Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2424 (21.11.1925)
- Date
- 1925-11-21
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2979076-2981191-2981510--24719-3012292- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
jPoien; aotfjoszyl Wien, LimAöhöieninctec Expedition, IL l'abotsif. 1-3, oder in einer Verschlelsstelle (Tratik monatl. o Schilling Strassenverkaui in Wien durch die Kolporteure der Firma Gold schmied, l., Wolleelle 11 Mit Postversand für Wien uüd Oesterreich monatlich 5 Schilling Tsehecho-SlowakeU Mon. K 22. Jugoslawien: Mon. Din. 60. Polen: Mon. 4Zloty. Deutsch!and: Mon. Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 NachMhltragen bei JP t e j *• erbSboDiten Vorbehalten Neu er ötrner! rener ROSA miss Telephon 42 4-87 jlpreis 20 57 England: Mon. 4 Schilling, Italien: Monatl. 18 Lire: Rumänien* Mon. 170 Lei, Bulgarien Mon.IOOLewa. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration Wien, II. Taborstr. l Ielephotie: 44*0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21*102, 25-2-82 IX.. Universitätsstrasse 6-8 (D uckerei ig. Steinmannl Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. I50.69H «r. 2424 ffiien, eamiag. 21. «ooWqc I»2S 7. gahrgans j Heule Samstag [ 2. den 21,■ November 1925 um halb 8 Uhr abends 2! spricht 11168 2 FrauDr,RosaBuchmil(]ßiu8aiiii) 2 | in einer öffentlichen Jugendversammlung ■ 2 im Hotel Continental, ll., Taborstrasse, über: 2 [ Der Anteil der Jugend J i am Aufbau Palästinas j fr ___....____■ SWien, »nlädimi, 3tot Dre Konferenzen JouvenelS mit Chamberlain und Amcry. LMott, 20. November. (Havas.) Der neue sranMsche Qbevkommissär Kr Syrien, de Joubenel, hatte mit Chamberläin' eine Unterredung über Fragen S h r t e n s, des Irak und P a l äst i n a 's. . Es wurde die Notwendigkeit anerkannt, die f r a n z ö s i s ch - b r ltiische Soilidarität im Orient anfrechtzuerhalten. Man gelangte zu einem vollkommenen Einv.« r n e h m en über die im allgemeinen, zu befolgende Politik. Die hritWe Regierung Hai ihre Agenten angewiesen, die .Wien '.An.nriMsttzG. . Wie «Daily Telegraph" erfahren 'haben will,', tzvnchen in den Uüierredu ngen Iouvenel s mit LHäm- Her lä in und.'Amery folgeitde Fragm berührt: Gr e n z r e git I ie r'un g zlvrs ch e n S y r i e i ' nnd Palästina sowiezwischen Syrien und dem Irak, Abgrenzung des W a Habite n g e 51 et es, Ei se nb a h n l i n i e A l/ep p o—N i siib i n. Chamberlain und' Jouvenel seien übereingekommen, bei. allen Fragen im Sinne des Völkerbundes zusammenzuarbeiten. Der neue französische Oberkommijsm wolle, wie das Blati weiters '«berichtet, Syrien weitere Freiheiten gewähren, und.es sei möglich, daß er die Schaffung eines besonderen Drusenstaates Pläne. öir Mtonr LrieuAMtm Die Entrevne mit dem Wahabitenfultan. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Jerusalem, IS.'Movemiber. Nach einer Meldung des ,Muksam" soll die Mission des srüheren ZÄi'lisekretars der Palästmavegierung. Sir Gilbert Clayton, der an der Spitze, einer englischen Kommission nach Mm Hedscha s gereist ist, um mit dem' WahabitensuKan Ib n S a u d wegen Regelung der Grenz frag e n zwischen dessen Sultanat Nejd und dem Irak.einerseits und zwischen Nejd und Transjordanien andererseits zu einem Abkommen zu gelangen, endgültig! gescheitert sein. Sir Clayton sei nach dem Sudan abgereist. Die übrigen Mitglieder der Mission seien bereits wieder in Kairo angekommen. ■ Im Sudan hatte' Sir Clayton mit dem Gouverneur Sir Geoffry Or chard sine wichtige Besprechung Das Mißlingen der Mission Sir Clahtons iwird um so mehr bedauert, als engli'scherseits an seine Entrevuemit Ibn Saud auch große Hoffnungen' auf eme< FrisdensvermitÜnng zwischen Ibn Saud und dem Hause Hussein von Hedschas gesetzt wurden. Painleve wieder In Rot. Die Sozialisten lehnen den Sanierungsentwurf ab. Paris, 20. November. (Havas.) Die 'Stanrcm’ setzte heute die Beratung des finanziellen Gesetzentwurfes fort. Da Ministerpräsident Painleve es ablehnte, die im Sanievungsentwurf vorgeschew Emission von Banknoten auf 1500 Millionen zu beschränken, erklärte Deputierter B l u m, daß die Sozial: st en den Entwurf a blehnen werden. Die Sitzung Wurde unterbrochen und sine Nacht f i tzu n g anbevaumt. 2» neue polnische Dkrzynskis Regierung der grotzen Koalition. (Eigendienst der „Wiener MorgenzLitstng") Warschau, 20. November. Die Kabinettsbildung ist nunmehr nach mancherlei Fährlichkeiten vollzogen. Gestern nachts war Minister Alexander Gras Skrzynski vom Präsidenten der Republik zum zweitenmal mit der Mission, die Regierung zu bilden, betraut worden; er hatte die Direktive, ein üb e r p a r l a m e n t a t i schesFa chkabinetl zusammenzustellen, legte jedoch diesen Auftrag nach kurzen Verhandlungen mit den Parteien bald zurück. Der Staatspräsident betraute dann mit der Kabinettsbildung, ebenfalls mit der Richtlinie auf eine Fachregierung, den bisherigen Innenminister R ä e z k i etv i cz, dem es jedoch n i ch t g e l a n g, eine Negierung zu bilden. So wurde denn S k r z y n s k i z u m drittenm a l'die Mission übertragen, diesmal seinen politischen Intentionen gemäß, ein Koalition sm i n i st erium zu schaffen. Skrzynski konferierte die ganze Nacht' hindurch mit den Parteien, und es gelang ihm, eine große Koalition zu schaffen, in der die Sozialdemokraten -und neben der unter der Führung des A^eordneten W i tos.stehenden Bauernpartei „Piast" und den christlichen Demokraten die rechtsstehende 'nationale. Arbeiterpartei und die von Gl o'm b i n s k i geführten Nationaldemokraten vertreten sind. Es gelang Skrzynski,' die Naüonaldcmokraten dazu zu bringen, daß sie von ihrer Kardinalforderung, nach Ver-' bleiben' des unpopulären DriegsminGers"S i k o rs ki'in der neuen Rdgterüng',' Men -' dgS". die''Änkspärteien und sthlEvor^langer^^^eit der-j ü^d HM eWMb Protest ein-. gelegt hatten'/abfcheü/ wasihnenHadutEerleichtert wmrbc!, daß' Sikorski'selbst' die Erklärung äbgab, .daß er.'das Kriegs-' portefeilille nicht' mehr übernehmen werde. Dagegen ließen die Sozialdemokraten ihre Forderungdaß Marschall P i l s n ds k i das Kriegsministerium übernehme, fallen; die Reaktivierung des volkstümlichen Generals und ehemaligem Staatspräsidenten dürfte in anderer Weise erfolgen. Der ' j ü d i s ch e K l u b n i'in 'in i g e nt äß seinen letzten Erklärungen an der neuen Koalitionsregierung nicht teil. Von den oben genannten fünf Koälitionsparteten, welche die Rechte, das Zentrum und die Linke des polnischen Parlaments repräsentieren, während die n ä t i o- .nalen Minderheiten nicht vertreten sind, .haben die Nationaldemokraten, die ,,Piäst"-Partei' und die Sozialdemokraten .je zwei, die christlichen Demokraten und die nationale Arbeitspartei je e in Portefeuille im Ministerium Skrzynski erhalten. Nach Abschluß der Verhandlungen mit den Parteien legte Skrzynski seine M i n i st e r l i ft e dem Präsidenten der Republik vor, der heute nachmittags hie Ern e n n u n g.s d e k r e t e des neuen Kabichüs ,u n t e rzeichnete; dieses ist folgendermaßen zusammengesetzt: Präfidium und auswärtige Angelegenheiten — Graf Skrzynski. Inneres — Raczkiewirz (Minister des Innern im vorigen Kabinett). Wlitärische Angelegenheiten — Leiter des Ministeriums General Majrwski (Chef der Heeresverwaltnng). Finanzen — Abg. Z d z i e ch o w i (Nationaldemokrat). Handel und Gewerbe — Abg. Osieeki (Plasti Partai). rlnterricht - Abg. Stanislaus Grabski Nationaldemokrat, Unterrichtsminister iw vorigen Kabinett). Leffentsiche Arbeiten — Abg. M o r a e z e w s k i (Sozialdemokrat). Arbeit — Abg. Z i emien s k i (Sozialdeniotrat). Eisenbahnen — Abg. ChondzYnski (natio- , nale Arbeiterpartei). Justiz — Abg. PLechzeki (christlicher Demotrat). Ackerbau —Abg. Kiernik (Piast-Partei). Agrarreform — Leiter des MmisterinmS I Radwan (wie im früheren KabinW. . Ser Kampf um die varlameulmMe Bettmuns da MeKolloMMcheu Sudenwms. Ein Beitrag zur Geschichte des Minoritäten Problems. Bon Dr. Franz Friedmann (Prag). Anmerkung der Redaktion.: Der vorliegende Artikel enthält Beschuldigungen, welche dse tschechoslowakische Regierung nicht ungeprüft lassen kann. Wenn sie Anspruch darauf erhebt, auch in Hinkunft als vollwertige Repräsentantin eines Kultmstaates zu gelten, dann muß sie mit aller Errergie gegen Negierungsmüglieder und Beamte vorgcben, welche sich so schwere Berfehlungen haben zu sä)ulder. kommen laffeil, und ausreichende Garantien für die Zukunft schaffen. . 1. . ' Bon allem Ansang an hat in der tschechoslowakischen Republik, in dein Staate, wo die nationalen Minderheiten Über ein Drittel der Bevölkerung bilden, und. sogar, ein nichtiger Teil der restlichen zwei Drittel seine nationale Autonomie verlangt, indem er seine. Zugebörigkeit zum Staatsvolk aussschärsste negiert, die jüdische Minor i i ä t eine besondere Stelle eingenamnien. Obzwar die Juden großenteils - zur sprachlichen Gemeinschaft^ der Deutschen und Magyaren gehören, haben'es die Führer des national bewußten ■ Judentums verstanden, nicht nur dw' JNde'n der 'historischen Länder, sondern'auch diejenigsn in ^' der i Slowakei und' in > Karpathvrußland für die < S t'Mt s i b e czu gewinne^ tmd ste' durch. A n s s ch e idung aus den n ä t i bix oft e n .und Kl ns sen- "k-äm Pf e n für 'eine loyale und ehrlich jü d i s ch e P o.lr- : t i k M gewinnen. Diese Tätigkeit des jüdischen Nativnal- ^rates. in Prag, bereits, seit jener Zeit,^in welcher es noch keinen selbständigen tschechoslowakischen Staat gegeben hat,! bis-zum heutigen Tage, hatnicht wenig zu der i nneren Konsolibteiu«g der Republik!beigetragen, und alle führenden Männer des tschechostowakischen politischen Lebens haben dies uuzähligemal in begeisterten Worten festgestellt. Die Loyalität des nationalen Judentums wurde sprichwörtlich und die nationalen Juden, waren deswegen vielen Angriffen der deutschen und magyarischen Nationalisten, besonders ihrer jüdischen Assimilanten, aus- -gesetzt.' Die tschechoslowakische Verfassung anerkennt die Inden als eine nationale Minderheit mrd gewährt ihnen laut Motivenbericht mit besonderer Betonung zwei Rechte: sich bei der Volkszählung und bei den W'a h-l c n zu ihrem Judentum zu bekennen. Diese Mi Rechte waren es'auch, die der Anerkennung der Demo- ' krätje und des Gerechtigkeitssinnes der neuen Republik im Auslände Bahn gebrochen haben. Bei der Volkszählung haben ' sich über 180.000 Juden zur jüdi‘fchen Nationalität bekannt, trotz eines heftigen Kampfes und der Drohungen'der- Assimilanten. Anders war es mit den Parlamentswahlen. Die ersten Wahlen frnden im Jahre 1920 statt; es war nur dann ein Erfolg zu erzielen, wenn , die Judenlaut Bestimmungen des Wahlgesetzes in einem Wahlkreise entweder ein Mandat oder 20.000 Stnnmen erlangt'hatten. Es ist nicht uninteressant, sestzustcllen, daß damals als erster Punkt des Programms der vereinigten jüdischen Parteien die bedingungslose Loyalität fcstgelegt war und daß es eben diese Partei war, welche allein in. allen Gebieten der'RepuW unter Lem- ' selben Namen und mit demselben.Programm kandidiert hat, obzwar damals die Verhältnisse in den'Wichen Teilen der Republik noch überhaupt nicht konsolidiert waren. Die Partei glaubte damals, daß sie die nötige Zahl von 20.000 Stimmen im Wahlkreise Eperjes erlangen werde, und hat aus ihre Liste 79.714 Stimmen vereinigt. Dieser Erfolg wurde moralisch noch dadurch verstärkt, daß, nachdem diese Wähl' kein Mandat gebracht batte, doch bei der um eine Woche später stattgefundenen Senatswahl verhältnismäßig ebensoviel Stimmen erzielt wurden. Störend hat damals nur gewirkt, daß einen Tag vor den Wahlen das Ministerium. für die Slowakei die o r t h rdoxe Kanzlei in Preßbürg, gegen welche sich das ' gesamte. Judentum ihres. undemokratischen und bedrückenden HerrschersYstemK wegen empört. hatte, bestätigte, wofür die' der Leitung dieser Kanzlei nahestehenden jener Kunde Anweisung aut eine photogiaph>s« he Aumahttie' und dre herrliche Photos ohne Prelsüufschlag bei Cinkaui unserer billigen Waren im Betrage «on 2 30 ,m Waienhsus m II. Taborstraße 48 TfllrtuHoi* en gros In «faul