Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2430 (27.11.1925)
- Date
- 1925-11-27
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Wien 4umAohoien in der' Expedition, IL, Uboistt. 1-3, oder ln einet Verschleißteile fTratflo monatl. o Schilling Strassen verkaüi in Wien durch die Kolporteure der Firma Gold sch m ied, i U Wollzeile 11 Mit Postyersand tür Wien und Oesterreich monatlich I 5 Schilling Tschecho» Slowakei: Mon.K22. Jugoslawien: Mon. Din. 60. Polen: Mon. 4Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 n«diMtUiin£efl Mi frel«. erhSbon en vorbebslicn 20 a Eng l and: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl. 18 Lire: Runänlen Mon. 170 Lei. Bulgarien Mon.lOOLewa, Schweiz.und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration Wien, ILTaborstr. 1 reiephone: '44*0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82, IX.. llniveisltätsstrasse 8-8 (Duckerei >g. Steinmann) Oesteneichlsches' Postsparkassen-Konto Nr. 150;698 atjmmi Wim. Fiel!aß, L7. November 192b 7. Fabrgmß PMina durch dir MEm WOfe nicht SeMrimgr« der S^erkommMrr Lord Pimoer und der MonlalmIWerr Amertz. Jerusalem, 24. November. (I. T. A.) Mehr als 2000 chriftlich-avabischc Flüchtlinge aus Syrien, insbesondere aus Hasibayah, Jodeida und Marjadschun, sind in Obevgaliläa, in der Nachbarschaft von Rosch -Pi nah und Tiberias, konzentriert. 300 Mann Gendarmerie überivachen die Ordnung unter den Flüchtlingen. Die Erzählungen der Flüchtlinge über die Grausamkeiten der Drusen und deren Streitkräfte, die an der palästinensischen Grenze lkonzentrrert sind, hadert uni er den Bewohnern der jüdischen^ Siedlungen. in Nordpalästina eine gewisse Nervosität -hervorgeruf-en. Daher ersuchte der Leiter der Zionistischen Exekutive ln Palästina, Ko-lonel Kislh, den Oberkommissär Marschall Plumer mn Erklarnngen über die Lage. Heute hat Lord Plumer IKokonel Äish empfangen und gab ihm die Versicherung ab, daß dem nördlichen Palästina keinerlei Gefahr droht, in die Kämpse zwischen den Franzosen uud den aufständischen Syriern irgendwie embezozeu zu werden. Die Mitteilung Amerys m Unterhaus > Wigendünst.der ,,Wiener Mmgeuzeitung".) Ändo«, 26. November.In Beantwortung einer --im. Unterhaus gestellten Anfrage, inwieweit Palästina durch die Kämpfe i n S h r i e n in. Mitleidenschaft. gezogen wurde und ob. bei diesen Kämpfen auch englische Sicherheitsorgane eingreisen mußten, erklärte ,Kolonralmmister Amery: „Palästina würde von den Unruhen, die in Syrien ausgebrocheu sind, in keiner Weise berührt; weder britische Polizei noch Gendarmerie hht an den jenseits der Grenze stattgefundenen Kämpfen teilgenvmmen. Ein arabischer Emissär zum Völkerbund. London, 26. November. „Times" berichten: Bor,etwa einer Woche ist ein arabischer Führer nach Europa abgereist, um beim Völkerbund die Verhältnisse Arabiens darzulegen. Aus einer anderen Meldung ergibt sich, daß es sich b einen gewissen Jhsan Jafiri Bei handelt. Die verschiedenen Berichte über den Zweck seiner Reise widersprechen einander. Nach'einer Meldung sollen die Araber bereit ,sein,, das M.andat derTürken anzunchmen. Die anderen Meldungen besagen, daß die Araber die vollständige Unabhängigkeit der arabischen Länder verlangen, die -sich zu einem s e il b st ä n d i g e n Staat verem'gen sollen. In einer Unterredung mit einem, türkischen Mett erklärte der Emissär, es sei vollständig unwahr, daß irgendeine fremde Macht die arabische Negierung unterstützen werde, oder daß sie Waffen von England erhalten habe. England habe im Gegenteil die G r e n z e n noch st ä r k e r als früher ab-ge sperrt. Neue arabische Petitionen. Jerusalem, 24.- November. (I. T. A.) Die Exekutive des shrisch - pa.l ä st inensi,schen Kongre sses übersandte dem .WGrbund ein.neues, 86 Seiten .starkes Mcmo.randrk ivelchrm' Äie Forderungen -der ara-bischen Bevölkerung nach U n a b h a n g 'r g k e i t der LänderSyrien, Libanon und Palästina und nach^ Bereinigung diesem Länder .wiederholt werden. Ferner wurdendie A u f h e b u n g d e s M a n d a t s, die Zur ückziehung der britischen und franzos-ischen T r nppe n und die An nullieru ng der Balsou r - De kla ratio n gefordert.' Das Memorandum ist -von Emir Michel; Lotsallah, Said Rashid Rida, Tewfdk Razasi-und Asad Tajad unterzeichnet. Re We in Fnmkreich. Herriots Mission gescheitert, Briaud bildet das Kabinett. 'Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Paris, 26. -November. Die von Herriot anaostrebte VkegiermlgKkM-ition mit Einschluß der Sozialsten ist nicht zustande gekommen. Die sozialistische K a m m e r >f r a k t i o n hat e i n >st i m m i g r.nc Entschließung gefaßt, in der feftoestellt wird, daß eine Verständigung mit den Vertretern der Linksparteien in Kammer und Senat bezüglich der Finanzsrage nicht hat ermöglicht werden können, da zwei Aufs a s s u n g e n weiter einander gegenüberstehen. Das, von den übrigen Parteien vertretene Regievungssirogramm entspreche nicht der Auffassung, die die sozialistische Partei vertritt, da es der sozialistischen Partei nicht einen E i ns'luß entsprechend der Verantwortung sichert, die man von ihr fordert. Die Sozialisten, haben daher das von Herriot gestellte Anerbieten der Zusammen arbeit it i cht angenommen. Daraus hat Herri o t, nachdem er von einer Sitzung der radMsozialisti scheu Partei die Ermächtigung eingeholt hatte, den Auftrag zur Regierunasbrldung wieder abzugeben, seine Mission in die Hände des Präsidenten der Republik zur.ückgelegt. Präsident D o u m e r g u e 'berief hierauf B r i a n d -ins Elysee, der die Kabinettsbildung übernommen hat. . - - Miischerin in Paris. Paris, 26. November. (Haväs.)' Der russische Volkskomm'. ssär des Aenßern, Tschttsch er in, ist heute vormittags hier eingetrossen; er - wird voraussichtlich z w e i Tage hier bleiben - und dann „ nach S ü dfrankreich. weiter reisen. - *; ' -. Heute vormittags hatte Tschitjcherin eine etwa einstündige Unterredmia. mit B r i a n d. Sie Lmarnoveriröse vor Hem RMtag. In zweiter Lesmtq angenommen. Berlin, 26. November. (Tal.-Konrp.) Der Reichstag siimmt-e heute in zweiter Lesung über die Verträge von Locarno namentlich ab. Die Regierung wurde mit 27isgegen 159 Stimmen zur Unterzeichnung der Verträge ermächtigt. Mit 242 gegen 169 Stimmen bei 17 Stimmenenchaltungen wurde darauf ein deutschnatioualer Antrag abgelehnt, wonach der Eintritt Deutschlands in den Vö-lkerbund erst nach Erlassung eines b e s o n de r e n Ge s e tz e s erw-gen darf. Bei dieser Abstimmung, enthielt sich die bayrische Volks- Partei der.Stimmenalgabe. , Der Artikel L des Gesetzes, der die Ermächtigung zum Eintritt in den Völkerbund enthält, wird .in einfacher Abstimmung mit g r o ß e r M e h r h e i t a n g e n o m m e «. Darauf vertagte sich das Haus für Freitag mittags zur Vornahme der d r i t t e n L e s >u n g über die Verträge -von Locarno. Der BMavpaft. Belgrad, 26. November. (Tel.-Komp.) Nach einer Meldung der „Politika" aus B u k a r e st hat der rumänische Außenminister D u c a dem griechischen Gesandten in Bukarest den Entwurf eines Balkan Paktes vorgelegt. Die Bestimmllngen des Vertragsentwurfessind im allgemeinen denen des, Vertrages von L o c a r n o nachgebildet. Rener Umkurz ia JeKtis. Der christliche General Feng In die Stadt eingezogen., Peking, 26. November.. , Muter.) Starke Truppenübteilnngen der Armeedes Generals F e n g y ü h s i a n g sind in P e k i n g einmarschiert. Ter Whrer der Anbänger des Warschalls. W u p e'i f u, Tsenghuchun, ist verhaftet worden. ' Aschamki hat sich bet Berliner Auf Befehl der ukrainischen Militärorganisation. — Ein ergänzendes Geständnis. Berlin, 26. November. (Wolfs.), Das Berliner Polizeipräsidium teilt mit: Der Lemberger Attentäter Olschanski hat sich bei der Berliner Polizei freiwillig gemeldet und erklärt, er habe das Attentat aus Befehl der geheimen n k r a i n i s ch e n M i l i t ä r o r g a u i s a t i o n ausgesührt, die ihm, als er sich nach der Tat in Sicherheit gebracht hatte, versicherte, daß sie selbst die entsprechenden Mitteilungen an die polnischen Behörden machen würde, um zu verhindern, daß ein völlig Unschuldiger, nämlich der als angeblicher Attentäter verhaftete Steiger, verurteilt wurde. Olschanski betonte, er habe bisher angenommen, daß dies genügen würde, um eine Verurteilung Steigers zu verhindern. Da aber trotzdem die Verhandlung gegen Steiger schon durch sechs Wochen geführt werde, habe ihn der O b e r st e R e v o l u t i o n ä r e R a t der geheimen O r g a n i s a t i o n Veranlaßt, der preNtzischen Polizeibehörde gegenüber sein früheres Geständnis in allen Punkten Die Einzelheiten, die Olschanski nunmehr bei seiner Vernehmung mitgeteilt hat, schließen nach der Ansicht der Polizeibehörde jeden Zweifel daran aus, daß er der wirkliche Attentäter ist. Das Protokoll über die Vernehmung Olschanskis ist unverzüglich dem preußischen Ministerium d e s I n n e r n übersandt worden, das darüber entscheiden wird, ob und in welchem Umfange eine Weiterleitung an das Lemberger Gericht erfolgen soll. Der Eindruck der NaEckit in Lemberg. (Von unserem H.-Korrespondenlen.) Lemberg, 26. November. In späten Nachmittagsstunden verbreitete sich die sensationelle Meldung von dem aus Befehl der ukrainischen M i l i t ä r o r g a n isation abgegebenen ergänzenden Geständnis Teophil Olschanskis in der Stadt. Sie machte überall tiefen Eindruck, da man davon eine entscheide n de W e ndu n g im Steiger-Prozeß erwartet. Für die späten Abendstunden hat die Verteidigung Steigers eine Konferenz der gesamten Lemberger Presse einberufen, um den Pressevertretern Aufklärungen über das neuerliche Geständnis Olschanskis bei der Berliner Polizeidirektion zu geben. (Uebex den Steiger-Prozeß Näheres Seite 2.) Der PrWevt des jMÄen Nationallates in Prag zuMgettete«. Zum Protest gegen dir Vorgänge bei den Parlamentswahlen. Prag, 25. Oktober. (I. T. A.) Präsident Masaryk und Minister B e n e s ch haben bis jetzt auf die jüdischen P r o t e st e gegen den unerhörten Wahlterror, der den B e rlust aller jüdischen Mandate zur Folge hatte, keine Antwort erteilt. Als Zeichen des Protestes gegen d^s Verhalten der Regierung hat der Präsident des Jüdischen Nationalrates m der Tschechoslowakei, Dr. Ludwig Singer, das Präsidium niedergelegt und dabei er- . klärt, er könne diese Würde nicht weiter behalten, nachdem seine Politik der Loyalität von der Regierung desavouiert worden ist. Für den 6. Dezember dieses Jahres wurde eine-S o ndersitznng der jüdischen Partei einberusen, irl der über Maß nahmen zur Sicherung der jüdia u S N u t r i"a, N e r z° u n d Z o b e l-M u rm e l, Pers i;;a:n;e t u n b S e a l s o w i e Herren p e 1 z-e z t iv trklich ä u b, c r st redigierten Prellen, garant. Frima'prlma-Qualit&ten P clzhaus Praterstrasse 9-11