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Wiener Morgenzeitung · 1925-11-12 · Heft 2415 (12.11.1925) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2415 (12.11.1925)
Date
1925-11-12
Page
– (sequence 1)
Language
German
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1 Polen: 20 aiosayl Wien: Zum Abholen in der Expedition, 1L Taborstr. 1-3, oder in einet Verschlelsstfelle (Trafik) monatl. 6 Schilling Strassenverkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma G o 1 dsch m ied, 1* Wolkeile 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tschecho-Slowakek Mon. K22. Jugoslawien: Mon, Din. 60. Polen: Mon. 4Zloty. Deutschi and: Mon. Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 Nachzahlungen bei P r e i »• erhfthungen Vorbehalten lener Ifrrals M » England: Mon. 4 Schilling. Hallen: Monatl.•; 18 Lire: R u inäni en: Mon. 170 Lei, B u'lgari en;Mon.l00Lewf. Schweiz und das.übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration W ien, II. Taborstr. 1 Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX., Universitätsstrasse 6-8 (D.uckerei lg. Steinmann) Oesterreichisches Postsparkassen - Konto Nr. 150.693 Rk. 2415 Wie». Lomerstag. 18. November 1925 7. Fahrgang Die AgudaH gegen die jüdische Vertretung in der Tschechoslowakei. Zer volitische Verrat der Trennungsorthovoxie. Aus Bratislava wird uns berichtet: Man hat sich zu früh gefront, daß es den Juden in der Tschechoslowakei gelungen ist, aus Grund einer ehrlichen Einig«NH mit einem [übischen Programm in die Wahlen Kr ldas Abgeordnetenhaus und den Senat eintreten zn 'können; alle Bemühungen und alle Konzessionen der in der „Jüdischen Partei" vereinigten jüdischen Gruppen haben nicht vermocht, die unter dem Kommando der AgndaZ Jisroel sichende Trennungsorth»-- doxic vom schmählichsten Verrat an der jüdischen Sache aöznhalten. Die Führer der Agudah, die nur von der Zerstörungsarbell politisch leiben können, haben das Zustandelkomnren einer j ü d i s ch e n E i n h e i t s l i st e Jfiir die Sonntag statisindenden Mahlen verhindert. Derselbe Geist, der gegen die Zionist-iische Organisation bei der englischen Regierung und beim Völkerbund einen v e r l e u md e r isch cu Feldzug insizenievt hat, ist auch jetzt bei den Mahlen in der Tschechoslowakei tätig; jedes Mittel ist den Agudisten gut genug, \mn\ es zur Zertrümmerung eines sclbstbewutzten Judentums führen kann. UnvechMer hat noch niemals eine Volksgruppe V e r r a t an ihrem eigenen Volt geübt, als die hinter der Abaske einer j ü d i,s che n W i r ts cha s ts p a r- 11 i agitierende Agndah in der Tschechoslalvakei. In ihrem Wahlaufruf begnügt sich diese Partei nicht allein mit der Ausstellung einer eigenen Kandiidatenliste, an deren Spitze sie den w e l t s r e m d e n, aller Politik entrückten Oberrabbiner vo-n Hunsdorf zerrt, sondern sie geht in ihrer sadistischen Zerstörung jedes Einigungsversn ch e s soweit, daß sie ihrem Anhang zur Pflicht macht, in jenen Wahlkreisen, in denen sie keine Kandidaten aufstellt, jeden magyarischen, tschechischen oder deutschen Kandidaten eher zu Mahlen als einen Kandidaten der jüdischen Parki. Die Agudisten arbeiten mit Hochdruck. Mas sie mit dicher Verräter!,scheu Politik erzielen wollen, ist und kann nur sein: die Juden in der Tschechoslowakei um die eigene parlamentarische Vertretung zu bringen, wodurch sie weiter der Spielball der verschiedenen Parteien, und Nationalitäten bleiben würden. Die Judenschaft der 'hsichechosloivakischen Republik wird sich jedoch vor diesen Folgen des. agMstischen Verrates M .-schützen wissen. Die Berichte aus . den.einzelnen Wahl-kreisen lauten dahin, daß' ' selbst in jenen-Ärersen 'öer...Bevölkerung, m religiösen ' .Fragen der Preßbuvger Landeskanzlei, dem Hauptquartier der AgndH, gchorchen, /I' . ' ' - Empörung über die politische Haltung der" Agudahzentrale herrscht, durch welche der F r i e de u n d d i e E i n heit, unter den Juden mit Gewalt zerstört werden. . Damen Mo d e-Spaugen-S ch uh e Boxkalf. . . . . . . 37*° Brima-Lack. . .. 39so Herreu-Halbschuhe Boxkalf..42'6o Prima-Lack.... 495» Qualität „Iellinek", VII., Burggasse 5 589 143 JAHRE BACZEWSKI LIKÖRE U. SCHNAPSE WIEN, 1.. BABENBERGERSTRASSE 5 T.LEPHON 45-30 SERIE Die nächste Nummer der „Wiener Morgenzertung" erscheint wegen des Staatsfeiertages Freitag den 13. November mittags. Der Tag der Republik. b -,' M i e n. 1L. November. Sie antiitalicnlschen Kundgebungen in Agram. BeLoneru der jugoslawischen Regierung. Rom, 11. November. (Stesani.) Der jngoslawijHe Gesandte rlutonievic hat dom Außenminister Mussolini das lebhaifte Beda n e r n der jugoslawischen Regierung wegen der Zwischenfälle bei den antiitalien'i-- lchen‘Kundli-ebmlgen in Agram, Spa!ato und Seb e n i c o zum Ausdruck gebracht. Uoberdies werden der jngoislawische Außenminister Nincic und sein Stellvertreter Markovic der ita-. lien'ischeu GesaMlsthlast in Belgrad das Bedauern ausdrücken. Für die durch die.Zwischenfälle entstandenen Schäden wird Ersatz geleistet werden. Der von wurde abgesetzt. Gin Enkel Garibaldir verhaftet. Wegen des „Anschlages" auf Mussolini. Lugano, 11. November. (Tel.-Konip.) Eine Sonder-. Ausgabe dos in Ferrara erscheinenden, faszistischen .,Corriere" meldet, daß an der italienisch - s ch w c iz e r i.s ch e u G r e n z e. General Stephan Garibaldi und sein Bruder, die . Enkel des italienischen Freiheitshelden, verhaftet wurden. . Die 'Verhaftung stehe im Zusammenhang. mit' dem „K o m p l o t t" g e g c n M u ss o l ist i. General Garibaldi war einer der Führer der a n t i f a s z i st i s ch e n Bewegung i n F r a n k r e i ch. Der Rotevwechfel über dir deutsche Entwafsnnng Um General Seerkt. Paris, 11. Novemver. . (Wolfs.) Der deutsche Botschafterv. Hoesch hat heute vormittags dem Minister des Aenßern Briand die deutsche A n t wort auf die letzte Note der B o t s ch a s t e r k o ns e r e n z überreicht. Wie das „Berliner Tageblatt" schreibt,. ist die deutsche Antwortnote das formulierte Ergebnis der in den letzten Wochen gepflogenen Verhandlungen. mit der französischen und der englischen Regierung. Auch in der Frage der Stellung des Generäls v. S e e ck t ist inan zu einer E i n i g u n g gekommen. . die den Wünschen der. Ggegenseite Rechnung trägt, ohne daß das Prestige des Generals v. Seeckt in der »Reichswehr anaetastet wird. Der Freistaat Oesterreichs vollendet heute sein w' Lebensjahr. Pessimistenhatten ihm am Tage!. seüier Geburt keine so lange Lebensdauer prophezeit |juitb auch seinen 'Erzeugern schwebw;nur der Gedänke chor, ein Notdach aufzurichten, unter dem nach der Abkehr der Nationalstaaten von Wien die zurückgebliebenen!'Bewohner der Alpenländer das Abebben des Nevolu- \ twnssturmes abwarten. sollten. Einen Willen zum Eigenleben hatte diese Republik nicht. Erst der Friedensvertrag und das Genfer Abkommen verpflich teten sie, selbständig und unabhängig zu, sein. Seine Häuslichkeit konnte sich der junge Freistaat jedoch nach : seinemE Gutdünken emrichten, und es wurden ihm nur jene Beschränkungen auferlegh die auch die änderen Nationalstaaten daran hindern sollen, ihre Angehörigen nach Nasse, Sprache oder Nation unterschiedlich zu behandeln. Es hat sehr lange gedauert,, bis die Republik überhaupt nur ihr Haus selbst bestellte und sich eine Verfassung gab. Heuer ist wieder ein Teilstück zu den Grundgesetzen fertig geworden, und. trotzdem bleibt hie Verfassung noch immer Stückwerk. Einstweilen behilft man sich mit Gesetzen, Verordnungen und Rechtsbräuchen des, alten monarchistischen Staates. Die Demokratie, ist im Bundesstaat selbst mehr Werkzeug der aus; der Monarchie übernommenen Bureäukratie als ihre L'ettkerin. Nur in den Ländern haben.sich die Landeshauptleute eine sonderstaatliche .Souveränität anzueignen verstanden, die auch die Landes- und Bundesbnreaukratie dortselbst zur Unterordnung. zwingt. Die Umstellung vom Obrigkeitsstaat zur demokratischen Republik ist. unvollständig. Vor allem, >veil sie . von einem Großteil der Bevölkerung nicht zur Kenntnis genommen wurde. Sie findet sich in den neugeschasi fenen Instanzen nicht zurecht und glaubt, sie könne in ilk ^ÖlinilO.! der Demokratie nun selbst dort Recht setzen, wo es Haag,, i l. November. (Havas.) Da tzie zweite Kammer «Früher der Vertreter des Kaisers getan hat. Für die mit. 02 gc'Aen 42 Stimmen die Aufhebung der Ge- Grundidee der Demokratie, für das gleiche Recht aller fan bth c£>:ar t be un Va tikan beschlostm hat, - 1 r \ ' die vier katholischeiv Mimster zu rückg ei ret en Painleve legt einen veuen Finavrvlan vor. Paris, 11. November.' (Tel.-Komp.) Die Finanzkommission der Kammer trat heute zur weiteren Prüfung der F i n a. u z v o r l a g e n der Regierung zusammen. Der Vorsitzende Malvy und der Berichterstatter Lamour e u x erklärten, daß sie der Regierung die gestern vonder KonMifsion gefaßten Beschlüsse, aus denen sich für die Amortisationskässe ein Ausfall von 1,6 Milliarden Franken ergibt, mitgeteilt und die Regierung ersucht hätten, neue Vorschläge zu machen. Ministerprästdent Painleve habe sich bereit erklärt, morgen in der Finanzkommission zu erscheinen und ihr vorher neue Finanzprojekte vorznlcgen. Die Nachricht, daß Painleve einwilligte, sein Projekt in so weitgehender Weise abzuän'dern und den Wünschen des Kartells entg-egenznkommen, hat in der Kammer eine merkliche Entspannung hervorgernsen. Der Senaf hat einen n-euen Finanzausschuß gewählt. Vorsitzender ist Don m c r. Vizepräsidenten Elemente l und R a y b e r i y, Berichterstatier B c r a ng er. Der Senat vertagte sich sodann bis zum 17. di sind, wodurch eine Reg i e rnug s k rise ausgebrochen ist. WagerungrzMnd in Persien. Für die Wahlen. . London, 11. November. (Tel.-Komp.) Wie ans T.eheran gemeldet wird, hat Riza Khan über-ganz Persien den B ela g e r tut g s z u st a u d verhängt, Ter' Belagerungszustand soll solange aufrecht bleiben,'bis--die W a l) l e n in die konstituierende Nalionalversammlnug besührenden Parteien des Staates sind noch immer darauf; ejngeschworen, man könne die Demokratie bejahen, und gleichzeitig einen Teil der Bevölkerung dieses Staates zu Bürgern minderen Rechtes degradieren. An den hohen Schulen, wo die künftigen Richter, Rechtslehrer und Rechtsschöpser herangebildet werden sollen, wird das! System der bevorrechteten Nation praktisch erprobt und I zwei Tage vor dein Geburtskest der Republik demonstrieren vor dem Präsidenten des Freistaates Angehörige der „Herrennation" an der Universität für ihr an- - gemaßtes. Hausrecht auf den Hochschulen durch Faustschläge und Fußtritte, mit denen sie die „Anderen" zum Tore der Aula hinausjagen. T>as ist so die Demoen^t sind. Doch hält man <s^für mö-Zlich, daß er auck noch . .^^7 wie sie an den Hochschulen 'dieser Republik den weiter m Kraft blecht, biv ev gelungen ch, me aufsta n- I Fuuftiqen republikanischen Staatsanwälten und Richtern d i s ch e n N o m a ö ensta m m e zu unlerwerstn. mirh Thth nüe» hip 5c,mopn summen, m brumanerzvgen wird. Und wie die Jungen summen, so brummen die Alten. Für sie hat der Umsturz nur eine gewmmm Ein wertvolles Geschenk! jeder Kunde erhält kostend Anwei&ut;^ aut uiiephotußraphisi-he Aufnahme und die' herrliche Photo» ohne Preisaufschlag bei Einkauf'.veil-,5 30 mi Waitiilraus rn Schiff mann II. Taborstraße 48 TeleiHon, 47-1-7* En gros En detail t

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