Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2431 (28.11.1925)
- Date
- 1925-11-28
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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mnr Men, SamSiag Wiener MorgenzeUung . Grete Wolf-Krakaucr veranstaltet in den Räumen ihres Sfteltet2, 18. Bez., Pötzleinsdorferstraße 9b, heute eine Ausstellung ihrer Werke. Die Künstlerin tritt demnächst eine Studienreise nach Palästina an. * Lasstckle auf der Bühne. In Bremen f<mi> die erfolgreiche Uraufführung der tragischen Komödie „Laisalle" von Wolsj gang Petzet statt. Das- Stück behandelt Lassalles' Liebe zu . Hüene, der Tochter des Minister v. Dünniges, und seinen Tod im Zweckamps mit ihrem Verlobten. Lassalle wird das Opfer seines Schwankens zwischen der Arbeiterpartei, der seine Seele! gehört, uw der vornehmen Welt, aus der er hervorging und die -ihn anlockt. .Dreißig Jahre Nobel-Testament. Am 27. d. tvaren es Jahre, seitdem das Testament des schwedischen Mäzens 'Mfred Nobel eröffnet wurde. Nach diezer letztwiüiaen Verfügung gelangen alljährlich fünf Preise von je 150.000 Goldmark . 3?1 Mar: für die wichtigste phy j i k a l i f^ch e, . zur _..... Preisvertetlimg fand am 10. Dezember 1901 statt. Die literarischen Nobel-Preisträger waren bisher: IM Prudhomme, 1902 Theodor Momnrsen. IM Björnson, 1904 (geteilt) Mistral; mch Echegaroy, 1905 Sienkiewicz, 1906 Cardussi (Pseudonym: i Enotrio Romano), IM Kipling, IM Rudolf Encken, IW Selma Lagerlöf, 1910 Paul Heyse, 1911 Maeterlinck, 1912 Gerhart Stmann, 1913 Tagora, 1914 nicht verteilt, 1915 Romain Rolland, Werner v. Hetdenstam, 1917 (geteilt) Karl Gjellerup und S^-ik Pontoppidon, 1918 nicht verteilt, '1919 Karl Spitteler, Knut Hamsun, IM Anatole France, 1922 Benavente Ja- , 1903 Ueats (Irland). 1924 Ladislaw Reymont. GeriWaal. LerhLvgnÄvoller Irrtum einer Krankenpflegerin. Am '23. Oktober 1924 wurde die Private Maria H., eine kleine, * schwächliche Frau, in der Röntgenabteilung der Frauenklinik im Allgemeinen Krankenhause zur Behandlung eines Myoms der Röntgenbestrahlung unterzogen. Nachdem der Arzt den Röntgen- Hparat aus die zu bestrahlenden Stellen eingestellt hatte, nahm die Krankenpflegerin Elisabeth B. die Bestrahlung vor. Dabei unterlief ihr das. Verbängnisvolle Versehen, daß sie die Bestrahlung nicht aus die vorKschriebene Zeitdauer von 15 Minuten. sondern auf 30 Minuten erstreckte. Als Folge dieser übermäßigen Bestrahlung erlitt Frau Marie H., wie es sich bald zeigte, schwere Brandwunden am Bauch, von denen sie iwch heute nicht hergestellt ist. Es wurde gegen die genannte Krankenpflegerin sowie gegen den Arzt Dr. Franz O., der angeblich der Pflegerin als . Zeit der Bestrahlung 30 Minuten angejagt haben soll, eine Anklage wegen -qualifizierter Gefährdung gegen die Sichecheit erhoben. In der gestern über diese Anklage vor dem Landesgerichtsrat Dr: Arie durchgefuhrten Verhandlung erklärte die angeklagte Krankenpflegerin, die seit dem Jahre 1909 in verschiedenen Spitälern als Krankenschwester tätig ist, daß sie die Bestrahlung durch 30 Minuten anstatt 15 Minuten vorgenommen habe, dies deshalb, weil der Arzt ihr diese Zeitdauer genannt habe. Der angeklagte Arzt erklärte, daß er damals, erst drei Wochen auf der Röntgenabteilung war, lediglich, um oie technische Einrichtung des Apparates kennen zu lernen. Er habe oie Zeitdauer der Bestrahlung rat konkreten Falle keineswegs oer Krankenpflegerin mit 30 Minuten angegeben, habe überhaupt keine Veranlassung gehabt, die Zeitdauer /der Bestrahlung zu nennen, da dies Sache des Leiters der Abteilung, Tr. Müller, sei. Dieser habe, über die feitdauer der Bestrahlung der Frau H. befragt, einfach auf die rankengeschichte verwiesen. Der als Zeuge vernommene Arzt Dr. Müller erklärte, daß es Pflicht der Krankenpflegerin sei, die Krankengeschichte zu lesen und daß er auch in diesem Falle bezüglich der Zerwauer. der Bestrahlung am die Krankengeschichte verwiesen habe. Der Zeuge, betonte, daß ver Röntgenapparat, der nochjetzt in Verwendung stehe, tadellos funktioniere. Nach Durchf hrung. eines umfangreichen Beweisverfahrens verurteilte der ichter die angeklagte Krankenpflegerin im Sinne oer Anklage zu J> rje t Wochen Arre st, jedoch bedingt unter Einräumung einer zweijährigen Probezeit, sprach dagegen den Mitangeklagten Arzt mangels jeden objektiven und subjektiven Verschuldens frei. Volkswirt. Das MommnzwWen der PaleWe 8««- ritrer und deu palSftivenfischen Strafen. Wie seinerzeit berichtet wurde, wurde in Amerika unter der Firma „Palestine Securities" ein großes Fmanzinstitut gegründet, das den Zweck hat, die Entwicklung der Städte in Erez Israel durch Jnvestitionskredite zu fördern. Im Aufträge des amerikanischen Instituts weilte Mr. Emanuel 9t e w m a n längere. Zeit in Erez Israel, um mit den dortigen Fin'anzinstituten die Grundlagen für eine gemeinsame Arbeit zu schassen. Wie Herr Newman nach seiner Rückkehr amerikanischen Pressevertretern gegenüber erklärte, haben seine Verhandlungen zum Abschluß eines Uebereinkommens mit sämtlichen Finanzinstituten in Erez Israel geführt. Den Vertrag Unterzeichneten für die Palestine Securities die Herren Bernard Rosenblatt, Weinstein und Emanuel Newman; für den Nativnalfonds Feiwel und Naiditsch; für die Bank Halperin; für die Anglo-Palestine Comp. Horzien und für die Investitionsbank Dr. Ruzun. Im Sinne des Vertrages ist die Palestine Securities die ausschließliche Repräsenir .n der Jnvestitionsbank in Amerika, ist im Direktorium dieser Bank entsprechend vertreten, wogegen sie sich verpflichtet, Aktien dieser Bank im Ausmaß von zumindest einer halben Million Dollar abzusetzen. Ae ftegelnng der deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen. Eine Fortsetzung des Rathenau-Wertes in Rapallo. Berlin, 27. November. Dem deutschen. Reichstag ist der EnÄvurf eines Gesetzes über die öeu: sch - rusfischeu Berhaudlu n>gen vom 12. Oktober nebst tiner erläuternden Denkschrift und dem zu den Verträgen gchörerwen Notenwechsel zugegangen. Der Entlours enthält den Vor-nag, der in sieben Abkommen die Mederlassung und den allgemeinen Rechtsschutz, Wirtschaftssragen, Eise-nbahraangeleg-rnheit en, die Soffchiffahrt, Stünorfragen, die .Handelsschiedsgerichte und den gewerblichen Rechtsschutz -tetrW. Weiters enthält der Entwurf einen Konsn.larvertra!g und schl-ießlich ein Abkommen über die Rechtshilfe in bürgerlichen Llngelegenheiten. In dar Denkschrift zu diesen Vertrügen heißt es: „Der Konsulawertrag und das Rechtshilfcabkmnnwn entsprecheil im großen -und ganzen den in neuerer Zeit mit anderem Ländern abgeschlossenen ähnlichen Vertrügen. Der Hauptvertrag hat einen besolde reu Charakter. Er kann weder formell noch inhaMch als Handetsvertrag im üblichen Sinne bezeichntet werden. Er ist Als eilte.zn-sammen-sassende Regelmeg der bestehenden wirtschaftlichen atnib rechtlichen BezichnngLn Mischen den beiden Ländern in Ergänzu \xlg des zwischen beiden Ländern . abgeschlossenen Rapallo-Vertrages zu betrachten, der am 16. April 1922. durch die Bemühungen Rathen'ans abgeschlossen worden ist. Dorotheum - Bankabteilung Wien, I. Dorotheergasse 17 Copyright 1924 by 78 Fortsetzung. Votö Verlag A.-G. München Nachdruck verboten. Herr FettwaM. Eine amerikanische Autobiographie von Samuel Ocnitz. Sie schluckte und weinte. Und dann br-ach ihre Leidenschaft durch. „Nichts wirb mich zurückhalten. Nichts. Dieser Philipp hat mir solche Angst eingejagt... Was ist Geld?! All diese Jahre in mein Herz eingebrannt '* . . dabei wird gar keine Rücksicht auf mich genommen. . . Mein Leben . . . meine Gefühle. . . mein zerbrochenes Herz . . . Was ist Geld! > ... Ich habe nichts im Leben als dich! ... Ich lebe in dir, Meher! ... Ich fürchte mich. . . Was ist Geld! .. Lie'ber geh' ich und bring' mich um ... Ich tu's, ich lu's . . . Meher, denk doch an unsere Liebe . in allen den Aahren! . . . Heirate mich, Meher . . . Ich fürchte mich . . . fürchte mich ... o, er hat mir solche Angst eingsjagt . . . gerade, als ob er mich zerreißen wollte . . . nichts übrig, wofür ich leben könnte . . . Heirate mich —" Ihre Worte klangen im Zimmer wider, hämmerten-an meine Ohren. Aber Mutter war noch härter. Sie stand wie eine Mauer gegen Philipps Vorschläge... und meine brachte sie zum Schweigen... Was konnte ich tun? Ern offener Skandal wäre schrecklich gewesen. Daran war gar nicht zu denken. Also heiratete ich.Gretel. Wie die Welt schwatzte! Nicht laut. Es war ein stiller Skandal, ein unterirdisches Gasvergiften meiner, politischen Karriere. Ich war politisch erledigt. A'berwn meinen Richter- Posten klammerte ich mich fest... Ich brauchte Ehren und Macht ... Ich klammerte mich an dem Nichterstuhl fest... Als der Termin meiner Ernennung vorüber war, schloß meine Partei mit den Republikanern einen Kuhhandel, sicherte sich deren Einverständnis und vermied so eine öffentliche Kampagne, in der man sich gegenseitig mit Schmutz bewarf . . . Der stille Skandal machte die Runde durch die Stadt . . . ein Richter eines Obersten Gerichtes mit einem Dienstmädchen verheiratet! ... All die Jahre hatte er mit ihr gelebt! Der nötige Aufputz machte die Geschichte noch interessanter. Die gute .GestlljHrjt kam jetzt nicht mehr in Frage. Gretel war ziemlich ungebildet. Sie sprach ein aus der Straße aufgelesenes Englisch, das allerlei Eigenartigkeiten aufwies. Ein ehemaliges Dienstmädchen und dazu noch eine ehemalige Konkubine konnte vor den strengen Augen der deutschen Juden nicht bestehen. Außerdem konnten Gretel und Philipp einander nicht sehen. y . 2 Jetzt leben wir also in der „Allrightniks-Slraße", am Riverside Drive. Die neureichen russischen, galizischen, polnischen und rumänischen Juden haben die deutschen Juden und ihre nichtjüdischLn Nachbarn verdrängt. Mächtige Gebäude mit Fahrstühlen werden gebaut, um die andrängenden Allrightniks zu beherbergen. Das Ghetto nannte Jeden, dem cs gut ging — jeder der „allright" war in der Welt, das heißt: wohlhübend — einen „Allrightnik". Und so zogen auch wir in die Welt der Allrightniks. Allrightniks: plumpe und fette Weiber, die das Aeußerste an hypereleganten Kleidern zur Schau trugen und einander darin zu übertreffen suchten; Weiber, die man nie ohne eine ganze Sammlung blitzender Juwelen und Perlen an Ohren, Brüsten, Fingern und Armen zu sehen bekam. . . Die Männer waren stets Geschäftsleute; das Geschäft war ihr Kult, ihre Liebhaberei, ihr Zeitvertreib — ihr Leben. Wenn sie sich an Gesellschaftsabenden in kleinen Gruppen züsammenfanden, dann diskutierten sie di^ faszinierenden Einzelheiten einer Spekulation oder eines Geschäftes. Sie verdolmetschten sich das Leben in den Ausdrücken des Geldverdienens. Ihre Gesichter waren aufgedunsen und ungesund grau; ihre Bäuche standen als die Schaufenster ihrer Wohlhabenheit mächtig heraus. Sie kauten unabänderlich an dicken Zigarren; an ihren Mittelfingern sprühten vielkarätige Diamanten: „Augenöffner" . . . Die Frauen spielten nachmittags Poker und kamen abends zusammen, um. zu, klatschen und um ihre Kleider und Diamanten vörzuführen, klagten über die Dienstboten, denen sie die Pflege ihrer Kinder überließen, wiesen bezeichnend darauf hin, was sie für dies oder jenes bezahlt hatten und erzählten sich zweideutige Geschichten; ihr Geschwätz war ein hysterischer Lärm, und ihr Lachen laut. . . während im anstoßenden Zimmer ihre Ehegatten, lantmäulig und derb, sich zusammenfanden, um Stud-Poker oder Pinochle um hohe Einsätze zu spielen. Das Spiel interessierte sie nicht, nur chas Hasard. Ihre Sucht nach Spekulation äußerte sich dadurch, daß sie hasaxdierten. Sobald das Spiel begann, legten 38. PoverMr IM Nr. Erholung des ftariMcheu Frauken. Trotz des Scheiterns von HerrioiS Mission stieg der Franken, nachdem: er cm Vortage den tiefsten Kurs von 19.42 erreicht hatte, umnterbrocheu. Die Erholn «•#.fctiitb noch 'gestern ihre Fortsetzung, ohne daß eine Jnterventionstütiigkeit der Banque de France sicher festzustellcn war. Rach > einer Versio« sollen umfangreiche Deckungen der Konternrine dar rapide .Ansteigen des Frankeukursts heworgewsen haben. Jovenfalls lbesteht auch die WahvscheiMchkcit, daß der regelrechte Bedarf an Franken lauge Zeit hindurch nicht - gedeckt wurde und . nun infolge des naheUden Ultimos stärker gekauft wird. In Zürich schloß der Franken auf zahlreiche Auslandsauifträge aus fast allen,Devisenplätzen mit 20.-20 nach 19.15; vom Vortage. 1 Der polnische Z lo ty ist leicht r ü ck g ä n g i g. In Zürich - blieb er unverändert, während-in Prag und Wien stärkere' Rückgänge zu verzeichnen waren. In Wien ermäßigte er' sich von 100.85 auf 96.25, in Prag van 488 auf 472. In Warschau wurden offiziell für den Dollar 6.98 bis 7.02 Zloty bezahlt. Im iiroffiziellen Werkchr notierte der Dollar 7.15 bis 7.20.' Dieser Rückgang ist um so bemerkenswerter, da die Umsätze in Zloch vechä-ltnismäßig gering sind. Die Kursänderrmgen der übrigmr! Valuten waren -wilbedeutend. Die entgeltliche Haftung der Gemeiilde Men. In der gestrigen Sitzung des Wiener Gemeinderates wurde ein Zlntrüg angenommen, wonach die Gemeinde Wien für die land- und forstwirtschaftliche Betriebsgesellschast die Haftung für den bei der Niederösterreichischen Eskomptcgesellschast aufgenommenen Betriebskredit in der Höhe von 250 Milliarden übernimmt. Für die Uebernahme der Haftung empfängt die Gemeinde drei Prozent. Lombard- und Eskouchtebcnck. Gegen die Lombard- und Eskonrptebank waren von einigen Gläubigern infolge der nicht rechtzeitig gezahlten Ausgleichsquoten Konkursanträge eingebracht. Die fiir diese Angelegenheit anberaunne Verhandlung des Handelsgerichtes wurde gestern abgesagt, da die Konkursantrage zurückgezogen wurden. — Es wird inzwischen versucht, ein Institut zu finden, welches die Aktiven übernimmt und die fälligen Zahlungen sofort leistet. In den letzten Wochen bemüht , sich das Bankhaus Störs er als Vermittlerin für die Prager KrM« bank, diese Aktiven zu übernehmen. Borhe^ müßten aber die Aüsgleichsgläubiger sich eine weitere Reduzierung ihrer AuZgleichsquote gefallen lassen. Ein Teil der Gläubiger, unter ihnen d» Oesterreichische Nationalbank, weigert sich aber, einer solchen. Reduktion zuzustimmen. Insolvenzen. Der Konkurs wurde über Marie Ferstl. Kaffeehausbesitzerin, 3. Bez., Fasangasse 31, eröffnet. — Das Ausgleichsverfahren wurde eröffnet über Isidor Heitler, 2. Bez., Prat'erstraße 33, und A. Gabriel Kropach, Textilwarenhändler, 1. Bez., Heinrichsgasse 2. — Die Garnhandlungsfirma Geiger u. Sch immer! ing, 1. Bez., R'cnngasse 13, ist in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Die Passiven betragen 6,5 Milliavden. Liquidation einer Seidenwarenfirma. Wie das Amtsblatt meldet, ist die Seidenwarensirma Gebrüoer Schiel ,in Liquidation getreten. Die Firma hatte noch bis vor kurzem einen ausgedehnten Geschäftsumsang. - Gründung einer tschechoslolvakischeu Flugzeuggesellschast. Aus Prag wird telegraphiert: Die Firmen I. Walter sich ihre Gesichter in ernste Falten, und sie widmeten sich mit all der Geschicklichkeit, die sie hatten, dem Hin- und Herwogett des Zufalles . .. Teure, lebhaft gefärbte Automobile mit livrierten Chauffeuren kündeten von weitem ihren Erfolg an. Da sie sich ganz dem Erwerb des Reichtums gewidmet hatten, war das Protzen Lebensnotwendigkeit . . . Protzen! Protzen! .... Selbst in ihrer Wohltätigkeit. Pompöse, gerechte Wohltätigkeit . .. Protzerei ... Sogar die Verheiratung ihrer Kinder war nichts anderes. Prunkvolle Eheschließungen, Geld mit Geld, Geld als Standard dieser besonderen Aristokratie ... Das Dollarland. . . Gretel, die bislang eine versteckte, zweifelhafte Rolle gespielt hatte, gefiel sich jetzt irr dem extravaganten Tun der Allrightniks .. . Und die Religion der Allrightniks bestand darin, daß sie in hochfeinen Tempeln und Synagogen protzend sich zur Schau stellten . .. Und an ihren Busen nährten sie Hunde und Affen und äfften auch hierin der sogenannten guten Gesellschaft der GoyiiN nach. ■. Ich hin heute Mer und sarkastisch... Das Pack, düs als verarmte und des Wohlseins U'Ngewohnte Ein-wanderer hier ankam, ist durch den plötzlichen Relchtu-m betrunken und benebek. worden... Uebcr die Eastside wunderte ich mich... Auch die war nicht «mehr das, a>ls ivas ich sie als Kind, a>ls junger Mann gekannt habe... Ich war mit: der Welt anßer' Kontakt geraten... Crane sagte, wir pendelten stets zwischen Extremen hin und her... An der Eastside gewannen die Radikalen an Boden. Brachten die den geistig Hungrigen geMge Nahrung?... Wer hätte das vor fünftzchn Jahren gedacht, daß die Sozialisten eines Tages eine meiner eigenen politischen Trutzburgen erringen würden, wie sie es bei der letzten Wahl getan haben?! ... Geldjäglev und Traumjüger..Im Ghetto gab e's einen neuen, isanatischen, mit Riesenschritten anwachsenden Kust, den des Jntellektmll'ismus... ein .hochgespannter JdeMmus... Kunst, Literatur, Musik, Sozialwissenschastw nnd Politik im reinen Sinne des Wortes —» der «die junge Generation mit sich riß, für mich eine unibekannte Generation, so fremdartig und unbegreiflich... Diese. neue Generation, dieser seltsame Fremdling schien auf mich los zu kriechen... was bedeuten sie... lvas wollen sie.,.. wohin werden sie geraten... wo werden sie enden.. < wird auch sie die Sucht nach Erwerb packen und betäuben^ (Schluß folgt.)