Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2425 (22.11.1925)
- Date
- 1925-11-22
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Serie M Wien, Sonntag Wiener Morgenzeiiirns 23. November 1988 daß in dem Programm vlÄ^ Mußmchm-en zur allgemeinen Heibung der ^aMvirtschafÄichen Produktion vorgesehen «sind mch daß diese Äs oberstes Leitmotiv erklärt wird. ^Allerdings sind, wie schon erwähnt, die meisten Forderungen in nichts unterschieden von den schon «seit Jschvzchnten von bürgerlichen Richtungen erhobenen, und!in manchen Ländern durchsetzten.) Toll d:«t das Programm wirklich zu einer Prodüktions- Krderung .führen — und die ganze österreichische BövAk-erung ist daran interessiert —, so wird auch die SoMd-omokratie den eigentlichen Sorgen des Bauernstandes nähertreten müssen, als es in dichem ©ttttmuif göschchon ist. Ae Zukunft der Mtzungrkomiteer. Bildung einer Trustgesellschast unter Heranziehung ausländischen Kapitals. — Efsektensperre für einige Ich«. Ende dieses Jahres sollte das Jnterventionstkomitee an der Wiener Börse seine Tätigkeit vertragsgemäß beenden, 'lieber seinen eventuellen Fortbestand wurde in den letzten Tagen verhandelt und - eventuell eine Neubildung des Komitees in irgend einer Form beraten, damit die im Besitz des Stützungsikomitees befindlichen Aktienpakete nicht den Wiener Markt '-irgendwie belasten. In letzter Stunde ist in dieser Hinsicht eine Einigung erzielt worden. Es wird eine eigene Trustgesellschast in Aussicht genommen, die das gesamte Aktiemnaterial. des Jrrterventionskomilces übernehmen soll. Diesem Trust sollen nicht nur die bisherigen Mitglieder angehören, sondern auch Schweizer, holländische und tschechoslowakische Banken beigezogen werden, die Mitglieder des Trusts wevd-n sollen. Die neuen Mitglieder werden auch den größten Teil der sür diese Transaktion notwendigen Mittel zur Verfügung stellen. Die diesbezüglichen Verhandlungen haben, zu einem vollen Erfolg geführt. Damit ist die Wiener Börse von einem schweren ALP befreit, da ihr bisher immer das Gespenst des Verkaufes der Pakete des- Jnterventionskomitees drohte. Allerdings wird auch dann jede Jnteriventionstätigkeit unterbleiben. Es wird den einzelnen Bänken überlasten bleiben, für ihre Konzernvapierc emzugreifen. Wir erhalten hierzu folgende offizielle Mitteilung: Bei Ausbruch der Börsenkrise des Jahres 1924 ist ein Konsortium österreichischer Banken und Bankiers zu dem 'Zwecke gebildet worden, um durch Aufnahme von Effekten, -einem exzessiven Kursverfall cm der Wiener Börse enchgegen- Znwirken und die zutage tretenden schweren Folgen der Krise tiallichst zu mildern. Die Frage der dauernden Plaenerung der dem Konsortium veMobenrn Effekten wurde 'einer späteren Losung Vorbehalten. Nunmehr hat das Konsortium befchlosten, die im Konfortialbesitz bef'mAichen Effrktenbsstände in den Besitz einer Effekten-Trust-Gesellschaft Werzuleiten, deren Gründung unter Beteiligung heimischen und auch ausländischen Kapitals erfolgen wird. Dieses letztere hat schon int Vorstadt um der Verwirklichung. des ProjÄts dafür Jntereste gezeigt; seine Mitwirkung würde zur A-usgestÄtung der Begichungen ausländischer Finangkreise zum Wiener Markt in erwünschter Weise beitragen. Die Mittel für den Erwerb der gegenwärtig im Besitz des Konsortiums befindlichen Wertpapiere sind bepeits zur Gänze sichergestellt. Die in den Besitz der Effskten-Trust-Gesellschaft übergehenden Werte werden aus eine Reihe von Jahren hinaus unter Sperre gehalten und von der Per-, äußerung im Inland während dieses Zeitraumes ausgeschlossen. Ae ßrnteailMten in PvlWioa per Sktober MS. Da» „CmMlercial Bulletin" schreibt: Durchs und Sesam sind fast fertig gedroschen. Im Norden sind die Ergebnisse außer in Ghor recht gut. Mt Sesam wurden nur kleinere Flächen bebaut, aber die eHnzÄnen Ergckmste waren ausnchmsvoll hoch. Im SiLdistrikt sind die Dreschresultate im allgememen dürftig, bis M eine günstige Durrhaernte in Jericho. . Bis heute war der Regen im allgemeinen zu schwach, um aus das Pflügen schr einwirken zu können, bis auf das Haisagöbiet, das am 13. Oktober 33 Millimeter Regen zu verzeichnen hatte. (Inzwischen sind in ganz Palästina beträchtliche Regenmengen ckedergegangen. Zi-ko.) . Das Pflücken und Trocknen des Tabaks steht vor dem Ende. 70 Prozent der von jüdischen Kolonisten in Nordgaliläa erzielten Ernte sollen bereits verlaust sein. Begonnen hat das Pflücken von grünen OVivsn für Einmachzwecke. .Das Einernten zwecks OelMvinnung wird in den Ebenen ebenfalls binnen kurzem beginnen. Die bisherigen Berichte über eine knappe Ernte bestätigen sich. Die Ergebnisse an Bananen sind recht günstig, und es verlautet, daß die. Bananenzucht in erhöhtem Maß ausgenommen werden soll. Lea Brücker Nadworna Verlobte Wien, im November 1925 Lemberg PELZMODENHAUS ZUM SIBIRISCHEN ZOBEL Wien, VI. Mariahilf erstrasse 1014 03 Kurschnermeister ✓/ rl Nur letzte Neuheiten V I ♦ in bester Ausführung!! Gegründet 1896 Telephon Nr. 132 Jakob Orün TM TO Ml DIE WELTHARKE oM-jpsyL?#, TPETOßN REGlSTß MAß* HERREN MODEHAUS BORENSTEIN WIEN, I. HOLLANDSTRASSE 10 TELEPHON Nr. 46 5-5S gibt bekannt, dass in Anbetracht der herrschenden Geldknappheit* den langjährigen Kunden bei ßes.ellungen ZAHLUNGSERLEICHTERUNGEN ohne Prehaufrchlag gewahrt werden <,71 r KUNSTMÖBELFABRIX JOH. GRÜNWALD'S WS 520, I., Flelsdimarki 17 I., Wettürarggaise 11 Wohnungen, Ge*<±5ffalokiiIe, Catts, Ktaot, Theater, nach dgcnea Entwürfen. Stets grosses, assortiertes Lager Akademischer Landesverband im Weltverband zionistischer Hochschüler Montag den 23. November im Saale , der Rede- und Lesehalle jüdischer 'Hochschüler, IX., Türkenstrasse 9 „Komzlonismus" Beginn präzise 8 ühr abends. ■ 207 Mizia Schächter Osias Schächter Vermählte Wien. Im November 1925 Den verehrten Mitgliedern ^ToniUeinM« HermUniielin SternHlar gratuliert herzlichst anlässlich Ihrer heute stattfindenden VERMAHLUNG De# Vorstand des jüd. Vereines „Nord-Ost* W E L T-V ER L A G / B E Ri 1 N HEINE DER MENSCH tritt uns entgegen in dem soeben erschienenen Werte : HEINRICH HEINE GESPRÄCHE Briefe, Tagebücher, Berichte seiner Zeitgenossen Gesammelt und herausgegeben von , vr. HUGO BIEBER kreis: 8 18.— Die D'skussion üb >r Heines dichterisches Tal-nt, der 2"n> ersten Male in die deutsche D ch'ung den Hauch der zwqng« losen Laune, sozusagen der Mündlichkeit gebiaht ha', hat g ch auf die fr,.ge nach seiner persönlichen Lebenshal'ung konzentrier. D se Vereinigung de Berichte seiner'ZeV Eenossen über hre. du cji die unmittelbare Gegenwart des i ch»ers hervorgerufenen Eindrücke über l» Alt. wie er ich menschlich g.b, ferner d e mit dem Dichter geführten,Gr;- . Sprüche, geben nun dieses zur Bew rtung von Heines .a chterischer Bedeutung notwendige Bild seiner Persön ic keit, Diese Beil h>e sind in vier grossen Giuppen nach , biograph schön Gesich spunkten eingeteilt: Kindheit, Jagend, StudentenzeV / Wanderfahrt •/ In : Paris * De Matratzengruft sodass das Ganze eine von Zeitgenosaen ge*diriebene Biographie darstellt Df e Zeit Hein et und ihre Menschen: Dichter, Kritiker,' Politiker, bedeutende Frauen, deren Anschauungen und Lebensführung ers eht lebendig vor uns Ein wertvoller Beitrag zur Psychologie des Lyriker* Durch Buchhonaiung R. LH mit, Wien, I. Hervorragend bewahrt zur BekLmvEnna rheumatischer,! gichtischer, nervöser Schmergea sowie aeaeuKovtschmeneul »,e tritt »»«ttteiSsr et,, hrtae lchttitchei, tz-—-» «erzlllch lrt«b tze,A»chtet. - ga alr* «Wtetta. mmmmS Soeben erschienen: nM von E. Harder. VIII u. 804 Selten, Dünndruck Reichsmark 15.— I Das Wörterbuch berücksichtigt nicht nui die msyeme Schriftsprache sondern auch die altklassische Literatursprache sowie die Vulgär- und Umgangssprache und die Fremdworte. Früher erschien: von E. Harder. VII u. 457 Selten, Dünndruck Reichsmaik 10.— Jnljus Groos, Verlag, Heidelberg 11165 Möbelfabrik J. Spira Feine °>- WiEB. III. HldMlIIM 1—2 Wohnungseinrichtungen (Ecke Karl-Schweighoter-Gassej Fleisch markt fl .— Roteflturmstr, 22 Sie kotuelfbrainnugsimitit im Santsetuniie uuU Die MiWure im KniageuzeichSki. Von besonderer Seite kommt u-ns die Mtteklung zw/ Es scheint, daß die MiMnde im Einlagengvschäfte trotz Konzefstonierung des Bankgenxrbes u-nd Emlagen- - gefetzes zum Schaden des Publikums weiter sortbestehen sollen. Während man den Konzession ierungsgesuchen einer Reihe von Bankfirmen angeblich zum Schutze des Publikums Schwierigkeiten macht, können andere Firmen, die allerdings der herrschenden Regierungspartei nahestehen, - ihre Tätigkeit ungehindert fortsrtzen. ES Mn nur emige Beispiele gemn-nt: Ein kleines privates Mener Psandleihgeschäst wie Ger hold u. Meirich besitzt das Recht zur unbeschränkten Entgegemnahm-e von Einlagen, und ' bietet für solche einen Zinssatz von 10 Prozent, trotzdem der ofjizielle E'mlagensatz bei allen seriösen Einlagestelleni nur 6 bis 8 Prozent und die Bankrate ebenfalls nur 8 Prozent -beträgt. Gerade durch solche Konkurvenzanbote hat das durch höhere Zinssätze verlockte Publikum bisher großen Schaden erlitten. Es muß nun wundernehmen, daß trotzdem so kleinen Geschäften die Einlagenannahme gestattet wird, da doch hier keine so genaue Finanzkontrolle möglich ist wie bei einem Bankgeschäfte. Dasselbe gilt für die Meidlinger Vorschußkasse G. m. b. H., die schon längst nicht mehr «ine Genostenschast ist, da alle Anteile von einer einzigen Person, Herrn G e rhold, zusanrmengekauft wurden, der gleichzeitig Direktor der Kasse ch und dabei nur m der 'beschränkten Fvvm der Anteile für die Einlagen hastet. Natürlich können dann unter solchen Umständen, die keine Bereitstellung u-msangreicher liquider Mittel zur Rückzahlung der Einlagen zur Wicht machen, hohe Emlagesätze gewährt werden. Ob. dabei immer die notwendige Sicherheit gegeben ist, bleibt in Frage gestellt, zumal da doch solch kleine Leihgeschäfte unter vielleicht mlßverstä-Micher Auffassung der jetzigen, leider günstigen Konjunktur des PfandgeschästeS größere Investitionen vornehmen, die alles eher denn die Sicherheit der Einlagen gÄvährleisten. Man denke nur an die Nordisch-Oesterreichische Bank, deren Bauinvestitionen schließlich zum Konkurs geführt haben. Gerade beim Zusammenbruch der politisch orientierten - Bankuniernchmungen wurde der Regierung znm Borwurs. gemacht, daß sie ihre Gründung gestattet hat. Es scheint, daß das Ministerium noch jetzt aus dem Schanden nicht klug geworden ist. Wenn unter diesen Umständen trotzdem für die Angehörigen der Regierungspartei eine merkwürdige Nachsicht waltet, -darf nicht die Strenge der bankgesetzlichen Bestimmung allein diejenigen treffen, welche vielleicht für FinanWschäfbe besser geeignet, aber trotzdem nicht Mitglieder der Regierungspartei sein können. Srholmis des vettridemarttes. Steigende Nachfrage. An der gestrigen Produktenbörse war eine freund» liche Te-ndenz aus Wmtbichen Gebieten zu beobachten. Die Nachfrage in Weizen, Gerste, Mais nnd Mehl überstieg das Angebot. Für italienische Rechnung kamen einige Abschlüsse zustande. Mehl wurde infolge der bevorstehenden Zollerhöhung in der Tschechoslowakei von dortigen Händlern stark gesucht. Ermäßigung des österreichischen Mehlzolles? An der gestrigen Produktenbörse verlautete, daß die öfter-* reichische Regierung den Forderungen der ungarischen Unte« Händler des Handelsvertrages nachgegeben haben und bereit sei, den Me hl zoll aus 1,5 plus Aeitende Getreiide zollMa zu ermäßigen.