Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2428 (25.11.1925)
- Date
- 1925-11-25
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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fpoicn; 20 ttiosgy | Wien /.uinAühoien mder Expedition, li., 1 aboisti. 1-3, oder ln einei Veischleisstelle VTratlki monatl.oSchilling Strassen verkam in Wien durch die Kolporteure der Firma Qol d schmled, »„ Wbllzelle 11 - Mit Postversand tür Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tschecho-Slowakei: Mon. K 22. Jugoslawien: Mpn.Din. 60. Polen:Mon. 4 £loty. Deutschland: Mon. Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. IS AitbMliiiiBK«B oei Ir e»$• crböbon eo vorbebalien Wiener IPreis 20 gl England: Men. 4 Schilling. Italien: Monatl. 18 Lire: Ru nänlen Mon. 170 Lei. Bulgarien Mon.IOOlewf. Schweiz und das übrige Ausland mona'licn Frcs. 5 Redaktion, Administration Wien.II.Taborstr.l Telephone 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX. Universitätsstrasse 6-8 (Duckerei ig. Steinniann) Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 9t. 2428 Wien. Mittwoch. 2S. Ro»eml>er 192b 7. galirgan« Syrien und Palästina. Ter neue syMe SbkriommWr skr die Mammenarbtit tznglnvdr und FrMreW. — Tepeschenwechsrl zwischen de Zonvenel und Lord Pmmer. — Frankreich und dar iüdiiche Nalionalhelm. Paris, 23. November. ($. T. A.) Senator Henry de I o u v e n e l, -der neue französische Oberkommissa r für SYri.en, gelvährte un-mitt-ebbar vor seiner Hecke erfolgten Abreise nach Syrien dem Vertreter der Jüdischen Telegraphenagentur ein Interview, in dessen Verruf er die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit zwischen den Nrandatsregiermigen in Jerusalem und in Damaskus darlegte. In diesem . Sinne habe er an den britischen Oberkommissär für Palästina, Feldmarschall Lord Plnmer,-telegraphiert und Me von diesem eine sehr freundschaftliche Antwort erhalten. Er hege keinen Zweifel darüber, daß sich eine solche Zusammenarbeit im Interesse der beiden Mandats!ander gut werde bewerkstelligen lassen. - Neber das Problem der Errichtung eines jüdischen Nationalheims in Palästina äußerte sich de Jouvenel: Frankreich 'hat den Vertrag von San Remo, der die Errichtung eines jüdischen Nationalheiins in Pailästina vorsteht, unterzeichnet und Frankrcich wird seine Unterschrift respektieren. Ich persönlich wevde als Vertreter Frankreichs im Sinne btt-französischen Unterschrift handeln. > Ich bin — setzte de Jouvenel fort — niit dem Pro- Aem .-des Zionismus sehr wohl vertraut, meine Freunde, insbesondere Senator de Monzie, haben mich darüber unterrichtet.'Ich-habe keine vorgefaßte Meinung für oder gegen den Ziouism-us, sind doch die Juden selbst in dieser,Frage nicht einig. Ich werde mich bemühen, die Frage an Ort'und Stelle zu studieren und kann jetzt nur wiederholen, daß wir Franzosen alle von uns in Gemeinschaft mit'anderen Mächten übernommenen Verpflichtungen treu erfüllen werden. . Senator de Jouvenel betonte noch, daß , die Araber Syriens die Idee, des Mandats offenbar mißverstehen, wenn sie glauben, daß man ihnen die Freiheit nehmen wolle. Die Idee des Mandats ist eben die, daß den staatlich noch ivenig entwickelten Nationen dazu verholfen werden soll, sich einst selbst regieren zu Wnnen. Frankreich ist gegenüber den Syriern gnt gerüstet. Ich hoffe, daß es nicht nötig sein wird, die sich unterwegs befindenden Verstärkungen zu verwenden. De Jouvenels Besprechungen mit Chamberlain und Amertz. . London, 23.' November.' (I. T. A.) Der neue französische Oberkommissar ftir Syrien. Senator : Henry de HoüvenÄ.. hat in seiner zweieinhaWündigen Unterredung mit dem britischen Außenminister C h a m b e r I a i n und dem Kobonienmimster Amery rm Foreign Office, der ein gemeinsames Diner folgte, die Möglichkeit einer homogen e u P olit ik i m nahen O st e n erörtert; es wurde auch eine Zusammenarbeit zwischen den, Mandats^egierungen' in, Palästina, Irak, Transjordanien und Syrien in Erwägung gezogen. Dabei kam der Gedanke zum Ausdruck, daß auch die Politika im Osten im Miste von Locarno geführt -werde und daß die französisch-englische Zusammenarbeit mit den' ,W.ii n s ch e n d e r A r a b e r und der anderen Völke r, der M a ndatsländer im Einklang stehen-solle. De Jouvenel versicherte im Namen der französischen Regierung, daß, sobald normale . Verhältnisse ei »tre ten werden, den vier in Shrien vereingien Ländern A u t o n o mie gewährt werden wird. Auch die D r u s e n sollen, wenn sie es'wollen, dieser Autonomie'teilhastig Werden. Der Drusensultan Atrasch fordert volle Unabhängigkeit. ' Jerusalem, 28,. November. (I.'. T.A.) Das Organ öcr arabischen Exekutive in Palästina „Felestin" veröfsentlicht eine Erklärung - des Führers der Drusen, Sultan Atrasch, die' besagt: „Die T rufen werden so lange kämpfen, bis die Unabhä ngigkeit SYriens erreicht sein wird. Gegenüber den Gerüchten, daß mit de Jouvenel im Namen der Drusen über einen Frieden verhandelt wird, erkläre ich, daß wir niemanden bevollmächtigt haben, über den Frieden zu verhandeln. Eine französische Kolonne eingeschlossen? Paris, 24. November. (Tel.-Komp.) Wie der „Temps" ans Beirut meldet, sind seit fünf Tagen die französischen Posten im Her mon ge bi r ge von 2000 Mann starken Streikräften der Drusen in R a ch a y«, einer ans der Kreuzsahrerzeit stammenden Festung, vollständig eingeschlossen. Drei von General Gamelin ent'andte Hilfskolonneu wurden am Samstag zurückgeschlagen. Montag ist es den Drusen gelungen, in die Zitadelle einzudringen. Sie wurden zwar wieder zurückgeworfen, doch haben, die Verteidiger durch Brieftauben - daß ihnen die Munition ausgegangen sei. Das Oberkommando hat darauf drei Kolonnen mit größter Beschleunigung , vorgeschickt. Die, französischen Entsahtruppen sind 2000 Mann stark. Die Stadt Rachaya ist von den Drusen ln B ra n d gesteckt 'worden.- >- Rachaha entsetzt. : Beirut, 24. November. (Havas.) Die srauiMschen Truppen haben Rachaya besetzt und die Garnison befreit. Die Drusen, die sich in vollem Rückzug befinden, erlitten beträchtliche Verluste. > Ar Me in Frankreich. Briand lehnt ab. — Doumer mit der Kabinettsbildung betraut. — 24 Stunden Frist. (Eigerldienst der „Wiener Morgenzeitung".) Paris, 24. November. Briand, dem der Präsident der Republik die Mission zur, Bildung eines Kabinetts übertragen hatte, wollte ein solches mit Herriot und Painleve sowie mit Einschluß der Sozialisten bilden, denen er drei M i n i st e r p o r t e f e u i l l e s antrug. Die Sozialisten erklärten dieses Angebot für ungenügend. Briand legte daher seinen Auftrag zur Kabinettsbildung in die Hände - des Präsidenten D o u m e r g u e ’ g u t u tf. Der Präsident bot heute nachmittags dem Obmann der Finanzkommission des Senates Paul Do um er die Kabinettsbildung an. Dieserbehielt sich eine Frist von 24 Stunden, also bis zum morgigen Spätnachmittag, vor und wird dann seine Entscheidung bekanntgeben. Doumer hat sich vor Beginn seiner Aktion der Mitarbeit Brian d.s als Auß e n m i n ist e r versichert. Doumer erklärte beim Verlassen des Elysees, wenn er die Kabinettsbildung durchführen könne, so werde er auch das Finanzministerium übernehmen; er müsse mit einem fertigen Finanzprogramm vor das Parlament treten und: daher die Möglichkeiten eines solchen . sofort studieren. : Die Sozialisten wollen in ein Linkskabinett eintreten. Paris, 24. November. (Havas.) Die sozialistische Gruppe hat einen BesHlußantrag angenommen, worin sie sich bereit erklärt, die R e g.i.e.r-ü n g s g e w a l t, fei, es allein, sei es in Zusammenarbeit mit den,demokratischen Parteien, die mit ihr. bei, den Wahlen zusammen kämpften, zu übernehmen, -; . . . , Ser AesieriMMrchsel ln Holland. Haag, 24. November. (Niederländ. Tel.-Atz.) Die Königin hat- Len' freisinnig-demokratischen Abgeordneten M a r ch a n t mit der K a b' n e ti s b i l d n n g betraut. Die amerikanische Anwa«derungS' tonaoUe in Southampton. Auch für jüdische Emigranten. Aus New - Iork wird uns berichtet: Wie bereits wiederholt gemeldet, hat das amerikanische Cinwandevungsamt vor einigen Monaten versuchsweise ein neues System der Untersuchung von Einwanderern emgeführt. Nach diesem System wird die; Einreisebewilligung nur au solche Einwanderer erteilt, die vor ihrer Einschiffung in Europa von amerikanischen Eeuw a n d e r u n g s b e a m t e u u n t e r s u ch t .und sowohl physisch als auch moralisch geeignet befunden wurden. Aus dieser Methode ergeben sich sc wohl für die Einwanderer als auch für den amer'kanischen Fiskus große Vorteile, da die schon vor ihrer Abreise geeignet; befundenen Einwanderer bei ihrer Ankunft in New-Iork sofort an Land gehen können, ohne erst. sich.auf der „Träneninsel" Ellis Island Tage oder auch Wochen hindurch.einer hochnotpeinl'ichen Untersuchung unterziehen zu müssen, die nicht selten mit der Deportierung des. Einwanderers geendet hat. Das neue System wurde zunächst mit englischen, Emigranten erprobt. > Die amerikanische. Unter- - snchungskommission amtiert im Hasen, von So utham pt o n und, wie aus ihren amtlichen Berichten au das Washingtoner Cinwanderungsamt hervorgeht, hat sich das; neue System so gut bewährt, daß nunmehr an seine An-; , Wendung auch auf j ü d i sche E i n wa n de re r geschritten werden konnte. Allerdings müssen die fÄdifchen Emigranten, aus Europa sich vorläufig gleichfalls.. in Southämpton der vorgeschriebenen Untersuchung unterziehen, wenn ste sicher sein wollen, daß sie in-, New- Hork, ohne mit Ellis Island Bekanntschaft zu machen, werden ans Land gehen können. Die ersten j-üdischen Einwanderer. die auf Grund der neuen Untersuchungsmethode nach Amerika kamen, sind vor einigen Tagen auf den Dampfern „George Washington" und „Aquibania" eingetroffen. Sie konnten gleich den englischen Einwan-- devern die New-Aorker Hasmbehörden frei passieren. Es ist in Aussicht genommen, auch in anderen e u ro päischen A u sw an der u n g s h ä s e n a-merikanische Uutersuchungskommifsionen z-u etablieren, so daß in absehbarer Zeit die Kontvollstation in E l l i s I s.land völlig wird ausgelassen werden können, Ae zionMche Krekntive. An Stelle Joses Cowens Dr. Eder. London, 22. November. (I. T. A.) Dr. M. D. Eder wurde in die Zionistische Exekutive an Stelle von Mr. Josef Co wen kooptiert, der seine Wiederwahl nicht akzeptieren kann. (Dr. Eder gehörte der ersten Palästmäkommission an und war bereits einmal Mitglied der Exekutive. — Die Red.) (Tute AMaft Lord BMomr an il> Zionisten in Amerika. Zur Eröffnung der Z-Millionen-Dollar- Kampagne. Aus New-Iork wird uns geschrieben: Die Vorbereitungen für die Aktion der amerikanischen Ziomsten zur Aufbringung von f ü n f M i l l i o n e n D o l l a r zugunsten des Keren Ha-jessod, des Nationalisonds, der hebräischen Universität, und anderer gemeinnütziger Institutionen in Er-ez Israel sind in vollem Gange und versprechen einen durchschlagenden Erfolg. Die diese Aktion offiziell einleitende „Palästinatagung", die, wie bereits berichtet wurde, für den 29. November nach Balti-. more einberufen wurde, wird, nach den Anmeidungen der Delegierten der verschiedenen zionistischen und ( propalästinmsischen Organisationen zu schließen, eine imposante Kundgebung aller Freunde des Ausbä u e s v o n E r e z Israel werden, in welcher zum Ausdruck gelangen soll, daß die Zukunft von Erez Israel jedem Juden vor allen anderen Plänen am Herzen liegen müsse. Man erwartet die Teilnahme von mindestens tausend D c l e g i e r t e n an der Balt'nnover Konferenz. Der Präsident des „Füu'-Millionen-Drive für Pelzmänteln Berbrömuugsselle LLL / » Pipersberg. Pmterftr. S