Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2400 (28.10.1925)
- Date
- 1925-10-28
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Wt. 8400 Mmch Wne und Kunst. „Der Bullau" (Akadeckietheater.) Sie will di» Fenster geöffnet haben, er hingegen geschlossen; sie will, daß der Diwan links steht, er hingegen rechts; sie bcr*: dämmt' den Tabak, er hingegen liebt ihn. Die Ehe der beiden jungen Leute, in der es diese Differenzen gibt, nennt Ludwig Fulda einen „Vulkan". Gleichwohl ist der Titel des neuen Lustspieles gut gewählt. Die Banalität des Dialogs, die Wieder« holung der nämlichen „Situationen", die Skrupellosigkeit, mit der einem die abgebrauchtesten Lttstspielfiguren versetzt werden, erzeugt beim Zuhörer Vulkanstimmuug. Wenn man sich wenigstens langweilen könnte! Aber man hat damit zu tun, sich zu beherrschen. Etil vortreffliches Ensemble steht dem Publikum 'bei und so erträgt man es, vier Akte lang. Es sind die Damen Mayen, Albach- Retty und Lewinsky, die Herren Günther und — ganz besonders — Thaller. O. A. HenteMedererilsfnnng der Bolkroper. Das Dir-Ätovmm der Vollsotper — so nennt sich die neue, filnMchri'ge Leitung, die aus Vertretern der verschiedenen Mtzestelltenlategorien unter der Führung des Kapellmeisters Leo Kraus besteht — lud für Ochern die Vertreter der Wiener Presse für eine Besprechung ein, die hauptsächlich den Zweck hatte, der BevÄÄMng wieder Vertrauen in die VMSoper einguslößen. Die durch die ZusanRnen« brüche der tziHcrtyen Direktionen hart geprüfte Angchellten« schalst hat von dem Konkursverwalter die. Maalhuis echaltm, das Theater auf eigene Rechnung weiter zu führen und nimmt nun heute wieder den Betrieb auf. Die Aussichten schütten günstig All sein, weil die Mitglieder, die wissen, daß ihre Existenz auf dem Spiele steht, mit dem Einsatz aller ihrer Kräfte arbeiten wollen. Die Gehaltsfrage wurde für die erste Zeit in der Weife geregelt, daß alle Angestellten ohne UnterWeid das Existenz min im um von fünf Schilling Pro Tag erhalten.. Erster Solist und Logenschließer werden also diestHen, .Bezüge haben. EH wenn dieises ExistenMinintum gesicher: ist,' werden die Gehälter nach der A r b e i t s q « a l i i ä t abgestuft. , Die Eintrittspreise lverdeu fn der Hohe von einem bis acht Schilling gehalten sein. Auch bei Gastpielen werden keine wesentlich höheren Preise angefetzt. Zitt Schätzung der Einnahmen wird der Anschluß an die Fiavag" dnrchgchührt werden. „Ravag" gegen Bnndestheatervertoaltung. Auftrittsverbot für die Bundestheatermitglieder. Zn der gestrigen Sitzutlg^ des Bollbeirates Ravag crjtaitet. Generaldirestor C z e.r j a ein ausführliches Referat über die Verhandlungen mit dem BuudeslheHerprMdelüen, Sektionsches Dr. P rüg er, über das Auftreten von Mitgliedern der Bundestheater'im Radio und über den Änfchluß der Staats oper. Die Berhandlungsn haben bisher zu k e i n e m R e s n l t a t geführt, weil die Forderungen des Bundestheateryvästdenten diel zu hoch Und, so daß im Falle der Annahme eine wesentliche Lrhöhung der Teilnehmergebühren erfolgen müßte. Inzwischen ist das Auftrittsverbot für alle Mtglleder der Staatsoper in Kraft getreten. Nach längerer Debatte wurde eine Resolution ailtzenöntmen, in der das Beiremden über das Vorgehen >ber Bundescheaterverwaltung zegen die Ravag ausgesprochen wird, die mit ihren Ansoten bis an die Grenze der Möglichkeit gegangen fei. Line Erhöhung der Teilnehmergebühr aus dem Titel des Anschlusses der Staatsoper dürfe unter keinen Umständen »in treten. In der Sitzung wurde ferner dagegen Klage erzoben, daß die TelegraphendireMon von allen Teilnehmern für das Fahr 1926 eine Gebühr von 1,50 0. Sitt -die Neuanmeldung einhebeu wolle. Es würde br- 'chlosseir, die Telegraphenverwaltung aufzuforderu, die 'inmalige Anmeldungsgobühr für immer gelten zu lassen. Die größte Sensation bildet dc>8 Progranrnr des jüdischer: Nnstlerkabaretts im Astoria-Festsaal. 2: Bez., Praterstraße 60, Ws urrter der Leilrmg des weltbekannten, und berühmten Komikers Rax Streng stcht. Heute Mittwoch den 28. d. großer Bunter tlbmd, Donnerstag Seit 29. d. Aufführung des Schlagers „A Vioid a Chvat", der bei früheren Ausführungen kolossalen -Lrfolg hatte. ES wird höflichst gebeten, sich für Donnerstag den '8. d. Plätze reservieren zu lassen, da der Andräng ungemein stark st. Mt»«« Morge»r«tt«»s SS. OltoA« MS «ettei H<!riOen Sie «nier 2» Preisansschreibe« in oet hentigen Sportrnbritt a»8,9lobemb« den ßnp im 8«t> scheiv«»g»Wl Beachten Sie unser 2. Preisausschreiben in der hentigen Svortrnbrik! Aus den Theatern. Buratheater. Morgen, 7 Uhr abends, „Macbeth". Diese Vorstellung ist zugleich die 150. seit Aufnahme des Stückes in den Spielplan. (13. Februar 1808.) A k a d e m i e t h e a t e r. Morgen, y*8 Uhr. abends, „B u n L u r y". O p e r n t h e a t e r. Morgen, 7 Uhr abends, „Boris Godunow". V o I k 8 o p e t Richard Kubla vom Nationaltheater in Prag, der tu der Volksoper Freitag den 30. b. den Hans in Smetanas „VerkaufteBraut" gibt, und Kammersäiiger Hubert Lener, der Sonmaa den 1. November abends den Tannhäuser singt, haben sich der Arbeitsgemeinschast in nnetgeimütziaster Weise m Ver Üauna gestellt. Die für Sonntag den 1. November abends angesetzte Aufführung von „Iphigenie i n A u l i 8" mußte infolge Erkrantung des Kammersängers Erik Schmedes verschoben werden. D e.u t i ch e S V o l k s t h e a t e t. Als nächste Novität wird Schnitzlers Schauspiel „Der einsameWeg" ,mit Albert Bassermann und Jakob F e l d h a m m e r in: den Hauptrollen vorbereitet. Freitag „D a 8 weite L and" mit Amold Korff. Raimund-Theater. Freitag „D.er gläserne Pantoffel". Sa,Mag, M Uhr nachmittags, „Klein-Däumling". Sonntag und Montag, 3 Uhr nachmittags, „D e r M ü l l o r u n d f e i n K t n d". Neues Wiener S t a d t t h e a t e r. Heute, 8 Uhr abends, Urauffühmng des Schauspiels „Freiheitsstürm e" (Aus den R evolutionstagen Rußlands) von Cäsar S e g a l o w. R en ais s an eeb üh nr. Freitag wird ein Strindüerg-Abenb gegeben. Zur Darstellung gelangen, neu in Szene gesetzt, „© laubiger" und „Mit dem Feuer spielen". 6. Ber., Hetzgasse 40. Heute, von 6 bis 7 Uhr abends, Rabbiner Dr. A. K a m i n k 41 Talmud von 7 bis 8 Uhr abends r More Rebuchim. — M a s s a d a. Heute im Cafä Stadtpark, 1. Bez., Parkring, w chtige Besprechung.' Alle Mitglieder werden ' aufgefordert, zu erscheinen. Regelmäßige Zusammenkünfte jeden Mittwoch. Zuschriften an Schriftführer Alfred Braun, Buchsachverständiger. Wien, 19. Bez., Eroikagasse 15. — JÜdifch-akademischerJuristenver ß i«, 3. Bez.,Taborstraße1-3. Morgen, V-8 Uhr abends, Vortrag de8 Herrn Adolf Böhm: „Die völkerrechtlichen Grundlagen des PalästinamandatS. — Wiener Beth-Hamidrafch, 3. Bez., FerdinandSsträße29. Heute, 6 Uhr abends, Vortrag deS Herm Lektor Dr. G e l b b a u S r „Liturgie"; 7 Uhr abends, Vortrag deS Herm Lektor Dr. S. Rubin: „Die Philofovhie des MaimonideS (More Nebuchtm). ZioniftischeBezirkSfektion Favoriten. Heute, Vg8 Uhr abends, in HoffmannS Rosensälen (Jagdstüberl), 10. Bez., Favoritenstraße 8S, ordentliche Generalversammlung. , * Hebräische Kurse. Wie im Vorjahre, werden auch heiler von der Zionistischen Beztrks^ektion des 3. Bezirkes hebräische Kurse für Kinder veranstaltet. Sie werden im Lokale, 3. Bez., ReiStteritraße 23, abgehalten; die Einschreibungen finden Donnerstag den 29, und Freitag den 80. d. zwischen 8 und b Uhr nachmittags im obgenannten Lokal statt. Der Unterricht beginnt Montag d e n 2.. N o v e m b e r. Der Hechalnz, österreichischer Landesverband, teilt mit: Am Sonntag den i. November. 7 Uhr abends, findet im 2. Be-., Blumanergafse 1, eine neuerliche Stchah aller jener statt, die daS erste Mal nicht kamen oder irrtümlicher Weise nicht eingeladen wurden. Es halben alle in Wien aniweiseNd-en GhailiWim, die entweder keine Emlapung erhieiien «der der ersten Einilaidiuna^ nicht Folge leisteten, all dieser Dichch tellzunohm-en, <rn>sonfte-n sie llicht mchr a>l§ MtBeder der Ovganhrtion an-geschen werde:,. Rabioprogramm. Heute Mttwoch den 28. Oktcher. 16 Uihr 10 Min.: Konzert. — 17 U'hr 10 Mn: Märchen von Mujsüus. (Johann Karl AuWst Mufäns, Morien 26. Oktöber 1787.) Nelly Stahl, Grete Bach, Kapelle Silving. — NadiovMshochschllle: 16 Uhr 25 Mn.: KuwsWschichte 7 (Universrtätsproisessor Dr. Hans Netze): Rlmranlische Kunst. — 19 Uhr: Mnis-ck- Lurs (Professor Richard Stöhr): MchUaUsche Form-eiWre. — 20 UIhr: „Göbrldeie Menschen", BEsstück in drei Men von Viktor Leon. — 22 Uhr:. Heitere AbendmM. Staatspreise in der Tschechoslowakei. Aus Prag wird -gemeldet: Der Minister für Schulwesen und nationale KilUtur hat, wie das Amtsblatt Mim 28. d. meß>et, folgende Sbaatspreife verliehen: Dorn Präsidentert der RepuMk, M a f a r y k, für sein Buch „Die Weltrevolution"; dem Uni» versiiäts-Professor Ottokar Fliis cher für fein SchauWl „Sklaven"; Franz Langer" für sein Dwma „Peviphene"; dem ReMeur Iaroslaw .Kvapil; dom- Kampomsten Leo Ianacek für feine Oper ,MS 'listige Füchslein" und Karl Hossmann für die Anfsnhrung aller Geigensoloisonaten Johann Seibaistian Bachs. - Bereine. Bortröge vnd BersMMlnngeu. Z i o n i st i s Ä e S e k t'i o n P r a t e r. Der für heute angesagte Vortrag des Herrn Dr. G o l d h a m m e r Über Erez-Jsrael-Kunde findet erst Mittwoch den 4. November statt. —• Zio n tst is ch e I u g end g r u p p e L e o p o l d ft a d t. Infolge des' heutigen Jabotinsky-VvrtrageS findet unsere Plenarversammlung morgen Donnerstag, lla8 Uhr abends, im Lokale der DolMbliothek Zion, 3. Bez, Glockengüsse 80, statt. - Jüdische Tischgesellschaft Landstraße, . Cafe Lovrana, 8. Bez., Lüwengasse 36 (Souterrain). Heute, l/t10 Uhr abends, musikalische Vorträge der Herren Oberkantor Gerson M a r a u l i e 8 und Felix K h u » e r und heitere Vorträge deS Herrn Karl Berger. Anschließend zwanglose Unterhaltung. Gäste willkommen. — M a, m o n i d e s - I n st t t n t, Der erste weibliche Verteidiger. Die Konzipiontin Frau. Dr. MariaM-e B e th, die Gattin-des UnideusMApros-essors Hofvat Dr. Beth, wurde dicher TaM nach Üffiunn bcr ÄdvolatenPrüisMg in di,e Berteidigevliste eingetragen. Es ist diies die srste Frau in Oesterreich, die als Ber- 'teidi-gerin nunmchr vor Gericht anstreten kann. Batttstel und Czingeli. Die VechaMum Über die Ankl,a-ste gegen den italienischen Kanfmam: Heinrich B a t t ist e l und dessen Kompagnon Josef Cgingeli wegen bet rna etifcher und fahrlässiger Krida mit einem Schaden von ungchähr 3,6 Milliarden Kronen wurde gestern Wittags zu Ende geführt. Der Gevichtslhof sprach die Ame- Nagten von der Anklage der betrngewifchen Krida 'srei und ernannte sie le-diglich der fahrlässigen Krida Muldiiq. Heinrich Battifteil wurde zu ernem Jahr, Aoscjf' Czingelii xn sechs Monaten strengen Arrests verurteilt. Der verliebte Hauslehrer. Wegen ^geifahvlicher Drohen,g hatte sich gestern vor dem MWlrichter OSevlandesgerichtSrat Hummel der 36jÄhriae RÄigionÄehrer Markus Katz zn verantworten. Katz. erteilte eine Zeitlang. dem ^schulpfkichUgen Sohn der Kawfmannsigaitin Lotte R e i >f l e r judhchen Religionsunterricht. Er stellte der Frau Lisbesantroge und xMk ihr *u, sich von ihrem Gatten scheiden zu lassen, um ihn, Katz, ki heiraten. Frau Rchler wies ihn ab und veckot chn das Haus. Nun drohte Katz, dem Gatten von einem angsblichen Lielbesvechältnis der Frau Reifler MttteillnM. m machen, und verlangte viele Mill,onen flls restliches Stiundenhon ora r. Emes Abends sprach Katz 1 cyn l . e n, lvLlNI ]Vi WfUl uiu/l VeMhle. Ms die Frau Züchtete, Me Katz ihr mch, schlug sie ins Gesicht und zerkratzte sie. Mn eOattete Frau ReMer die StmfaMiige. Der Vertreter der,EHÄentc Reifler, Dr. Ignaz Kurt Rosenfeld, wies em Urteil des Kreisgevichtes Kolomea VM Jahre 1016 vor, laut welchem Katz wegen Verbrechens der Verleumdung, des dortigen Gendarmeriekommandawten zu acht >,ahren schweren Kerkers vermtM wuvde, wovon'er sims Jahre veMtzt hat. Katz hatte den GendarMerielommandanten der russenfreundlichen Olvsinnung beschuldigt und erwigev Bauern die Anzeige iEgen Spionage an>gedr«l)i, weil sie ,h.w nicht Geld gaben.' Bei der ZeuigeneinvernaWe erging sin Katz in Drohungen gegen ReWer, ivoranf der Richter nach mehrfacher, fvuchÄofer ErmahMng über ihn erne dr e itägige Disziplinarstrafe vechängte. Da em Zeug, mitteilte, Katz halbe ihn zur f a l s ch e n Z eu g e n a u s i a g, zu verleiten gesucht, dehnte der Staatsanwalt dre Anflage ,r diesem Sinne aus. Der Richter verurteilte Markus Katz zr sechs Monaten schweren Kerkers und, da er M> ist, zur Landesverweisung. Wegen Wiederholnngsgvfahr wurde Katz foifoxt in Haft gcnwmnen._ Die sehwerfe Arbeit des Waschtages für immer yorhei. die neue Art Seife. 1*131 WW8 ,l'" ''