Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2436 (3.12.1925)
- Date
- 1925-12-03
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Wien, /.umAbholen in ucr Expedition, il., iabotsit. 1-3, oder in einet Verschleisstelle Trafiki monatl, o Schilling Strasjenvetkaui in Wien durch die Kolporteure der Firma G o i d sch mied, Wollzeile 11 . Mit Postversand tür Wien und Oesterreich monatlich b Schilling 1 sch ec ho* Slowakei: Mon. K22. Jugoslawien: Mon. Din.60. Polen:Mon. 5Zloty. Deutschi and: Mon. Gm. 4, Funkte'ch, Belgien: Mon. Frcs. 18 iv»cttMlknn^eB ae> tr e 11* :rh6han en Vorbehalten 91t. 2436 rener Preis 20 sl England: Mon. 4 Schilling. Italien: Monat!. 18 Lire: Ru nänien Mon. 170 Lei. Bulgarien Mon.IOOLewa. Schweiz und das übrige Ausland mona llcn Frcs. 3 Redaktion, Administration Wien.ILTaborstr.t Telephone: 44-0-38,43*3-15 Ab 6 Uhr 21-102, 25-2-82 IX.. Universitätsstrasse 6-8 (D uckerei g. Steinmann) Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 Wien. Ssimetsiag, 3. Lezemoer 192» 7. Snbvaana Las neue Grundbuchgefetz für PalWina. Sie Regelung de« »odeudesitzrechke«. lEigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Ae LesEerung der dkMuenMm Kifeu« WnrrokganWiou. Jerusalem, 1. Dezember. Das Amtsblatt der Paiästinareg'.erung hat das neue Gesetz über die Einführung der amtlichen Grundbücher in Erez Israel verösentlicht. Laut 'diesem Gesetze darf es von nun ab im ganzen Lande nur amtliche Grundbücher, d. h. fortlaüferde Aufzeichnungen über Kauf, Verlauis, Tausch oder Schenkung von Grundbesitz geben. Die cfnxi im Besitze von Einzelpev^nen, Gemeinde- oder Stadträten befindlichen grundbuchmä ß igen Register und Aufzeichnungen sind Linnen drei Monaten vom Tage der Berlautbarnug des Ges-etzes ge^en amtliche Bestätigung an den kompetenten. amtlichen Grundbuchleiter abzuli ef-ern. Nichtamtliche Grundbuchauszeichriungcrt, die nach Veröffentlichung dieses Gesetzes geführt werden, haben nach, keinerlei Richtung vor Gericht Beweiskraft. Die weiteren Punkte der Berordn-nng beziehen sich auf die Wahrung der Rechte der Besitzer - von - Grundstücken, die Eintragung und Festlegung dieser Rechte in den amtlichen. .Grundbüchern- sowie rüber.die WLrung der amtlichen-..'GrnndGcher nO? .der:'MWeZn^n. Benützung derselben. . i- Nmndr Programmrede. Paris, 2. Dezember. (Tel.-Komp.) - Ministerpräsident Briand ist heute nachmittags aus London in Paris «ingetroffen. Er begab sich sofort in die Kammer, wo er rechtzeitig zur Eröffnung der Nachmittagssitzung eintraf. Zn Beginn der Sitzung verlas der Ministerpräsident die Reg'erungserklärung. In dieser wird betont, die Regierung halte, um den Fälligkeiten, die der Krieg und seine Folgen hiuterlassen haben, die Spitze zu -bieten, den Augenblick für gekommen, die Verantwortung Kr [ o f o r t ig cMa ßnah men aus sich zu nehmen, die das regelmäßige Funktionieren der öffentlichen Dienste sichern und > ■ die normale Entwicklung der Volkswirtschaft schützen sollen. Demgemäß fei sie entschlossen, eine Konsolidier rung, welches Teiles-immer, der öffentlichen S ch u l d z u . v e r m e i d e n; um jedoch die Üebergangsperiode ohne Störung.der Geschäfte des Staates und der Privatpersonen zu überwinden, werde sie vom Parlament p r o.v i s or i s che Er leicht er ungen verlangen. Diese provisorischen Erleichterungen würden streng äuif die unerläßlichen Bedürfnisse des Staatsschatzes beschränkt werden; deshalb werde die Regierung schon heute Mittel Vorschlägen, die es ermöglichen, die Operation in kurzer Frist durchzuführen und werde Gesamtverfügungen vorbereiten, die. . der a u t on o m e n A m o r i i s r erungskasse eine endgültige Dotierung durch eine Anleihe bei allen Formen des erworbenen Reichtums liefern, nach 'Modalitäten, die bte' nationale Arbeit nicht behindern. Äse Sanierung^der Finanzen Frankreichs werde nicht endgültig" erreicht werden ohne' loyale Verwirklichung. des '(£ i nv et n e h mens milden g r o ß e n Ratio n e n, den Kriegsgläubigern Fmnkreichs, mit denen Frankreich die; B e r handln n g c n fori setzen werde.- Die^ Erklärung erinnert sodann an den Abschluß des Abkommens von, L o ca r n o. Die Regierung, von dem gleichen.Geiste, beseelt,beabsichtige, die Angelegenheiten in Marokko und in Syrien binnen kurzem zum Abschluß zu' bringen, -sobald die Angriffe gegen Frankreich unterdrückt seien. Sie; werde eine K e r a b f e tz u n g der Mi I i t ät Io sten ■in Aussicht - nchmen, Sozialversicherungsvorlagen einbringen. das Ar-rondistsementwahlrecht wieder her- - stellen und den B-olEsuntcrricht reformieren. Finanzmmister L o u ch e u r legte sodann seine beiden Finan-zprosikte vor, von denen das eine eine weitere -Notenausgabe-von 6-Milliarden Fr an k-en .urch ^das-Hveste die-zur späteren Deckung dieser Notenans- Jerusalem, 1. Dezember. (I. 2. T.) Die Organisatiou -der Eisenbahner in Jerusalem erhielt von dem Bureau der Arbeitevinternatioriaie die Mittei-iung, daß -die Internationale der TransPortar'be iter den Kampf u-m die A n e r k e n n u n g der OMnisation der - Palöstinenfifchm Eiisenbahnarbeiter und -angestellten ausgenommen hat. Es haben bereits Verhandlungen mit dem Internationalen Arbeitsamt in Genf sowie mit der Palästinaregierung begonnen-. Die Transportarbeiter-Internationale wird demnächst eine Kommission zwecks Untersuchung der Angelegenheit nach Palästina entsenden. In Jerusalem i selbst verhandelten vor kurzem Delegierte der palästinensischen Eisenbahner mit dom Generaldirektor des.Eisenbahnwesens, Kolonel Holmes. Boi diesen Verhandlungen war Mr. Antony als Vertreter des britischen Kolonialamtes anwesend. Kolonel Holmes erklärte hiebei, vorbehaltlich der Zustimmung der Zentralregiernng wäre.er bereit, di e O r ganisationanzuerkepe.it,; ... gäbe ersorderlichen •* Steuererhöhungen vorsieht. Die Ausführungen des F-inanzministers lösten im Hause starke E rregung aus. Mitscheria kommt Londov? (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) London, 1. Dezember. Von englischer offiziöser Seite ist der englischen Presse m-itgeteilt worden, >daß T s ch l t s ch e r i n ttt seiner Unterredung mit B riand den Wunsch ausgesprochen habe, demnächst London zu besuchen. Die VoraMi'-etzungen.des Bvsuches müßten noch sestgelogt werden, aber man dürfe nicht überrascht sein, wenn der Besuch demnächst zustande komme. S-timi5Mvr re« polnischen Nnanrminifter«. Warschau, 2. Dezember. (Tsch. P.-B.) Finanzminister Zdziechowsk-i gab in der heutigen Sitzung des Finauzausschusses des Sejm Aufklärungen über Die gegenwärtige finanzielle und valnrarische Lage Polens, wobei er unter anderem erklärte, trotz desi Ernstes der Lage ist ein.Teil der Oeffentlichkeit einer Rlese nspekulat io n aus den Leim gegangen. Die Spekulanten iverden zweifellos empfinNiche Verluste erleiden. Die. Regierung wird sich mit aller Entschiedenheit der ihr zur Verfügung stehenden Mittel bedienen, um dem Sturz des Zloty entgegenzuwirken und den Dollar auf ein den wirtschaftlichen Verhältnissen entsprechendes Niveau herabzudrücken. Die Regierung lehne im vorhinein jedwede.Inflationspläne ab. . Die Negierung werde nunmehr aus die säumigen B t e u e r z a h l e r einen entsprechenden D r uck ausüben, was ein gesteigertes Angebot der 'bisher thesaurierten fremden Valuten.verursachen werde. Der Minister habe die Baitk Polski aufgefordert, die Reporttatigkeit einzustellen, da auch hierin «ine der Ursachen.der Spekulation betreffend die Zlotybaisse liege. Ferner habe der Minister gewisse seinerzeit aufgehobene E i n s ch r ä nk u n g e n i m D e v i s e n v e r k eih r, insbesondere in bezug aus die Zloty'überwelsungen nach dem Auslande, wieder eingesührt. Der .Minister erklärte schließlich, .daß die Preis e ri Höhungen im Augenblick des'entscheidenden Kampfes um die Sanierung der Finanzlage als Spekulati onsmanöver betrachtet werden müßten. Der Kurs st u r z. des Zloty habe k e i n e w i r t s ch a ß t l i ch e n U r s a ch e n>. da sich die Außenhandelsbilanz immer mehr bessere. Der Spekulation aus die Zlothbaisse werde die Regierung ihrer- -sei.ts eine gesunde Fina-nzp-olitik entgegenstellen. Z e Gegenleiliglert. - V W ' e u. S. Dennwer Ai ,v föfjrrt & ft //* f/*j jzr v «y a 3 Der Gegenseitigkeitsvertrag von Locarno ist unterszeichnet worden. Die führenden Staatsmänner der Alliierten, Asjoziierlm und Deutschlands fanden sich in dem.goldenen Prunksaal des Foreign office zusammen. Photographen und Filmoperateure waren. in Mion, um der Mit- und vielleicht auch der Nachwelt den historischen Moment zu erhalten, in dem die Großen, preisend mit'viel schönen Reden, sich um den Markstein der neuen Zeit scharen. Man spielte Geschichte nnd dem so fürchterlich nüchternen Alltag wurde ein gleißendes Mäntelchen gegeben. Von heute.und von hier an... Wird es so kommen, wie das Goethe-Wort dies meinte? Während im Saale der feierliche Akt vor sich ging, explodierte rrust einem Kriegsschiff aus der Themse eine neu er- PMte Pülversorte im Geschütz. Die Probe fiel entsprechend aus.'Es war nur ein Mann tot, drei wurden verwundet. Briand, der glanzende Rhetor, pries in direktem Appell an Stresemann die Macht des Geistes, der aus dem Pakt von Locarno spricht und der die europäische Familie neu begründet. Er dachte wohl, der Vertreter einer neu-gezimmerten Regierung, an die himmelblauen Röcke der monarchistischen Faszisten, die in Paris zu .rumoren beginnen. Stresemann konnte mit dem Pendant auswarten, mit seinen^ Femenationalen, die mit Gott-für König und Vaterland dem Hakenkreuz ihre Opfer bringen. Mussolini war nicht da; die englischen Arbeiter, die einstmals den General Haynau verjagten, . duldeten ihn nicht. Wäre er gekommen, so hätte sich vielleicht über den Kriegsruf „a Paris!" reden lassen, den die Schwarzhemden neuestens auszustoßen belieben. Die Antithesen ließen sich ins Unendliche sortspinnen. Jeder der Minister, die anwesend waren, ist in seiner Person ein lebendiges Zeugnis für die Berechtigung aller Zweifel. Dieselben Reden wurden in Genua gehalten und seither ist wohl nur die Tatsache unverändert geblieben, daß neue Konserwzen folgten. Auch jetzt winkt wieder eine solche: die von Loucheur angelegte internationale Wnlschastskonferenz. Der Völkerbund soll ihr Pate sein. Aber der Völkerbund hat eben letzt davon absehen müssen, die mitteleuropäischen Kleinstaaten zu einer Beseitigung der Zollschranken gegen iOesterreich zu veranlassen. Er will es versuchen, ihnen freundschaftlich zuzureden. Aber die Macht des Geistes, der familiären Solidarität ist noch sehr schwach. Sie hat :sich, was gern verzeichnet wird, in dem griechisch-bulgarischen Grenzstreit bewährt und dem Blutvergießen Halt geboten. Es wäre dringend zu wünschen, daß diese Energie sich auch in anderem Dingen zeigte, so bezüglich .der Drangsalierung der jüdischen Minorität durch den .Pöbel aller Nationen. Da wir schon Oesterreich erwähnt haben: die Behandlung der Universitätsskandale ist schon -sehr aktuell. Der Unterrichtsminister hat gestern erzählt, es handle sich um geltendes Recht, das nun einmal zur Hochschulautonomie gehöre. Die Hakenkreuzprofessoren und ihr Anhang als-Rechisquelle! Dies aufzuklären, ist genau so eine europäische Angelegenheit wie die Numerus-clausus-Maßregel der Horthy-Minister, wie so viele -tausend andere Verstöße gegen den Geist der organischen .Einheit der Kulturwelt. Man muß sich in Geduld fassen. Daran ist man ja nachgerade gewöhnt. In der von Egoismus, frechem Zynismus , und Mißtrauen durchsetzten Welt kann die Gesundung kein beschwingtes Tempo nehmen. Trotzdem aber sind die Zeichen der Stunde sehr böse. Europa ist 'desorganisiert, seine Autorität bei den Rajahs erschüttert. Amerika verschärft die Maßnahmen gegen die .Einwanderung. Vielleicht ist Locarno wirklich ein Aneder Kunde Anweisung,aul eine plioiogiapnis* he mi naiime und dre herruche Photos ohne Preisrnfschlag bei Einkau unserer bi Ilgen Waren im Betrage «on - 30 im Wa«enbaus Sw Schiff mann II. Taborstraße 48 kn <rros Er befall D8-9A