Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1925-11-30 · Heft 2433 (30.11.1925) · p. Seite 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2433 (30.11.1925)
Date
1925-11-30
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2979076-2981191-2981519--24809-3012391
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

•MtS Wkn. TOctttefl Wiener M»r«e«,eitu»s ~_ so. StobonS« 192S 8h. 8488 }tfCR WckrigstenS einen Teil des Budgets erholten, den sie zur voHständigen Equipierung brauchen, so daß sic im nächsten Budgetjahr rbrnfaÜS wie die anderen acht Liedlungspunkte voWudig von geileren Unterstützungen durch den Keren H-jessod unabhängig werden und die Mittel des Keren Hajessod neuer Anfiedlungstätigkeit zugetvendet werden können. Bereits in diesem Monat hat das landwirtschaftliche Departement Siedlungsplane für die neuen Kolonien de- Mittelstandes ausgearbeitet. Die drei chasfidischen Siedlungen, die im Lause des letzten Jahres entstanden sind, verdienen durch ihr Meuschenmalerial wie auch durch die Art ihrer Anlage allgemeines Interesse, und es ist im Interesse der Stärkung dieser Siedlungen zu begrüßen, daß es gelungen ist, ihre Tendenz, drei Siedlungspunkte zu schaffen,;u Überwinden, Und daß alle bisherigen chasiidifchen Siedler eine einzige Siedlung bilden werden, deren Punkt im Laufe der nächsten Zeit festgesetzt werden wird. Dort werden sich sowohl die Anhänger des Rabbi von Jablona, wie die des Rabbi von Kosenetz zn gemeinsamer Arbeit vereinigen. Ebenso wurden die Kreditpläne für die Mittelstandssiedlungen in Magdiel und Bne Brak ausgearbeitei. Ein Vorschuß von 2000 Pfund aus den Mitteln des Keren Hajessod wurde dem Solelbonch gewährt für Anschaffung von Feldbahnen und Maschinen zwecks schnellerer und modernerer Vorbereitung von Baumaterialien, um so eine drohende Verteuerung der Baukosten zu verhindern und eine Berbllligung herbeizu'ühren. Die Instruktoren des landwirtschaftlichen Departements der Zionistischen Exekutive haben sämtliche Keren-Hasessod- Betriebe bereits bereist und bei der Ausarbeitung des Wirt» schaftsplanes, der Fruchtsolge und der Düngung für daS laufende Jahr die Siedler beraten. Was die Anlage neuer Siedlungen durch den Keren Hajessod im Laufe dieses Jahres anbelangt, so ist der unlängst vom Jüdischen Nationalfonds.erworbene Boden um Djunie am Jordan bei Dagam'a für eine genossenschaftliche Siedlung durch den Keren Hafissod reserviert worden, wahrscheinlich für eine der deutschen Gruppen, di« aus Anfiedlung warten: da vorläufig der Bcsitztite! noch nicht völlig geregelt ist» wird der Boden provisorisch von den anliegenden Betrieben beackert, und eiu Teil ist auch den Kolonisten der. Pi ca in KinereH zur Bearbeitung^ überlassen worden. Neue Kandidaten zur Anfiedlung durch den Kccen Hajessod haben sich auch wahrend dieses Monats nicht nur in Palästina gemeldet. Das landwirtschaftliche Departement hat sich bereit erklärt, 85 grusinische Judenfarn ilien auf ihre Tauglichkeit für landwirtschaftliche Ansiedlung zu prüfen, und vor wenigen Tagen kam ein Telegramm aus TifliS, daß 15 von diese« 35 grusinischen Familien mit Zustimmung der Sowjetrczierang unterwegs sind; ein Gelände bet Petach Tilwah ist zu. ihrer vorläufigen Ansiedlung in Aussicht genommen worden. Ebenso kam die Nachricht, daß eine Delegation von jüdischen Bauern aus Marmarss Szigeth unterwegs ist. Die methodisch begonnene Arbeit der landwirtschaftlichen Anfiedlung aus den Mitteln des Keren Hajessod kann aber nur dann zu Ende geführt werden, wenn das gesamte Judentum in Anbetracht der Wichtigkeit der endgültigen Konsolidierung der bestehenden Siedlungen und der Anlage neuer er dem Keren Hajessüd ermöglicht, zumindest das festgelegte Budget voll zu decke». Die letzten Nachrichten über die ununterbrochen auf gleicher Höhe sich haltende Einwanderung zeigen aber, daß eine Aenderung in der Struktur dieser Einwanderung in den letzten Wochen vor sich geht. Die Elemente des Mittelstandes nehmen ab und die Zahl der Chaluzim und vor allem derjenigen unter ihnen, die nach landwirtschaftlicher Ansiedlung drängen, nimmt zu. Die Möglichkeit, das ländliche SiedlungLwerk der Keren Hajessod, das in der letzten Zeit nicht genügend schnell« Fortschritte gegenüber dem städtischen Siedlirngsweckk aufzuweisen hatte, auZzubauen, diese Möglichkeit ist nun gegeben, und es ist Pflicht der zionistischen OeffenttiHeil, sie zu ergreifen. dir ««tatfttn der Keren Kaiewech. UntWich d«r LhamÄaMion bet Keren Kaje-m-eLh ist sich die zivnW-che wieder einma'l drr §r ßm MlwWas»A)su Bedeutung dieser Institution bewußt g.iDo.Len. Man sicht Am, daß dir große EMdünverung der le-drn Mo- Mtr Uoß zu einer Vevgvößsrung der SadtegsjÄhor hat, indes dir ian-dwirrscha^lLiHe WjiMrng sich Wenig anÄreitet» So wird das Bechältnis von. läMichex r«d stätztüscher Mzchrr BsvWerung in Gretz ein immer ungünstigeres. ÄKmt man irvfvOge ein.-Mr Kä'O L-Michen Bodens durch Private gehofft feie, daß die KSlSnHrtion auch von dieser Sei!« vor sich gchm »vrv5r, jv sicht MM jetzt, daß dienur sporckiH der Fall stvn jann.^Di« «landmrtschaMche M.nrsation q't kein rentaolcs Gcsrhäf.t uiÄ> dcZbM müssen d'e Ge- Minschäfts'MH HAsin, sie zustande zu borngkn. Sollet D.^wr 'Stzskrn, tat eine iMNisim G.chlung fit der Nähe des großen .KottsuiMNentMMS Ha-iisa errichtt, mußt« sich an Bavo» RochschÄd wenden, -um nicht hohe Kapitalien in den Bodm stecken zu muffen, waS von vornherein eine lliiäi uAN^il ch inachch würde. W..^n deS Mangels von Mitten Lon>M der Ktren Kajemech bisher dir gepaure Gvünduwg der SchchnMH LlwdM mcht durch Kanif des nötigen Brbms er- '.nö^.ichsn. Bruch die Mu-ng dioser wichllMU Auilgaioe, die b i deal steten Anwachsen dor Städte ienAer dringender wird, harrgt vn erster Linie lvam Keren 'Kaiomech üib Ä-ekm der Kemu Kajem-rch sait Fti VsnsWuß fern Areal auch ve^chttssachen itonnte, so sind die 2c0.030 D dm, die er heute besitzt, e«st ein BieriÄ der Fläche, di« in jüdischer Hand ist von ben gLfomten heute kuitwierirn 5L Millionen Du? 'i irch es noch nicht 5 Ovo-rnt! Daß rasch« Wachstum der jüd> .cheu BeaMenung m Palostina und die Tatsache, daß in Land Stadt chre qualiiabw-e Le ist».mg ech Bie/isaches^ ihrer ^chiemnätzigen (luvte bedeutet, daüf n'chr darüber tauschen, daß diese au sich «ine wenig «belfiiMgendr ist. In u^rg.eichlich höherem Ausmaß« Äls von dar MtWn BerÄ.erung, Pöa der die Juden tyrife 50 Prozent auLmachrn w rd:n, g'lt dies von der läMichen. Um so dringender ist es, den Keren Kojentech gu bsschig'n, durch neue g oßr Käuis« die Vorausit^ung Mr «in Wachsen seiner Quote zu schafim Nach,Ansicht all..r nichl.Wiisck>en FaMUie hal di« ziott stmje M>eMsätivn. Mnrssen an den Leitungen der. groß en SiNM« a >f diehsm w>iw, eine gewaltige Leistung voller echt, drch so imin Wfß -Mchmtzm |fttmiuifa auf wm jo betjche^nen Starre veckveiben wird, ist dem Gesichtspunkt eines raschen Achoanes des jüdischen PalDltta noch das Wichtigste zu 'tun. Dessen sollte die jütische WÄt emM?«ivt bte.H-en und ihre Äeist.mgen für den Koren Ka,emeth vervi-el-iachrn. Sie kv.wiitlige Poiikit der Zionismus. Bei einem 9M«ttwc«thvfl in von OltzniiMfilteit .aao Ob^rrcu^üiucr Dr. C'ha jes eine rv-ert« volle Uckbersicht iiiocr den rM.üschen-St'aims der zioniistischen Aus dkssnr Bortra^e jgeiben. tvir das LlachsÄeude wieder: Die zionistische, jüdische nnd auch nichljiidische Oefsenilichkeit hat sich in den letzien Monaten sehr eingehend mit größerem oder geringerem Wohlwollen mit den. imeron Fragen des Zionismus, mrt der inneren Polttik des Zionismus nnd mit den Fragen des PaMinaaufbaues befchästigt» aber man hat sich in der OessentLichkeit sehr wenig mit ter auswärtigen Politik des Zionismus befaßt. Es ist sehr.schade, daß in Miseren Kreisen so wenig Interesse für diese lebenswichtige Frage dos 'Judentums und des Paiastinaausbaues Vorhand.'» ist. Ich weiß sehr wohl, daß wir darin das Schicksal fast aller Kultuwöl'tcr teilen. Die Fragen der auLwärligen Politik, die so häufig für das Seim oder Nichtsein eines gamzen Staates oär einer Nation entscheidend sind, sie stehen sehr wenig im Mittelpunkte der öfsentlichen Diskussion. Ich weiß nicht, ob sich feit den: Eiurritt L:nes Großteikes der Welt in -den Krieg in dieser Beziehung viol geändert hat. Ich glaube sogar annehmen zu können, daß das nicht der Fall ist. Ter einzelne Bürger bentüht sich heute nicht mehr als vor dein Kriege, die custvartige Politik seines Landes können zu lernen, um.zu wisftn, in «.reicher Richtung sie geführt werden soll. Das hängt letzten Endes in allen Staaten, soweit sie demokratisch regiert werden, vom Vrlk a>b. Wir sind leider in diesem Punkte nicht besser als alle anderen Völker und das ist um fv mehr zu bedauern, wevl wir eine viel größere und .schw'.er'.gere Mission zu erfüllen haben als bcreiis konstiküerte Völker und Staaten. Jnr Interesse unserer Arbeit liegt es, .daß so weite Kreise als nur irgend möglich zur Milarteit nud zum Verftäudnis 'ür die auswärtige P.'litik herangezogen -werden, und noch aus einem anderen Grmide ist es schab«, daß für die.se Frage in der Mischen und nichtjüdöschen Qcffentlichkeit 'so wenig Verständnis vorhanden ist, nämlich weil hier eine Tradition nach Jahrtausenden wieder aufleben könnt«. Wenn wir von der heutigen Generation ab sehen, sv ist SS ein einzigekma! in unserer Geschichte geschehen, und Vas war zur Zeit der Makkabäer, daß Juden auswärtige PMik betreiben konnten. Wohl hat es schon früher so etwas wie sührer.-de P.-litiker gegeben, nämlich die Propheten Je sa ia u«ud Jeremia» aber es «waren nicht viele, die ihnen folgten. Was wir heute auswärtige -Politik nennen, jene komplizierten Probleme, die sich -nicht auf zwei oder drei Nachbarn beschränken, wie etwa M Zeit der Propheten, die großMige Politik auf weite Sicht haben wir nur ein LinzigeLmwl, zur Zeit der Makkabäer. Seit dieser Zeit bis zum heutigen Tage hat eS das nicht mehr gegeben. Nicht während der Zeit der Herodianer, denn damals waren «.vir schon Sklaven Roms, nicht während des ganzen Mittcilalters und nicht wahrend der Neuzeit b:S auf den heutigen Tag. Erst jetzt nach zwei Jahrüünfenden bietet sich >iut8 wieder die Chance und sie ist weit günstiger als zur. Zeit der Makkabäer, auswärtige Politik zu betreiben. Wenn wir von auswärtiger Politik des Zionismus sprechen, fo müssen wir in erster Reihe an das Verhältnis zu England denken. Es ist allgemein bekannt, daß unser Verhältnis zu England es ermöglicht hat, Las Interesse weiter Kreise für unsere Idee zu erwecken, wenn <vuch nicht immer das richtige VeMndniö hiesür vorhmden war. Die Ereignisse der letzien Monate, die sich in der nächsten Umgebung von Palästina abs-pielten, geben uns die Möglichkeit — soweit Mitlebende dies tun können, die für sich nicht Ln Anspruch nehmen, als Propheten zu gelten —zu beurteilen, ob das Verhältnis zu England, wie es von der gegenwärtigen Leitung der zionistischen Bewegung seit der Balfour-Deklaration mauguriert wurde, ein gutes war oder nicht. Es.ist nicht unbekannt, daß während und nach dem Kongreß der verantwortlichen Leibung der zioniMchen Bck.vegung der Borwurs gemacht wurde, sie wäre England MvM'ber zu nachglebig und lasse sich ausbeuten. Zugegeben, daß wir in den fünf oder sechs Jahren unserer genreinsanven Arbeit mit England mehr als einmal Gelegenheit hatten, berechtigte Klage zu führen. Ich glaube aber, wir haben heute ein Recht daraurf, zu sagen, daß die Politik, wie sie von den verantwortlichen Führern der Bewegung seit der Balfour-DeKarativn bis zum heutigen Tage im Verhältnis zu England geführt wurde, die richtige!war. Es war berechtigt, daß wir vom ersten Augenblick an unsir Verhältnis zu England als ein Verhältnisses gegenseitiM Vertrauens hinstellen. Gerade von England können wir lernen, Politik ans weite Sicht zu machen. . ES gibt kein Vcilk Und leine Bewegung, die sich so darauf, ein» richten muß. Politik auf weite Sicht zu führen, wie -daS jüdische Volk und die zionistische. Bewegnng. Wir haben «uns vor kurzem bitter darüber beklagt, daß England zum High Eommi.ssioner von Palästina, ohne sich mit uns zu einen Nichtjuden und gerade einen hohen Militär gewählt hat. Wenn man kein Vertrauen zu. sei New Partner hat.^ so konnte man sagen, daß dies «.vyhl ein VertrauenHrÜch war, den England begangen hal. Dagegen ist aber tziu'Znwenden, daß'sich England nie verpflich'tei hat, einen Juden' -uw High' Eorjtnirssio-ner zn. wählen, weder Mandat noch in privaibn Abmachungen . Man könnte jagen, daß wir bei - einem Verhältnis, das mehr als vorübergehend ist, das ans In» timität und.Vertrauen begründet sein muß, wohl hätten verlangen tönnen, daß bei einer so entscheidenden Frage unsere frei gewählt« und von England sowie vom Völkerbund anerkannt« Behörde gefragt werde. Die Ereignisse der letzten Wochen und Monate haben gezeigt, warum England über diese Frage auch im engeren KrelsL eine Diskussion nicht zulassen konnte. England hat Unruhen in der Nähe von Palästina vorausgeschen und wollte für diesen Fall einen Mann an die Spitze des Landes stellen, der die Ruhe garantieren könne. Wir, die wir keinen Einblick in die Verhältnisse haben konnten, haben den Unruhchevd damals ln Aegypten gesehen und haben uns llicht sehr getäuscht. England hat damals schon ganz sicher den llnruhcherd in Syrien erkannt und vielleicht hätten auch wir eS erkennen können. Cs ist doch nicht unbekannt, daß gerade während der Anwesenheit. A m e r h -8 in Palästina die ersten D emon st ratton en in Damaskus gegen Balfour vorgelommen sind. Wir haben eS damals in der Oesfentlichkeit klar ausgesprochen, daß die Unruhen beim Besuche Balfours m Damaskus nicht gegen ihn, sondern gegen die französische »lon gerichtet waren. WaS wir aber nicht vorausnnten und was England damals schon erkannte, ist, daß dies ein Symptom und keine vorübergehende Episode war und daß sich innerhalb der syrischen Bevölkerung Dinge vorbereiteten, die England und uns zur größten Wachsamkeit verpflichten. Dadurch, daß aus diesen Gründen die Wahl auf Feldmarschall Plumer gefallen ist, ist eS durchaus begreiflich, daß die Frage nicht Gegenstand einer Diskussion auch nur im engsten Kreise sein konnte. Mitglieder des englischen Kabinetts haben bestätigt, daß sie bis zum letzten Augenblick nicht wußten, auf wen die Wahl fallen werde. Nur ein ganz kleiner Kreis, das engere Kabinett» hat..die Entscheidung getroffen. Es hat sich^ nicht-darum gehandelt, wie die Verwaltung Palästinas im Sinne -des- Dlandats und auf dem von Herbert Samuel vorgczeichneten Wege Weilergeführt werden solle,-sondern es spielten die Fragen des Dominion m Aegypten und die Schwierigkeiten, die in Syrien für Frankreich vorauszuschcn waren, mit. Das waren Fragen delikatester Art und eS war ganz richtig, daß die führenden zionistischen Kreise in diesem Falle-bei aller Kränkung, die.sie. damals mit Recht als Kränkung, empfanden, doch ihr vertrauensvolles Verhältnis zu England nicht änderten. Wir wissen nicht,.wie sich die Verhältnisse im nahen Orient entwickeln werden; was wir aber-jetzt sehen, ist,' daß unsere politische Situation-vielt eicht niemals so güNstig war wie heute. Wir .können nicht nur England, sondern der ganzen Welt zeigen, was es bedeutet, daß dank der jüdischen Einwanderung und der jüdischen Arbeit in Palästina Ruhe gehalten werden kann. England gibt sich keinen Täuschungen hin. Hätte es das Mandat über Palästina : so übernommen wie Frankreich über Syrien» daschcißt mit -der ausdrücklichen und alleinigen. Verpflichtung, einen arabischen Staat in Palästina zu verwalten, so wären in Palästina wahrscheinlich dieselben Unruhen wie in Syrien unter französischem Regime und in Teilen Mesopotamiens und Transjordaniens, die auch unter englischem Mandat stehen, entstanden. Frankreich hat in Syrien schwere Fehler begangen, die man ihm. nach den großen Erfahrungen» die eS ui seinen Kolonien in mehr als einem halben Jahrhundert gesammelt , hatte» nicht zugeiraut.hätte. Sein schwerer Fehler in Syrien bestand darin, daß es vermeinte, seine Arbeit leichter gestalten zu können, wenn es Syrien in drei Teile teilt. Durch, die Teilung des Landes wurde, jedoch seine Einheitlichkeit nicht. geschwächt, sondern im Gegenteil, «S wurde die Bewegung für den einheitlichen Kampf gegen hie Fremden nur noch gestärkt. Wenn England solche Fehler nicht begeht, so ist dies auf die größere Erfahrung zurückzuführen. In Pälästina wäre zweifellos ein ähnlicher Unruheherd bochanden, wenn England nicht die,jüdische Einwanderung und das jüdische N a 1 i o n a l h e i m gefördert hätte. Ich glaube, daß die englischen Kreise, die bis vor. kurzem die Frage des NationallheimeS in Palästina als Belastung...für--,England empfunden haben, jetzt ganz anderer Ansicht geworden sind, nämlich daß dadurch Mastina - zu einer Oase, zu einer Insel der Seligen im aufgewühlten Orient wurde. ES liegt im jüdischen Interesse» im Lande vollständig Ruhe zu Hallen und die Macht Englands zu stärken. Es hat sich gezeigt» daß die Politik des gegenseitigen Vertrauens schon nach verhältnismäßig kurzer Zeit Früchte getragen hat. In jüdiscken Kreisen ist die veberzeugung stärker geworden, als sie noch vor wenigen Monaten war, daß wir unser vertrauensvolles Verhältnis zu England ansbaucn müssen. Was aber noch wichtiger ist, ist der Umstand, daß England erkannt hat. das Vertrauen der Juden sei Englands eigenen Interessen weit förderlicher, als noch vor wenigen Monaten geglaubt wurde. Die zweite Frage in.der-Außenpolitik ist die arabische Frage, die uns hauptsächlich interessiert. Es ist schwer, sie im gewöhnlichen^ Sinne des Wortes als eine Frage der Außenpolitik zu bezeichnen. Man kann es aber deswegen tun» weil Mt arabische Frage sich nicht nur auf die Araber in Palästina beschrankt, sondern auch auf die Araber, die in den benachbarten und entfernteren-Ländern Asiens und Afrikas leben. Auch iinsere arabische Politik, wie sie bis jetzt geführt wurde, ist die ^einzige, die man führen konnte und die man in der nächsten Zeit wird führen müssen. Sie bestand.darin, durch Worte und noch mehr durch Taten dem arabischen Volk zu beweisen, daß wir nicht als Ausbeuter ins .'Land kommen,' um sic zu schädigen oder zu verdrängen, sondern'baß wir die ehrliche und redliche Absicht haben/ die schon , vom gesunden Egoismus diktiert ist, mit diesem Stamme so gut. und

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.