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Wiener Morgenzeitung · 1925-11-08 · Heft 2411 (8.11.1925) · p. Seite 13

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2411 (8.11.1925)
Date
1925-11-08
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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Sfc. NM Men, Sonnig Wiener Morgenzeitung ii Zwei wichtige Kämpfe. Vereine bis in «die Vorschlußrunde des Jugendeups. zu dm der Kampf auch zählt, durchßearbejtet haben. Das Schlußspu-l um den Cup verspricht nicht nur ein sportliches, sondern auch ein gesellschaftliches Ereignis zu werden. Bundespräsident Hainisch wich dem Sieger Persönlich den Pokal einhändigen und außerdem haben die Spitzen der Behörden, wie Bürgermeister Seitz und Bundeskanzler Dr. Ramel, ehr Erscheinen in Aussicht gestellt. Bor dem Kämpfe wird Meistevfcchrer Ruppert Karner das Sunbeam-Motorrad, das unter den Zuschauem verlost wird, wobei die Eintrittskarten als Lose gelten, auf der Lausbahn Vorfahren. In >der Pause des HaupÄanlpfes wird eine Polzmodeschau das Interesse der anwesenden Damen in Anspmch nehmen. Auf der Hohen Warte das Endspiel um den Sud. - 8n Arm MderlSmps Sefterreich gegen Schweiz. Das Interesse der österreichischen Sportgememde wird cheute Mischen Dem. wo das Lanoermatch Oesterreich gegen di«. Schweiz, und der Hohen Warte, wo das Endspiel um den Cüp zwischen den Amateuren und der Vienna stattfindet, geteilt sein. Da überdies am Vormittag noch eine Menge kleinerer Spiele, darunter auch ein internationales, stattfindet, ist für Abwechslung gesorgt. Der 8«p. Der Endkcnnpf um den Cup erweckt heuer weit größeres Krteresse als in den vorhergehenden Jahren, da sich diese an Wechselfällen reiche Konkurrenz jetzt endlich in den 27 Jahren ihres Bestandes neben der Meisterschaft «das gebührende Interesse erworben hat. Die Amateure und die Vienna siiw die Gegner, die. heute um die Ehre ringen, ihren Namen auf dem silbernen Becher eingravieren zu dürfen. Beide Vereine hatten einen schweren Weg vis zum Endziel guvückzulegen. Die Amateure trafen in der ersten Runde auif den Sportklub Wacker, >den sie überlegen mit 6L Toren abfertigten. In der gleichen Runde hatte die Hakoah gegen Rapid 5:4 «siegt und war daher der nächste Gegner der Amateure. Der damals in schlechter Verfassung befindliche siMche Verein mußte, unverdient hoch 1:6 geschlagen, die bessere Form der Violetten anerkennen. Der nächste Gegner der Amateure waren die Srmmeringer, die mit dem Treffervechältnis 3:1 aus der Cupkonkurrenz gedrängt wurden. , Die ersten Gegner der Vienna waren die erstklassigen Favoritener Vereine Hertha und Rudolfshügel. In der ersten Runde wurde der Sportklub Hertha 4:3 und in der Metten Rudolfshügel 3:2 geschlagen. Das letzte Hinderrtts vor dem Fimle war die Admira, die von den Döblingern überlegen mit. 4:1 Treffern abgefertigt wurde. Wer wird siegen? Die beständigere Form und die größere Zuverlässigkeit zeigten in den heurigen Kämpfen entschieden die Amateure, die erst in ihrem letzten Meisterschaftskampfe den Sportklub Wacker überlegen mit 4:1 abfertigten und sich dadurch die Führung in der TÄbelle sicherten. Die Vienna hingegen schwankte Heuer zwischen Höchstleistungen Md Versagern und war zudem durch zahlreiche SpwlerverletzMgen behindert. Nun haben aber alle Verwundeten, vor allem Seidl und Gschwem, ihre Kampffähigkeit wieder erlangt, und die Vienna ist seit tanger Zett zum ersten Male in der angenehmen Lage, ihre stärkste Mannschaft zu stellen. Die Amateure haben das zwecknäßigere System und die bester eingespielte Mannschaft für sich, icdoch ist die Spielweise des Bienm-AngriIes, die auf Emzewurchbrüche der schnellen Flügel und der durchschlagskräfttgen Innenstürmer Bulla und UM! basiert, unter der Herrschaft dar neuen Abseitregel sehr erfolgversprechend, zumal Gschweidl seinen Nevenleitten durch stme Uchevsicht - und Technik 'viele Gelegenheiten zum Durchbrennen - verschafft. In der Verteidigung sollte die Vienna, falls Blum in guter Vevfass-ima ist, ein leichtes Uelbevgewicht haben, während sich in der Deckung eher ein PluS für die Amateure herausklügeln ließe. Für die Vienna spricht der Vorteil des eigenen Platzes, doch ward dieser durch die größere Härte und Zuverlässigkeit der Amateure mehr als aufgehoben/ De PapieHrm spricht für die Violetten, doch könnte auch ein Erfolg der Vienna nicht als Überraschung bezeichnet werden, zumal die Döblinger gegen die Amateure immer besonders aut spielen. Der voraussichtlich sehr harte Kampf wirdvom Schiedsrichter PHak geleitet. Ein Vorspiel tragen die Jungmannschaften der Vienna und der Admira um 12 Ahr aus, das gleichfalls guten Sport bringen dürfte, da sich Las Löndechiel gegen die Schweiz. In Bern stehen heute zum achten Male die Veckandsmannschasten der Schweiz und Oesterreichs einander gegenüber. Bisher kämpfte Oesterreich bedeutend erfolgreicher und entschied vier Spiele für sich, während sich die Schweiz'mit zwei Siegen begnügen mußte. In Mememex Erinnerung dürste noch das letzte, in Wim am 22. März ausgetragene, Spiel sein, das von den Oesterreichern 2:0 gewonnen wurde. Die Eidgenossen konnten damals keineswegs imponieren und auch die schwere Niederlage, die sie vor kurzem durch die international keineswegs besonders hoch eingeschätzte deutsche Verbandself erlitten, ist nicht geeignet, den Schweizer Fußballsport in ein besseres Licht zu setzen. - Die beiden Mannschaften. Leider verdient unsere Elf keineswegs den Namen einer ,,Re- Prästntativ"-Mannschast, da sie keineswegs den Wiener Fußoallsport in voller Stärke repräsentiert. Die Cupfinalisten Vienna und Amateure, deren Spieler schwer zu ersetzen sind, schieden von vornherein alls, ebenso einige der besten Kräfte der Meistermannschaft Hakoah, die Ausländer sind. Aber auch unter den übrigen hat Bundeskapitän Meisl keine glückliche Wahl getroffen und insbesondere die momentane Kondition der Spieler gänzlich außer acht gelassen. So wird jeder, der Kurz, dem der'so wichtige Mittellänferposten anvertraut ist, im Spiele gegen die Hakoah beobachtete, dem Ländermatch nur mit größter Besorgnis entgegensehen. Da wir die österreichische Ms bereits einer eingehenden Kritik unterzogen, begnügen wir uns damit, die Aufstellung zu wiederholen; sie lautet: Kanhäuser; Beer, Teufel (alle Sportklub): Schneider (W. A. C.), Kurz (Simmering), Rietsch (Rapid); Neufeld. Häusler (beide Hakoah), Horvath (Simmering), Wessely (Rapid), Eckl (Slovan). Ersatz: Hetz (Hakoah), Aigner (Simmering), ' DürrschmÜ (W. A. C.). ' Die Schweizer Mannschaft lautet: Pulver (Old Boys); Schneebeli, Ramsayer; Oberhäuser Me Bern), de Lavallez (Gras- Hopper), Fäßler (Aoung Boys); Ehrenbolzer (Nordstern, Basel), Pache (gegenwärtig Mannheim), Pasello (Servette), Abegglin (F. C. Zürich), Markt (Urania, Genf). Ersatz: Sturzenegger. Der Schweizer F B. yat aus der 4:0-Riederlage gegen Deutschland Lchren gezWn und die jetzt aufgestellte Mannschaft wäre schwer zu verbessern.' Wer gewinnt den 9. Länderkampf? Die Frage wäre leicht zu beantworten, wenn der Oesterreichische Fußvallbund die. beste Mannschaft gestellt hätte. So liegt aber ein Erfolg der Eidgenossen durchaus im Bereich der Möglichkeit. Immerhin sind wir so optimistisch, zu hoffen, daß die bessere Balltechnik und Taktik, die unter der einwandfreien Leitung des bewährten Schiedsrichters I v a n e i c auf dem guten Berner Platz voll zür Geltung kommen können, fiir einen knappen Gieg der Wiener ausschlaggebend sein werden. Copyright 1924 by 59 Fortsetzung Kurt Wolff Verlag ArQ. München. Nachdruck verboten. Herr Fkttwanft. Eine amerikanische Autobiographie von Samuel Ornitz. Für die großen Fabrikanten stand viel auf dom Spiele. Die billigen Arbeitskräfte waren ' ihr Haupt- Vorteil. Also vergrößerten sie die Zahl der Wächter und ließen in den Zeitungen Artikel erscheinen, in denen darüber gejammert wurde, -daß Gesetz undOrdnung im Bogriffe seien, durch die bezahlten Raufbolde der Union gestürzt zu werden. Es kam des StveW wegen zu Bandenfchden.' Das bewies, wie wenig intelligent die Leute waren. Sie drangen in WohnuMn ein, feuerten aufs Geratewohl Pistolen ab und brachten gelegentlich einen unschuldigen Zuschauer, einen Straßenhäudler oder ein Kind um. Nur selten wurde eines der Bandenmitglieder selbst verletzt. Nur Streikposten wurden manchmal mißhandelt und unsere Leute zerbrachen den Streikbrechern die Knochen. Das Ganze wuchs sich zu einem förmlichen Krieg aus und es hatte ganz den Anschein, als würden, die Fabrikanten den Sieg davontragen. Da verfiel ' ich auf die glückliche Idee, die Gunmen der Bosses, zu bestechen. Ich führte das durch die Politiker in den ein- Men Bezirken herbei, denen die Banden angehörten. Ich verlangte nm, daß.sie sich drei Wochen lang zumckziehen sollten — -dann war die Saison der Fabrikanten endgültig ruiniert,. Die irischen nud italienifchen Guerillas standen unter der Führerschaft Tanner Jones, eines. furchtlosen Stvaßenräubers, und unter der „$ad the Rocks", eines soKialistischtzn.Bravos. Beide ließen sich vo.n ihren politischen Freunden überreden, besonders >da tznen auch eine hübsche müde Summe zugesteckt wurde. Mch Frenchie Laveye half uns. ,Zack fthe Rocks" Mädchen arbeitete in stimm Lokal, und als er Jack gut zuvedete, auf ein paar Wochen vernünftig zu sein, halten wir gewonnenes Spielt Unterdessen. standen. die Zeitungen beinahe Kopf. Sie hatten ein Elfen zu schmieden, Zede GelegeHcht^ auf die korrupten Verhältnisse der Tämmany Hall-Administration hmz-uweisen, war ein gefundenes Fressen für sie, und sie gingen daran, ans der Schreckensherrschaft, die in Verbindung mit dem Streik herrschte, Kapital zu schlagen. Barney Finn war für die Streiter tätig. Einer seiner Schulkameraden war City Editor (Stadtredaktem) eines der populären Nachmittagsblätter; Barney vevstand es, stin Interesse an der rein menschlichen Seite des Streiks, an den Nöten der Schneider, wachzurufen, und eine. Reporterin Wurde abgeschickt, die zusammen mit Esther eine Runde durch die Wohnungen der streitenden Arbeiter machte. Die Zeituiigsfchmierevin führte einen Umschwung der öffentlichen Meinung herbei. Das dumpfe, halbverhungerte Leben - der Arbeiterfamilien roch nach Dickens. Die schlechten sanitären Verhältnisse und die langen Arbeitsstunden wurden entsprechend geschildert. Die Haltung her Zeitungen änderte sich. Barney Finn wies nachdrücklich auf das Schlagwort des Arbeiterführers Lewkowitz hin. „Die eingowanderten Arbeiter kämpfen um amerikmifche Standards." Und die Zeitungen grifstn den Ruf nach amerikanischen Standards für die Arbeiter auf, ohne daß jemand gewußt hätte, lvas ein amerikanischer Standard für den Arbeiter eigentlich bedeute. Soziologen begannen ihre Nasen m die Mülleimer der Industrie zu stecken. Kurz und gut, unsere Sache wurde populär. Nach einem Mvnat gaben die Fabrikanten den Kanipf als hoffnungslos auf und schloffen mit der Union eine Art -Wafstnstlllstand. Philipp hatte die Kunden, die er 'haben wollte. Er verzog mit seinen Ausstellungsräumen in ein hochfeines Geschäftshaus am Broadway, behielt jedoch seine Fabrik in der Madison'Avenue, die jetzt so groß geworden war, daß sie drei Stockwerke ausfüllte.. Und ich wurde als der Champion der Arbeiterschaft gepriesen. Die Union begann zu blühen, und sobald Anzeichen bes Gedeihens und des Erfolges bemerkbar wurden, drängten sich die Schmarotzer und Nichtstuer ein. Sie l'chuten sich nach den angenehmen Positionen der 8. November 1926 Seite 18 HAKOAH-RAPID die letzte Sensation der Herbstmeisterschaft! Donnerstag (Staatsffelertag) den 12. No v. UN^rQ PREIS ÄuSSCHREIBEN Das Zusammentreffen dieser beiden Vereine brachte fast immer spannende Kämpfe und eine Rekord-Zuschauermenge. Die Formverbesserung der jüdischen Mannschaft hat das Interesse für dieses Meisterschaftsspiel wesentlich erhöht. Wir setzen für das richtige Erraten des Kampfresultates 8 WERTVOLLE PREISE aus. 1. Preis: 100 Schilling (Mnt ictltii) bar 2. Preis: 1 Paar Schneeschuhe t. Damen od. Herren, gespendet von der Firma Spirmann 8fHorowltz,lI,Taborstr.lt b; 3. Preis: 1 Sport-Sweater; 4 Preis: Graetz: Geschichte der Juden in 3 Bänden; 5. Preis: 3 schöne Seidenkrawatten, gespendet von Brüder Schiff mann, II., Taborstrasse 48; 6 Preis: Ein schönes Buch; 7 Preis» 1 grosse Kassette feines Briefpapier; 8. Preis: 2 Theaterkarten für ein Wiener Theater. Die Auslosung der Prämie findet Freitag, den 13. d. um 7 Uhr abends in der Sportredaktion der »Wiener Morgenzeitung«, II., Taborstrasse 1—3, unter Aufsicht des Herrn Dr. J. H. Körner, Präsident des Sportklub Hakoah, statt hier abtrennen /.fiter abtrennen t Coupon zum 3. Preisausschreiben der, Wr, Morgenstg. * Meisterschaft HAKOAH-RAPID Donnerstag den 12* November 1925 Resultat; Name: Adresse: Der Coupon kann mittelst Korrespondenzkarte (aufgeklebt) oder Brief abgesendet, beziehungsweise übergeben werden. Einsendungen aus dem Auslande müssen spätestens Donnerstag den 12. d. M aufgegeben werden und Freitag den 13. d. M.!!! hier einlangen!!! Agenten und müßigen „Wa-Mngdelegierten" und bekamen sie. Awrum protestierte hartnäckig gegen die Methoden der Geschäfts- und Kriegführung, die sich die Gewerkschaft zu eigen gemacht hatte. Er drohte mit seinem Austritt aus der Union, und im Gefühle der Ueberlegenheit als Sieger warf ihn Cahn offiziell hinaus. Er erklärte, Awvnms Pazifismus stemple ihn zum schliMMisten Feinde der Arbeiterschaft. A'wrum wolle, daß die Arbeiter stets Sklaven blichen. Gewalt müsse man mt Gewalt begegnen. Awrum dagegen eEärte, daß Unrecht nicht dadurch ausgerottet werden könne, daß man es durch ein anderes Unrecht 'ersetze. Von nun ab würde er sich erzicherffchen Ansgaben widmen. Und. noch am gleichen Tage trat er eine Pilgerschast an, die ihn durch das gan^e Land führte. Er arbeitete in Kohlenbergwerken und Hochöfen; stand Schulter und Schulter mit den Arbeitern vor den großen Wchstühlen in Neuengland und im Süden; schloß sich den Wanderarbeitern im Osten, Westen, Südwesten und an der Küste an, die Getreide und Früchte ernteten. Verrichtete abscheuliche Arbeiten in Fischereien und in den Fabriken, wo Lebensmittel emgMnstet wurden; wurde Vegetarianer, nachdem ex in den Schlachthäusern Chikagos drei Monate Buße getan chatte; fällte Hotz in den psadlostn Wäldern des großen Nordwestm's; hungerte in den Kupfer- und Silberminen der weiten Wüsten; sirh Land und Städte, sprach mit den Mnschen in ihrer Mundart, in ihrem Dialekt, in ihrer heimatlichen Zunge; kehrte manchmal zurück, um seine Familie zu besuchen und um ein ernsthaftes Gespräch mit Esther zu führen, llud begab sich wieder auf die Suche nach der Seele und den Bedürfnissen und den Wünschen des amerikanischen Arbeiters. Wo immer er hinkam, Predigte er bd§ Evangelium des allgemeinen Interesses und Plardievte für einen einzigen, gemeinschaftlichen Verband aller Arbeiter, der überwältigenden moralischen Einfluß haben würde. Uniongelder, sagte er, müßten dazu verioendet werden. Schulen und Universitäten für Arbeiter zu schaffen. (Fortsetzung folgt.)

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