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Wiener Morgenzeitung · 1925-11-17 · Heft 2420 (17.11.1925) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2420 (17.11.1925)
Date
1925-11-17
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Ig^ient aO tfioigyl Wi en. aunAbftolen in dar Lrpecktkm; U„ Taboistt. 1-8. oder in eineiVefschleiwtene (TraHk)monatl. b Schilling Strawenverkaui »in Wien dafcbä’die Kolporteure; der Firma 0 o I d sch m i ed, * * J„ Wolliellc 1 Mit Postversand iür Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tschecho-Slowakei: Mon. K 22. Jugoslawien: Mon. Din. 60. Polen: Moin. 4Z!öty/p eutsch 1 an « Mon.Gm. 4, Frankreich. Belgien: Mon. Frcs. 1$ Nachsahlvagea bei t* re!<- erhObna««» vorbdulm ». i «k. 2420 Wie«. $ienstaa, 17. Sioaemlin 1925 tut England: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl 18 Lire: Rumänien: Mon.170Lei. Bulgarien Mon.lv0Lews. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. S Redaktion, Administrativ Wien, II. Taborsir. t Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 UhrP21-iÖ2, 25-2-82 IX., Universitätsstrasse 6-8 (D.uckerei lg. Steinmann) Oesterrelchisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.692 7. Jahrgang yät. Etwa.1OÜE. Stimmen, -He' zur '-'Erla-ngu-yg voni Mindestens vier Mandaten äuWreicht) hätten, gehen also) durch den böswilligen 'tückischen Verratder agndistischen Trennu n g sorthodvxie verloren. - Irr Sieg der LerrSter. Ae «Mch h«t die ißdische Berttelmg i« der AchechoslottM Wichte mehr«»g der Wische« Stimme«. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Bratislava, 16. November. Das Gesamtergebnis der ist nach den bisherigen Resultatenanzunehmtzn, daß die- Dahlen in der Slowakei und in Kar Pa tho-' jüdische Partei diesmal rußland liegt noch nicht endgültig vor, doch läßt sich gegen 100.000 Stimmen ausgebracht aus den bisher bekannten Ziffern bereits ein Bild der ' ' Wahlergebnisse zusammensetzen. In -er Slowakei haben die Kommunisten und die slowakische Autono misten Part ei (Hlinka-Partei) einen starken Stimmenzuwachs zu verzeichnen und in Karpat'hornßland sind die Kommunisten mit mehr als 72.000 Stimmen die stärkste Partei geworden. Nach den bisher bekannten Ergebnissen stellt sich im Wahlkreis Uzhorod die Stintni-L'Nverteiluttg ungefähr 'folgenderutaßen dar: K o m m u n i st e n. 72.152, Christlichsoziale 26.475, tschechoslowakische sozialdemokratische Partei 18.153, Mische Partei 18.OOO, jüdische Wirtschaftspakte! 15.175 Stimmen, Natronalsozialiifteu - (Beuesch-Ktofae-Partei) 15.475, Mtionaldemokraten (Kramarsch-Partei) 3902, slowakische Autonomiften (Hlinka-Partei) 2316 Stimmern ... . Aus dieser- Aufstellung, ergibt sich, .daß -im Wahlkreis Uzhorod mehr' als' 33.O00 j'üdische^ Stimm eHnabWchem wurden und vepbo-r-em gegangen.sind;/denn / die jüdische Partei blieb mt mit einigen hindert - " Stimmen unter der Wahlzahl. Damit ist auch die Erlangung von weiteren drei bis vier j ü.d-i s ch e n M a n da t e n - ans: -dem zweiten Skrutinium ans Grund der sür-M jüdische Partei in den übrigen Wahlkreisen abgegebenen Stimmen unmöglich gemacht. . Dieses Ergebnis ist eine Folge der verräterischen Politik der Trennungs orthodoxie, tvelche, um die Mische Vertretung. zu verhindern, nachdem die von ihr favorisierte jüdische Wirtschaftspartei alle ihre übrigen Kandidaturen zurückgezogen hatte, im Wahlkreis Uzhorod die Kandidatur des Rabbiners Horow itz aus Hnnsdorf cmsrechterhielt - und' mit' allen Mitteln,' auch mit dem stärksten Terror —ihre Agitatoren haben unter anderem einen Agitator d e r j ü d i [ ch e n Pa rtei e r s ch,l a g e n — für ihre aussichtslose Kandidatur Stimmen warb. Diese Wirtschaftsparteistimmen werden wahrscheinlich von der.Pveßburger orthodoxen Landespartei an den Meistbietenden versteigert werden. Das unerhörte Vorgehen, der agndistischen Trennnngsvrchodoxie, die inder jüdisch-konserpattven Sbowake>i nicht: einmal genug Unterschriften aufbringen konnte, um eine Kandidatenliiste aufzustellen, hat -überall größte Empörung erweckt, um so mehr, als die Mbdu-ngen aus den verschiedenen Wahlkreisen- -der Slowakei, Whmens und. Mährens zeigen, daß die Judenschaft der RepMik ihre Stimmen vorwiegend für eine jüdische Vertretung abgab. Fast in allen':von Inden bewohnten Orten hat sich.die . Zahl' der: jüdischen- Stimmen gegenüber den letzten. Mahlen erheblich vergröße.rt und diese Stimmen wurden ausschließlich für.-die -jüdische Partei abgegeben, 'ba es die Trennungsorthodoxie nicht einmal wagen konnte, Kandidaten zu präsentieren., So. erhielt.dze jndische Partei im Wahlkreis Prag 6370.Stimmen, Inas eine Vermehrung um zirka 40 Prozent gegenüber den letzten . Mahlen bedeutet. Ferner, wurden bisher:: folgende Resultate für die . j ü d vs-ch e : P a r t e i gemeldet: Brün n ' 3364,. : Bra t;i sl a v a 3305, Mähr.?Ostrau 2012, Presov 1296, Kaschan 1193, Olmütz.-Madt) 942, Sftlle.iI.770,-Trvppan' 542, Karlsbad 486, Iglau 476, . Malacka 156, KrhNica 122, Lundenbürg 389. Aus.einer großen .Zahl .von Wahlorten stehen die Ergebnisse noch aus. doch Es ist ihnen gelungen. Ter Verrat, der frömmelnden Men.' hat gesiegt, die Einheit der jüdischen Wählerschaft wurde zertrümmert,.die Juden -der'.Tschechoslwvak-ei -wurden um sichere vier- bis fünf Mandäte gebracht. Nicht chon irgeyd einer dem Judentum feindlichen oder ihr fernstehenden Partei. Eine solche hätte .dett Inden den ihnen ' gebührenden Besitzstand an Vertretern im Abgeordnetenhaus nkmals streitig machen köunen. Die Versuche, die jüdischen Stimmen. anderen politischen' Interessengruppen offen dienstbaren'machen, sind-im großen, und .ganzen I. Mißlungen, es gelang, den GroßM der jüdischen Wähler,i ungeachtet sonstiger Minungisverschiedenheiten, in einer: Mischten -Partei ' zu veDinigem und' Wne -- Wcht,kein- Tierrön.vön. auWyaHen. .Als die Säche .amgüMigsM.MWiM^ine' iMosänte CinmütigW-' äll.er jüdischen ' BÄlMungsschichten , die . Ehre des,.Wschen -Pamens zu -retten,' die'. politische,' wirtschaftli^/und..sözlale PtellungH:' Huden in der tschechoslowakischen Republik-füv lange' Zleit.zu/fvstigen drohte,-da —- da. schlich'-sich die A g udgh Mf.'.Mvahrter.. 'Hmterhältigkeit .cheran,. untergrub", .hie.'festen Positionen, sprengte di-e Einheit, trieb-ihre.Uiistig und -mate-' riell abhängigen Kreaturen „im Nahten -der heiligen Mischen Religion" -znm Verrat an der jüdischen Sache, v . Sie -hatten gar kein ande-res- Ziel als die Niederlage der überwiegenden Mehrheit >der tschrchoslowakischen Inden, die V er hi nderüng - j ü-d i s che r M a n d a t e überhaupt vor Augen. -Wäre.'ihre. - Wstcht' gewesen, einen Kampf , um.Prinzipien, um eine--. Weltanschauung zu führen, so wären-.sie in alle WahWise gezogen, wo jüdische Stimmen tzu holen wären,-, /hätten auflärend, werbend für ihre. Anschauung gLmPft, um die Inden zu ihren „heiligen Idealen" zu bekehren. Aber das täten sie nicht, weil'es rbneu überhau-vt nicht um Ideale,-nm-eine heilige Sache zu tun war. Nein,'siewarfen sich wie ein reißendes: Tier dem eigenen, um seine politische und wirtschaftliche Zukunft ringenden Bruder - an die Gurgel, gingen nach Kärpathorußland 'mdd würgten ihn, bis sie den Bruder zur Strecke brachten,' wodurch auch die ganze herrliche, ausopsernde Arbbit der Juden in den übriger Teilen der Republik fruchtlos geworden), ist. SchmMicher hat noch' nie'eiw Bruder gegen den- Änderen ^gehandelt, schändlicher wltrde selbst von den Agudisten ein sicherer jüdischer E'r so lg noch, nie zunichte gemacht. Die Agudisten haben gesiegt. Sie haben gute Arbeit geleistet und mögen nun ihre Rechnung an den Stellen präsentieren, in Weren-Interessen sie sich gegen die jüdische Religion-und gegen jüdisches Ehrgefühl.vergangen halben. Man üvivd ja baP scheu,) wer cj§ Mr, dem. sie die Mauer, gemacht'haben.. - -'P Das Unglück'liegt aber nichk .nur -in dem unverant wörtlichen Verhalten der im Namert der Agndah agieren den Preß bn r g er' -o r L h o d ö x e n Ä a n d e sk a n z l e i, sondern darin, daß die Inden der Tschechoslowakei, sich nicht äufrasfen könnet:, )'in ruhigen, von der WaWeidenschast. ünbeeinslnßten - Zeiten die Mische Oeffentli-chkeit durch Aufklärung und Propaganda von der Schädlichkeit ".her )-)polnischem. Hintephälti-gk-iit' der Landes-) känzlei zu, überzeugen) und diese ) )in .jene natürlichen Schranken,, züruckzuweisen, die ihr. durch' ihre Aufgaben) auf reinreligiösem Gebiet gezogen-, sinh. Ans diese Schem vor einer gründlichen und grundsätzliches Auseinander-: setzung.-sündigt die Agndah von DM zu 'Mhl, von einer politischen Miän. zur änderen. -Die ^Trennungsorthodoxie Damen M o d e - S p a n g e n - S chu h e Boxkalf: . . .. . . 37-so Prima-Lack. . . . 39*° H erren-H alb sch uhe Boxkalf. ..42-öo Prima-Lack. ... 49-so Qualität „Jellinek", VII., Burggasse 5 539 a «r J y A ä7 Z ION ISTI S C HE S E K TI ON VS-VBIP Heilte präzise 8 Uhr abends, VIII., Bennoplatz 1 a Heilte I. Zyklu^: Palästina, 3) Abend DAS NEUE PALÄSTINA Sr.«ikaMNmilfPoIiir > Delegierte des K. K Lj Jerusalem . ioi dtzM keine selbschewüßte^Mlsche Vertretung. So lange M.sMVeran^zu.Mjorew.-vKlMgg/ wird es -auch in der Tschechoslowakei keine jüdischen. Abgeordneten geben. Das ist.zunächst die traurige Lehre , der Wahlen vom 16. Ndvember. .; - . - La» Wahlersebnir in der tschechoslowalischen Aepnblü Prag, 16. November. (Tschechoslow. Preßbur.) Die bei den Wahlenin das-Abgeordnetenhaus aus dem ganzen Gebiet der Republik abgegebenen Stimmen ' verteilen sich auf die einzelnen kandidierenden Parteien wie folgt: , ' ' Republikänische ' Ag r ä r- . und' kleine Ländwixte- Partei 971.389 Stimmen, K o'm m u n i st e n 931.769, tschechoslowakische ..V.olksp arte.i' 689.970, tschechoslolvakische soziabdemokratische Partei 631.113, t s ch e ch o sl o w akis ch e S o z i a l i st e n (Benesch- Klofac-P.artei) 609.098, Bund der L a n d w i r t e und der ungarischen Nationalen 566.911, slowakische Volkspartei 474.017, deutsche s o z i a l d e m o k r a t i f ch e Arbeiterpartei 411.774, d e u t s ch e ch r i st l i ch s o z i a l e Volkspartei ^13.906, Gewerbepartei 287.889, Nationaldemokraten (Kramarsch-Partei) 284.233, deutschnationale Partei - 240.892, deutsche nationalsozialistische Arbeiterpartei 167.312, christlichsoziale Landespartei (ungarische) ,160.445; *; die jüdische Partei (Zionisten) erhielt in keinem Wahlkreis die Wahlzisfer, geht daher leer aus, obwohl sie im ganzen 99.520 Stimmen zählt; nationale Arbeiterpartei (geht leer aus) 98.185, Agrarier und Konservative (gehen leer aus) 38.327, autonome landwirtschaftliche Partei in Karpathorußland erhielt-, ein Mandat, 35.718, slowakische Nationalpartei (geht leer aus) 35.493, polnische Arbeitervolkspartei (erhielt ein Mandat) 29.889, j ü d i s ch e W.i r:t s ch a f t s p a r t e i (geht leer - ans) 16.813,. christlichsoziale Partei in' der. Westslowakei (geht leer aus) 16.275, Kleinbauernpartei (geht leer aus) 14.434, ungarische bäuerliche Landespartei (leer) 13.890, deutsche freisoziale Partei (leer) 11.367, unabhängige kommunistische Partei (kein Mandat) 7866, bürgerliche Partei (ohne Mandat) 4247, Bund des christlichen Landvolkes (mandatslos) 2391, Gewerbepartei in Karpathorußland 1157. Insgesamt wurden aus dem Gebiet der Republik für '.die. Wahlen in das Abgeordnetenhaus 6,659.939 Stimmen abgegeben. - Nach den bisiherilgen Ergebnissen, wobei die Ergebnisse des zweiten und dritten' Skrutin-mms noch ansstehen, verteilen sich die Mandate für das W-geovdnetenhans in Böhmen und Mähren wie folgt: RepMikanische Agrarnnd, Kleinwirtepartei 24 Mandate, tschechoslowakische Bolkspartei 21 Mandate,, tschechoslowakische kommunistijeder Kunde erhält kostenlos Anweisung aut esne'pbotographiSche Ausnahme und dre- Herrliche Photbs ohne Preisaufschlag bei Einkoüt von S 3Ö im V/aiephaus II. TaborstraOe 48 Tel«*iH0n 47-1-7? 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