Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2415 (12.11.1925)
- Date
- 1925-11-12
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Kt, 241T Wen, Domrersiag Wiener Morgenzeilnng 12. November 1925 Srite 7. tisttni als Gast. Die übrigen Hauptrollen sind mit Frau Kurz und Herrn Piceaver besetzt. Mdoutensaal. Morgen, 8 Ufa abends, Ballettsoiree: Louperin-Ravel-Rameau-Johann Strauß.' Volksoper. Morgen „Der ' Waffenschmied". SigrSmondo ZaleSchi wiw . sein Gastspiel verlängern. Der Mnstler singt Donnerstag den 19. d. den Tonio in „Bajazzo" und Samstag den 21 i>. den Germot in „Traviyra". Ferner gelangt ( der dramatische Einalter „Nachher von Edoardo Granelli unter, persönlicher Leitung des Komponisten zur Aufführung. Die Hauptrolle singt ebenfalls Herr ZaleLchi Aus der StaalSoper. Montag den 18. d. setzt Commendaltove Battistini sein Gastspiel in Verdis ,Irnani" fort beendet es Gamstag den 21. d. in Verdis „Maske n- . ball". DienStag den 17. d. und Freitag den 20. d. soll Piceaver auftreten, und zwar DienStag in ,-Voheme" und Freitag in „Aida". Künftlerhaus. Samstag den 14. d. wird die Herbstausstellung im KüustlerhauS eröffnet. Ehrenabend. Am 17. d. gelangt im Jüdischen. Mnstlerkabuett, 3. Bez., Praterstraße 60, als BemftzvorstÄum der Frau Paula Dreiblatt die Tragödie „Die verschämte Kalle" zur Ausführung. Eln politischer Theäterskandal in Bukarest. ÄuS Bukarest wird gsnttldet: Im Theater „Regina Maria" ereigneten sich bei der evsten Aufführung eines Autors namens H e r z große Skandals Ae neu. Studenten, die Hem „unpatrivtisches Bechalten ivahrend de§ deutschen Besetzung" vovwaüfen und ihn als „Batertlandsverräter" oeschimysten, st'muuten, als sich der Vorhang hob, die Königshymne -an, worauf sich das 'Publikum von den Sitzen erhob. Auch während des, Stückes wurden die Demonstrationen wiederhol't. Das ^Publikum teilte sich inzwei Lager. Man versuchte, von der -Bühne die Demonstranten zu beschwichtigen.'Es gelang aber nicht. Die Demonstrant^ riesen: Nieder mit dorn Verräter! M<der mit dem Freund Mackensens! Es Mrde sodann Gendarmerie in Anspruch genommen, die die Demonstronten und jenen Teil des Publikums, der für . sie Stellung nahm, aus dem Zuschauerraum entferntem Aus/ der Straße wurden die Dsmowstrationerr fortgesetzt. ^Der König der Schnorret Äs Operette. Der französische Bühnenichriststeller Pierre Baren ne ha! aus dem - Lusypiel Israel Zangwills ,Ahe king.of che shnorrers", das Ursprünge lich ein Roman war, ein Operettenlibretto geschrieben. Die Operette, deren Musik Viktor Cremkeux komponiert hat, wird in Französischen den Titel „Le roi des schnorrers" führen. Die Premiere wird im Casino-Theater von Monte Carlo.stattfinden. Ausstellung Philipp Kaufmann. Der Sohn des berühmten den,, als Philipp Kaufmann in den Grenzen seines -Talents bleibt lind niemals versucht, mit Extravagantem zu verblüffen. Gute Zeichnung, gediegene Malerei, reizvolle Motive — aus diesen drei Elementen setzt sich eine Kunst zusammen, die eine gute Tradition sortsetzt. Besonders die Landschaften aus Brügge sind voller Stimmung.und Delikatesse. Kunst im Schaufenster. In den Auslagekästen des Kunstsalons Mrchle sind gegenwärtig interessante Dinar zu sehen. Zunächst Arbeiten des führenden österreichi'scken ReÜamekünstlers Julius Klinger, dessen Plakate Weltruf genießen und der jüngst si5 einer besonderen Art von Propaganda zugewendet 'hat; es Jjtti dies die von der Betterway erzeugten Groteskfiguren,: die den Blick des Zuschauers auch'nach der ästhetischen Seite hin, fesseln. Hier ist am deutlichsten Klingers moderner Stil ausgeprägt. — Der brillante, phantasiereiche Maler LaSke lenkt in einem zweiten MrHle-Schaufenfter durch das prächtige Bilderbuch „Die „Arche Noah" die Aufmerksamkeit auf sich. Es ist eines der wenigen erfreulichen Erzengnisie auf dem Gebiet? der Kinderbücher rrchuktion. Radiovroaramm. Donnerstag den 12. November. 11 Ufa 5 Min.: Festkonzert der Wiener Wilharmoniker unter Leitung Felix Weingartners Ansprache des Herrn Bundcsvräsidenten Dr. Hämisch (Landes Hymne zum Bortrag /gebracht vom Vonsopernchor). t Ilhrr Nachmittagskonzert. Meister der österreichischen ernste» und heiteren Tonkunst. — 8 Uhr: Opernaufführung „Der Freischütz". Freitag den 13. November. 4 Uhr 10 Min. Nachmittagskonzert, Mitwirkend r Konzertsängerin Anny Ney. TswanowsknS Werke. 5 Uhr 60 Min. bis 8 Uhr 6 Min.: Radiovolkshochschule.;> Uhr 50 Min.: „Quer durch Oesterreich." — 6 Uhr 26 Min.: Kunstgeschichte 12. Kurs, Dr. Hans T letze: .Italienische Hochrenaissance-. — 9Uyr 10 Min.: Französischer Sprachkurs. — 7 Uhr.40 Min.: Englischer Sprachkurs für Vorgeschrittene. — 8 Uhr 15 Min.: Zyklus: „Die Streichquartette Beethovens. 3. Abend. Einleitender Vortrag von Dr. Richard Specht. — 9 Uhr 15 Mju.: Borträge des HornquintettS Stiegler lStaatsoper Wien). Mengen der noch'nicht bezahlten Wären zu verpfänden. Am 23. Oktober 1923 tvurde das Warenhaus eröffnet. Die Reklame verschlang.'Millionen' und der Warenverkauf erfolgte oft um 30 Prozent unter dem Einkaufspreis *- „Lockpreise"! Als am 21. November der Betrieb-gesperrt werden mußte, haben die drei Angeklagten weiter Waren auf Kredit bezogen und verpfändet. Es* gab .keine ordentliche' Buchführung. Die Schulden betrugen schließlich überfünfzehn Mrlli ardev, denen Aktiven von fünf Milliarden gegenüberständem Bei der gestrigen Verantwortung erzählte Bilgurei unter anderem, daß Benjamin Feller noch auf eine weitere Mitgift seiner Frau gerechnet habe. „Nach der Eröffnung des Geschäftes waren gleich so viele Unkosten zu bezahlen, daß wir nichts flüssig hatten. Die Warenverpfändungen erfolgten an Bqnkeu." —■ Vors.: Das .ganze Unternehmen war ein Abenteuer/weil es mit ganz unzulänglichen Mitteln begonnen wurde. Nach längeren Verhören wurde in später Abendstunde das Urteil gefällt. Israel Feller würde wegen fahrlässiger Krida zu d r e i M o n a t e n und Max B i l g u r e,i zu fünf Monaten strengen Arrestes verurteilt. Beiden wird die Untersuchungshaft in die Strafzeit eingerechnet. Die Verteidigung meldete bei beiden Verurteilten die Nichtigkeitsbeschwerde und Beriifuüg, der Staatsanwalt die Berufung wegen zu geringen Strafausmaßes an. Ser Dowelmord in Mesenbach. Der Jndizienprozeß gegen Marie Stangl. Die gestrige Verhandlung im Jndizienprozetz gegen Marie Stangl, die das Geschwisterpaar Panzenböck ermordet haben soll, war wieder reich an Zwischenfällen. Es kam zu heftigen Züsammenstößen zwischen dem Verteidiger Doktor Reichhardt und dem Vorsitzeüden, weil letzterer dem Rechtsanwalt vorwars, daß er vor der Verhandlung mit dem Belastungszeugen Adolf P-e e r gesprochen habe, worin, man eine Zeügenbeemflusftmg erblicken könnte. Der Vorsitzende Gezeichnete das Verhalten des Verteidigers als eine Ungehorigkeit, Wogegen dieser energisch protestierte. Dr. Reichhardt bezeichnete den Zeugen Peer als'Spitzel und seine Angaben als Unwahr und beantragte, selbst als Zeuge über sein Gespräch Mit Peer-einvernommen zu werden. Der Gerichtshof lehnte diesen Antrag ab. Eine Reihe von anderen Anträgen des Ver- ÄL"e?■.~aeae!tl>ie es eine Vererbung künstlerischer Fähigkeiten gibt, dann liegt hier ein solcher Fallvor und er kann' als umso erfreulicher fixiert wer Vornahme eines Lokälangenscheines 'm Hause der Ermordeten obgelehnt.' Der Zeuge Patrouillenleiter aus Peisching, welcher die Stangl während farH^w^Mst/ /der-/GerichtLkommifsionwn Oxt und Stelle wÄ.--dann eskortiert.hat, gibt an,'daß die „Es ist geschehen:" Während 8er EsikoMhahe^siesetst geweint. Und dann ihm wieder höhnisch ins GäW MM/Äls'sie darin . in ein Auto einstiegev, ^hat^..si^locherchWWMr^Wie..wäre:-ich denn sonst zu einer Autofahrt gekommen." — Angekl.: (schreiend): Das ist nicht wahr. Als nächster Zeuge wurde der Wiener Universitäts- Professor Dr. Salzer vernommen, der nach der Tat in das Haus der Panzenböcks kam, um ihnen vielleicht noch ärztliche Hilfe angedeihen zu lassen. Er will die Angeklagte im Zimmer! der. Ermordeten gesehen haben, doch hat er, wie er angibt, in ihrem Gesicht keine.. Blntspuren «gesehen. Der-Gerichtshoftw e rt agt e die Verhandlung auf Dienstag den 17. d. zur Vorladung und Vernehmung der zahlreichen von der Verteidigung 'und von der Staatsanwaltschaft geführten Zeugen. Das Cafe Atlantis muß geräumt werden. In den letzten Tagen ist das Urteil des O b e rst e n.G e r i ch t s h o s e s in der Streitfrage zwischen der Jndnstriebureau-Gesellschäft m. fa .H. als Eigentümerin des Atlantis-Häuserblocks (giingstraße- Schwarzenbergplatz) und der Firma Kaszuar u. Co. (Inhaber Philipp Färber), welche das Cafe Atlantis führt, herabgelangt. Das Endresultat des Prozesses ist, daß das Cafe Atlantis/nächster'Tage von Färber gerämnt und dem Hauseigentümer übergeben werden mrrß, widrigenfalls die zwangsweise Delogierung,stattfinden würde..Der Prozeß wurde dnrch drei Instanzen geführte Als Kuriosum verdient noch hervorgehoben zu iverden, daß der Mietzins für das setzt zu räumende Hin schwarzer Tag tm der Rew-DorkerBörse. KursriickgängL bis 20 Prozent. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) New-Aork, 10. Novemiber. Der heutige Lag zählt zu den beiwegtasten der Börsengeschichte Wallstreets. Seit zwanzig Jahren sind an einem einzigen Lage nicht so viele Käufe und Verkäufe getätigt worden wie gestern. Es sind an diesem Tage nicht weniger Äs 3 Millionen 8Utien umgesetzt Wochen. Es herrschte eine Panik, die man selbst in Wallstreet selten erlebt hat. Die rmilsten Kurse bröckelten mn 10 bis 20 Prozent ab. Die Verluste, welche dem Publikum daraus entstanden sind, werden auf viele Millionen Dollar gejschätzt. Damit ist eine Bewegung an der Börse zujfrmulengvbrochen, die in den letzten sechs Wochen, ungeheuer -an Umfang zugenommeu hat. Grundspekulanten hatten m Florida große ReichÄmer erworben, die sie vor kurzc-m realisierten urch an der New-Aorker Börse in Papieren anilegten. SÄbstvovstLndlich bewirkte dies eine große Steigerung. Dazu kan: noch, daß von gewissen Hausseelementen völlig koittrollos Gerüchte über Len ausgezeichneten Geschäftsgang der amerikanischen JnLnstrie verbreitet wurden, welche das PMiiuin zu Käufen animierten. Die Bauern, welche in der letzten Zeit am Börsengeschäft stärker teilnehmen, haben aus dem Verkaufe ihrer Ernte Gelder frei bekommen, die sie ebenfalls dem Markte zur Verfügung stellten. CMich kcnn noch ein Teil des Kapitals hinzu, welches aus Frankreich geMchiet ist, weil dort die Herauzichung des Kapitals zur Besteuerung befürchtet wurde. Die Folge dieser Kapitalsakkrrmulation au -der New-Aorker Börse war, daß fast «sämtliche Jndustri-chapiere starke Steigerungen auszuweisen hotten. Die Spekulation beteiligte sich intensiv an diesem Treiben. Dadurch wurde der amerikanische Geldmarkt allzu stark in' Anspruch genommen. Gestern verlMtete nun, daß dir ftderalen Reservebanken die Absicht haben, den Eskomptesatz zu erhöhen. Dies bewirkte, daß die Spekulation mit Abgaben vorging. Dadurch geriet-das-ganze Hanssegebäude ins Wanken, die-Kurse brachen zusammen. Die Anbote übechällften sich, was in sämtlichen Papieren starke Kursrückgänge hcrvorrics. ver Zusammenbruch des Warenhauses „LenttM". Im Herbst 1923 war in den Räumeil des ehemaligen Cofe Edison aus dem Schwedenplatz von den Brüdern Israel und Benjamin Feller sowie von dem Kaufmann Max Bilgurei ein großes Kaufhaus unter dem Namen „Warenhaus des Zentrums" eröffnet worden. Einen Monat später erfolgte der Zusammenbruch des Ullternchmeus. Zahlreiche Gläilbiger. machten Strafanzeigen gegen die Unternehmer. Israel -Feller und Bilgurei wurden verhaftet, Benjamin Feller flüchtete und wird seither steckbrieflich verfolgt. Gestern standen Israel Feller- und -Bilgurei wegen s a h rlässiger Krida vor einem Schöffensenat (Oherlandesgerichtsrat Dr. Brodfeld). Die Untersuchung wegen Betruges ist gegerx sie eingestellt worden. Nicht weniger als zweieinhalb Milliarden Kronen müßten - sie für die leeren Kaffeehausräume zahlen urw haben/ bis auf -80 Millionen wirklich alles gezahlt. Nun standen sie ohne Betriebsmittel da, sogar die Herrichtungen mußten sich verzögern, 'was nicht hinberie, daß die Unternehmer bereits im August vorher Wareuoinkäufe in größtem Umfange, und zwar nur auf Kredit, Vornahmen. 1 Anfangs Oktober waren bereits die ersten Zahlungen für Warrminkäuse fällig. Man verfiel auf den Ausweg, große Kmzessivmeruug des Ausgleichergewerbes. Die gewerbsmäßige 'Vermittlung von Ausgleichen ist an eine Konzession gebunden. Das BnndeLgeseWatt vom 13. d. wird eine Verordnung «des Bundesimnisters für Handel »nd Verkehr über die gowerbsmäßige Vermittlung von Ausgleichen verlautbaren, die besagt: Die gewerbsmäßige Vermittlung von Ausgleichen Zwischen zahlungsunfähigen Schuldnern und ihren Gläubigern ist an eine Ko n z e iss i o n gebunden.- Zur Erlangung der Kou- Tessivn wird außer der ErfüllMg der allgemeinen Bedingungen Funr selbständigen Betrieb jedes konzessionierten Getoerbes die Erreichung des 30, Lebensjahres, besondere .Vertrauenswürdigkeit und der -Nachweis genügender allgemeiner Bildung sowie der enforder- 'lichen gefchaift-lichen Erfahrungen verlangt. — Die Konzession wird vom Amte der Landesregierung verwichen. Konzessionen dürfen nur im Rahmen des streng zu prüfenden wiMchen Bedarfes der BevAkemng erteilt werden. Bor Erteilung der Konzession futb die Genossenschaft, das Oberlandesgericht, die Kammer für Handel, GstveM und Industrie, die Kammer ftir Arbeiter und Angestellte, die Rechtsanwaltskammer und sämtliche. mit dem Vorrecht nach. § 23 a, Amsgleichsordnung, ausgestatteten Gläubigerschutzverbände zu hören. Die Konzession kann von der Berleihnngsbchörde zurückgenommen werden, wenn das Gewerbe binnen sechs Monaten nach Erteilung nicht in Betriöb gesetzt oder wenn später durch ebenso lange Zeit der Betrich ansge,setzt wich. — Der Jnthäber der K-onzessivn (Stellvertreter, Pächter) -ist verpflichtet, Bücher zu sichren, aus denen der genaue Ju- , halt der vermittelten Ausgleiche (Namen der Schuldner und Kaffeehaus, nämlich.das gxößte in Wien, bis zum heutigen Tag I ^föHfciqcr, Änsgleichsumme, Ausgleichsguote, allenfalls einnicht »lehr als 100.000 Pqpierkrouen, also zehn Sch-illrn g j Minen Glänbigern eingeräumte fasoudere Vorteile, soifern deren Gewährung Merhanpt zulässig ist, Namen der aHälligen Bnrmanu im Jahr,betragen hat. „Polnische Saujudeü" — unter vier Augen. Der Kaust Aaron Reimanr« trat gestern beim Strasbezcrks- 1 (Oberlandesgerichts^rat Dr. Weiß) als Privatklägor gegen den Generalsekretär der Zentralbank der deutschen Spärkajsen Dr. Hans Gürtner auf. Der Schwiegersohn des Klägers, der Kaufmann Jakob Ettinger, hatte seiner Behauptung nach bw'ch die genannte Bank verschiedene Transaktionen an der Börse dlcrchsühren lassen, wobei er seiner Angabe rrach 400 Millionen Kronen verloren hatte und der Bank noch einen größeren Betrag schuldig geworden war. Die Barck hatte znr Hereinbringring ihrer Forderung gegen Ettinger Exekution' geführt und - hatte unter anderem einen wertvollen Fabriksmotor pfänden lassen, welcher Motor jedoch von Aaron Reimann als sein Eigentum exzendiert wurde. Anr 28. August erschien Herr Ettinger iuü Bureau des Generalsekretärs Dr. Gmjner und übervrachw ihm einen Brief seines Schwiegervaters Reimann, in welchem i bestätigtwurde, daß der fragliche Motor Eigentum des Reimann sei. Ettinger verlangte die Freigabe dieses Motors im Namen seines Schwleger-- vaters. Dr. Gurntner lehnte has Verlangen ab,' wobei er nach Inhalt der. Klage/des Herrn Reimann. mit bezug auf den Brief geäußert haben soll: . „Das ist alles Lud uwd Trug, solche polnische Saüjnden." Vor Gericht erklärte gestern Dr. Gmtner als Angeklagter, daß er bei dem fraglichen Gespräch, welches in seinem nichtöffentlichen Bureüu unter die r A u g t n stattgefunden hatte, bloß gesagt habe: „Der Motor wird urcht-freigegeben, auch wenn zehn Juden als Zeugen austreten."-Dr. Gurtner betonte, daß m fein Bureau keine Parte: ohne'vorherige Anmeldung gelangen könne. Der Richter sprach Dr. Gurtner frei, mit der Begründung, däß -vas. -in-ktMwieM: Gespräch .alsmchWentkich anzuschen/ sei, - daher der Tatbestand einer Ehrenbeleidigung mangle. Der Kläger rneldete gegen den Freispruch die Berufung an. gm) iuti> die,Höhe der Entlohnung zu entnehmen sind. Cr hat die Bücher Zehn Jahre, gcrcch-net vom Tage der letzten Eintragung, auGubowahren. Der Gewerbchchörde stcht das Recht zn, in die Bücher Einsicht zu nehmen. Durch diese Verordlmn-g soll den Mißbräuchen bei Ausgleichen eiu Riegel vorgeschoben werden. Bedeutender Rückgang des EskouchteporteseuilLes der Oesterreichischen Nationalbank. Der U-Itimofadarf -der österreichischen Industrie hat, für Ende Oktober ein Antvachiseil des Eskonrpteportejseillllcs der Oesterreichiischen Nat-ionalbanlk her- ' vorgerusen. Nach dem letzten Ausweis der Oeistemeichischeu Natioualbawk mit dem Staude vom 7. d. ist das W echf-elportelf-euille mmmehr wieder stark rückgängig geworden. Es hat um 17,771.100 Schilling abgcnommen unbeträgt, jetzt 91,352.559 Schilling. Auch der Barfchatz hat sich um .5,643.194 Schilling auf 513,477.378 Schilling verringert. Rückgängig lvar auch der Banknotenumilauf, der. eine Abnahme um 45M7L95 Schilling verze-ichnete und jetzt 806,676.455 Schilling beträgt. Die billigen österreichischen Transittarisbegiknstigungen für polnische Kohle. J>n der gestrigen Sitzung deL Budtzetausschusses verteidigte Dr. Schürst die Ernräßigung -er Transittarife für polnische Kohle nach Italien. Er erklärte, dies sei keine gegen dir deutsche Kohle gerichtete Maßnahme, Die