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Wiener Morgenzeitung · 1925-11-07 · Heft 2410 (7.11.1925) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2410 (7.11.1925)
Date
1925-11-07
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Men, Samstag Wiener MorgenzeitunK 7. November 1986 Nr. SW Veite« V-... ■ ■ . .. Soviel steht sch. daß die Verhandlungen in Prag einen sehr schleppenden Verlauf nchmen. Ihre Dauer lvar für drei Wochen festgesetzt. Es wird aber von Kennern der Verhältnisse beKveiM, ob tatsächlich m biascr kurzen Zeit alle Fragen erledvgt werden können. Die Schwankungen des französischen Franken. Bei Beginn des gestrigen Verkehres \wx der sranzös ische Franken ziemlich stark rückgängig. Er swl in Zürich von 20.70 auf 2025. Nach einiger Zeit konnte er sich wieder bessern und schloß mit 20.60. Die spätere Besserung ist aus uMan-greithr Interventionskäuse der Banque de France zurückzuifirhren. — Auch die Devise Mailand wurde durch die flaue Haltung des französischen , Franken mitgerissen und Notierte 20.40 nach 20.15. — Ter Zloty lag unverändert, während die Devise Bukarest sich von 2.45 aus 2.475 besserte. Erleichterungen im Zollverkehr. Wie „Ter Handel" mitteilt, fand geistern im Ftitanznütüstrrium eine mchrstündige Besprechung des Gremiums der Wiener Kausmamtsthast und des Verbandes österreichischer Automobilhändler mit den Ministerialräten Dr. Canisius, Dr. H-oaser und Dr. Viktor Wolf statt, in der zahlreiche Beschwerden über ungerechte Verzollung vorgebracht wurden. Das Ministerium hat nun eine Reihe von Klagen als berechtigt anerkannt und folgende Zusagen gemacht: Den Rekursen gegen nachträgliche Verzollung wird, lvenn die Zahlungsaufforderung mehr als drei Monate nach der Verzollung erfolgt, ohne weiteres stattgegcben werden, die amtlichen Richtpreise werden neuerlich überprüft und jeden Atonal kontrolliert Werdern Ferner wurde in bezug auf das Lchiedsgcrichi, die ^lutaberechnung u>nd die Auswoiskarte eine eingehende Prüfung der Beschwerden zugcsichert und vom Finanzministerium ohne weiteres anerkannt, daß sich die seit 1. Jänner einge-führten Wertzölle bei Automvoilon nicht bewähren und daß Gewichtszolle entschieden vor;u.z:che-r seien. Insolvenzen. Der Konkurs wurde erölssnet über J.chann L voran ich, Karttm.-abrik in R.'udöusl, und über Iosaf Goldstaulb, Kaufmann, 6. Bez., Ghwallagasje 2. — Das A)u Ig l e ichsv ersah re n wur'de ero.ifnet über Euodont-Om, hygienisch'kos.meri.-che Geselltschasi m. b. H., 1. Btz., Helftrsdorserstraße 4; über F r i ei a - Fibmgcstllschast, 7. Bez., Neubaugasse 40; über Alois Schumann, 1. Bez., Schelljuggasse 3; über Marie B o st l, Führwerksbesitzerin, 3. Ba.;., Arsenalweg 54; über Leopold ine Zelenk a, Viklualienhändlerin, 14. Be;., Dicifenbachgasst 42; über Hermann und Iosesine Roller, Wäscheerzengnug, 6. Be;., Wäbgasse 16; über Friedrich Rein, Backe Meister, 18. B-ez., Neustift am Waide 58; über Anton Wuga.. Ralenhändler, 20. Hemzelmanitgasse 20; über Josef König, Fkitfchhauer in Horn, und über Rudels Herl e, Kausmaun, Weißenbach an der Tr'astmg. Die Svareinlagenbetvegung im Dorocheum. Im Monat Okrvber 1925 wurden 4,-531.200,05 Schilling eingelegt und 3,339.563,54 Schilling rückaezahlt. Mit Ende Oktober 1925 betrug bei einer Ei.nleger.zah1 von 42.616 der Gesamteinlagenstand 53,122.889,41 Schilling. Kein« Bollvalorisierung in Ungarn. Aus Budapest, 6. wird uns gemeldet: Der heutige Ministerrat beschäftigte sich in erster Linie mit de: Gssetzesvorlage über die Valor is i e r n n g. Volkswohlsahrlsminister Baß erklärte vor dem Ministerrat den Pressevertretern, daß von einer Vollval orisierung in Umgarn keine Rede sein könne. Die Regierungsvorilatze sehe nur die Valorisierung gewisser Kategorien von privaten Schulden vor. aber Einerlei Valorisierung der Staatsschulden. Allein eine minimale Valorisierung der Kriegsanloiihetitres würde dem Staat eine jährliche Ausgabe von 13 Millionen Gvld'ronen verursachen, die r keinesfalls ertragen könnte. Copyright 1924 by 58 Fornetzung üurt Woiff VtrUg A.-O Mönchet Nachdruck verboten. Herr Fettwanst. tzme amerikanische Autobiographie von Samuel Ornitz. Ich verblüffte ihn. „Glauben Sie eigentlich an das, was Sie sagen — ist der Kamps zwischen Kapital und Arbeit ein Klassenirieg? Und wenn es Krieg ist, sind Sie mit den Methoden des Krieges einverstanden? Oder sind Sie eben auch nur ein teetrinkender Schwätzer in Tälkers Cafe? Tie Gewerkschaften kommen nicht weiter. Tie Mitglieder sind es müde, immer nur Beiträge zu zahlen, denn der Entgelt stellt sich nicht so ein, wie man es ihnen versprochen hat. Sie treten wieder aus, langsam aber und sicher werdet ihr sie alle verlieren, wenn ihr ihnen nicht bald Resultate zeigt." „Well",' sagte Cahn und musterte mich sorgfältig, als ob er meine Beweggründe zu erraten versuchte, „sind Sie gekommen, um mir etwas zu sagen, was ich ohnehin schon weiß, etwas, was ich selbst immer predige?" „Ich bin gekommen, um Sie zu fragen, ob Sie wissen, daß die Unions in Schwierigkeiten sind. Was wollen Sie tuir, außer daß Sie darüber schwätzen? Ist die Zeit nicht reis für militanten Unionismus, für „Direct aciion", dafür, daß man die „Bosses" mit ihren eigenen Waffen schlägt?" „Meyer", sagte er und rieb sein Glas mit einem Finger, „ich weiß, wie Sie groß geworden sind. Ich habe Jl-rcn Onkel beobachtet. Ich kenne euch Gesindel. Was trollen Sie?" „Ich will eine Position. Ich will der Anwalt der Gcnte.ichast werden. Nur wegen des Rufes, wegen der .Bc,ü..rstchostcil, die mir das einträgt. Ich will euren nach icn Streik leiten, aber nicht mit Leisetretern, sondern mit denen, die „Direct action" verlangen . . ." Ich führte ihn in Versuchung . . . „Wenn Sie den Streik erfolgreich durchführen, sind Sie der unbestrittene Führer Ux Gewerkschaften. Die Leute weiche» Ahnen blirch I-igen, iwm Devisen Antsteruani Belgrad«.... Berlin.. . Brüssel.. . Budaoeat Bukarest. London . Mailand . .. iNew.YorK. ....... Pari# . Praa: .... S. Leviten- und Balutenlurse vom 8. November 1825. Oe o 225.24 lv 5 16*» 7.i L2. 4 Sv 2g 3 33 34 36 LK 2 0. 2 7C.» 43 28 04 20.Ö96 > War- 280 24 12.68 109 2 32 16 69.59 3 35 34.4626 20 14 Mt» 96 28 8 21. 750 Sou» . .. Stockholm ...... Warschau . Zürich.. « Valuten AiiuriKannche (Noten . uelglscuc .'•otcu . . . rJuniai. Not. Deutsche Noten . . Knvnsche Noi«» Oei Ware S. 6 13 6 17 189 60 190.11 U7.<i6 117.66 136 69 137x9 706.76 710.76 138 3 J 168 9!! hratizöslsciie Noten . . Holländische Noten .. Italienische Noten . . . Ingosl&wiache Noten . . Polnische Noten .... Rumüiilscne Noten . , . Russische Noten Roman.) Schweizer. Noten . . . Tschecho-alow. Noten . Türkische Pfund-Noten . Uneariscnr Nnten Geld. S. 28.80 27.90 12.6 j2S 117.10 136 19 29.9775 99^3 0 Ware 28.80 28.10 12.6325 118.10 136.90 21.0875 99.70 Die Baubewegung im Monat September in Tel-Awiw. Im Laufe des Monats September hat die technische Abteilung der Stadtgemeinde von Tel-Awiw 92 Baubewilligungen erteilt, für 452 Zimmer und 54 Läden. Tie Baufläche beträgt 16.629, Ouadratmeter. Von den bewilligten Gebäuden sind 40 einstöckig, 9 zweistöckig urtd 8 dreistöckig, während der Rest Anbauten an alte Gebäude betrifft. Eine Abordnung der Danziger Handelskammer in Tel- Awiw. Ans Tel-Awiw, 4. d., wird telegraphiert: Eine Abordnung der Danziger Handelskammer ist am 3. d. in Tel-Awiw eingetrosfen. Die Danziger Herren verhandeln mit den maßgebenden Handels- und Industriekreisen Palästinas wegen einer Beteiligung des Landes an der im März 1926 in Tanzig stattfindenden Frühjahrsmesse. Die Gäste ans Danzig besichtigten eingehend die Messe des nahen Ostens in Tel-Awiw. Rußlands Einfuhr nach Polen. Aus Warschau, 6. d., meidet die Pvln. Tel.-Ag.: Das Wirtfchaf.rs?omt.ee des Ministerrates hat Scwjetrußle.nd für die nächsten sechs Monate ein Einstchrkontingent in der H'ihe von füwr Millionen Dollar zugestcmdeii, was den von Sowjetrußlanid aus- «pstrechenen Maschen enüschicht. Bloß das K-on-tingeiot für die Einfuhr von Vieh und Flciichloivstrvcn wurde aus sanitären und veterinären Gründen nicht zng.standeu. Dorotheum. Bankabteilung Wien, I. Dorotheergasse 17 Die Ernte Jugoslalviens und Numäniens. Nach jngo> filawischc-n amtlichen Taten wird die diesjährige Weizenernte in Jugoslawien auf 22,4 Millionen Meterzentner geschätzt. Von privater Seite wich demgegenüber eine Schätzunas- Bericht der Wirtschaftsexperten des Wlkevbundes, Mr. Lahton und Professor Dr. Rist, ist kürzlich in deutscher Sprache im Verlage des Verbandes österreichischer Banken und Bankiers (Wieu, 1. Be;., Hohenstausengasse 7) erschienen. Eine Durchsicht des Expertenberichtes erg'bt, daß die Erwartungen, die man in dieses Elaborat gesetzt hatte, nicht zu hoch gespannt waren, da der Bericht eine wirklich nmisassende Uebersicht über die gesamte Wirtschüftslage Oesterreichs gibt und darin alle Daten und Ziffern enthalten sind, die zur Beurteilung der Wirischastskräfte Oesterreichs notwendig sind. Wurne» ProduNteirdorsv. Tendenz'. Der gestrige Verkehr vetlief g e s ch ä f t 8 l o S. Nur Mais war besser gefragt. Die Preise blieben o b n e A'e n d e r u n g. Eo notierten: Wetten: Inländischer 37.- i>te 38.— Unpnd» scher Tbe'tz ’9/80 Sltlopronttn 40 rO dis 4250 Ungarischer 3825 bi* 40. — . Jngoilawilcher 76 Kilogramm —bis —. lsugoilawi'clier 77/78 Kilogramm —bis . Rogge n ssnländtscher Marchfelder 27.— bis 2725 Pester Boden 28.25 bis 26 75 G e r st e Brauware inländische 34 — bis 41 — bötmiifdjc mährische —bis —Äk a i 8; Jugoslawischer 28 25 bis 2925. t> > n q u a n t i n neu 31.—bis 33.—. Hater :'mländi>cher 28.50 bis 30.50 R e t s Italienischer 82 — bis 83.—, Burma 62.— bi«? 63.—. MabIvrodntte (3rieß inländischer 74.— bis 76.—. Westemnehl 0 inländisches 7V.— bis 73.—, Äochmebl 2 inländisches 62.— biS 64— Brotmehl lnländiiches vrima 46.— bis 51.— Wiener Warenbörse. Es notierten am 6. Novemberr K o l o n t ä l lv a r e n' Kaktee: Rew-Aorker 18.10 Dollar, Santos Prime 630 —. T e e: Pecco Java, Orange 1100.—, Gewürze: Paprika, edelsüß r«20.—, Pfeffer Singavore schwarz 600.—, Kümmel, neu, holl. 140.—. R e i 8r Burma 64.—. Italienischer 81.—. Zucker: Raffinade-Kristall 187.50 rscheck. St., Würfel (in Kisten) 207.50 tschech. K. Leariar 1925 110.- Pflanmen. .bosm. in Kisten. 70/75 125.—. Kranzfeigen, Cala« mala 98 —, Barsmandeln, iuperior 730.—. Chemikalien: Lletzkali. 88/92 79.— Schweizer Franken, öletznatro», 128/130 Solvay 64.— Alaun, in Stücken 34—, Ameisensäure,' 85°/0 145.-, Borax, tritt. HO.-, Chlorkalk, 110/115 30.-, Chrom- «atroti 130.—. Eisenvitriol 15.—, Essigsäure, 80°/-, für Genußwecke 230.—. Die Preise verstehen sich, wo nichts anderes betimmt wird, in österreichischen Schillingen pro 100 Kilogramm Mer von 18 Millionen Meterzentner genannt. Immerhin wäre auch diese Ziffer schr günstig, wenn mau erwägt, daß idie Ernte des Jahres 1924 stur 15,7 Millionen Meterzentner (betragen hat und außerdem der JnlaudÄbedars mit 14 Mil- 'lionen Meterzentner voll gedeckt ist. Anis jeden Fall werden demnach mehrere Millionen Meterzentner für die Ausfuhr gur Ber«sügung stchen. Nach den Schätzungen des rumänischen Älckevvauministeriums wird die Ernte des Jahres 1929 ßvlgendevmaßen geschätzt: Weizen 290.000 Waggons, Roggen 18.000 Waggons, Gerste 100.000 Waggons, Hafer 68.000 Waggons, Mais 465.000 Waggons. Nach Deckung des iJn'landibedarses würden für die Ausfuhr rund 60.000 Waggons Wetzen, 13.000 Waggons Roggen, 40.000 Waggons Gerste, 80q0 Waggons Hafer und zirka 164.000 Waggons Mais gur Verfügung steihen. Rach Angaben aus rumänischen Ge- -trerdeexportLurkreisen wird die Ausfuhr durch die hchen Aussuhrzölle erschwert. Nach einer Meldung aus Riga hat der „Gosplan" Auftraig.erteilt, daß neue Schätzungen über die Ergiebigkeit der heurigen russischen Ernte vorgenommen werden, da die bisherigen Ziffern um 20 Prozent zu hoch gegriffen sein sollen und eine Revision des gan;en Exportplanes notwendig machen. (W. K.) Der Bericht der Völkerbundexperten über Oesterreich. Der in Wirtschafiskreiscu mit großem Interesse erwartete Wiener Börse. Ruhig. A Auch der gestrige Verkehr erössnete in leicht gebesserte» Haltung. Ausschlaggebend für diese Tendenz waren die umfangreichen Deckungskäuse der Kontermine, verbunden mit sem Stückemangel, der sich auch bei den geringen Umsätzen ziemlich deutlich fühlbar machte und eine Stärkung der Kurse hervorrief. Dazu kam noch der Umstand,. daß die Exekutivverkänfe, die in den letzten Tagen die' KAse ziemlich stark drückten, fast ganz aufgebört hatten. Besonders fest waren einzelne Werte, die in den letzten nvei Wochen von der Kontermine ziemlich heftw angegriffen wurden. Es sind dies vor allem: Kreditaktien, Alpine und Staatsbahnwerte. In der Kulisse war der Bankenmarkr und der Montanmarkt mit Ausnahme der tschechoslowakischen Arbitrageefrekten ziemlich fest. Im Schranken waren Textil- und Petrolenmwerte gesucht Nach leichten Schwankungen schloß die Börse in ruhiger Haltung, wobei irr oer K u l i H* e unter anderem Oesterr Kredit.1<00 K. gewa> neu, Anglobauk 3909 K. Juli-Süd 11.500 K. Alpine 13.500 Kronen, Salgo und Trifailer je 30. 0 K. und llnionbank 1800 K. Schwacher waren Länderbank um 4000 K., Poldlhütte um 3000 K. Waagner um 2460 K. und Brunner Maschinen um 10.500 K. — Im Schranken erhöhten sich uw er anderem Liesinger Brau um 15.000 K., Akundus um 12.000 K, Gervardus um 1V000 K., Fanto um 2000 K. und Galicia um 30.000 K. Daoegen gaben Nordbahn 80.000 K. ab, Scheidemandl 51.000 K., Leytam 6000 K. und Ung.' Zucker 15.000 K. — Auf dem A nl a g e m a r k t waren die meisten Renten höher. Fest lagen die Elsenbahnprioritäten. Albrechtsbahn - Prioritäten profitierten 1500 K, KarbLudwig-Babn-Prioriläten 8060 K. und Rudolf- Sie ihnen die Dinge geben, nach denen sie lange geschmachtet, um die sie lange gekämpft haben." „Und Ihr Onkel?" „Der macht aus seinem Herzen keine Mördergrube. Der hat mich auf die Spur gesetzt. Darüber will und kann ich Sie nicht im unklaren lassen. Er hat Awrums Behauptung, daß er mit Unionarbeitern besser dran wäre, eingesehen. Bessere Avbeitsverhält-nisse schaffen bessere Avbeiier. Und außerdem trägt es dazu bei, die Produktion zu st-andardilsteren. Das -wieder gibt ihm mehr Ruhe und freie Zeit und ersaubt ihm, weiter vorcvus zu planen. Aber er kann es nicht durchsetzen, wenn er nicht eine starke Gewerkschaft hinter sich hat, die seine Konkurrenz zwingt, ein gleiches zu tun. Ein „Unionshop", das wissen Sie doch selbst am besten, kann gegen eine ,/S-chwitzkas'erne" nicht konkurrieren. Die ga-irze Industrie muß organösiert werden. Aber das geht nicht, wenn man ein Hasenherz ist. Es gibt nur eine Methode, wie man starrköpsige Geschäftsleute davon überzeugen kann; denn die glauben, daß sie alles viel besser wissen als irgend jemand anderer, was der Welt am dienlichsten ist. Sie glauben, daß ihre Geschäftsmethoden die besten Geschäftsmethoden der Welt sind. Macht und Gewalt und der überzeugendste Beweis — die erfolgreiche Durchführung eines Streiks, der Zwang — wird sie eines besseren belehren." Dann begannen wir zu flüstern. Am nächsten Tage traf ich mit de-m geheimelt Exekutivkomiiec zusammen, und zwar in dem Hinierzimmar einer Kneipe an der 2. Avenue. Etzz Geivaltstr-eik wurde geplant. Die Banden bekamen zum erstenmal die Aufgabe, die „Gunmen" der Bosses zu bekämpfen. Und damit würde der Bandenkrieg zum Kernpunkt aller künfligen Streiks in NewHork gemacht. Die stärkste Baude, die gleichzeitig Vvn der Polizei unterstützt wurde, ge-wann die Schlacht. Manchmal war das Kapiial obenauf, nionchmal die Arbeite-r; aber immer blieb es ein, Bandenkrieg, der die grundlegenden Unterschiede zwischen Kapital und Arb-'t Mt AMttoi brache, Unsere Angvifst wurden aus di-e -Falbriken der größten .Faibrikanten konzentriert, auf die Könige der Industrie, deren Kunden Philipp wegschnappen wollte. Sie wurden im Sturm erobert, da isie nicht im Traum an einen erfolgreichen Streik dachten. Bislang hatten sie die „Unious" leichtverdaulich genug gefunden. Ihre Gunmen, Iren und Italiener, die von Privatd-etektivagenturen r-ekrutiert wurden, im Verein mit der Pattzei gaiben den Fabrikanten den Sieg von Haus aus in die Hand. Ich besuchte die Häuptlinge meiner Partei und bald darauf wurde die Polizei plötzlich anderswo gebraucht. Damals gehörten nämlich die Fabrikanten der republikanischen Partei! an und hatten für uns nichts zu bedeuten. Unsere Bande manövrierte im Fabriksviertel von Wagen aus, denen schnellfüßige Pferde vorgespannt waren. Sie stürzten sich auf die Wachposten, die bisher wie auf Widerstand gestoßen waren, und über rauten sie durch einen konzentrierten Angriff. Zus<unmen mit ausgewählten oMnisierten Arbeitern drangen unsere Leute in die Arbeitsräume und spritzten Vitriol und andere fressende Säuren auf die fertigen und hal-bfertigen Kleidungsstücke. Die Streikbrecher und die Vorarbeiter wurden bös verdröschen. Wir etabli>e-rten lange Reihen von Streikposten, ließen Streikbrecher bis in ihre Wohnungen verfolgen, und wenn sie nicht hören und sich der Union anschließen wollten, dann wurden sie halbtot geschlagen. Bald genug wurde es bekannt, daß es gefährlich war, als Streikbrecher zu arbeiten. Die großen Fabriken wurden erfolgreich lahmgelegt und dann wandten wir unsere Aufmerksamkeit den kleineren Leuten zu, die sich schnell mit der Gewerkschaft einigten. Aber ich riet davon ab, auch nur eine der Falbriken den Betrieb wieder ausiteihnten KN lassen. Philipp war noch nicht ganz fertig, sliiemand würde arbeiten dürfen, bl§ er bereit war, seine Wahren anzubieten. Und er gedachte nicht, seine seicht veMufliche Ware abzufetzen, bis tatsächlich sin dringendes Verlangen danach zu verzelichnen nmr. MiTIHilliTnf*ifiMiiwniinrinrIIurmmnr i

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