Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2429 (26.11.1925)
- Date
- 1925-11-26
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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V [Knien. .iw , W i e n Lum Äohoien in der ' Expedition, 11, laboisti. 1-3, oder in eineiVerscbleisstelle < nTratik' monatl. o Schilling Strassenverkaui in Wien {durch die Kolporteure der Finna Gol dschmied, < i„ Wollzelle 11 MU Postversand ttii Wien l and Oesterreich monatlich 5 Schilling, I Tscheche* Slowakei: (Mon. K22. Jugoslawien: ' Mon. Din. 60. Polen:Mon. 4Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4, Frankreich, Bel gl en- Mon. Frcs. 18 ^achuhmarc* v«> r rei *- erbObno^ea vorbehillcB rettet iPreis 20TI England. Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl. 18 Lire: Ru nänien Mon. 170LeL Bulgarien Mon.IOOLewa, Schweiz und das übrige Ausland monadien Frcs. 5 Redaktion, Administration Wien.II.Taborstr.l Telephone. 4441-38, 43-3-19 Ab 6 Uhr 21-102, 25-2-82 IX.. Universitätsstrasse 6-8' (D ackere! g. Steinmann) Ocsterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 «t. 2429 Wir». roMtts a». Lß. Uaamvn 1925 7. zabrsan» Die Mast Syriens. eE.ftE«e WMnm in bet Schweizr - Syrien fordert AnfHednn, des Genf, 25. November. (Schweiz. Dep.-Ag.) Wie die Hier erscheinende Zeitschrift „La Tribüne -'Orient mitteilt, find in der Schweiz in der letzten Zeit zwischen beauftragte« Vertretern des syrischen Volles und einer s r a «z ö s i s ch e n Persönlichkeit private Besprechungen über die künftige Lage Syriens 1 gepflogen worden. Tabei soll ein Entwurf für ein Abkommen mit folgenden Grundzügen ausgearbeitet worden sein: Syrien fordert die Aufhebung des Mandats, l die Anerkennung der Unabhängigkeit Syriens fsowie die Zulassung zum Völkerbund. Die zu- . künftige Form der syrischen Regierung wird durch eine i! o n ft i t u i e r e n d e N a t i o n a l v e r f a m mlüng sestgestellt werden, zu der die Wahlen unverzüglich in aller Freiheit durchgeführt werden sollen. Als Gegenleistung erklärt, sich Syrien bereit, mit Frankreich einen Bündu isv er tr qg. abzu.sch ließen, i wonach Frankreich die Errichtung eines F l o t t e u st ü tzpunktes tn Beir«t, und dhHMüng einer Garv Lso« i 8 r b a n o n zugestanden werden. Ferner ist; Syrien bereit, Frankreich im Falle.eines K r i e g e s syrische Kontingente' zur Verfügung zu stellen, deren Ansrüstung jedoch Sache der französischen Re- ' giernug wäre. Andererseits würde Frankreich die Verteidigung Syriens im Falle eines Angriffes solange übernehmen, bis Syrien über genügende eigene nationale Streitk raste verfügt. Chamberlain über die Mandate. London, 25. November. Im Untechaus erklärte , L h a m b e,r l ai n in Erwiderung aus eine Anfrage, es ' liege auf der Hand, daß. es für Frankreich und England bezüglich der Mandatsgebiete in Syrien, im Irak und Palästina gemeinsame Interesse n gebe. Diese seien bet der Z usammenku«ft mit de Iouvenel und dem britischen Kolonialstaatssekretär erörtert worden, ebenso die Frage der Regelung jenes Teiles der gemeinsamen Grenze, der noch nicht festgesetzt sei. Eine m i l i t ä r i s ch e A k t i o n der britischen Streitkräfte gegen die Drusen sei selbstredend weder gefordert noch angeboten worden.' Belagerungszustand. Paris, 25. November. (Hav-as.) Ter Oberknnmisfär von Syrien hat über die Stadt und den Sandschak Damaskus sowie ü('er. Hauran den Belagerungszustand verhängt. In dieser Maßnahme darf keine Verschlechterung der Lage erblickt werden. Sie ist viel mehr deswegen erfolgt, um dem Wunsche der Bevä kerung von Damaskus, die in dringender Weise um Schutz vor den Banditen und Räubern gebeten hät-zu - entsprechen. ' Dies r a n-z osis che n Trn p'p en * haben M e rd f ch e.j trat besetzt. ■ Die mMärische Lagei ist gut.' Re WMMnOMUGs. Sir ClWoW Verträge.mit Ihn Saüd. London, .25. November. (Tel-Komp) ' Das Foreign Office dementiert die Meldungen, die über das von ° Sir Clay ton mit I b n Saud getroffene Ü e b e re i n kom men 'verbreitet wurden.^ Bon einem britischen P r o t e k t o r a t über den Hedschas > und Nedichd . sei keine Rede. - Durch das Abkommen werden nur die Gr e n z e n z wisch e n d e m G e b i e t e -J.b n S a u d s und dem br i ti sche n Mandats g e b i e t festgelegt. Jbn Saud noch nicht in Medina. . London, 25. -Novem'ter. Das Routersche Bureau erfährt, daß keine Bestätigung des Gerüchtes über eine Besetzung Medinas durch die Truppen Sauds > ff/ ff ßf ^4, f? A* n ** •-*■** * s? Hs £ 4? & £ $ $ 'J? £ & $ ////fff 7* -o & Jb» Kinzweites Ka fnett Herrtot in Mt. Doumers Mission gescheitert. . (Eigendiensr der „Wiener Morgeitzeitung".) .Paris, 25. November. Durch den Beschlüß der Sogm- Usten,' der gleichzeidig" mit' der Betrauung Doumers, das Kcvtmett zu bilden, bekanntgegeben wurde, und besagte, die sozialistische Kammerfraktion sei nur. bereit, mit, einem Ka b i n e t t.der Lin k e n zusammenzuarbeiten und würde gegebenenfalls die'Negierung alle i n übernehmen, war Doumers. Mission zum Scheitern verurteilt, ehe sie noch recht begonnen' hatte. Da. Doumers F i n a nzprogramm sich sehr stark von den Auffaffungen des' Linkskartells über die Lösung der schwierigen Flnanzisragen entfernte, fand er bei keiner Gruppe des Kartells, sichere1 Untevstützung und hat heute nachmittags den Auftrag zur. Kabinettsbildung zurnckgelegt. > Der Präsident der RepuM hat s-ofovt nach dem Besuch Doumers...den Kämmerprüsi'denwn H e r r i o t zu sich berufen. In-politischen Kreisett spricht man von eimm Kabinett H e r r i o t, das sich auch auf die Rad ikale n stützen würde, die >b ish er auhe rha lb des Kartells standen. In der heute stattaehabten Sitzung der radialen Kammerfraktion traten besonders M a l v y und Senator S a r r a u t für die Einheit des Kartells und die Zu sa in me narbe it "m i t dem Sozial i st i n ein und m der nachher. abgehaltenan Versainntlung der Vertreter der Linksgruppen herrschte zwischen ScMisten und Radikalen.sehr versöhnliche S t i m m it n g.?Die Voraussetzungen für die Kombination eines „großen Kabinetts" H e r r io t - wären demgemäß nicht .ungünstig. HLrriots Missipn.: -. . Paris, 25. .November. .(Havas.) H e r r i v t hat die . Kmb i netts b.il du n g. übernommen. temmt nach Paris. Paris, 25. November. (HavÄs.) Der russische Vollskommissär des Aeußeru Tschitscherin wird rm Laufe dieser Woche nach Südfrankreich reisen.' Nach offiziellen Mitteilungen wird Tschitscherin zweifellos gelegentlich der Durch r e i s e i n P a r i s m v t Briand und anderen Persönlichkeiten des poWischen Lebens Begegnungen haben. _ Sin italienisch'WMchrr Srenzvrrtraz. Rom, 35. Novemiber. „Tribuna" bericht^ aus Kairo, daß gestern oin i t a I r e n i s ch - ä g y p i i s ch e r G r e n z v e r t r a g zustandsgetommten sei, wonach Italien die Oase von D s ch a r a b u h echalte,.. während es . eine G r e n z b e r i cht igung bei Solu in (Qche an der tr'i.politanischen Grenze) zugestcht. Der öMi'sche Premier vlötz'ich gestorben. London, 25. November. (Tel.-Komp.) Blättermeldungeu aus Kairo zufolge, ist der ägyptische Premierminister Ztwar Pascha Heute plötzlich gestorben. . Ziwar Pascha, übernahm die Ministerpräsidentschaft nach dem Sturz des nationalistischen Kabinetts Z a g h l u l P a sch a als erklärter Vertraue n s m a n n E n gl a n d s. Ziwar! Pascha konnte jedoch niemals das - Vertrauen der-breiten' Volksmassen Aegyptens erringen/und vor einigen Tagen..trat dqs ausgelöste ägyptische Parlament, entgegen dem Verbot der von England beeinflußten Regierung Ziwar Pascha, als Rumpfparlament in einem Hotel in Kairo zusammen und wählte demonstrativ den Führer der Nationalisten Z a g h l u l Pascha zum Präsidenten. , Irr Lohn i es Wi chen Eervilirmr. (Von unserem Budapester Berichterstatter.) Die Jubiläumsfeierlichkeiten der ungarischen Juden sind verrauscht. Verrauscht in des Wortes ursprünglichstem Sinne. Die „verantwortlichen Führer" der Juden in Angarn haben sich in wahren patriotischen Paroxysmus hineingeredet, den niemand von ihnen verlangt hat, und der so würdelos war, daß selbst die wenigen christlichen, liberalen'Politiker, die es noch in Ungarn gibt, von dieser Geschmacklosigkeit angewidert waren. Wie eine 'Stimme aus dem alten Ghetto der' jüdischen Leibeigenen, die um. ihr Leben bangten, klang die Rede des Hauptredners,' des' Präsidenten der Budapester . Kültusgemeinhe, Dr. Alexander L e d e r e r, der nach einer . Häufung von Superlativen sichschließlich gewissermaßen;ZajrfoW^MrsHM,mdem .er aüsM: / .;; . , -, „Mag auch Gehässigkeit uns aus dem ^Verbände des - Angartums ausschätten wollen,'diese Gefühle sind unentwurzelbar'verankert in . unserer. Seele, und das anögeu sich auch diejenigen Glaubensgenossen im Auslande merken,' die an unserem jüdischen Selbstvewußtsein zweifeln, toeilwir einen Konflikt zwischen unserer Reli- ' gion und unserem Vaterland nicht kennen und. unsere Sache mit der unseres ungarischen Vaterlandes als unlösbar verknüpft betrachten. Laut und feierlich verkünden wir: wenn auf Kosten unserer Gleichberechtigung die Nation von ihren Leiden .erlöst' werden könnte, wenn die Schmälerung unserer Rechte das Vaterland auch nur um einen Schritt dem Grundgedanke^ des ungarischen Kredo, dem integren Ungarn, näherbringen könnte, so wären wir gern bereit, auf unsere Rechte zu,verzichten."' Dann kam die Stellungnahme der Vertreter der jüdischen Kultusgemeinden zur Frage des^ Numerus clausus. Auch hier übertriefender Patriotismus und eine Resolution, die gleich beweisen sollte, daß das an Eidesstatt abgelegte Gelöbnis der ungarischen Juden, ge- gebenenfalls auf ihre Gleichberechtigung zu verzichten, keine leere Phrase des Budapester Kultuspräsidenten ist. Diese Herren stellen sich nicht so dutnm, sie sind es wirklich, wenn.sie in ihrer Resolution erklären: „Wir sind Ungarn, fühlen uns als ein Toll des Ungartums, und der Vertrag von Trianon, der eine ■ Trauer unserer Nation ist, kann nimmermehr eine Rechtsquclle für. uns sein. ' . Auf der. Grundlage der ungarischen Verfasiung siebend, den Sieg unserer Gleichberechtigung von der Ausi •: erstchung der edlen ungarischen.Traditionen erwartend, wünschen wir die Angelegenheit des Numerus clausus aus heimatlichem Boden niit.der Regierung und der Gesetzgebung unseres ungarischen Vaterlandes anszutragen. Aus diesem Grunde riefen und rufen wir den Beistand vvn keinerlei ausländischen Faktoren an und wir lehnen solchen Beistand ab, auch wenn er guten Absichten entsprungen sein ntag." . Diese Entschließung wirkt nicht vernünftiger» eher noch erniedrigender dadurch,, daß sie vom Oberrabbrner Dr. Simon Hevesi verlesen und begründet wurde. Es hat Stimmen in jüdischen Kreisen Ungarns, gegeben, die der Meinung waren, daß die schmähliche Haltung der jüdischen Führer taktische Berechtigung habe und die Folge eines stillen Uebereinkommens mit. der Regierung sei. Diese Kreise waren überzeugt, daß der namens der Regierung anwesende Kultusminister Graf Klebelsberg, der ja das Haupthindernis der Aufhebung d e s N u m e r u s.c l a u su s ist, die widerlichen Kriechereien derhurrapatriotischen Juden wenigstens mit einer Andeutung des Willens der Regierung, die Schmach des Numerus clausus von den Huden und dem Lande zu nehmen, quittieren werde. Man hätte dann eventuell auch manche Erniedrigung in Kauf nehmen können. Aber zur Schande der ungarischen Judenschaft ist das gerade Gegenteil geschehen. Kultusminister K l e b e l s b e r g hat diese servilen Juden einfach verhöhnt und ihnen den allerdings nicht unverdienten Fußtritt ge- (eaer Kunde Anweisung aut einepiioiogiapu s« he nähme und dre herrliche Photos ohne Preisabschlag bei Etnkauunserer billigen Waren im Betrage «/oh > 30 >m Waienhaus I Schiff mann H. Taborstraße 48 4 7-2» < kn gros En tfeiaiE D8-9A