Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2437 (4.12.1925)
- Date
- 1925-12-04
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Wien. Freitag Wiener Movaenzettung 4. Dezember IW Nr. 24L7 Theater in der Josef st a dt. Heute neu e nstudiert, „Eirr SomrnernachtSträum". Morgen, V,8 Uhr nachmittags, ,P r i n z e siinH u s ch e w i n»d". C a r l - T d e a 1 e r. Ab deute, allaben"lich V,8 Ubr, die Leo Falls che Overette „Die Kaiserin*. Sonntag, 3 Uhr nachmMgS, i e F l e d e r m a u S". It o 1 a « d büch ne. Die Komödie .Prozeß Bunte r b a r 1* von Max Brod wurde zur Aufführung angenommen und wird demnächst in Szene gehen. R e n a ' s s a n e e b ü d n e. Heute Premiere des französischen Lustspieles «Der kleine K n p p l t x* (Le chien qui rapporte) vvn Armont und Gerbidon. Lusttpieitheater. Heute -um ersten Male der Schwank »Auf Welle 5 30" von M. Ra imann und . Otto Schwartz. Büraertheater. Morgen. V«4 Uhr nachmittags, ^Aschenbrödel' mit dem Kinderballett Bodenw i e s e r. _ Freie Jüdische Volksbühne. Infolge technischer Schwierigkeiten wurde die Aufführung von Lischt Komödie „Der Landsmann" für Sonntag den 18. d. um 3 Uhr nachmittags verschoben Die AuMhrung findet im Theatersaal des Cafe Astoria, 2. Bez., Praterstraße 60, statt. 20 Jahre Wiener Bürgertheater. Das Wiener Bürgertheater feiert Samstag seinen 20 jährigen Bestand. Aus diesem Aanlatz wird im Foyer des Theaters das Bild des Gründers und ersten Direktors Oskar Fronz scn. angebracht. Wiedereröffnung der zusammengebrochenen Theater. Die Frage der Wiedereröffnung der im Vorjahr in Konkurs gegangenen Theater ist wieder - aktuell geworden. Der ehemalige Direktor des Theaters in der Josesftadt Ludwig Körner rst ein ernster Bewerber für das M o d e r n e T h e a t e r. Direktor Blum scheidet aus der Direktion aus und wirals Regisseur an dieser Bühne tätig sein. Direktor Körner unterham>elt auch wegen Uebernamne der K a m m e r s p i e l e. In der Neuen Wiener.Bühne haben sich die Verhandlungen mit Direktor Richter-Roland im letzten Augenblick zerschlagen. Hier wird zuerst die Arbeitsgemeinschaft des Stadttheaters mit Naderers Lustspiel „Er will eine neue Frau" gastieren. Im Stadttheater beginnt demnächst die l-Bühne ein längeres Gastspiel. tzerichtssaal. Der erste weibliche Verteidiger im Straflandesgericht. In einem VechaMungssaale 'des Strafl-andesgerichies 1 hat gestern zum e r st e n Male ein to e i'fol i ch e r Verleid iger vor einem Schaffensenat plädiert. Es toar dies .Frau Dr. Marianne Bet die Gattin des Universitätsprofessors Bech, die erst kürzlich Mm Berteidigeramt zugelassen worden ist. In-Verhandlung stand "eine Anlage gegen einen Gewohnheitsverbrecher und seine Geliebte. Für .die MibanigMagte fungierte Frau Dr. Beth als VerteÄigevin. Der Mann wurde zu einem Jahre -schweren Kerkers, die Frau p vier Monaten einifaichen Kerkers verurteil. In einem Punkte der Klage wurde die Beschuldigte freigefprochen. Wie man billig Schokolade bekommt. Der 18jährige Praktikant Josefs Sch. hatte sich. vor dem La-ndesgerichtsrat Dr. Fryda, Stmsvezirksgericht.1, gegen eine eigenar-ti-ge DialstahlsanNage .;ü verantworten.. Der Beschuldigte hatte vor Längerer Zeit mehrere Zweigroschenistücke auis die Schienen der Elektrischen gelegt und die dann frotr der Elektrischen plattgedrückten Geldstücke Mn Einwuvf in einen Schckoladeautormaten benützt. Tatsächlich kamen auch Leim Einwerstn dieser Plättchen SchÄol.adeP<ckete. aus. dem Automaten. heraus. In diesem Vorgehen des LchÄings erblickte'die Staatsanwaltschaft die Ueibertretung des Diebstahls.Der AngeWgte war in der Gechondlung des Tatsächlichen geständig, evMrt«, baß er im ganzen' viermal ein ''Ave'igrvWensMck auf die Schienen - der Elektrischen gelegt habe, um auf diese Weife Plättchen für. den Automaten zu bekommen und ".zu billiger Schokolade zu. gegangen. An eine Stvaäbarkeit seiner Handlungsweise hübe er nicht gedacht. Der Richter hatte den Beschuldigten in einer. früheren' Verhandlung" beauftragt,"zur SchllnkvechaMung platt gedrückte Groschenstücke mitzubringen.. So geschah. es auch. Der Richter sprach den Beschuldigten frei mit der Begründung, daß das Vovgchen des Beschuldigten höchstens als eine Entwendung qualifiziert werden könne, zur Bchtmfuna jedoch in diesem Falle die Ermächtigung der geschädigten Automatengefellfchaft nicht Vorgelegen sei. . Der Bnllant auf der Straße.. Der Diamantenschlei-fer -Adolf Kohn, der in Wien, keine Beschäftigung finden konnte, hatte den Wan, nach feiner früheren Arbeitsstätte in Amsterdam M'fahren^ Eines Tages fand er einen Brillanten im Werte von ungefähr 1500 Schilling auf der Straße. Da feine Holland- -veife an Paßschwierigkeiten scheiterte, verlegte er sich auf Geschäfte mit Juwelen, und war. tätlicher Gast im Vorzimmer -des DiamanteM'Uibs, dennin die Räume sMst durfte er nicht , hinein. Da hörte er.van einem Bekannten, daß der Agent Ichef Fischer. durch dm er den gefundenen Brillanten an das Mitglied des Diama-ntenklubs Markus Weiß köpf vevkaujft hatte, ihn dabei übewort-eilt hatte. Er wurde von einem derartigen Zorn gegen Fischer ersaßt, daß er, unbekümmert um -die schweren Folgen seines Entschlusses,-zur Polizei-ging und dort eine Strafanzeige wegeil Funkverheimlichnng gegen sich erstattete, um Fischer "hineinzureißen. Während Fischer mit heiler Haut davonkam, wurde Kahn in Hast genommen und . gestern von -einem Schösfensenat des Landesgerichtes unter Vorsitz des Hofvates Dr. Karnert.wegen Betruges durch FundvecheimMung .zu.acht Mona tan -schweren Kerkers verurteilt. Binnen drei Monaten kann heute niemand heiraten. Im Beribauf einer Verhandlung über eine Mage wegen - Verfichru-ng unter Zusage der Ehe gab Qberlandesgerichtsrat Dr. N -eho da (Bezirksgericht Fünshaus) dem AugeÄcrgten eme Frist von drei Monaten, um das von dem AngeMagten gegebene Versprechen, die Klägerin zu heivaten, zu erfüllen. Die drei Monate verstrichen, aber aus der Hochzeit wurde nichts. Der Bräutigam sagte, er könne nicht heiraten, so gern er cmch möchte, er sei im Ausgleichsverfahren. Später einmal werde er das Mädchen sicherlich heivaten, wann, könne er allerdings nicht genau sagen, das hänge von der geschäUichen Entwicklung ab. Der Richter fand die in Aussicht' genommene Frist zu unbestimmt und verurteilte den Angeklagten wegen guMstgierter Verführung unter Zusage der Ehe M einer Arreststrafe von acht Tagen. Der Verurteiltelegte Berufung ein und begehrte insbesondere die Gchetzeswohltat der bedingten Verurteilung. Der ÄeMsungssenat des Landesgerichtes unter Vorsitz des. Holfr-atrs Dr. Wölurka wandelte die Strafe auch tatsächlich in eine bedingte um mit der linteressanten BegrülDung, die gegenwärtige wir'iischaftliche Lage rechtfertige eine ' solche, da unter - den heutigen Verhältnissen niemand verhallen werden könne, i-nnerhÄib der vom Gericht aufgetvagenen Frist von drei Monaten eine« Hausstand zu gründen, 2« Slottzlurr. Bessenlng, Hoffnung aus Stabilisierung. Bon Bronislaw Groß. Die Folgen der heroftratvsch-dikiatorischen Sanierungsart GvabÄkis zchven bereits feit Monaten am entkräfteten Wrtfchastsorganismus Polens. Der letzte Kurssturz, eine dieser Folgen, ist bereits der dritte Blutsturz dieses Wirtischaifts- Wrpers und hätte SkryrMki gur Hpfisnung auf die baldige Mntmfulsion durch das ausländische Kapital nicht vechch'en, wäre die Devonte van vernichtender Wirkmlg für die ganze Wirttschaft geworden. SkWnskis DechaMungen in London und Mlynarstis in Amerika dünsten von Erfolig bereitet sein, um .so mchr, als elfterer als ein in London gern geschen-er Diplomat es verstehen ivird, der Verbeugung, die er vor der Gity zu machen gezwungen sein wird, die Folie einer mvgslichst geringen Verletzung polnischen Nati-ouaGawußtlseins zu geben, letzterer aber in seinen BechaMungM mit Walströet sich bereits dazu verstanden haben soll, daß ein Vertreter der Morgan-Gruppe alls Beirat dem Stütz^mgsausfchuß fnr den polnischen Zloty beigegchen werde. In Warschau wird nnaufhaltisam für die Sanierung vorgearbeitet und die Ernennung des Bankdivekto-rs PoPlawSki, dem ebenfalls gute AuslandsbeFichmrgen nachgevühmt werden, gum dritten Dizeminifter des FimWressorts stcht unter dem Zeichen der von ihm berichtigten Maßnahmen bezügslich des Beamtencchbanes -und der Gehaltsvestringierung bei höheren Beamtmkatcigorien. Findet man es auch vom Menschlichen Standpunkte fchr bedauernswert, daß höhere Beamte, die ein MeufcheMter lang Dieustjahre sammelten, um es zu einem höheren Standard of life zu bringen, auf diesen nun verzichten muffen, so ist es von staatsfiuangi-eller Plattform aus dennoch eine Notwendigkeit, die ihn gewiß -weniger schwer trifft, als der völlige Abbau der niedriger BofoLeten. Bon einer viel namhafteren Bedeutung -für Streichungen ian AnsgaLenet-at ist die Restringi-erung des Militärbudgets und es ist verwunderlich, daß diese Frage in der polnischen Presse viel zu wenig ventiliert wird. Hier, am Militärbudget müßt« jeder Hebel der Sanierung ansetzen, allein hier wird die Sanieruugsfrage zu einem politischen PrMem, das nur durch eine eMiche Aussprache mit Berlin und Moskau zu lösen ist. Die teilweise Befestigung des Zloty wird -insofeme aufhchend wirken, wenn man bedenkt, daß in Polen seit Wochen bereits die TendeiH Lei den Kaufileuten vocherrscht, mit dem Verkauf zurüc^uhÄten; die Befestigwwg des Kurses dürfte den Woihnachtsmavkt bsle'ben, dies um iso mehr,, da die Kauflust selbst bei den verarmten polnischen Bürgern vm diese Zeit optimistisch beschwingt ist. Ein weiterer Kurssturz wäre auch von vechänMisvoller Tragweite .für die unter de-n großen, kaum derzeit in Polen auHUb-riugeuden Mühen der Parteikompromiffe ins Lüben gerufenen Gesetze der Valorisierung und des Mietrechtes gewösen, da beide. Gesetze auf die Zlotywähruug ein-gestellt sind. Eine Stütze aber, die sonst eine Karyatide jeder Staatssanierung ist, die steigende Belastung des Steuerträgers, k-omM-t "in Polen nicht in Betracht. Diese Mö-Kichkeit hat Grcvbski endgültig für eine lange Zeit verwirkt. Nur eine langsam fortschreitende neuerliche KaPitalsbiLdung kann in dieser Hinsicht Rem-edur schaffen. Der unbewegliche Besitz ist nicht allein im Ertrage, sondern vi-effach' in seiner Substanz von der Steuerschra-uöe aügsbchrt. Die Umsatz- und Bevkohrsfteuern sind so hoch, daß viele Handeilstreibende ihre Läden zu schließen vorziehvn, weil sie mit einem annehmbaren Nutze,: nicht kalkulieren Lönnen. Da nun das Kapital die Tendeirz in sich trägt, sich nach -der Richtung möglichst großer Rentabilität zu "wens den, so ist es klar, daß viele Handülstreibende ihr Kapital lieber auf Wucherzinsen verleihen. Der Zinsfuß erreicht in Pollen oft die Höhe von 6 Prozent pro Monat und so leistet die übermäßige Besteuerung,' «also der Staat, geradM Vorschub dem Wucher. Nicht weniger drückend sind die KommunaPeuern, die die Sel>bstverwaltun>zMrper oft mit achtzigprozentigsin Zuschlag zur Ertra-gssteuer bemessen. -Biel Schuch an dieser, bisher in Europa veveinM -grbliob-ene-n Deroute -einer für stabil angoschenen Währung ist . der Unwille des Dünkels, sich an den BÄkerbuNd zu lvonden. Der Weg nach Genjf wurde in den R-egierungskveis-en immer wieder als ein. We-g nach Kanossa, an-ges-ehen. Wie unklug und deplaciert dioser Dünksl ist, davon spricht sMst der Leitartikel . des konservativen Mattes „Ezas", in dem der in Pole-n äuge-, selhene NationaMonom Prof. Krgyza n-owsk i offen er-. ' klärt, daß der Weg zur Anleihe über Gens chrenvoller und billiger sei, als der Umweg über Pfandvecha-Mun-gen "mit den Geldgobirn. Allein wir sind in der Mölsten Stunde der nnlbedingt.notwend-igen Entscheidung; es dürfen, also nicht, mchr die . Formen des Eckangens einer Anleihe. erwogen, werden, nur die. Tatsache des Erreichens kann einen endgültigen W-ende- ’ Punkt zum Besseren bedeuten. Beratungen über das polnische Budget. Warschau, 3. DeiMiber. (Polln. Del.-Äg.) Heute hat zwischen dem Finan-Minister Zdziechowski und den Vertretern der parlamentarischen Fraktionen' und dem jüdischen Klub eine Konferenz stattgefunde-n, in der über das Dezemberbudget und über die budgetären Deduktionen: beväten wurde. Im Laufe der lKonferenz erklärte der Fina,^- mimftor, daß die polnische Handelsbilanz günstig sch und baß die Schwankun-gen der Palutenkurse keine wi-vtischalftliche Grundlage ha-ben. Der Sturz der Valuta sei aus lSpekulationen zuvüchuisnhrM. - Berteuerung des Geldes. Erhöhung der englischen Bankrate rm ein Viertel aus 5 Prozent. - Starke Goldabflüsse. - Mißlingen der letzten Emissionen in London. Wie'aus London gemeldet wird, hat die Bant pou England in ihrer gestrigen Generalratsfftzung die Erhöhung der Diskontrate von 4 auf 5 Prozent 'beschlossen. Ein solcher Grad der Erhöhung kam zienrlich unerwartet. Wohl h<ttte die Gostaltnng des Londoner Privatgeldmavktes in den letzten Wochen, wo sich der Privatfatz -bis ans 4,25 Prozent erhöht hatte, die Erlvartung ausgelöst, daß eine Erhöhung der Rate auf 4,5 Prozent Platz greisen dürfte. Doch die Steigerung um ein weiteres halbes Prozent beweist, >aß -die Bank von England die Situation k r: t i f ch e r beurteilt und auf oine weitere Ans pa n n u n g gefaßt ist, trotzdem New-Aor-k noch immer bei seiner Bankrate von 3ch Prozent verblieben ist. Die internen Ursachen chi^ser Steigerung dürften in den starken GoldabMssen der Bank von England in.den letzten Monaten zu suchen sein. Sie beliefen sich auf 17 Millionen Pfund Sterling. Diese Abflüsse haben infolge der Auflassung des Embarg os, das heißt der Gestattung ausländifcher Emissionen in London, oine Verstärkung erfahren. Der Londoner Markt ist für neue Emiffronen nicht allzu aufnahmsfahtg. Die letzten Emissionen sind vollkomMN mißlungen. Nach einer Meldung der „Times" sind von vier neuen Emissionen auf den: Anlage markt drei als fehlgeschlagcn anzufehetl. In einzelnen Blättern wird von einer offenen Krise des englischen Geldmarktes gesprochen. Es ergibt sich nun die Frage, ob nicht die Londoner Erhöhung den Auftakt zur Diskontechöhuna auf dem. gesamten Weltgeldmarkt bilden wird. Die Finanzkrife in Paris hat ziweifellos -die Situation in dieser Hinisicht perfchärst. Netv-Dovk dürste in Kürze doch eine Erhöhung auf 4 Prozent ausweisen, zumal da von den zwölf Fedemlresewebanken der Bereinigten Staaten bereits elf eine solche Erhöhung vorgenommen haben. Die deutsche Bankrate mit 9 Prozent ist noch immer hoch genug, als daß sie weiter erhöht werden könnte. Sie hält sich auf d^wselben Niveau wie die österreichische Diskont rate. Es ist unter diese:: Umständen in Oesterreich wohl nicht zu ertvarten,;ba| hier eine weitere Erhöhung der 9 Prozent Platz greisen könnte. Wohl aber kann schoit sttzt mit Bestimmtheit erklärt werden, daß auf absehbare Zeit die immer wieder aufgeschobene Diskonte rMäßigung nicht vorgenommen w-er-> den wird. Die offizielle Diskontrate wird bis ü Dc Neujahr bei -der Höhe von 9 Prozent verbleiben. Gebrüder Schiel A.-G. In Ergänzu-ng zu Mjserer aitt <28. Noveimiber veröffentlichten Notiz über die Liquida-tion der Seidenfivma Geibrüder Schi-eil teilen wir noch mit, daß die tLiguidati-on dieser offenen Ha-ndolsgeiselffchaft inM-ge ilm- Iwanidlung dieses U-nterneh-mens in ein« Akiticn<8-cffc 11 ifd>>af-t unter der Firma Gebrüder Schirl lA.-G. erfolgte. Die neue Akt-ierWifellischcrft bat den g e s >c> u: t e n iGeischäflsibe trielb der nu-mnchr liquidleronden oifstnen Handeilsgeisellischaft übernommen. Leopold Langer — Gremialpräsident. Auf Grund der letzten Ergäi:zuugslvah!len im Gremium der Wiener Kanfnecmnfchaift wuvde der bisherige Bizsprälsvdmt Leopold SUi:ߣ* tzmn PrWenten des Gremiums gewählt. Präfident Langer, welcher auch KmiMlermiiiAied der Wiener Börse ist, gehört M den angeisehensten Kausteuten Wiens und ist zweifckllos die flCs «eignetiste Pevsönllichkeit, um an der Spitze der Or-gamfa-t-ion der Wiener Ka-nfnmnnlschaft zu stehen. In allen feinen bislherigei: Stellen hat Grem'iallprästdent Langer sich als arffr-echter Kämpfer für Recht, Ehrlichkeit und Serichität bMÄHrt. Wberall, wo Präsident Langer, sei es mut als Vizepräsident der Berkehrsbank, als Kammerrat der Börse utt-t) als Reprälfentant des Gremimns wirkte, genoß er das größte Anschen. ZweM- >los hat das Gremium mit dieser Wahl de-n WürdigistM zit sein ei' Leitung auserkoren. Die Bewegung auf dem Valutenmarkte. Die WfwörtSibewegnng des Zloty fand gestern auf allen Devisenplätzen 'ihre Fortfetzun-g. J'i: Warschau wurde für den Dollar 8.58 Z^ty gezahlt. Nachbörslich war der Dollarknrs weiter bis 8,28 . gesunken. Auch in Wien und Prag war der. Zloty von ber Konterlmne ziemlich stark gesucht und besserte.sich in Wien von 09 mf.83.50, in Prag von 298.50 ans 388.50. — Air: stärksten war die Steig-ernng in Zürich, wo der Zloty gleich um '33 Prozent stieg. Die Devilse Warschau besserte sich in Zürich von 46 auf M. Diese Reprise auf allen Märkten ist «aus eine u-mlfangreiche Jnterventionstät-igkeit des polnischen Nöteninstitutes und auf die Jnter-essena'hme der enKischen Wtenhank an dem polnischen Noteninstitut zurüchnsühren. — Lücht abgetschwächt war die Doviise Paris, die' in Zürich von j9.90 auf 19.75 zurückgtn-g. Die Kursänderung der übrigen Valuten war belang-los. Sanierungsversuche -er Tiroler Antisemitenbank. Wie die „Innsbrucker Nachrichten" melden, ist in Sachen ^er Alpenländischen Vereins>banlt . ein neuer ö mrerungsplan ausgestellt worden. Die Vereinsbartlk soll in einem anderen Tiroler Bankinstitut — mau spricht vmn der Mgrabbank — ausgehen, die die Ausgleichsaktion durch Uch^rmahme des 700.000 Schilling betragenden Defizits zu ein^^ die Gläubiger voll befriedigenden Ende Mren soll. Die Mttel. will das Institut durch Erhöhung des Aktienkapitals Mre durch Zeichnungen der Berwaltungsräte der iBerel Nsbank aufbringen. Die^ Banor Vattstlioa in Townt hat ihre ursprünglich 650.000 Schilling betra-gende FMe0Mauf -und 290.000 Schilling reduziert.