Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1925-11-18 · Heft 2421 (18.11.1925) · p. Seite 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2421 (18.11.1925)
Date
1925-11-18
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2979076-2981191-2981507--24697-3012267
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

6 entity mentions

Serie 6 Wien, Mittwoch Wiener Morgenzeitung_ 18. November Mo _M. 2M Gerichtssaal. Mit 1V.VVV K. an der Börse begonnen und 40 Millionen derloren. Das Bankhaus Gebrüder Kanitz in Wien brachte Kegen den Garderobepächter im Cafe Atlantis Karl Naumann eine Klage auf Zahlung von 46,700.000 K. aus Börsentransaktionen ein. Der Geklagte erhob den Entwand von Spiel und Wette.- Er sei von einem Vertreter der Bank im Cafe Atlantis überlaufen und zum Börsenspiel animiert worden. Auf seine Einwendung, daß seine ganzen Ersparnisse bloß 10.000 K. betragen, habe der Bankvertreter erklärt, daß dieser Betrag zu den Börsentransaktionen ausreiche. Daraufhin habe er dem Vertreter die 10.000 K. zum Ankauf der von diesen! besonders angepriesenen Aktien übergeben. Daß man mit 10.000 K. auch im Jahre 1924 nicht viel anfangen und daß man insbesondere mit denselben nicht Aktien im Werte von 130 Millionen Kronen ankaufen konnte, sei klax. Das ZivÄandesgericht erkannte Len Einwand von Spiel und Wette nicht für stichhältig und verurteilte den Geklagten zur Zahlung von 40 Millionen Kronen. In der gegen dieses Urteil an das Oberlandesgericht eingebrachten Berufung machte der Geklagtenvertreter Dr. En och geltend, das Aufsuchen von Börsenlunden in Kaffeehäusern und die Annahme des lächerlich geringen Bettages von 10.000 K. zum Abschlüsse von Börsengeschäften lassen keinen Zweifel über die wahre Parteienabsicht auflommen. Der Berufungssenat (Vorsitzender Hoftat Doktor Alic) gab der Berufung keine Folge. Zusammenstoß wegen Nichteinhaltung der Arbeitsruhe am 1. Mai. Die Mitglieder der Siedlungsgenossenschaft „Rosenhügel", der Mechaniker Karl Dreher, der Maschinenarbelter Adolf Nowotny, der Buchhalter Edmund Zelenka, der Monteur Eduard Patocka und der Maureroehilfe Karl Z e i p e l t, hatten sich gestern vor einem Schöffensenat unter dem Vorsitz des Hosrates Dr. Czerny wegen Hausftiedensbruches zu verantworten, begangen dadurch, daß ne am 1. Mai in den Garten des Straßenbahnschaffners Franz Dobus ch eindrangen und ihn sowie seinen Bruder und dessen Gattin mißhandelten. Die Angeklagten gaben an, durch das Verhalten der Anzeiger, die am 1. Mai, als der Festzug der Siedler an ihrem Garten vorbeikam, „ostentativ" arbeiteten, provoziert worden zu sein. Der als Zeuge vernommene Franz Dobusch gab an, daß er den Arbeitern gesagt habe, er arbeite nur für ftch. Sie wollten aber, daß er mit dem Demonsttationszuge zum Rathaus ziehe, was er, um den Vormittag nicht zu verlieren, nicht tun wollte. Der Gerichtshof verurteilte den Angeklagten Nowotny zu sechs Wochen strengen Arrests und die übrigen vier Angeklagten bedingt zu je vier Wochen strengen Arrestes. Die Strafe tes Nowotny konnte nicht für bedingt erklärt werden, da er bereits eine bedingte Borsttafe erlitten hat. Das galante Abenteuer des Japaners. Wie erinnerlich, wurde die Wohnung des japanischen Arztes Shingo Abe, der in Wien zu Studienzwecken weilte, im Hotel Zenith, während er mit der 24jährigen Halbweltdame Karoline Kunesch ein Liebesabenteuer hatte, völlig ausgeraübt. Als Täter wurde der Geliebte der Kunesch, der 23jahnge Haudelsangestellte Johann Kern, verhaftet. Gestern holten sich beide wegen Diebstahls, beziehungsweise Diebstahlsteilnahme und Falschmeldung zn verantworten. Mit ihnen war der . 23jährige Vertreter Robert Klemm angeklagt, weil er den Verkauf des gestohlenen Sckmuckes vermittelt hatte. Kern würde zu zwei Jahren uno die Kunesch zu sechs Monaten schweren Keäers verurteilt. Robert Klemm wurde wegen Diebstahlsteilnahme zu fünf Monaten einfachen Kerkers verurteilt. Freispruch im Miesenbacher Mordprozeß. Aus Wiener- Neustadt wird uns berichtet: Gestern in später Abendstunde wurde das Urteil gegen Marie Stangl gefällt, die beschuldigt war. das Gsschwifterpaar Panzenböck ermordet zu haben. Die Geschwornen beantworteten die an sie gestellte Hauptfrage aus Meuchelmord sowie alle (Äentualsragen mit 12 Nein, woraus der Gerichtshof den F r e i s p r u ch der Angeklagten austsprach und ihre sofortige Enthaftung verfügte. Eine Entschädigung Kr die unschuldig ausgestandene Haft wurde ihr nicht zugesprochen. Boltsnnrt. Polnische Wirtschaftswoche. Die Handelsbilanz und der Kohlenexport. — Der Zlotyrückgang. — Jndttstriekrift. — Befestigung der Börsen. (Von unserem polnischen M.-S.-Äorrez'pondeuten.) Die HaicheMilanz Polens wird nun auch im Oktober aktiv sein. Ättch den Angaben des statistischen 'Amtes betrugen die Zolleinnoshmen im Oktober nur 10 gegen 12 Millionen Zloty im September, der Export ist dagegen weiter gestiegen. Der ZoMriag mit Deutschland evösifnete der polnischen Industrie die MMMten anderer Absatzgebiete.für Kchle, und trotz der Grenzsperve mit Deutschland, die seit Juni andauert, erreichte der polnische Export im Oktober die Höhe des AtonatS April. Wenn es der Wirt-schrftspMtik Polens nun gelingen wird, diese AGatzgebiete auch nach Beendigung des Zollkrieges zu bchcckten, wird die o'berschlosffche Kchleninduistrie vor einer neuen EntwicklungÄperiode stehen. Die Frage der Tarifermaßigungen für polnische Kvihle ist auch eMich ihrer Lösung zugchührt worden. Bei einer in Warschau stattgesundenen Konserentz wurde schMegt, daß der Tarif bis zur italienischen Grenzstation Tarvis von 303 -aus 278 polnische Groschen pro 100 Kilogramm ermäßigt wird. Davon entfallen 23 Groschen ans polnische Bahnen, 74,5 Groschen aus ffchechosiowaUsche und 180,5 Groschen aus österreichische Bahnen. Dieser Tarif bleibt jedoch nur dann in Gültigkeit, wenn der Export sich mindestens aus 20.000 Tonnen monatlich bebcmfen wird. Der Tarif ist vorderhand bis zum 31. August 1926 gültig. Der neuerliche Rückgang des Zloty verursachte große Bestürzung in der polnischen Industrie und ten HaMlskreisen. Die Mschwächuug wird aus die Schwierigkeiten bei den Verhandlungen mit Deutschland und beim Abschluß der ausländischen Anleihe zurückgeführt. Trotzdem ist die Bank PolÄi bei ihren Stabilisierungskursen geblieben und berücksichtigt alle Dollarforderungen zu 5.98 Zloty. Der neue Rückgang der polivvschen Währung hatte wieder in Bevbin seinen Ausgangspunkt, aber auch in manchen Unternehmungen in Polen eifrige Nachahmer. Nachdem aber vorderhand keine Jnterventümstät-igkeit ausgeübt wird, läßt sich über die nächste Zukunft des Zloty keine Prognose stellen. Bevor jedoch die derzeitige Regierungskrise keine-. Losung gefunden haben wird, dürfte auf dem internationalen GoldmaEe keine Beruhigung cintreten. Die Industrie führt Betriobssinschränkungen und den AybeiteraMau aus breiter Grundlage durch. Die Zahl der Arbeitslosen ist in. ständigem Steigen beigrisifen. Die Kreditemkäufe Rußlands in LÄz ändern nicht die schlechte Lage der Fabriken, die über kein Bargeld dersü-gen. Die Fviedenshutte hat sich an die Rogierung um Bestellungen gewendet, da sie sonst gezwungen sein wird, den Betrieib einzustellen. Die Mu-mtionsfabrir Pocisk A.-G. muß ebenfalls 60 Prozent ihres Acke>itmlftandes Mbauen. Die Aussichten der Industrie für die Zukunft sind noch imnzer schlecht. . Aus den polnischen GffMeUPlätzen setzte sich -in Anbetracht des Rückganges der Währung eine festere Tendenz durch, die hauptsächlich in Kurssteigerungen der Wiener Arbitvagewerte zum Ausdruck kam. Zielemowski stieg auf 9.20, Chodorow erreichte den nicht -mehr verzeichneten' Kurs von 4.9o Zloty. Chodovow-Aittiien werden andauernd in größeren Paketen für Wiener Rechnung aus. dm MaM genommen. Galtzische Montan notieren 1.76, Silefia 0.41, Depege 0.28, Dhybie 3.80/ Lem'berger Brau 8.50 Zloty. Fester lagen auch Bankcvktien, wobei Warschauer DisEoutobanlk aus 5.10, Hypotheken bank aus 0.38, MaloPolÄi'ba-nk auf 0.29 Zloty stiegen. Petrol-eunm-crte liegen zwar flau, trotzdem verzeichnet man letztens größeres Interesse des Auslandes für polnische Petroleuniaktien und so erwarb eine englische Gruppe 190.000 Stück der Ättien der polnischen Petrolenmin'dusttiegelselischast zum K-urse von 2 Zloty. Gazy Wschadn>ie biogen wieder ganz vernachlässigt und gingen von 15 auf 9 bis 10 Zloty zurück. rerftampsgegeudarungSnstigeValoMerungraeseh Ungarns. Aus Budapest, 17. d., wird uns gemeldet: In den Morgenstunden waren au den Anschlagsäulen und an den Straßenecken in ganz Budapest große Plakate zu sehen, auf welchen, rund um die vergrößerte Kopie eines Kriegsavl-Hescheines,. die Erklärung des Grafen 'Stephan Tisza zu lesen war, wonach der, ungarische Staat mit dem letzten Stück Boden seines Gebietes die Honorierung der Kriegsanleihe den Zeichnern verbürgt. Unter dieser Erklärung des Grafen Tisza Ms der Kriegszeit stand auf den Plakaten eine weitere Erklärung Bela KunS aus der Rätezeit. Zuletzt kam die Erklärung deS gegenwärtigen Finanzministers Johann Bud über die Frage der Valorisierung der Kriegsanleihen — mit einem großen Fragezeichen zum Schluß. Jin Laufe des Vormittag entfernten Polizisten überall die Anschläge und die Oberstadthauptmannschaft hat eine strenge Untersuchung eingeleilet, nur den Autoren des Plakats, das großes Aufsehen erregte, aus die Spur zu kommen. Spekulation in ungarischer Kriegsanleihe. An der gestrigen Budapester Börse setzte neuerdings eine starke Hausse in Kriegsanleihetitres ein. Die Spekulation nahm überstürzte Käufe in Kriegsanleihen vor. Das Interesse für Kriegsanleihen wurde mit Gerüchten in Zusammenhang tzn bracht, wonach Finanzminister Bud einer mäßigen Balorisation der Kriegsanleihen nicht mehr abgeneigt sei und diesbezüglich Besprechungen mit den führenden Bankdirektoren Pflege. Finanzminister Bud trat allen diesen Gerüchten in dev Wandelgängen des Parlaments energisch entgegen^. Vereinigung der Pa'eftine Wretz Sompanh mit der Paleftine Llotzd Lid. Die Palestine Expreß Company, deren Aktien sich im Besitz der Anglo Palestine Conrpany befinden, hat sich mit der Gesellschaft Palestine Lloyd Ltd. zn einen! gemeinsamen Unternehmen vereinigt. Die vereinigten Gesellschaften besitzen bereits Niederlassungen und Vertretungen in Jerusalem, Jaffa, Tel- Awiw, Haifa, Alexandiren, Berlin, Paris, Marseille, Kowno, Riga, Warschau und Danzig. Demnächst wird auch eine Niedere lassimg in London gegründet sowie das amerikanische Geschäft ausgenommen werden. . Gegenstand des Unternehmens ist das Transport-, Passage- und Toilristikgeschäst in allen seinen Zweigen. Die Gesellschaft steht in enger Verbindung mit den zionistischen Finanzinstituten und genießt die Förderung der Zionistischen Weltorganisation. Sie betrachtet es als eine ihrer Hauptansgaben, die jüdische Touristik nach Palästina und dem nahen Orient zu entwickeln, den Waren- und Güterverkehr von und nach Palästina zu erleichtern und jüdischen Reisenden und Kauf--. lenten bei ihren Reisen oder Transporten nach allen Ländern der Welt zur Seite zu stehen. Die Bereinigung der Gesellschaften erfolgt in der Weise, daß das Kapital des Palestine Lloyd entsprechend erhöht und daß die Hälfte der Aktien von der Palestine Expreß Company Copyright M4 by 6S Fortsetzung. Wolff Verlag A.-G. Münchea ' Nachdruck verboten. Herr Fettwanst. Eine amerikanische Autobiographie von Samuel Ornitz. Phil wurde zum fürstlichen Gastgeber. Eine Gruppe von Schmeichlern scharte sich um seine freigebige Geldbörse und wurde zur wandelnden Reklame seiner Größe. Er gab Premierengesellschaften in den Theatern, an die sich denkwürdige Soupers mit Schauspielern und Schauspielerinnen schlossen. Er finanzierte mit Al Wolf zusammen Theaterstücke und wurde zum unterstützenden und rettenden Engel für Primadonnen und Tragödinnen. Seine Gesellschaften wurden stets durch schöne Frauen verherrlicht. Er wurde Schutzpatron von Wohltätigkeitssesten, wurde ganz zum Gesellschastsmenschen. Er hatte seine Loge in der Oper, stand mit dm berühmtesten Erscheinungen der Bühne und der Oper auf du und du. In seinem Geschäftsviertel gründete er einen Klub, zensierte die Mitgliederliste und achtete auf sttenge Exklusivität. Downtown lief ihm alles nach. Aber irgendwie hinderte ihn das ungeschriebene Gesetz daran, in den Zauberkreis der jüdischen Vierhundert einzudringen.,Er hatte keinen Stammbaum. Er war ein russisch-jüdischer'Nouveau Riche. Und die Elite hatte strenge Gesetze gegen die russischen und polnischen Inden, ebenso wie die eigentlichen Oberen Vierhundert ihre Gesetze gegen das Eindringen von Juden in ihre intimen Kreise hatten. Wie aber kann eine eAlusive Gesellschaft exklusiv bleiben? . . . In Philipps Schädck wurde der Entschluß geboren, einzuheiraten. Er dachte allerdings, nicht einen Augenblick daran, eine Frau zu nehmen. Was er heiraten wollte/ war ein Stammbaum, eine gesellschaftliche Lizenz.. . Und nun stand er kurz vor dem Geschäftsabschluß mit seinem Schwiegervater, in spe, und deswegen hatte er das Thema Gretel aufs Tapet gebracht'. Denn noch heute erwartete Philipp Herman Solomon Munsterkase -- seinen Schwiegervater in spe —, der zusammen mit einem reichen Bankier kommen sollte, um in Philipps derühmtem Jung- ZejeWaMtemW MM zu jtzielm „, e NO dftfer Munsterkase hatte eine unverheiratete Tochter auf Lager, eine, die im Kampf um den Mann liegen geblieben war... Das, was unangenchm ausfiel, >war ihr offenbares Alter. Miß Josephine Rauch Munsterkase war alt genug, um ihren Eltern wirklich Sorge zu machen, da diese zu der Klaffe gehörten, die Altjungsernschast als eine persönliche, seriöse Beleidigung ansaheu . . . Ich lernte' die Dame auf den Stufen des Tempels an der 5. Avenue kennen, eines Tempels, dem sich. Philipp angeWoffen hatte; ein Manöver in seinem Fe'ldzuge gegen die Biechunibert. Sie war ein verschmmpoltes Muster ,chm alle Persönlichkeit. Aber. Phil achtete nur aus eines — auf den Stammbaum. Und die Munsterkases hatten eine ganze Menge von Vettern m der allerhöchsten Schicht der Vierhundert, wo sie ständige Inzucht, geradezu zu Aristokraten gemacht hatte, zu Königen — zu einer einzigen Familie. Dieser Stammbaum war, was Philipp suchte — ein lebenslängliches Freibillett zum Eintritt in die geheiligten Bezirke.. . Es ist lächerlich, dumm. Was hat man, wenn man« es hat? So fragte Philipp,, als er. endlich auf dem Gipfel angekommen war. Und was hatte er gefunden? Dies seltsame Volk der höchsten Höhen war wie alle Bergvölker dumm, langweilig, unmodern und schrecklich provinziell... Die Tragödie m Philipps Leben ist, daß er stets bekam, was er haben wollte ... Wie sehnsüchtig er nach den Gipseln, den Wohnsitzen der jüdischen Vierhundert ausschaute . . . Sobald ein russischer Jude, ein krasser und verachteter Heringsfreffer, einen Hausen Geld gemacht hat, überfällt ihn 'stets die überwältigende Sehnsucht, sich unter die hochstehenden deutschen Juden zu mischen. And vermutlich wird seine Sehnsucht durch deren unauslöschliche Verachtung nur verstärkt. .. Ich Mer war mchr der in AmeM geborene, Jude, der sich' selbst als ein Teil einer .uLügeibo'cenen Ävistoikratie bettachtet. Die amerikanische Aristokratie des Eüfolges, deren- Wappen das Dollarzeichen -trägt ... Dollav'lmrd... Dollarland... „Wenn du meinen Rat hören willst -> -verlier' keine Zei h ÄMt Mte M W , ,»" „Mr. Munsterkase und Mr. Mortimer." ... Die AnmePung fiel zusammen mit dem Eiu'chalten des elektrischen Lichtes . . . Munsterkase war ein Sechziger, klein, mit runden Schultern und dickbäuchig; sein gelblicher Teint wurde durch einen rötlichweißen Knebelbart akzentuiert; und sein schmales Gesicht erschien noch schmaler durch eine große, gekrümmte Nase. Man erinnerte sich an Munsterkase auf dem Umweg über seine Nase. Er schritt mit leicht wiegendem Gang durch das Zimmer und stellte Mortimer, seinen Cousin, vor... Mortimer aus der BaWerssamil-ie der grcßrn Mor^ timers! Das Zimmer schien durch ihre erhabene Gegenwart erhellt . . . Wieder fiel mir bei Munsteckase sein schwerer deutscher Akzent auf, und überraschte mich, da er mehr als' 40 Jahre in Amerika gelebt hatte... Es war der Akzent dev streng abgezirkelten Clique ... Mortimer war anders. Hoch', breitschulttig, braungebrannt und ungezwungen, war er das Bild des Anrerkkaners aus einer Universitätsisphave. Seine Anssprache erinnerte mich an den Dr. Lionel Cranes, deck ich heute ebenfalls erwartete. Der Harvardton .. . Munsterkase'besaß ein riesiges Warenhaus, und Mortimer hatte das Amt eines Vizepräsidenten einer Bank geerbt, die vor vier 'Generationen in bei freien und Hansastadt Hamburg gegründet worden war; er fmanzierte Kupfer-; Minen und Eisenbahnen im Westen Ameriikas. *, Das sind Leute, vor denen man kratzbucke'ln muß . s „ Sämlen des Tempels an der 5. Avenne . . . Wir kommen voran ... aber in meinem Munde -ist ein saurer Geschrmck . . . Gretel. . .. Well, ich glaube, es bleibt nichts anderes übrig ... über Bord.. . Ich bin -zerstreut.., Geßchwätz... Philipp erzählt eine Geschichte — sagte ernda Nicht ebeni Aeber Bord? Nein, Board of Directors! ... Jetzt taucht Wher in meinem Geiste aus.. Gretel... Escher ... Warum, taucht ihr Bild ausgs, rechnet heute aus und macht mich unruhig? . ., Es i.ft jetzt schon so lange her, daß ich mit ihr sprach ... Ich dachte, sie wäre wir ganz fremd geworden. *, heute aber... Fortsetzung folM

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.