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Wiener Morgenzeitung · 1925-10-29 · Heft 2401 (29.10.1925) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2401 (29.10.1925)
Date
1925-10-29
Page
– (sequence 1)
Language
German
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| Polen: 20 gioszy 1 Wi eh. ZumAbholen in der Expedition, 11., Taboistr. 1-3, oder in einerVerschleisstelle (Trafik) monatl. 5 Schilling strassenverkaut in Wien durch die Kolporteure der Firma G o I d schmied, 1., Wollzeile 11 Mit Postversand für Wien. und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tschecho-Slowakci: Mon. K22. Jugoslawien: Mon. Din. 60. Pol en: Mon. 4Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs, 18 Noctaahlaaiten det Frei«* erhähuntfen rorbehellen Ht.Mll remr unrtixi Engl a n d: Mon. 4 Schilling. Italien: Monat!. 18 Lire: Rumänien: Mon. 170Lei, Bulgarien Mon.lOÖLewa. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, II. Taborstr.l Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr ni-102, 25-2-82 IX.. Universitätsstrasse 6-8 (D.uckerel lg. Steinmann) Oesterteichisches Postspar* kassen-Konto Nr. 150.693 Wie». SonnerstOB. SS. Lliaber 1925 1. Zahrgans &jsrjfcy 143 JAHRE BACZEWSKI LIKÖRE U. SCHNÄPSE WIEN, L, BABENBERGERSTRASSE 5 TELEPHON 45-30 SERIE Jüdisches Künstler - Kabarett Wien, II., Prätenstrasse 60 Leitung:'IKIÄX-STRPNG - Heute Donnei stag den 29. Oktober 1925 der grosse Schlager, A Mpid — A Chwdt Entree frei! '.beginn 8 Uhr'abends . *•'';•.? Ehlree stell Es wird höflichst ersucht, Plätze'resehrteren ru * lassen, da des glänzenden Programmes wegen der Saal täglich - überfallt; ist. * Samstag den 31. Okt.uud Sonntag den l. Nov. ein noch nie dagewesenes Scnlagerprogramm I Plätze reservieren la^en l Ainleve mit der KaHinettsbillning biettaut.; Paris, 26. Oktober. (Havas.) Pa ittlcbe ist mit der 'LstMnettslülvung betraut worden.' Painlev e hat den Auftrag angenommen. Zer AaltanlonM vor dem MÜerbimd. Wgendienst der „Wiener Morgettzeitüng") Paris, 28. Oktober. Der Völ'kevbnrchrat setzte heute We Verhandlung 'des duilg'arisch -griechischen Konfliktes fort. Auf Befragen Br.iands teiüe zuuächft der bulgarische Delegierte M a r f o w mit, daß er bexeits gestern abends ein Telegramm Ms. Sofia evhgltßn We, in dem die bulgarische Regierung ihre volle Zustimmung zu dem Beschlüsse des Rates gibt und den alliierten Offizieren, die sich an Ort und Stelle >beß^ben Men, ihre volle Unterstützung zuisichevn. Das Telegramm teile aber gleichzeitig mit, daß noch am Montag nachmittags - di e Griechen - das Dorf P e t r 0 v i c b cschossen hätten. ' ., _ . ' ' B r i and vergewisserte sich durchs einige sehr bestimmte Fragen, ob Griechenland dem Ge ist.e und de m B u ch st a b e n nach sich dem BeWusse tze's Rates 'k'üge. Cha ni d e r l.a i n teilte unt, . daß .. die bulgarische Rvgier;mg dein englischen Militärattache 'in Sofia einen Sottderzug nach dem Grienzbezirk zur Verfügung gestellt habe. Der grie ch i s che Delegierte verlas ein inzwifchsn eingelangtes Telegramm, worin die griechische Regierung feststellt, daß die Räumu'ng des bulgarischen Gebietes heute Miittwoch begonnen habe und daß Griechenland nur sei n G'«b i et verteidigte, das von bulgarischen Kom'ita-tschis angegriffen worden sei. Bri.au b nahm nun Kenntnis von der Annahme des erster!..Teiles.des Raisbeschluffes und gaib' der HaffnW Aufdruck, daß auch der zweite Teil,'der sich auf die Einstellung der F'Mdseligkeiten und die Räumung des 'widerrechtlich besetzten Gebietes beziehe, durchg'eführt werdr. Er ersuchte ferner um die Zusicherung, der.' sofortigen 'Freilassung der Gefangenen, die ihm auch erteilt wurde. — Tie Sitzung wurde sodann vertagt. Re Mandatskommission. Die Verhandlungen abgeschlossen. Genf, 28. Oktober. (Schweiz. Dep.-Ag.) Die Mandatskommission des Völkerbundes hat die Prüfung der Berichte der verschiedenen Mandatsmächte über die Ausübung ihrer Mandate im Jahre 1924 abgeschlossen. Bekanntlich wurden der Bericht über das französische Mandat über Syrien und derjenige Großbritanniens über den Irak auf die Fcbruarsession des Jahres 1926 vertagt. Die Kommission arbeitet zurzeit ihren Bericht aus, der dem Völkerbundrat in seiner nächsten ordentlichen SeWn: unterbreitet werden wird. Wahrscheinlich wird sie -W- Arbeiten Freitag oder spätestens Samstag beenden. Mchanr'i nach Holland gesllichtel? (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) H. Lemberg, 28. Oktober. Hier Mt mit großer Bestimmtheit bas aus' Berlin kommende Gerücht auf, daß >der Attentäter Theophil Olschansti nach Holland geflüchtet sei. .Er. soll sich in einer Hafenstadt befinden und auch - 'bereits :im. Besitze einer Sch i f. sskarte sein. ' \ Weiters üird hier erzählt, daß die vonderdeutschen .. RegWtuugäugeLWW'Ueherstnbung- EWuWner TWen . mit bom -Geständnis' Olschans kü's' noch' nicht beim Gericht AÜgetrossen sind. Diese Men sollen verschwunden sein, - und es wird vermutet, daß hiebei jene deutschnationale Stelle im Spiele ist, bei 'der Olschanski nach seiner Entlassung ans der Haft Unterschlupf gesunden -hatte-. - . : - - . \ Damaskus von den Franzosen geräumt. - Berlin, 28; Oktober. (Tel,-Komp.) Nach einem Londoner Telegramm der „Vossischen Zeitung" ist Damaskus v0tt den Franzosen geräumt worden. Das französische Kriegsministerium weigert sich, irgendwelche Aufklärungen zu geben. Samarlar bombardiert. London, 28. Oktober. (Tel.-Komp.) Die Nachricht von der Bombardierung Damaskus' findet in der englischen Presse, starke Beachtung. Man fürchtet Rückwirkungen ans die im nahen Orient unter britischer Herrschaft stehenden Araber. Besonders scharf wird das Vorgehen des Generals Sarrail verurteilt, insbesondere deshalb, weil er die Leichen der Drusen durch die Straßen der Stadt führen ließ und dadurch die mohammedanischen Gefühle verletzte. Dagegen findet die Haltung der m 0hammedaNischen Aristokratie von Damaskus Loh, deren verständigem Auftreten es zuzuschreiben sei, daß die Unruhen noch nicht größeren Umfang angenommen Haben. Bezeichnend ist, daß die sonst unentwegt sranzosenfreundliche. Morningpost" die Politik des Generals S a r r a i l abfällig beurteilt. Sie könnte unter keinen Umständen Frankreichdie Sicherheit bringen, die von der französischen Nation als wünschenswert angesehen werde. - Die tatsächliche Lage in Damaskus sei gegenwärtig noch undurchsichtig'. Die Zahl der Toten scheint sich aulf mindestens 2000 zu belaufen. 103 Miere itt Marolko gefallen. Paris, 28. Oktober. (Wolfs.) ,M)o de Paris" berichtet: MMisterpräsident/Painleve hat vor einigen Tagen im FiNianzausschnß der Kammer mitgeteM, daß sich feit Begrün der Opemtionen in Marokko im Jahre 1926 der. PeMst an OMeren auf 39 Tote Maufe. Wir glauben, die schmerzliche Wahrheit dadurch seststellen zu 'müssen, daß ,wir heute - die Namen Von103 Offizieren aller Grade veröffenMchLN, die in Marokko gefallen.sind. Im Kreis -er Leinde. - V. Wien, 29. Oktober. , Die Berliner Beschlüsse des Zionistischen Aktionskomitees ergeben die. Schaffung einer klaren Situalivn. Die schon inder Zeit vor dem Wiener Kongreß hervorgetretene Antithese: hie Leitung, hie Bewegung — die sich auf dem Kongreß noch viel schärser zugespitzt' hatte —, ist zurückgestellt worden, und in den Erklärungen Weizmanns sowie der Opposition-zeigte sich der Wille zur Einigung und zur vollen Ausnahme der zionistischen Arbeit auf. allen Ihren Gebieten.- Das ist ein dringendes Gebot der Stunde, die wahrlich ernst genug ist. Die Feinde der jüdischen Regeneration sind aller-Hoffnungen voll, und wohin wir blicken,-starrt uns der Ring entgegen, den der Haß des Antiziomsmus um uns gezogen hat, und der das Judentum von seiner nationalen und kulturellen Erneuerung abschnüren will. Unsere inneren Fragen sind gleichzeitig ebenso viele und ebenso gewichtige äußere Probleme, nicht weil wir dies wollen, sondern weil unsere Gegner an jede einzelne Disharmonie anknüpsen und daraus neues Material schmieden. Diesen Zustand, sind wir nachgerade gewohnt. Der Zionismus war immer ein.Kampf nach zwei Fronten. Er hatte sich immer gegen Mißgunst, Neid und Verleumdung zu wehren und gleichzeitig mit denselben Kräften , der Defensive auch die politische, materielle und kulturelle Aufbauarbeit, zu' leisten. Die Erreichung der Balfoür-Erklärung; und des Scm-Remo-Mandats hat. zwar die Grundstinnnung der Massen, zu ' einem /sehr, großen Teil geändert; aber die Tatsache, daß die . Zionistische Organisation als das führende .und belebende Element der jüdischen Gemeinschaft durch öffentlich-rechtlichen Äkt anerkannt wurde, hat in den gegnerischen Kreisen hie feindlichen Empfindungen verstärkt und bis' zur Besinnungslosigkeit gesteigert. Der Zionismus versügt über eine Oeffentlichkeit und er übt die ihm zufallende. Kontrolle des jüdischen Lebens mit der vollen' Schärfe der Demökrätie. Er hat das jüdische Volk bis in seine Tiefen revolutioniert und die Geltung der.wichtigtuerischen, rückgratlosen Notabeln mit ihrem Troß von Diätenschindern und Professionskonferenzlern zerstört. Das ist so'viel Grund zum Angriff, als es Malkontente gibt. Die Zionisten haben bisher die. politische . Arbeit zur Sicherung des Palästinawerkes allein geleistet. Der zionistische Geist ist es, der Palästina befruchtet, im Judentum die aktiven Energien des Aufbaues geweckt und die seelische Widerstandskräst gestärkt hat. Zionistisch sind die Pioniere, zionistisch die Arbeiter, Zionisten bekämpfen die Sümpfe und die Volksseuchen. Es hat vor dem Zionismus, kein positives Judentum bestanden und der Zionismus hat das Mandat, die Universität, die Technik, die Schulen und Spitäler gebrächt, und die Probleme, die das Judentum bewegen, sind aus der zionistischen Anschauung der Dinge und der Welt erwachsen. Der Zionismus verteidigt jetzt seine für das Judentum erzielten Errungenschaften vor der Genfer Mandatskommission. Und just Viesen Zeitpunkt, wo die in aller Welt auflodernde Verhetzung keinen Unterschied zwischen Juden machen will, wo sie unser bißchen Recht angreift und verkürzen will,^ hat sich die Agudah ausgesucht, um ihren Neid abreagieren zu können. Das' ist die Partei der gar so Frommen, die. mit der . Vorsehung auf so gutem Fuß steht, daß sie ihr bis noch vor ganz kurzer Zeit alle Arbeit an der Erlösung anheimstellte. Aber seit sich wieder jüdisches Leben in Erez Israel regt, ist diese Partei der Ketzerbrater auch lebendig geworden. Sie kauft Land und verkauft es mit gutem Nutzen, sie setzt sich fest. Ihr ganzes Wirken vollzieht sich auf der Basis, die der Zionismus geschaffen hat. Aber gegen den Zionismus verbrüdert sie sich mit Vatikan und Hakenkreuz, mit Halbmond und Sowjet- . stern. Die Agudah, die mit der Zionistischen Organisation in Verhandlungen steht über Einwanderung, Landkauf, Gemeindegesetz, bricht die selbstverständliche Loyalität und läuft zur Mandatskommission sich beklagen, daß ihre religiösen Ueberzeugungen-gekr.änst werden, und daß es für ihre Angehörigen unmöglich wäre, weiterhin im Land zu bleiben. Wenn ihnen die j eder Kunde erhält kostenlos Anweisung auf eine photographische Aufnahme und drei herrliche Photos ohne Preisauf$chlag hei Einkauf von S 30 im Warenhaus 1 11. Taborstraße 4& TelflEhon 47-1-7 En «res En tfntall

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