien durchmachen und sich im Süden des Landes noch nicht über das Nomadenniveaü er-' heben. „In Südpalästina befindet sich eine Anzahl von Beduinen, die in Zelten wohnen und die mit ihren Kamelen und Schafen immer weiter wandern, sobald das Vieh das vorhandene wenige Gras abgeweidet hat. Die Beduinen kleiden sich auch heute noch wie sie Wohl gekleidet waren, als der Erzvater Abraham zum erstenmak m jene Gegend gekommen war." Das mag' für romantische Gemüter anziehend sein, Sache einer gesund angefaßten Politik müßte-es aber bleiben, diesen Urzustand zu überwinden. Dies wäre vor allem, sollte manmeinen, die- Herzensangelegenheit.der arabischem Führer, aber auch die jener europäischen Elemente, die tagaus, iogein die Anklage gegen den Zionismus erheben, er sei ein Vergehen Wider den Geist der Zivilisation und der- Demokratie, und er wolle die Araber, expropriieren, teils aus dem Machtstreben der jüdischen Internationale pur et simple, teils zugunsten der ruflisch-bolschewikischen' oder der englisch-imperialistischen Interessen. Diese Demokraten haben zu keiner Zeit das Bestreben gezeigt, die arabischen Politiker auf ihre nationale und kulturelle Pflicht Hinzuwersen, und für sie ist das Problem nur insoweit von Interesse gewesen, als es sich in den Rahmen der militaristischen Erwägungen einspannen ließ. Und was bisher an Aeußirurrgen der direkt beteiligten arabischen' Kreise Palästinas bekannt geworden ist, ist durchaus negativ, durchweht von Feind-' schüft gegen die jüdische Arbeit und gegen England, ßeigt aber keinerlei positive Tendenz. Die selbständigen arabischen Gebiete haben einstweilen von der Kultur-' bloß das Auto und das Kino akzeptiert. Me immer man die Frage betrachtet, stets steht die prüsende Reflexion vor der Tatsache, daß das Judentum in Palästina in; der kurzen Frist seiner Repatriierungstatigkeit kulturell und ökonomisch wertvolle Resultate erzielt hat, die die Anerkennung der Mandatsregierung, einer in kolonialen Leistungen sachverständigen Autorität, gefunden haben, während der andere Teil der Bevölkerung durch die Schuld seiner Führer in der Sterilität festgehalten wird. Die Juden erhallen ihr wohlgegliedertes Schulwesenselbst, während das arabische aus allgemeinen Mitteln/ also auch aus jüdischen, alimentiert werden muß. Feststellungen dieser Art werden wohl kaum hinreichen, den Lügenphantasien unserer Feinde, die gestern-auch die Feinde der Araber waren, ein Ende zu bereiten. Sie sind, aber notwendig, der jüdischen Oeffentlichkeit immer wieder vor Angen zu führen, wie sehr notwendig es ist, die in Gang-gebrachte Maschinerie des nationalen Aufbaues im Schwung zu erhalten. Es ist ernste Pflicht der jüdischen Gesamtheit, die Gelder für Bodenkaus und Anjiedlung in ausreichendem Maße zur Verfügung zu stellen. Es darf kein Versagen geben. Das fordert unsere Position in Palästina. . Wiener Myr-enzeitnn« 6. .Dezember 1923 in Wen eingetroffen. Ankunft in Beirut. Nr. StA —i fiW (Eigrndienst der „Wiener Mvraenzeitimg*.) Beirut, 3. Dezember. Der neue svkWösvsche Oberkommissar für Syrien, de Jouvenel, ist in Beirut e'i nge troffen. Er hat sich, nach der Begrüßung durch die Militärupd Ziv'.lbehörden in das Amt'Sge>bü«de begeben. Zwischenfälle haben sich nicht ereignet.' Keine englischen Verstärkungen in Palästina. London, 2. Dezember. (I. T. A.) Auf eine Anträge des Unterhausmitgliedes Lieui. Commander I. M. Kenw orthy in der letten Sitzung des Unterhauses, ab angesichts der Gefahr des stebergreisenS der syrischen Unruhen für Verstärkung von Heer und Gendarmerie in Palästina gesorgt worden ist, erwiderte der Kolmienvnni'ster Mr. Amery, es feien keine Verstärkungen nach P a l ä st i n a g.e s a n d t worden, und es. seien solche auch nicht notig. ' - ,, Kolonel Wedgwood fragte; Ist der Kolonien« mimster mit dem Stand unserer Angelegenheit in Pa'lästina angesichts der schlimmen Wendung in der Gesinnung der Moslamiten zufrieden? , Mr. Amery erwiderte: Ja, Sir. Laut der -mir sert-ens Lord Plumets zuteil gewordenen Information besteht k e i n e r l e i G r u n d zu Befürchtungen. Angriffe auf die Hedschasbahn. Jerusalem, 1. Dezember. (I. T. A.) Längs der Hedschase/enbahn im Han ran an -der Linie Ezva— Kirbat—Gazale begannen die Drusen einen konzentrierten Augv'-ss aus die französischen Posten. Das Dorf Jlma, direkt an der Eisenbahnlinie, wurde von den Drusen de» setzt. Die Mehrzahl der Einwohner schloß sich den Drusen an und kehrte die Waffen gegen die französischen Truppen. MS Repressalie bombardierten W Franzosen das Dorf, wobei 18 Einwohner und 3 drustsche Soldaten den Tod fanden. Di« Drusen haben auch das Dorf Noa nördlich txnt Deren, einer Hauptstation der Hedschaseisenbahn an der Grenze zwischen Transjordanien und Syrien, besetzt. Auch in diesem KampMiet schließt sich ein Teil der Einwohnerschaft den Drusen an. Hier fanden in den letzten Tagen anhaltende und erbitterte Kämpfe statt. Der Zweck der Drusen« ngriffe an dieser Stelle ist der, der französischen Gegenoffensive in Merjayoun e-rilgegenzuwirken. Kritische Lage in Damaskus. — Paris, 4. Dezember. Nach einer Meldung aus Beirut haben die Drusen in der Nacht zum 2. Dezember einen heftige »Angriff gegen die französische Stellung von Nebaha auf den westlichen Abhängen des Hermongebirges unternommen. Sie wurden jedoch mit schweren Verlusten zurückgeschlagen. In Damaskus ist die Lage weiterhin kritisch, da ein neuerliches Bombardement befürchtet wird. Wie der Korrespondent der „Morning Post" meldet, sei es den seit der Abreise des Generals Sarrail emgetroffenen Verstärkungen gelungen, die Ordnung und Sicherheit in Damaskus wieder herzustelsen. Die Straße von Beir u t nach H o m s und P a l m y r a sei wieder sicher. Wl Boheme Bär d11 ^°°’öerl-”’ Harden-^st-r iiektioni N. von Benedito der FremdenwcM Berlins r prix fix » Exqaialie Kftdie Treffpunkt 5-Uhr»Te< * Soai Kaoelli: Scalx-Sonff-Bamlj Milano N 7 . Ferrer de Wiener Hnmotlst Chwlie Woeber Bor der Jemiflion der Reichsregierms. Die neuerliche Betrauung Luthers wahrscheinlich. Berlin, 4. Dezember. (Wolfs.) Die. deutsche Delegation s ist mittags aus. London eingelrossen. Reichskanzler Doktor -Luther begab sich sofort zur Berichterstattung zum i Reichspräsidenten.? ' . | Wie das „8-llhr-Abendblatt" meldet, tritt morgen um j 11 Uhr vormittags das Kabinett zu einer Volles i tz u n g zusammen, in der die' Demission der R egierung ' beschlossen werden soll. Reichspräsident v. Hindenburg wird den bisherigen Reichskanzler Tr. L u t h e r mit der N e u b i l d u n g d e s K a b i n e t t S beauftragen. _ Srkand vermittelt zwilchen tzngland und Rndland? Berlin, 4. Dezember. (Tel.-Komp.) Nach einem Londoner Telegramm der „Bossischen Zeitung" soll sich B r i a nd in London nach eingehender Rücksprache mit Chamber-- la i n bereit erklärt haben, mit Zustimmung Tsch lisch erins als versöhnender Mittler zwischen England undRußlan d aufzutteten. Bei günstigem Verlauf der Intervention BriandS ist eine Zusammenkunft zwischen Chamberlain u n d T s ch i t s ch e r i n für die Woche zwischen Weihnacht«*' und Neustchr in Venedig vorgesehen. Sie Awliivder in Frankreich. In Beantwortung einer (christlichen Anfrage Ete der Minister des Innern rn der Kammer mit, daß am 1. JZuner IMS die Zahl der m Frankreich lebenden Ausländer 8,845.214 beitrug, darunter 5884 Oesterreicher und 64.537 Deutsche. - -- grland und lllfter. London, 3. Dezember. (Reuter.) Nach dem neue« irischen Abkommen bleibt die bisherige Grenze zwischen Ulster und dem Freistaat aufrecht Sie Regierungskrise in der Tschechoslowakei. Schrämet legt die Kabinettsbildung zurück. Prag, 4. Dezember. (Tsch. N^B.) Der mit der Kabinettsbildung beauftragte Minister für Gesundheitswesen, Mgv. Schramek, hat dem Präsidenten der Republik mit-;geteilt, daß ihm seine Aufgabe nicht gelungen seu Er empfahl dem Präsidenten, die Ansichten der Vertreter der! übrigen Parteien einzuholen, die für die Regierungsmehrheit in Bettacht kommen. Ueber Einladung fanden sich dann im!Laufe des heutigen Tages Stribrny, Bechhne, Dok- - tor K r ä ma r s ch und M l c o ch beim Präsidenten der Republik ein. Die Verhandlungen werden fortgesetzt. l Die WeltwirtschastsMereut. ' Genf, 4. Dezernber. (Schweiz. Dep.-Ag.) In der heutigen . Sitzung hat das Wirtschaftskomitee auch den Play für die ^allgemeine Wirtschastskonserenz ausMv- Leitet, der von dem jetzigen französischen Finanzminister Loucheur wahrend der letzten Völkerbundtagung beantragt und von der Vollversammlung des Völkerbundes bej schlossen worden war. > Es soll ein vorbereitendes Komitee eingesetzt werden, das von Vertretern der gesamten ^Produktion, also auch der Arbeiter und Konsumenten! wie auch von Fachleuten beschickt ist. Die Weltwirtschaftskon- -ferenz soll im Lause des nächsten Jahres eipbei rufen werden. Alle Staaten werden aufgefordert werden, ihre - Vertreter für das vorbereiteride Komitee namhaft zu machen. Letzte Kurse. New-Bork, 4. Dezember sTes.-ökom-., Berlbt23.80. London , §kabe> 4.84*/t, London Scheck 4.80'/,Amsterdam 40.21, Baris | S69V,. «014.68, Rom 304'/,. Madrid 14.32 Zürich 19.28, l Stockholm 2674 Oslo 20 Kopenhaaeu 2601, Wre» U*/i*,; Äydavest I4l/,fl Prag 296V*. Belarad 1.77V», Alken 133 'Ltteuos Aires 41*/i« Rio'de Zaneiro 13.90 Bukarest 46‘/, i ' New-Bork, 4 Dezember. tTel.-Komv.) Wetzeu rot Winter 198 Werren van Wiiner lSo1/*. Mais 95'/» Hafer 41'/,, Roggen 101% , ■' Ehikago 4. Dezember. <Tel.-Komo.- Wetzen ver Dezember %U% Mai 1701/* Juli 148»/, : MatS oer De^emder 11% ®lai 83l/i( Juli 861/»; Ham oer Dezember 40V, Mm 4?/„ Iuu 4Ö1/» Roggen per Dezember 96'/». Mt 104% Juli 103*/» M AMongrsmge. Genf, 4, Dezember, (Tel.-Komp.) Das Komitoe des Bölkerbundrates zur Vorbereitung derAbrüstungskonfereuz hat seine Arbeiten beendet und vorgeschlagen, eine „Vorbereitende Kommission für die Abrüstungskonferenz" zu bilden. Diese Kommission soll zunächst aus Delegierten der im Völkerbund rat vertrete ne n Staaten bestehen. Zu ihnen sollen nach Wahl des Völlerbundrates eine kleinere A n z a h l a nderer Staaten hinzutreten, und zwar vor allem derjenigen Länder, die sich durch ihre geographische oder militärische Lage in einer besonderen Stellung befinden. Der 3iat hat in der Auswahl der Staaten, die er Abrüstungskommisfion heranziehen will, völlig sreie Hand. -er MttSrdieast in Selgken. Brüssel, 4. Dezember. (Tel.-Komp.) Die sozialistische Kammergruppe wird im Laufe der kommenden Woche euren Gesetzentwurf in der Kammer einbringen, der die stufenweise Herabsetzung der Militärdleujtz e i t bis auf s e ch s M o n a t e vorsieht. Die sechsmonatige Dienstzeit soll im Jühre 1929 erreicht sein. iiffiWn in »ndapeft. Budapest, 4. Dezember. Der Präsident des Direktoriumd - Jüdischen Nationalfonds in Jerusalem. Herr Ingenieur U s s i s ch! i n, traf hier gestern, von Wien kommend, zu kurzem Aufenthalt ein. Am Nachmittag empfing er die Vertreter der Presse, denen er Mitteilungen über den Stand der Kolonisationslätigkeit in Palästina machte. Er erklärte aus die Frage nach dem Zweck seines hiesigen Aufenthaltes, daß « bloß die Stimmung der hiesigen Kreise über die Palästinaarbeit kennen lernen und eventuell hierüber Zlufklärungen erteilen wolle. Er werde mit offiziellen Persönlich keiten keinerlei Beratungen pflegen. sin Wirbelstum auf Wa. Nach Meldungen aus B a t a v i a ist über die Insel Iava ein Wlrbelstur'm hingegangen, der AÜ Häufe r gälizlich v e rn ich tele und 600 Gebäude beschädigte. Eine größere'Zahl von Menschen wurde gelötet. Soweit bisjp? bekannt ist, zählt W& öv Tgte und Berwundetp