Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2403 (31.10.1925)
- Date
- 1925-10-31
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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TTOtgSraiO^röszyl Wien: Zum Abholen in der Expedition, ILTabprstr. 1-3, oder ln einerVerschleisstelle fTraflk) rnonati. H Schilling SJrassenverkaul in Wien, durch die Kolporteure der Firma Ool d schmied, U Wollzeile 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling I'achecho-Slovakei: Mon. K22. Jugoslawien: Mon. Din. 60. P o 1 e n: Mon. 4Zloty. Deutschland: Mon. Qm. 4, Frankreich, Belgien; Mon. Frcs. 18 Neu eröffnet! rcner ROSA WEISS NachMhiaagcn, bei P re I •* erhobongen Vorbehalten W». 2408 _ Wien, Samrlas, 81. Sttober ISIS England: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl. 18 Lire: Rumänien: Mon. 170Lei. Bulgarien’Mon.lOOLewi. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration Wien, II. Taborstr. 1 Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX., Universitätsstrasse 6-8 (Diuckerel lg. Steinmann) Oesterrelchisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693' 7. Jahrgang D> JA Die fabriksneue KU rM-Schreibmaschine kann sich jeder Kaufmann leisten, denn sie kostet nur S 193 AULEHLA, (Oien, UL Hauptstraße ür. 5 öariaii nach Paris berufen. Nach der Beschießung von Damaskus. Paris, 30. Oktober. (Tel.-Komp.) Der Ministerrat hat heute abends beschlosien, General Sarrail sofort nach Paris zu Leruftn, um dem Ministerrat über die Ereignisse in Damaskus Bericht zu erstatten. In der Zeit bis zur Ernennung eines neuen Oberkommissars werden General Duport, der gegenwärtig eine Untersuchung in Syrien vernimmt, und General Gamelin die Geschäfte des Oberkommissärs versehen. Für diesen Posten wurde Franklin-Bouillon borgeschlagen, nachdem Paul B o n c o u r t die Berufung abgelehnt hattet Franklin-Bouillon hat noch nicht mitgeteilt, ob er die ihm zugedachte Stelle annehmen wird. Eine Völkevbundaktion der Araber? London, 30. Oktober. „Daily Mail" meldet aus Jerusalem, daß die französische Aktion in Damaskus einen E n t r ü st u n g s st u r m unter den Arabern hervorgerufen habe. Die arabische Exekutive habe einen Protestanden Völkerbund vorbereitet und die mohammedanischen Länder ausgefordert, Protestkundgebungen' an den Völkerbund zu richten, in denen betont'wird, daß Damaskus eine der h e i l i g e n S t ä t t e n des Islams ist. Der oberste mohammedanische Rat habe an König Fm äd von Aegypten und an andere Persönlichkeiten Telegramme mit der Aufforderung zur Unterstützung der Protestaktion abgeschickt. Die Verluste bei Damaskus. Pqris, 30. Oktober. Wie aus Beirut gemeldet wird, hat französische Kavallerie eine in dem südöstlich von D a m a skus gelegenen Gebiete operierende Bande verjagt. In den anderen Gebieten herrscht Ruhe. Die Verluste des Generals Gamelin bei seinem Rückzug aus Damaskus werden offiziell auf 3000 Tote geschätzt. Eine Anfrage Plumers. London, 30. Oktober. Der Oberkommissär von Palästina, Lord P l u m e r, hatte bei General S a r r a i l telegraphisch angefragt, ob beim Bombardement von Damaskus a u ch Engländer umgekommen seien, oder ob ihr Besitz bebeschädigt worden sei. Sarrail verneinte diese Frage. Der neue Bizelönla von Indien. London, 29. Oktober. (Reuter.) Ackerbauminister Wood ist zum Vizekönig von Indien ernannt woredn * Wood ist der Nachfolger des seit 1921 im Amt befindlichen Vizekönigs Lord R e a d i n g,. dessen Amtszeit imApril 1926 abläuft. ParlamrvtMahlen in Kanada. Konservative Mehrheit. — Niederlage der Regierung. Ottawa, 29. Oktober. (Reuter.) Die Parlamentswählen sichern die Mehrheit der Konservativen. Der Premierminister und acht andere Minister sind bei den Wahlen unterlegen, währenddrei Minister wiedergewählt wurden. iln der griechisch-bulgarischen Grenze. Die Räumung vollzogen. Sofia, 30, Oktober..Die Räumung des von den Griechen besetzten bulgarischen Gebietes hat sich ohne ZwisHenfall vollzogen. Die bulgarischen Truppen und die geflohene Bevölkerung ziehen heute, 1 Uhr mittags, in das geräumte Gebiet ein. Die österreichischen Faszisten. Roih 30. Oktober. Heute fand die Begrüßung der B e rtrctcr der auswärtigeu Faszistenverbände in Rom statt, beider Farinacc'i sprach. Bon Oesterreich sind die F ase 1'von W i e n, Graz, Salzburg und Villach vertreten. Kn russlsch-polnisch-lumänischer Gawntteverttag? Rom, 30. Oktober. Die Agenzia di Roma erhalt aus Bukarest die Nachricht, daß der dortige polnische Gesandte dem rumänischen Außenminister Duea mitgeteilt habe, daß die r u s s i s ch e Regierung um die p o l n i s ch e Zustimmung zum Abschluß eines polnisch-russischrumänischen Garantiepaktes angesucht habe. Der Vorschlag wäre von der rumänische« Regierung angenommen und der General Jovanovie zum Delegierten für diese Verhandlungen bestimmt worden, die wahrscheinlich in Warschau stattfinden sollen. Außenminister Dr. Benesch über das russische Problem. Prag, 30. Oktober.' (Tschechoslowakisches Preßbureau.) Der ständige Ausschuß der Nationalversammlung trat heute zu einer Sitzung zusammen, in welcher vor Uebergang zur Tagesordnung Minister des Aeußern Doktor Ben es ch ein Expose über den Vertrag von Locarno hielt. Der Minister, erklärte dabei in Besprechung der Bedeutung des Werkes von Locarno, daß die diplomatischen Akten von Locarno ein unauflösliches poli lisch es Ganzes bilden. Rechtlich und materiell ist der Vertrag als einziges diplomatisches Dokument konzipiert. Daß die unterschriebenen Verträge einer ohne den anderen weder ihre Wirksamkeit erlangen, noch verlieren können, muß hoch eingeschätzt werden, denn dadurch ist insbesondere das Abkommen .der -Tschechoslowakei mit Deutschland so unauflöslich an den Rhein- Pakt gebunden, daß dadurch die Friedensgarantie^ zwischen berden Staoten tu einer« unerwarteten Maße gestärkt wird. Nach , meinem Urteil,' erklärte der Minister, könnte der Vertrag von Locarno nur dann ersetzt werden, wenn das Genfer Protokoll oder ein ähnliches System angenommen würde. Ter Vertrag von Locarno bringt zum ersten Male in der Geschichte der internationalen europäischen Politik die Verpflichtung souveräner Staaten, in keinem Fall Krieg zu führen und alle Konflikte im Schiedswege zu lösen. Der Vertrag stellt daher ebenso eine bedeutende Erhöhung der europäi)chen Sicherheit wie eine Stärkung des Völkerbundes dar. Das bedeutet die Schaffung einer neuen europäischen Psychologie, des neuen europäischen Gleichgewichtes. Es ist dies gleichzeitig ein Versuch zur moralischen Abrüstung, zur neuen moralischen Konsolidierung. Es bedeutet dies für absehbare Zeit den bisherigen Status quo für West- und Mitteleuropa. Dies bedeutet schließlich auch, daß das heutige Rußland sich dessen bewußt werden muß, und daß es nolens volens gezwungen sein wird, damit zu rechnen und sich darnach einzurichten und m i t Europa zu einem lieber ei »kommen zu gelangen. Es wird vielleicht nicht lange dauern und es wird zu einem zweiten Locarno kommen, wo ganz E u r o p a m i t R u ß l a n d ein Uebereinkommen schließen wird. Dies wird auch zu Nutz und Frommen Rußlands und Europas sein. Im weiteren Verlauf seiner Rede sagte Dr. Benesch: Uebrigens wird Locarno einen Einfluß im Sinne der definitiven Beruhigung auch auf Oesterreich und insbesondere auch auf Ungarn haben. Das bedeutet für uns das große A k t i v u m dieses Vertrages. Ich bin sicher, daß das Verhältnis der kleinen Entente auch zu U n g a r n im Laufe der Zeit im Geiste des Loearnoer Vertrages geregelt werden wird. Ministerkonfevenz der kleinen Entente. Bukarest, 30. Oktober. (U. T.-K.-B.) Wie „Diunneaza" erfährt, verlautet in diplomatischen Kreisen mit Bestimmtheit, daß die Mini slerdesAeußernderkleinen Entente binnen kurzem zu einer Konferenz zusammentreten werden. Bezüglich des Programms der Konferenz ist ein lebhafter Notenwechsel zwischen der Prager, Belgrader und Bukarester Regierung im Gange. Ursprünglich war geplant, die Konferenz der kleinen Entente im Frühjahr abzuhalten. Die jüngsten Ereignisse machten jedoch das Zusammentreten der Konferenz dringend, so daß sie'bereits Ende November in Belgrad abgehalten werden dürfte. Wie das Blatt erfährt, werden in erster Linie die zur Sicherung der Grenzen dienenden Loearnoer Vereinbarungen besprochen werden. Um Damaskus. -y. W t.e n, 31. Oktober. Dir Regierung in Washington hat in Paris einen freundschaftlichen Schritt getan, um gewisse Vorstellungen wegen der Ereignisse in Damaskus zu erheben. Was sich am Beginn dieser Woche in der syrischen Hauptstadt zugetragen hat, ist einstweilen nicht sichergestellt. Die französische Negierung hat keine direkte Verbindung mit Damaskus und es scheint, daß der amtliche Apparat vollkommen versagt hat, jo daß man sich in Paris überhaupt keine Meinung bilden kann. Die privaten Nachrichten, hie vorliegen, ergehen sich in detaillierten Schilderungen des Bombardements, geben sogar eine Ziffer der Menschenopfer und der zerstörten Gebäude an. Sie kranken aber sämtliche an dem Mangel, daß aus ihnen nicht zu erkennen ist, an welchem Tage das Unglück geschehen ist. Auch über die angebliche Räumung der Stadt durch die französischen Truppen, die am Mittwoch von einer Berliner Zeitung nach einem Londoner ' Telegramm wiedergegeben wurde, ist bisher nichts weiter bekannt geworden, so daß man in der Hauptsache vor einem Rätsel steht. Immerhin muß es sehr wild Zugegangen sein, da die amerikanische Regierung 'bereits Schadenersatzansprüche in Paris stellen will. Das zweite Kabinett Painleve, das sich erst vorgestern konstituiert hat, findet eine böse Erbschaft vor und es scheint, daß die politischen Kreise Frankreichs in eine Panik geraten sind. Sollte es sich bewahrheiten, daß man- Damaskus verlassen mußte, so wäre dies ein surchtbarer Schlag für das schon in Marokko schwer getroffene Prestige Frankreichs als Kolonialmacht. Die Mandatskommission .des Völkerbundes hat bereits angesichts der unklaren Situation die Behandlung des Berichtes über die Mandatsverwaltung Syriens aus- ' gesetzt, da sie unmöglich zu einem abschließenden Urj teil gelangen kann, ohne die Entwicklung in dem fraglichen Gebiete zu übersehen und ohne zu erkennen, ob > die Aufstandsmomente durch die inneren Verhältnisse gegeben waren — was aus die Mandatsbehandlung zurückwirken müßte — oder ob sie von außen hineingetragen wurden. Die militärische Kraft der Drusen würde allein nicht hinreichen, um eine ernsthafte Bedrohung der französischen Position herbeizuführen. Aber die Bindung der kleinen Garnisonen in einem schweren und verlustreichen Gebirgskrieg mußte die Hauptstadt entblößen. Dies machten sich die Räuberbanden in Transjordanien, die sonst unter der klingenden Bezeichnung der freiheitsstolzen Beduinen auftreten, zunutze, überfielen die Stationen der von Damaskus südwärts führenden Eisenbahn, plünderten sie grüicklich aus und brachen auch in Damaskus ein, wo sich ihnen mißvergnügte Elemente aus politischen Gründen anschlossen. Die nun entstehenden Straßenkämpfe haben zu einem Eingreifen der Artillerie und der Tanks geführt. Das Weitere ist noch nicht bekannt und alles, was erzählt wird, kommt ans den arabischen Kreisen in Aegypten, die ein sehr starkes Interesse daran haben, ihre Volksgenossen als die Uebersallemn hinzustellen. Es ist jedenfalls ein als sehr gewichtig einzuschätzender Umstand eingetreten: Daß sich nämlich die Schreckensszenen in Damaskus just in der Woche abspielten, in der die Völkerbundkommission die Petition der syrisch-palästinensischen Araber zu überprüfen hatte, welche die Aushebung des Mandats und die Vereinigung dieser beiden Länder mit anderen zu einer arabischen Föderation verlangt. Sollten diese Forderungen politisch fundiert werden, so hätte wohl in Ermanglung anderer Unzufriedenheit nichts beweiskräftiger als ein allgemeiner Aufstand wirken können. Wollten die arabischen Nationalisten der Mandatskommission vor Augen führen, daß die französische Militärverwaltung unzulänglich ist, so haben sie dies jetzt erreicht. Aber die Plünderungen der Eisenbahnstationen mußten diesen Kamps und seine Ziele kompromittieren und die Ehre Frankreichs engagieren, das jetzt alle Kraft daran setzen muß, den früheren Stand wieder zu erreichen. Dieses arabisch-nationalistische Komitee, das als Unterzeichner der Petition Ein wertvolles Geschenk! i-im Jeder Kunde erhält kostenlos Anweisung auf eine photographische Aufnahme und drei herrliche Photos ohne Preisaufschlag bei Einkauf von 8 30 im Warenhaus II. Taborstraße 48 ToJenhon 47*1* * En gros En detail